Beiträge von Carcano

    Im NWDSB sind die Bezirke eigenständige Vereine. Die Vereine sind wiederum Mitglied im Bezirk und nicht im Landesverband.

    Und genau dieser Punkt ist ja jetzt Gegenstand eines noch nicht entschiedenen Rechtsstreits (Klageverfahren der Hauptsache): nämlich ob zwei Schießśportgemeinschaften dadurch, dass sie in den Bezirksverband aufgenommen wurden, auch Mitglied des NWDSB wurden - und falls nicht, wieso nicht?

    Carcano

    Na, ich hoffe, dass ich in diesem Alter noch einigermaßen lernfähig bin :D


    Das Problem ist bei den etwas älteren Schützen und Schützinnen (sagen wir. so ab 18) nicht so sehr die Lernfähigkeit. Die bleibt an sich bis ins hohe GreisInnenalter erhalten.
    Sondern die LernWILLIGkeit. Bei Schützen und Jägern sinkt die nach Erreichen des 30. Lebensjahres rasch bis in den Kältebereich von 0-10 Kelvin. Erfahrungstatsache :D

    Carcano


    ich suche dringend zu folgenden Themen den aktuellen Informationsstand. Toll wären schriftliche Quellen. Leider kann ich die Zeitungsartikel in der Nordseezeitung nicht online lesen.

    1. Wie ist der Stand zum Rechtsstreit über die SSGs?

    Es gibt zwei erstinstanzliche Entscheidungen, beide aber nur im einstweiligen Verfügungsverfahren, und beide vor verschiedenen Gerichten. In einem Verfahren haben die Kläger obsiegt, im anderen der beklagte NWDSB. Ob die Beteiligten Berufung eingelegt haben, müsste ich noch erfragen.

    Zitat

    2. Weiß jemand was zum Thema Spartentrennung. In der Kreiszeitung gab es einen Artikel über den SV Altona. Dieser stellt sich in Sparten auf und spricht von einem laufenden Rechtsstreit zum Thema Spartentrennung.

    Es gibt eine Satzungsbestimmung beim NWDSB, die eine solche Spartentrennung verbieten will, wenn sie zur Folge hätte, dass nur noch eine der Sparten dem NWDSB angehören würde. Ob das zulässig und mit höherrangigem Recht vereinbar ist, bezweifle ich. Der DSB auch.

    Zitat

    3. Auflösung der Bezirke. Was bedeutet das? Wo steht das? Wann wird entschieden?

    Die Bezirke sind keine bloßen administrativen Untergliederungen des NWDSB (wie es z.B. im SBSV der Fall war), sondern selbständige als e.V. verfasste Teilverbände. Von ihnen wurde der NWDSB erst gegründet, nicht umgekehrt. Ob sie sich da so einfach auflösen lassen, bezweifle ich.

    Carcano


    Was spricht eigentlich dagegen, dass Schießsportverbände sich in den Landesgrenzen befinden sollten?

    Gar nix spricht dagegen. Soweit mit der Frage gemeint ist, dass Landesgrenzen und Außengrenzen eines Schießsportverbandes deckungsgleich sein sollten, ein Verband also nicht mehrere Länder teilweise umfassen sollte - alles andere wirft nur Probleme auf. Hingegen ist es durchaus denkbar, dass es innerhalb (!) eines Bundeslandes mehrere Schießsportverbände gäbe. Beispiele sind etwa Baden-Württemberg (3) und Bayern (2).

    Zitat

    Was spricht dagegen, (dass) ein Landesleistungszentrum mit neuen Strukturen hier in Bad Kreuznach weiterhin für alle rheinlandpfälzischen Schützen nutzbar ist?

    Die ungeklärte Kostenfrage und die zu weite räumliche Ausdehnung des bisherigen RSB.

    Zitat

    Was spricht dagegen, die einzelnen Fachverbände in einen großen zusammen zu fassen, dessen Arbeit, losgelöst von dem Schießsportverband, viel effektiver und effizienter ausfallen würde?

    Dagegen spricht, dass diese "Fachverbände" so oder so ein erbärmliches und wenig legitimes Hilfskonstrukt sind - ein Adapterstück eben.

    Zitat

    Was spricht dagegen, dass unsere Nachwuchsförderung zentral organisiert wird um noch bessere Ergebnisse zu erzielen? Dasselbe gilt für Weiter- und Fortbildung.

    Alles spricht dagegen. Weil beides dezentral weit wirksamer und besser funktioniert.

    Carcano

    *SEUZ*
    Der Seufzer kommt nicht von mir, sondern vom Deutschen Schützenbund.

    Im Bundesland Rheinland-Pfalz (bestehend seit 1946) gibt es einen Landessportbund Rheinland-Pfalz (geographisch deckungsgleich mit den Landesgrenzen) mit ca. 1,44 Millionen Mitgliedern.
    Dieser wiederum besteht aus den drei Sportbünden die ihn 1950 gegründet haben, nämlich Sportbund Rheinland e.V. (Regionen Koblenz und Trier, 637.000), Sportbund Pfalz e.V. (520.000) und Sportbund Rheinhessen e.V. (283.000); die letztgenannten Zahlen gehen nicht ganz auf.
    (Der Sportbund Rheinland unternimmt übrigens gerade eine eigene Strukturreform.)

    Innerhalb des Sportbundes Rheinland werden die verschiedenen Sportarten / Disziplinen durch ihre Fachverbände vertreten. Dabei gilt das Grundprinzip: pro Sportart nur ein Fachverband (das stimmt streng genommen rechtlich so nicht mehr, was der DOSB auch weiß, reflektiert aber die noch herrschende Praxis). Gleiches gilt auch für Rheinhessen.

    Das ist der Grund dafür, dass es diese seltsam-irrealen Kunstgebilde, die "Fachverbände Sportschießen " gibt. Denn auf dem Gebiet der Sportbünde Rheinland (in Koblenz) und m.W. auch Rheinhessen (in Mainz) sind mehrere Landesschützenverbände tätig. Deshalb dient der jeweilige sogenannte "Fachverband Sportschießen" aus Zwischenstück, gewissermaßen als Adapter. Er verteilt die Fördermittel des Landes Rheinland-Pfalz anteilig auf die in ihm jeweils gebietsmäßig organisierten Schützenvereine verschiedener Landesschützenverbände.

    Wie die Anteile beschaffen sein sollen, das ist natürlich einer der Streitpunkte. Ein weiterer die anteilige Finanzierung eines oder mehrerer Landesleistungszentren, und wo in Rheinland-Pfalz sie gelegen sein sollen. Hier ein Link zu der gesammelten Wirrnis:
    http://www.fsrhh.de/html/llz.html

    Mich wundert nur, dass es in RLP noch keinen Oldenburgischen Fachverband Sportschießen Füstentum Birkenfeld gibt. Wäre doch ein schönes Betätigungsfeld für die jetzt Austretenden des NWSDSB.

    Die Beiträge der einzelnen natürlichen Mitglieder (= Schützen und Schützinnen) an Sportbünde und Landessportbund sind übrigend ausgesprochen hoch pro Kopf, aus Sicht des Schützeninteresses, und vor allem im Vergleich zu dem deutlich zu niedrigen DSB-Beitrag. Andererseits kommen daher auch die Schießstandfördermittel.

    Kurz gesagt, es ist ein Gordischer Knoten. Und um einen Gordischen Knoten aufzulösen, gibt es nur EINEN Weg.

    Carcano


    Eine GSP könnte ich direkt kaufen, ein alter Kollege muss sie langsam rausrücken, erste Hand, in 1991 eingetragen, für 300 Euros.

    Etwas teuer für eine inzwischen 24 Jahre auf dem Buckel habende und erheblich geschossene alte GSP. Zumal kein Händlergewinn eingerechnet werden muss. 150 bis 200 € wäre realistisch, je nach Zustand.

    Carcano

    Ordonnanzgewehr 1.58 und 1.97: Schweizer IG 11 und Finnischer Mosin-Nagant 91/24

    Luftpistole (gelegentlich): Morini CP-162
    OSP 2.35: Russische IJ-35, Hämmerli 208
    Sportpistole KK 2.40: IJ-35, Hämmerli 208, Smith & Wesson M 17, Sauer & Sohn SR
    Zentralfeuerpistole 2.45: Sauer & Sohn SR in .38 Special
    Standardpistole 2.60: IJ-35 und Hämmerli 208

    Und wie gehst du dann mit dem Satz 3 um ? (Bedürfnis nur die Ausnahme)

    Ich lese ihn richtig, ganz einfach. :)
    Der aufnehmende / gastgebende Verein muss einem anerkannten Verband angehören. Wer also als (mehr oder minder, besser mehr) regelmäßiger Gastschütze in der Schützengilde Marienkäfershausen schießt (diese Mitglied im Landesschützenverband, oder der DSU, dem BDS, BDMP, etc.), der hat kein Problem.
    Wer ohne eigene Vereins- und Verbandsanbindung nur auf einem kommerziellen Schießstand ballert (egal ob frei Schnauze oder nach Ziffer 2.40 SpO-DSB), oder in der freien Vereinigung "al-Idjtihâd" schießt (man beachte das geniale Wortspiel), die lediglich eine lose Assoziation zur ISIS hat und sonst nichts, der hätte ein Problem mit dem Nachweis seines fortbestehenden Bedürfnisses (und im letztgenannten Fall vielleicht auch sonst). :-D.

    Carcano


    Ich sehe da nicht, wodurch man als Gastschütze sein Bedürfnis aufrechterhalten können soll ?

    Genau in Deinem obigen Zitat, richtig lesen:
    "Einbindung in den organisatorischen und sportlichen Rahmen (Schießübungen, Wettkämpfe) eines schießsportlichen Vereins (Mitglied oder Gast)"

    Auch als (ggf. regelmäßiger) Gast ist man also in den Rahmen eines schießsportlichen Vereins eingebunden. Wobei der Verein Mitglied eines anerkannten Verbandes sein sollte.

    Carcano

    Also, der Schießsport altert und überaltert. Das ist ablesbar, und das gilt natürlich für so manche andere Freizeitbeschäftigung auch. Andererseits ist es das Schöne am Schießen, das man es auch im sogenannten "besten" Alter und noch weit darüber hinaus erfolgreich ausüben kann, was für viele andere Sportarten (außer Dressurreiten) nicht so gilt.

    Es ist sicherlich richtig und wichtig, sich weiterhin um Kinder- und Jugendförderung zu bemühen. Man darf sich aber nicht in der Hoffnung wiegen, dass die dauernd bleiben und von einer Altersklasse in die nächste hineinwachsen. Für die Mehrzahl wird es zukünftig ein Durchgangsstadium von einigen Jahren sein, und dann kommen sie vielleicht später wieder, Die Mehrzahl des schießsportlichen "Nachwuchses" aber wird m.E. zukünftig aus dem Erwachsenenbereich und innerhalb des Jugendbereichs von Migranten und Migrantinnen kommen. Darauf hat man sich noch nicht genügend eingestellt. Diese fatale Engführung insbesondere in der Trainerausbildung muss schnellstmöglich korrigiert werden.

    Letztens: zum Thema des (sterbenden) "Ehrenamtes" klassischer Prägung einerseits, und zur nach wie vor bestehenden Bereitschaft zum freiwiligen Engagement, aber in anderer Form, ist hier im Forum in der Vergangenheit schon sehr viel und vor allem sehr sehr Gutes geschrieben worden. Vorläufig verweise ich nut summarisch darauf.

    Carcano