Ja, also, was soll man sagen, was genau ist jetzt der Vorschlag? Ich habe mal versucht das für mich etwas zu ordnen. Man kann die für den Amoklauf verwendete Schusswaffe also in Deutschland auch erwerben, das sei „eigentlich ziemlich erschreckend“, und doch ergänzt er anschließend, dass solche Massenmorde mit anderen Schusswaffen genauso möglich seien, also wo ist der Punkt? Dann fabuliert er weiter man müsse nur 18-mal schießen und schon hätte man seine Schusswaffe und es wäre sehr leicht über einen Sportschützenbedarf an Schusswaffen zu kommen. Sachkundeprüfung, Zuverlässigkeit, Waffenbesitzkarte, etc. das unterschlägt er kurzerhand. Ok, dass man seine Schusswaffe bei uns beim Sportschützenbedarfshändler und nicht im Supermarkt kaufen kann, ja, das unterscheidet uns von den USA, aber ein Problem vermag ich darin auch nicht zu erkennen, wobei, wenn man schon das Recht hat bzw. sich hart erarbeitet hat eine Schusswaffe zu besitzen, dann kann man die sich meinetwegen auch beim Bäcker um die Ecke kaufen, sofern man sich dort mit den Besonderheiten des Waffenverkaufs auskennt (eine Wurstsemmel und ein Jagdgewehr, bitte...).
Kurze Atempause, neuer Absatz, jetzt kommt nochmal der Punkt, dass man in Deutschland auch Schusswaffen wie die für den Amoklauf verwendete kaufen könnte, mag sein, mag nicht sein, aber hatten wir das nicht schon und wo wie oben von ihm selbst festgestellt jede Schusswaffe dafür verwendet werden könnte, auch eigentlich völlig irrelevant. Die Waffenrechtsänderungen nach den Amokläufen von Erfurt und Winnenden bezeichnet er dann als „zweifellos vernünftig“, denn es sei wichtig, dass nur der Sportschütze selbst an die Waffe käme und kein anderer, ja, das setze ich voraus, und doch wurden bei beiden Massenmorden die Schusswaffen gestohlen, also insofern hätte ich jetzt erwartet, dass er erwähnt, dass die Hausbesuche bei Waffenbesitzern für mehr Sensibilität sorgen und da hätte ich angemerkt, dass man das dann anders aufziehen müsste, das Verantwortungsbewusstsein der Waffenbesitzer ansprechen, langjährigen Waffenbesitzern geeignete Hilfestellung bieten, denn wenn ein Tresor damals ausreichend war und es heute nicht mehr ist, und doch den Zugriff durch Unberechtigte noch ziemlich gut verhindert, dann braucht's keine drakonische Strafe sondern schlicht einen Hinweis, dass die aktuelle Aufbewahrung die gesetzlichen Vorstellungen nicht komplett erfüllt.
Zwischendurchsage: „Achtung, Achtung, der kleine Sachverstand möchte im Kinderparadies abgeholt werden!“. Obermeyer vermisst ihn jedenfalls, man müsse „die Dinge einfach so sehen wie sie sind“, denn die Verbrechen begingen ja schließlich Menschen und keine Waffen, ja, richtig festgestellt, aber die Konsequenz ist dann seltsam, man müsse die Vereinsmitglieder beobachten, und da dachte ich jetzt erst mal an Sportschützen die solche Würstchen von Amokläufern vielleicht sogar bewundern, aber nein, er findet man solle doch kontrollieren, wer wann und wo am Training teilnimmt oder Wettkämpfe bestreitet, das sei eine Möglichkeit, denn man müsse die Leute kontrollieren, denn die seien gefährlich und nicht die Waffen. Da muss man erst mal einen Moment drüber nachdenken, ist denn ein Schütze, der zeit-, alters- oder krankheitsbedingt weniger schießen kann, damit automatisch auch gefährlicher? Oder sollte man vielleicht eher schauen, ob diejenigen die Schusswaffen erwerben möchten auch wirklich sportliche Ziele verfolgen und nicht insgeheim einen Amoklauf vorbereiten, wobei die illegal wohl schneller und leichter an Schusswaffen kommen, wie bspw. ein Herr Breivik, der sich nebenbei auch noch ein paar Bömbchen gebastelt hat, was ja selbst mit Chemie-Einsteiger-Kenntnissen nicht wirklich schwer ist, oder?
Absatz? Absatz! Dann kommt ein sehr guter Einwand von Sandra Schulz, der Staat könne das Waffenrecht „noch so schwarf oder noch so strikt“ regulieren und doch nicht verhindern, dass jemand dagegen verstößt, oder deutlich plakativer ausgedrückt, man könnte auch einfach Massenmorde verbieten, aber hoppla, die sind ja schon verboten. Dann heißt's noch die Schützenvereine müssten genauer hinschauen „wer die erwirbt und was das für Leute sind, die die Waffen erwerben“ denn wenn man das konsequent anginge, dann könnte „dort“ eine größere Sicherheit herbeiführen, obwohl man in den einen oder anderen Schützenverein schon jetzt schwerer reinkommt als ins P1 mit Badelatschen. Die zentrale Aufbewahrung - wie immer mal wieder gefordert - lehnt er allerdings ab, eigentlich eher erstaunlich, denn ich hätte ihm nach den bisherigen Eindrücken eigentlich durchaus zugetraut diese Augenwischerei zu fordern, aber nein, da ist ja doch noch nicht Hopfen und Malz verloren, aber trotzdem frage ich mich echt was genau er denn nun als Botschaft mitteilen wollte, denn das war jetzt viel heiße Luft um nichts. Ich möchte meine 20 Minuten Lebenszeit zurück. Danke.