Einfluss der Mündungsform bei einer KK-Waffe (Sportpistole) auf den Streukreis

  • Hallöchen zusammen,


    gestern hab ich eine hochinteressante Seite zum Thema Einfluss von Laufformen auf die Schwingungen von Läufen gefunden.

    Nun bin ich an der Mündung angelangt und da stellt sich ja auch die Frage welchen Einfluss hat die Mündung (Mündungsform) auf den Streukreis bei KK-Waffen?

    Gibt es dazu Studien bzw. hat sich schon mal jemand mit der Nachbearbeitung von Mündungen beschäftigt?


    LG


    Wolfgang

    KK500 Senior inzwischen schon stark angepasst,

    Steyr Challenge E Auflage, Rechteckkorn, 0,5 Adlerauge, Centra "sight 1,8 twin", Eigenkonstruktion Anbau eines Schießglases (monoframe), Centra Duplex mit Eigenbau Lens Hood für Steyr

    Steyr EVO/E, MG2E / MG2E RF

  • Irgendwie stehe ich gerade aufm Schlauch. Was meinst du mit Mündungsform? Bzw welche Bauarten gibt?

    2.10 Steyr EVO RWS Training

    2.20 Hämmerli FP60 RWS Club

    2.40 Smith & Wesson 17-3 Masterpiece CCI SV

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    http://www.silhouetten.org/Technik/Swing1.pdf

    Irgendwie stehe ich gerade aufm Schlauch. Was meinst du mit Mündungsform? Bzw welche Bauarten gibt?

    Nun, die Mündung (Übergang der Bohrung nach außen) kann einen rechten Winkel haben, einen Winkel oder eine Rundung.

    Die Frage ist ob und welche Form einen Einfluss auf die Genauigkeit des Laufes hat?

    Evtl. ist es ja auch egal aber die Frage ist halt ob es so ist?


    LG


    Wolfgang

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  • Dann warten wir mal ab was er dazu sagt...


    LG


    Wolfgang

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  • Sicher vom Ergebnis her so bedeutend wie die Diskussion um die Auswirkungen eines Spoilers im realen Betrieb beim 200er Diesel vor 40 Jahren.


    Wichtiger ist dass eine handwerklich ordentlich gefertigte Mündung auch in diesem Zustand bleibt und nicht mit besonderen Maßnahmen, z. B. bei der Reinigung verändert wird.

  • Eine der besten Seiten im Internet zu diesem Thema.


    Klaas

    Extrem interessant, genial wäre die Seite wenn sie noch auf deutsch wäre.:)


    LG


    Wolfgang

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  • Das ist ja wirklich interessant.
    Und ihr glaubt, dass das bei einer .22er Spopi einen merklichen Einfluss hat?

  • Keine Ahnung, ist doch aber interessant oder?

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  • Hallo zusammen.


    Also da werden ja zwei verschiedene Dinge angesprochen.

    Mündung (Mündungs- bzw. Abgangsballistik).

    Sowie den Artikel von J.W Wasser bezüglich Laufschwingungen (Abgangswinkel). Silhouetten-Pistole !


    Bezüglich Laufschwingungen braucht man sich bei den Sportpistolen (Lauflänge 152mm) keinerlei Gedanken machen.

    Bei Freien Pistolen jedoch schon. Eine Gewichtserhöhung von nur 30g an der Mündung einer Morini brachte eine ordentliche Streukreisverschlechterung.


    Was die Mündung betrifft zitiere ich gerne Karl.

    Wichtiger ist dass eine handwerklich ordentlich gefertigte Mündung auch in diesem Zustand bleibt und nicht mit besonderen Maßnahmen, z. B. bei der Reinigung verändert wird.

    Fertigungstechnisch liegen bei der Laufherstellung die Vorgaben (Toleranzen) folgendermaßen:

    Konzentrizität von Feld- Zug- und Mündungskegel bei 0,005mm zur Laufachse !

    Oberflächenbeschaffenheit des Mündungskegels max. N6 bzw. Ra0,8

    Diese Vorgaben sollten bei weitem Genügen. Es sei denn … Zitat Karl.


    An der Mündungsform, Ausgestaltung der z.T. unterschiedlichen Kegel und Planflächen lässt sich meiner Meinung nach nichts verbessern. Wichtig ist die Konzentrizität und der Planlauf zur Bohrung (Felder / Züge).


    Alle Maßnahmen die nach der Mündung (Übergang von Führung zum Freiflug) kommen (Absorber usw.) hat sowieso nichts mit der Mündung zu tun. Diese wirken sekundär um weitere Verwirbelungen weit vor der Mündung zu mindern.


    Meiner Meinung nach sollte man sekundär schon vor der Mündung dafür sorgen das der hohe Gasdruck auf den Geschoßboden weiter verringert wird und das Geschoß die Mündung nur noch geführt verlässt.


    Viel mehr Einfluß auf die Trefferlage hat nicht die Mündung, sondern das Geschoß selbst (unförmiger Geschossboden).


    Der kritischste Moment, unter hohem Druck stehende überströmende Gase ohne jegliche Geschoßführung.


    Umkehrschluß: bei solchen Geschoßböden nutzt die beste Mündung nichts.



    Gruß HdR

  • Wieder mal extrem informativ!

    Damit sind wir wieder bei der Munition!;)


    LG


    Wolfgang

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  • ein einfach nur deformierter hohlboden bläht sich - wie beim diabolo auch - durchaus wieder auf, wenn er an die laufwand gepresst wird.

    materialfehlstellen- ergo: massedefizite dürften weit schlimmer sein.


    mfsg daniel

  • ein einfach nur deformierter hohlboden bläht sich - wie beim diabolo auch - durchaus wieder auf, wenn er an die laufwand gepresst wird.

    materialfehlstellen- ergo: massedefizite dürften weit schlimmer sein.


    mfsg daniel

    Wenn du am Geschossboden axial einen Versatz hast, ist der auch da, wenn das Geschoss radial in den Lauf gepresst wird. Schließlich fehlt dort Masse.

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  • Wichtiger ist dass eine handwerklich ordentlich gefertigte Mündung auch in diesem Zustand bleibt

    So ist es. Ich hatte an einer stark streuenden Freien Pistole, bei der die Mündung anscheinend mit einem simplen Senker für Handbohrmaschinen vermurkst worden war, keine der üblichen, sternförmigen Schmauchspuren erkennen können.


    Nachdem die Krone mit einem axial geführten Mündungssenker neu angefertigt wurde, schoss die Pistole sehr präzise und an der Mündung waren wie erwartet an der Position der Züge sternförmig ausgeprägte Schmauchspuren zu sehen.


    Ob die Mündung in einem Winkel von 60, 90 oder 100 Grad angesenkt wurde, weiss ich nicht mehr. Da die Mündung ziemlich vermurkst war, wurde aber mit sicherlich 1mm Tiefe verhältnismäßig stark angesenkt.

  • ein einfach nur deformierter hohlboden bläht sich - wie beim diabolo auch - durchaus wieder auf, wenn er an die laufwand gepresst wird.

    Nein, das tut er nicht!

    Weil:

    - der Hohlboden eines KK-Geschosses hat im Vergleich zum Diabolo eine viel höhere Wandstärke


    - das Diabolo verweilt wesentlich länger im Lauf, der Lauf ist ja länger und die Geschwindigkeit niedriger


    - dazu kommt noch die Massenträgheit, die überwunden werden muss, um das Geschoss zu verformen
    (weniger Zeit, mehr Masse = insgesamt weniger Verformung)

  • der Hohlboden eines KK-Geschosses hat im Vergleich zum Diabolo eine viel höhere Wandstärke

    Dafür ist aber auch der Systemdruck beim KK deutlich höher als beim LD.


    dazu kommt noch die Massenträgheit, die überwunden werden muss, um das Geschoss zu verformen
    (weniger Zeit, mehr Masse = insgesamt weniger Verformung)

    Ich würde sagen, dass sich die Verzögerungszeit in einem sehr sehr kleinen Zeitrahmen bewegt bzw wesentlich kleiner ist als die Verweildauer des Geschosses im Lauf. Schließlich liegen am vergleichsweise weichem Bleigeschossboden ein vierstelliger Druck an, der nur für eine sehr kleine Verformung sorgen muss, damit das Geschoss formschlüssig im Lauf steckt.


    Aber ich denke, dass sich unsere Überlegungen schon auf einem sehr theoretischen Niveau bewegen. Messtechnisch abbildbar ist dies jedenfalls nicht mehr.


    Eine Gewichtserhöhung von nur 30g an der Mündung einer Morini brachte eine ordentliche Streukreisverschlechterung.

    Deswegen habe ich auch nie verstanden, warum sich Leute einen massigen Kompensator vorne aufflanschen.

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  • So einfach ist es leider nicht!

    Weil es hier um nicht lineare Abläufe handelt kann es sein, dass z.B. 30g eine Verschlechterung bringen, 50g dann aber eine Verbesserung, oder wenn die 30g ein paar Zentimeter weiter von der Laufmündung weg positioniert werden, kann sich das Verhalten auch verbessern. Sicher verändert sich die Laufschwingung auch bei Verwendung verschiedener Munition..


    LG


    Wolfgang

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