Abgelaufene Kartusche bei der Nachkontrolle festgestellt

  • Steht das da so ausdrücklich drin? Wenn ja, wo?

    Rogo schreibt in Beitrag # 5


    Zitat

    0.5.1.1 10 m Luftgewehr und 10 m Luftpistole


    [...] Der Schütze ist für seine Druckluftkartusche bzw. Druckgaskartusche allein verantwortlich. Druckluftkartuschen bzw. Druckgaskartuschen mit abgelaufener Nutzungsdauer dürfen nicht verwendet werden.

    Für schlichtere Gemüter eindeutig.

    Warum schließt du ein Versehen aus?

    Auch versehentliche Regelverstöße werden geahndet.

  • Jeder Schütze ist für seine Ausrüstung selber verantwortlich. Das bedeutet, dass ein Schütze immer wissen muss ob seine Ausrüstung oder welche Teile davon Sportordnungskonform ist.

    Kartuschen werden oft (aber nicht immer) vor dem Wettkampf kontrolliert. Ist da alles in Ordnung und der Schütze hat später eine Nachkontrolle (vielleicht wegen Abzug..) und es ist eine abgelaufene Kartusche dran, ist sein Gerät nicht Sportordnungskonform. Entweder weil er vor dem Wettkampf oder mitten drin die Kartusche gewechselt hat, oder das Datum der Kartusche vorher falsch gedeutet wurde.


    Kurz: Die Waffe muss quasi zu jedem Zeitpunkt der Sportordnung entsprechen. Tut sie das nicht, ist es kein Versehen !!

    Ist der Schütze bezüglich Teilen seiner Ausrüstung unsicher sollte er bei der Waffenkontrolle oder Klamottenkontrolle nach fragen wie das dort gesehen wird. Auch wenn dann "falsch" entschieden wird (weil die Kontrolleure das Regelwerk nicht kennen) hat er sein möglichstes getan und entgeht dann einer sicheren Disqualifikation. (Auch wenns hinterher trotzdem stressig werden sollte)....

  • Wenn sich der Schütze nicht sicher ist, ob sein Sportgerät, Bekleidung, etc. der aktuellen SpO entspricht, kann er auf der DM freiwillig zur Kontrolle gehen. Tut er dies nicht und er wird bei der zufälligen Nachkontrolle dabei erwischt, dass er gegen die SpO verstoßen hat, kann er disqualifiziert werden. Wo ist das Problem daran?

  • Ist der Schütze bezüglich Teilen seiner Ausrüstung unsicher sollte er bei der Waffenkontrolle oder Klamottenkontrolle nach fragen wie das dort gesehen wird. Auch wenn dann "falsch" entschieden wird (weil die Kontrolleure das Regelwerk nicht kennen) hat er sein möglichstes getan und entgeht dann einer sicheren Disqualifikation. (Auch wenns hinterher trotzdem stressig werden sollte)....

    Das wage ich zu bezweifeln und daneben wird es eine Beweisfrage sein. Ich würde behaupten, dass du in jedem Fall disqualifiziert wirst, egal was die Waffenkontrolle gesagt hat, sofern sie überhaupt was gesagt hat. Problem 1 ist, dass natürlich jeder zwischen Waffenkontrolle und Wettkampf die Kartusche wechseln kann und da die WK gar nix für kann, wenn mit abgelaufener Kartusche beim Wettkampf geschossen wird. Voraussetzung wäre also zumindest, dass man die WK ausdrücklich fragt, ob auch mit abgelaufener Kartusche geschossen werden darf und diese JA sagt. Und das Ganze müsste auch noch unter Zeugen passieren. Wenn dann nach dem Wettkampf bei einer Überprüfung raus kommt, dass die Kartusche abgelaufen ist, bleibt es ein Verstoß gegen 0.5.1.1, den auch schlichtere Gemüter klar lesen können.


    Für mich stellt sich die Frage, warum ein Schütze, der mit einer nicht zugelassenen Waffe schießt, disqualifiziert wird ? Geschieht dieses (einfach), weil er einen Regelverstoß begangen hat oder, weil er sich durch diese Veränderung der Waffe und die Nutzung nicht zugelassener Teile einen unmittelbaren gegenüber anderen Sportlern verschafft hat ? Ist letzteres der Fall, so wäre aus meiner Sicht der Fall der Verwendung einer nicht zugelassenen Kartusche zwar nicht rechtens gewesen und zu sanktionieren, jedoch besteht aus meiner Sicht kein unmittelbarer Vorteil gegenüber anderen Sportlern und die mögliche Gefährdung der anderen und sich selbst durch diese abgelaufene Kartusche ist ebenfalls schon vorüber, weshalb aus meiner Sicht nicht zwingend ein Ausschlussgrund besteht. Die SpO sieht ja durchaus unterschiedliche Möglichkeiten der Sanktionierung vor.

    Maßgeblich wäre hier wohl 0.9.8.2 SpO

    " ... Bei einer offenkundigen Regelverletzung (Waffen, Bekleidung, Stellung, Schießfolge usw.) muss zuerst eine Warnung (Gelbe Karte) ausgesprochen werden, und zwar möglichst während des Trainings oder der Probeschüsse. Korrigiert der Schütze den Fehler nicht, vor dem nächsten Schuss muss er mit Abzug von zwei Ringen (einem Treffer beim Flintenschießen/10 m Mehrschüssige Luftpistole) vom Resultat der ersten Wettkampfserie bestraft werden. Wenn der Schütze auch dann den Fehler nicht korrigiert, muss er disqualiiziert werden.

    Nicht gestattete Anschlagsformen sowie der Gebrauch unerlaubter Hilfsmittel ziehen eine Disqualiikation nach sich...."


    Ich würde den Sachverhalt unter den Satz 1 subsummieren und sehe die Verwendung der abgelaufenen Kartusche nicht als unerlaubtes Hilfsmittel, (Anm.: dessen Verwendung (an der Waffe) dem Schützen möglicherweise einen unmittelbaren Vorteil verschaffen würde) was einzig die Disqualifikation begründen würde.

  • Also wenn bei einem Wettkampf Diskussionen dieser Art geführt werden würden, würde ich als nichtbetroffener Aktiver freiwillig das Feld räumen und nicht antreten.

    Sollten dieses häufiger passieren würde ich mir ggf. auch ne andere Sportart suchen. Ich will Spaß haben und mich nicht mit Problemen anderer beschäftigen oder ggf. sogar live miterleben wie jemand Lösungen präsentiert für Probleme, die bis dahin noch gar nicht bestanden haben.

  • Also der Punkt 0.5.1.1 ist doch eindeutig, da müssen auch keine anderen Punkte der SpO zu Rate gezogen werden. Die Verantwortung ist klar geregelt und abgelaufene Kartuschen dürfen nicht verwendet werden. Mit anderen Worten: Mit etwas nicht Zugelassenem kann kein gültiges Ergebnis erzielt werden. Wenn dies dann bei einer Nachkontrolle festgestellt wird, bleibt nur die Disqualifikation.

  • Hallo Meisterschützen,


    ich bin erstaunt, wie viele Hobby-Juristen es in diesem Forum gibt.


    Zusätzlich zur Sportordnung ist es noch einmal im

    Ausschreibungsheft für die Meisterschaft und zusätzlich noch im -Sicherheitsblatt für alle Wettbewerbe-

    ausführlich geregelt.
    Mit der Meldung zu der jeweiligen Meisterschaft erkenne ich diese Regeln an. Somit steht es jedem frei, mit einer abgelaufenen Kartusche der Meisterschaft fern zu bleiben.

    Worüber wollen wir uns noch weiter austauschen?Ich wünsche allen Freunden des Schießsports noch eine schöne Adventszeit.


    Claus-Dieter

  • Hallo Meisterschützen,


    wißt ihr eigentlich das ihr vor genau einem Jahr das gleiche Thema in einem anderen thread

    diskutiert habt!


    Gruß Andreas

  • Hab die Frage eben in der Kampfrichter-B Ausbildung (BSSB) gestellt, was mit einem Schützen passiert, wenn bei einer Waffennachkontrolle eine Kartusche festgestellt wird, mit der geschossen wurde und die abgelaufen ist.

    Antwort: Der Schütze darf damit lt. SpO nicht schießen, er hat es trotzdem getan -> Ergebnis wird annuliert, Schütze DQ.

  • Also der Punkt 0.5.1.1 ist doch eindeutig, da müssen auch keine anderen Punkte der SpO zu Rate gezogen werden. Die Verantwortung ist klar geregelt und abgelaufene Kartuschen dürfen nicht verwendet werden. Mit anderen Worten: Mit etwas nicht Zugelassenem kann kein gültiges Ergebnis erzielt werden. Wenn dies dann bei einer Nachkontrolle festgestellt wird, bleibt nur die Disqualifikation.

    Das Ziffer 0.5.1.1 eindeutig ist, bezweifelt ja auch niemand, es geht alleine um die Rechtsfolge, die eben nicht festgelegt ist.

    Wenn ich deinen letzten Satz richtig interpretiere, wirst du also in Zukunft einen Schützen, der bei Zentralfeuerpsitole keine Schießbrille aufhat (er hat sie zwischendrin in ner Trefferaufnahmepause mal abgenommen und nicht wieder aufgezogen und zu schießen begonnen) auch disqualifizieren. Es ist schließlich nicht zugelassen, ohne Schießbrille zu schießen. Verwarnung reicht da natürlich nicht. Denn die Brille jetzt wieder aufzuziehen ändert ja nichts daran, dass die vorigen Schüsse irregulär waren.

    Für mich ist eine Kartuschenkontrolle NACH dem Wettkampf Humbug. Entweder es besteht ein Sicherheitsrisiko, dann muss ich die Kontrolle flächendeckend VORHER durchführen oder ich bin der Meinung, das Risiko ist beherrschbar, dann brauche ich sie hinterher auch nicht mehr. Sie bringt ja dem Schützen keinen individuellen Vorteil sondern soll der Sicherheit der anderen Schützen dienen. Das tut sie aber hinterher nicht mehr.