Gültigkeit / Eintragungen in gelbe WBK

  • Hallo,


    da ich eine freie Pistole von einem Schützenkollegen übernehmen wollte habe im November letzten Jahres eine gelbe WBK beantragt und auch bekommen.
    Leider ist bis heute nicht zu dem (Ver)Kauf gekommen.


    Jetzt meine Frage.
    Läuft die gelbe WBK ohne Eintrag auch nach einem Jahr aus, so wie der Voreintrag der Grünen?


    Gruss
    Ulange

  • JA, wenn noch keine Waffe eingetragen ist. Ohne Eintragung einer Waffe wird die neue gelbe WBK nach einem Jahr eingezogen. In meinem Verein waren einige Schützen in der gleichen Situation und haben dann einen vergammelten Jagd Repetierer für 50 € gekauft und den eintragen lassen. Wenn erst mal eine Waffe eingetragen ist, ist die WBK unbefristet gültig. Jedenfalls bei uns in Hessen.



    Gruß


    Fieli

  • Ein regionales Problem, hat mal wieder niemand Eier gehabt. Und wenn man schon was "zwangsweise" Eintragen lässt, dann aber doch was mit dem man richte Löcher bohren kann, K98, Enfied ,,,

  • Na ja


    die Behörde steht auf dem Standpunkt das man für die Erteilung der WBK, auch der gelben, ein Bedürfnis nachweisen muss. Das tut man mit der Bescheinigung des Verbandes. Wenn man dann ein Jahr lang keine Waffe eintragen lässt, hat man auch kein Bedürfnis mehr für die WBK, also ist diese ein zu ziehen. Nach der ersten Eintragung geht es natürlich ohne Bedürfnisbescheinigung, Waffe muss nur einer Sportordnung entsprechen. ERGO keine erste Eintragung, kein Bedürfnis mehr, WBK weg.
    Diese Argumentationskette ist durchaus nachvollziehbar.
    Wenn du mir einen K98 für 50 Euronen bringst ist der als Löcherbohrer willkommen.
    Bis dahin bohren wir kleine Löcher und legen uns nicht mit der Behörde an. Was nutzen mir die Eier wenn ich dann keine Waffe mehr habe. ?(
    Manchmal ist Diplomatie besser als mit dem Kopf durch die Wand und stur auf sein vermeintliches Recht zu pochen.
    Aber manch einer ist hier ja für mangelnde Diplomatie schon bekannt. :D


    Mit bestem Gruß aus Hessen



    Fieli

  • Innerhalb eines Jahres wird man ja wohl eine Waffe finden, die auf die Gelbe paßt, einem gefällt, Spaß macht und bezahlbar ist.
    Und das muß kein verranzter Jagdrepetierer für 50 Ocken sein. Es gibt so viele schöne Sachen auf dem Gebrauchtmarkt!
    Das Spektrum der Möglichkeiten ist ja weit.


    Und wer keine diesbezügliche Phantasie hat, soll einfach die Gelbe erst dann beantragen, wenn er auch was Gescheites drauf kaufen will.

    Jeden Tag ´ne grüne Tat: Verbieten, was ein andrer mag!

    "Das Scheibenbild zeigt zum Schützen." (DSB Sportordnung 0.4.1.1)

  • Wenn man dann ein Jahr lang keine Waffe eintragen lässt, hat man auch kein Bedürfnis mehr für die WBK, also ist diese ein zu ziehen.

    So so, das Bedürfnis manifestiert sich also durch den Eintrag in die WBK. Das müsste doch dann aber auch bedeuten, solange ein Eintrag vorhanden ist, besteht auch ein Bedürfnis, oder?


    Ist das wirklich so? Vielleicht solltest Du die Dir zu eigen gemachte Argumentationskette deiner Behörde ja doch noch mal etwas durchdenken.


    Wie ist denn dieses ominöse Bedürfnis überhaupt definiert?


    Was bedeutet denn die Erteilung einer waffenrechtlichen Erlaubnis nach §14.4?


    Was bedeuten die waffenrechtlichen Begriffe Umgang, Erwerb und Besitz?


    Und ganz praktisch, warum sollte z. Bsp. ein Funktionär, der selbst gar keinen Bedarf an einer eigenen Waffe hat, aber im Rahmen der Aufgaben, mit denen er vom Verein, Verband usw. beauftragt wurde, zu denen in aller Regel auch der regelmäßige Umgang mit erlaubnisplichtigen Schusswaffen gehört, nicht auch ein Anrecht auf eine waffenrechtliche Erlaubnis haben. Die WBK Gelb wurde doch gerade als eine Art Erleichterung für Sportschützen eingeführt und genau das bietet sie ja auch, nämlich die Erlaubnis zum Umgang mit bestimmten erlaubnisplichtigen Schusswaffen.


    Und zu guter Letzt: Wie verhält sich denn dieser Pseudozwang zum Erwerb und Eintrag mit dem doch ansonsten so gerne zitierten 'Grundsatz' "Möglichst wenig Waffen ins Volk"?

    Bis dahin bohren wir kleine Löcher und legen uns nicht mit der Behörde an. Was nutzen mir die Eier wenn ich dann keine Waffe mehr habe.
    Manchmal ist Diplomatie besser als mit dem Kopf durch die Wand und stur auf sein vermeintliches Recht zu pochen.

    Sicher. Und solange diese Einstellung bei einem weiten Teil der Schützen herrscht, werden 'Sie' mit ihrer Mission auch weitermachen. Solange, bis auch irgendwann auch noch das letzte Luftgewehr verboten ist.


    Ich glaube, es ist mal wieder an der Zeit, den Herrn Juncker zu zitieren:


    "Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter - Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt."


    Ganz aktuell: Die Politik der vielen Nadelstiche und der Vergrämung, welche ja zumindest diejenigen von uns, die sehen wollen, schon immer vorausgesagt haben, geht munter weiter. Erst wurde hier im Kreis das Kinderkönigsschießen mit der Armbrust untersagt und jetzt darf diese Armbrust selbst nicht mehr ohne die Erfüllung weiterer Auflagen - Stichwort Schießstätte - bei vereinsinternen Feierlichkeiten verwendet werden. Dabei handelt es sich um eine extra dafür gefertigte Armbrust, die von der Energie her weit unter einer 10m Match-Armbrust bleibt und welche normalerweise nur fest eingespannt auf einer Lafette geschossen wird. Einem weiteren aktiven Verein wurde erst mal der komplette Schießstand (Druckluft, KK und Vogelstand) wegen der doch angeblich ach so neuen Schießstandrichtlinien dicht gemacht. Die Änderungen werden mit mindestens 50 000 EU veranschlagt. Versteht sich, dass die Anlage so schon Jahrzehnte besteht und bisher nie beanstandet wurde.



    Und das alles in einem Kreis mit bisher absolut vorbildlicher Behörde, bei dem aber inzwischen wohl auch wie fast überall im mit Verlaub rot-grün versifften* NRW die 'Altlasten' entsorgt und durch neue Besen ersetzt wurden.



    Mit bestem Schützengruß


    Frank * sieht sich eigentlich immer noch eher links von der Mitte - im Sinne von Willi Brandt

  • Hallo Frank,


    es mag in Einzelfällen Begründungen dafür geben, dass man nicht in das Regelraster passt und insofern ausnahmsweise trotzdem ein Bedürfnis hat (so habe ich z.B. eine Erlaubnis nach § 27 SprengG, obwohl ich selbst kein Pulver kaufe und von daher normalerweise kein Bedürfnis für die Erlaubnis hätte, aber da ich a) Kampfrichter bei VL-Wettkämpfen bin und b) als verantwortliche Aufsicht in meinem Verein auch mit dem Kehrdienst betraut und somit für die Entsorgung des (Pulver-)Kehrichts verantwortlich bin, habe ich ausnahmsweise ein Bedürfnis ohne selbst zu Schießen und verbrauchen und daher verlängert mir meine zuständige Behörde auch weiterhin fleißig die Erlaubnis, was aber eben kein Regelfall ist), aber das würde ich nicht versuchen zu verallgemeinern.


    Mit dem Wissen um die Rechtsprechung in den letzten Jahren auch vor Ober- und Bundesgericht zum Thema Waffenrecht (sehr eigenwillige, größtenteils restriktive Auslegung) würde ich mich mit deinen Argumentationsansätzen keinesfalls auf der sicheren Seite fühlen (zumal sie zumindest derzeit noch sehr unkonkret sind). Es steht zu befürchten, dass deine Ausführungen nicht reichen würden, um weiterhin Anspruch auf die gelbe WBK ohne Waffeneintrag zu haben. Ich würde an dieser Stelle eher den pragmatischen Weg gehen. Übrigens wird bei unserer Waffenbehörde die Gültigkeit des Voreintrags (und auch die Möglichkeit des erstmaligen Erwerbs auf eine gelbe WBK) auf Antrag einmalig um ein Jahr verlängert (bei drohendem Fristablauf nach einem Jahr ohne Waffenkauf), so dass man also insgesamt 2 Jahre Zeit für den Waffenkauf hat. Dieses geschieht sogar (freundlicherweise) kostenlos (man höre und staune). Da leg ich mich doch nicht aus Prinzip mit denen an.

  • Die WBK Gelb wurde doch gerade als eine Art Erleichterung für Sportschützen eingeführt und genau das bietet sie ja auch, nämlich die Erlaubnis zum Umgang mit bestimmten erlaubnisplichtigen Schusswaffen.

    Die WBK dient zum ERWERB von erlaubnispflichtigen Waffen, nicht zum UMGANG damit.



    Und zu guter Letzt: Wie verhält sich denn dieser Pseudozwang zum Erwerb und Eintrag mit dem doch ansonsten so gerne zitierten 'Grundsatz' "Möglichst wenig Waffen ins Volk"?

    Es gibt keinen Zwang zum Eintrag, es gibt einen Zwang die WBK zurück zu geben wenn man keine Waffe eintragen lässt.
    Möglichst wenigs WBK s bedeuten weniger Waffen im Volk!! SO VERHÄLT SICH DAS.




    Sicher. Und solange diese Einstellung bei einem weiten Teil der Schützen herrscht, werden 'Sie' mit ihrer Mission auch weitermachen. Solange, bis auch irgendwann auch noch das letzte Luftgewehr verboten ist.

    Ich habe mir die Argumentation der Behörde nicht zu eigen gemacht, ich habe nur geschrieben das diese nachvollziehbar ist, wenn auch nicht für dich. Für einige Gerichte ist sie das sicher. Daher bin ich für einen pragmatischen Umgang mit den Realitäten.
    Wegen der EU Waffenrecht Verschärfung habe ich nächtelang am PC gesessen und habe mails an EU Abgeordnete geschrieben. Ebenso an unsere Vertreter in der Regierung. Ich war mit der GRA in Kontakt, als es gegen die Jäger ging, obwohl ich kein Jäger bin. Ich habe, im Rahmen meiner Möglichkeiten, die Verfassungsklage gegen das Urteil des BVG gegen die Jäger mit einer Spende unterstützt.
    Als es gegen Herrn Prof.Dr. Gantzer, Mitglied im Landtag, ging, wegen eines angeblichen Datenlecks, das mit zum auftauchen falscher Kontrolleure beigetragen haben soll, habe ich mit Herrn Prof. Dr. Gantzer Kontakt aufgenommen um seine Sicht zu erfahren. Ich bin bis heute im Kontakt mit ihm. Eine offizielle Anfrage der SPD zu den Kontrollen geht auf meinen Kontakt mit ihm zurück.
    Ich tue sehr viel für das Sportschiessen und speziell für bessere Waffengesetze und mehr Freiheiten für die Sportschützen. Ich gehe halt nicht mit dem Kopf durch die Wand.
    Deine nebulösen Unterstellungen gegen mich sind absolut daneben, unfair und falsch.




    Fieli