Training zum Einstieg ins Sportschießen

  • Das kann ich persönlich überhaupt nicht verstehen.

    Ich kann gerade gar nicht verstehen, was es daran nicht zu verstehen gibt?

    Wenn ich eine WBK habe, dann brauche ich auch einen Eintrag darauf. Das heißt, dass ich sinnvoll investieren muss (im Sinne des Bedürfnis, wenn ich mich nicht ganz irre). Sinnvolles investieren bedeutet für mich, dass ich in meinem Falle eine Sportgewehr anschaffen müsste. Ein entsprechendes Sportgewehr mit all seinem Zubehör (Hakenkappen, diverse Vorderschafterhöhungen, eventuell 2. Schaftbacke, 2. Visierung, Visierlinienerhöhung, ...) liegt wiederum bei gut und gerne 4000 bis 5000 Euro. Hinzu kommt der entsprechende Schrank, etc. etc.

    Und dann erstmal der Zeitaufwand im Vorfeld, um das Schießbuch mit regelmäßigen Schießen zu füllen. Ich habe in 2015 bislang gerade einmal 8 Wettkämpfe über 3x20 mit dem Sportgewehr bestritten. Kein einziges Mal habe ich trainiert, weder dieses Jahr, noch das Jahr davor, noch das Jahr davor. Und es wird vermutlich auch nicht viel mehr werden in diesem Jahr.

    Ich kann es mir also weder zeitlich noch finanziell leisten, eine WBK zu besitzen. Und selbst, wenn ich es könnte, wüsste ich gar nicht, ob ich es machen würde. Es hat für mich annähernd keinerlei Vorteil / Mehrwert.

    Wenn das bei anderen gänzlich anders ist, okay, dann mag das so sein. Aber jeder muss auch die andere Seite nachvollziehen können. Wäre jeder an der WBK interessiert, so hätten vermutlich wesentlich mehr Menschen eine. Und der Anteil derer in meinem Umfeld, die eine WBK besitzen - egal ob Schützenverein oder nicht - ist doch mehr als gering.

  • Ich kann gerade gar nicht verstehen, was es daran nicht zu verstehen gibt?

    Das heißt nicht, daß ich es nicht akzeptiere - oder gar dich agitieren will, nein wirklich nicht. Nur ist es in meinem persönlichen Umfeld ganz anders.
    Da tritt man (als Erwachsener) in der Regel in den Verein ein, um eigene Waffen für den Sport erwerben zu können.

    Die wenigsten sind allerdings fleißige Wettkampfschützen, die meisten besitzen eine oder zwei Waffen, die sie immer mal wieder auf dem Schießstand ausführen. Die Traditionsschützen mal ganz außen vor. Fertig.

    Im Pistolenbereich, in dem wir und hauptsächlich rumtreiben, kannst du ohne eigene Waffe, so du denn ernsthaft sportlich was reißen willst, nicht wirklich glücklich werden. Auch sind hier die Anschaffungskosten deutlich geringer als bei der von dir (nicht) begehrten Sportwaffe.

    Ich verstehe auch, daß das ganze amtliche (und nicht gerade preiswerte) Brimborium - von der Bedürfniserteilung über regelmäßige kostenpflichtige Zuverlässigkeitsprüfungen bis hin zu unangemeldeten Kontrollen - viele vom Legalwaffenbesitz abschreckt. Das hat unsere Politik in Verbindung mit so manchen unserer Funktionäre ganz fein hinbekommen: "So wenig Waffen wie möglich im Volk."

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    "Das Scheibenbild zeigt zum Schützen." (DSB Sportordnung 0.4.1.1)

  • Und ich muss nochmals betonen: es gibt hier keinen BDS-Verein. Und das wird wohl auch auf den Thread-Ersteller in gewisser Weise zutreffen: auch bei Felix wird es in der Nähe keinen BDS-Verein geben... (!)

    Ich meine, in Alsfeld sei der nächste BDS-Verein, das ist zwar ein Stück, aber noch im Rahmen.... Ich habe mir sagen lassen, dass man in BDS-Vereinen im Vergleich zu unseren teilweise sehr heruntergekommenen Ständen auf top ausgestattete moderne Schießstände trifft.

    Mich wundert es dann nicht, vor allem, weil viele nur in einen Schießverein kommen, um einfach mal zu "ballern" und nicht um einen leistungssportlichen Gedanken zu verfolgen, dass die BDS-Vereine mehr oder viel Zulauf haben, weil gerade dort gibt es ja, verzeiht mir die formulierung, ich weiß da gehört auch deutlich mehr dazu, Disziplinen, in welchen man in wenigen Sekunden viele Schüsse abgeben ("ballern") muss, häufig auch sehr viel größeres Kaliber und es leistungstechnisch zwar gut ist, viele in die Mitte zu setzen, um im Vergleich im Wettkampf erfolgreich dazustehen, aber nicht so extrem wie im DSB, dass nahezu jeder Schuss in der Mitte sitzen sollte.... Kurz, es ist für Interesierte erst einmal attraktiver, in einen BDS-Verein zu gehen, um zu "ballern".

    Was welcher Verein am Ende die bessere Wahl ist, lasse ich jedem offen, alleine schon deswegen, weil man ihn als Schütze bezeichnen kann und er den Schießsport mit am Leben hält!

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  • Kurz, es ist für Interesierte erst einmal attraktiver, in einen BDS-Verein zu gehen, um zu "ballern".

    Das möchte ich so nicht stehen lassen.

    Natürlich werden bei dynamischen Disziplinen schneller und z.T. mehr Schüsse abgegeben, als dies bei den statischen Disziplinen der Fall ist. Falsch ist aber, das als "ballern" zu bezeichnen, da hier auch eine meßbare und nur durch konsequentes Training erreichbare Leistung gefordert wird, wenn man selbst auf Landesebene mit den großen Kindern mitspielen will.

    Ansonsten wären die olympischen Disziplin z.B. Trap" und Biathlon auch "ballern".

    Dynamisch ist eine ANDERE Form / Ausprägung des SPORTschießens. Gleichwertig zu den statischen Disziplinen.
    Wir ballern nicht. Punkt.

    @strobo89:
    Daß es bei euch und vermutlich in der Nähe des Threadstartes keinen BDS-Verein gibt, ist kein wirkliches Problem.
    Man kann in jedem Schützenverein eine BDS-Gruppe als Untergliederung gründen. Und schon hat man eine wesentliche Erweiterung seines Angebotes.

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    Einmal editiert, zuletzt von Califax (21. Juni 2015 um 22:50)

  • Da tritt man (als Erwachsener) in der Regel in den Verein ein, um eigene Waffen für den Sport erwerben zu können.

    Das hätte der Karl schon öfters schreiben wollen, sich aber nie getraut!


    Karl

  • Guten Morgen,


    es mag ja alles schön und gut sein.
    Für mich ist aber der Schießsport keine Sportart, über die ich an eine Waffe ran komme. Klar macht es sinn, sich bei einem entsprechenden Leistungsniveau eigenes Sportgerät zuzulegen. Aber so wie es hier durchaus dargestellt wird, ist es eben genau andersherum zu verstehen bzw. zu lesen: "Weil ich eine Waffe will, gehe ich in einen Schützenverein". Ähm, ist nicht genau das, was die Akzeptanz von Schützenvereinen in der Gesellschaft verringert? Ist nicht genau dies das vorherrschenden Denken von einem Großteil der Bevölkerung?

    Wie dem auch sei.

    In dem Thread geht es eigentlich um die Bewertung und gemeinsame Erarbeitung eines Trainingskonzeptes. Ob für Jugendliche oder für Erwachsene, das sei mal dahingestellt.
    Wir sollten jegliche Diskussion über BDS, DSB, Altersstrukturen, etc. etc. wieder bei Seite schieben. Denn das ist hier nicht im Sinne des Threads. Jeder hat seine Erfahrungen, jeder eine andere Ansicht. Aber kaum einer hat Felix jetzt einen Aha-Moment beschert, wie ich finde... daran sollten wir aber vielleicht doch eher arbeiten.


    Beste Grüße und einen guten Start in die neue Woche!

  • In dem Thread geht es eigentlich um die Bewertung und gemeinsame Erarbeitung eines Trainingskonzeptes. Ob für Jugendliche oder für Erwachsene, das sei mal dahingestellt.


    Nein, es bleibt sinnvollerweise nicht dahin gestellt. :) Warum nicht? Darum nicht:

    http://www.dsb.de/media/PDF/Publ…eren_anders.pdf

    Nun gelten die dort hervorgehobenen EInschränkungen für Kinder (und zwar im Alter von 8-10) wie man mir entgegenhalten kann. Das stimmt ja auch.
    Auch Jugendliche und Erwachsene können aber nicht a priori gleich trainiert werden. Natürlich kann man aber Module für beide gleichemaßen entwickeln und dann zusammensetzen, und dem kann auch das Ausgangskonzept dieses Threads dienen.

    Carcano

    3 Mal editiert, zuletzt von Carcano (22. Juni 2015 um 09:06)

  • Danke für das Posten den Links.

    Ich habe gerade eine erste Dichtung des Links vorgenommen und für mich in diesem Falle keine neuen Aspekte feststellen können. Das hauptsächlich beschriebene kann durch Beobachtung innerhalb eines kurzen Zeitrahmens durchaus festgestellt werden.
    Problematisch erscheint mir bei dem Dokument jedoch auch das Alter (des Dokuments). Das erarbeitete Dokument ist annähernd 20 Jahre alt und in diesem Zeitraum hat sich zum einen die Technik der (Luft-) Gewehre erheblich weiterentwickelt, zum anderen aber auch die Technik betreffend den äußeren (und inneren) Anschlag.

    Ein Konzept für Jugendliche muss natürlich ein anderes didaktisches und pädagogisches Register aufweisen als ein Konzept für Erwachsene.
    Hier ist es jedoch wichtig, dass entsprechend verschiedene Register bei Betreuern /Trainern (überhaupt) vorhanden sind.
    Die Technik beim Schießen an sich unterscheidet sich m. E. bei einen Jugendlichen jedoch nicht maßgeblich von der eines Erwachsenen. Somit ist auch die Kernidee hinter einem Konzept für Jugendliche eine ähnliche wie bei einem Konzept für Erwachsene.

    Wenn ich mir Felix' Entwurf anschaue, dann kann dieses Konzept ab dem Punkt des Auflageschießens auch schon fast so für Erwachsene gelten. Denn die hier zu erlernenden Punkte sind für alle Altersgruppen ähnlich, wenn nicht sogar identisch. Sogar der Punkt mit den sitzenden Schießen von etwa einer Kniendrolle ist absolut altersunabhängig, denn man kann z.B. damit ein besseres Gefühl für das Diopter und die Korrektur mittels des Diopters schulen. Das wurde/wird sogar durchaus von MEC mit Trainingsgruppen (allen Alters) so gemacht.

    Letztendlich muss jeder Betreuer ein für sich stimmiges Konzept entwickeln. Dieses Konzept wird sich mit dem Alter und der Leistung der zu betreuenden Schützen entsprechend auch ständig weiterentwickeln. Auch muss man seine Erfahrungen immer wieder mit einbauen und sich in regelmäßigen Abständen die Frage stellen, ob das Grundkonzept so noch die Anforderungen erfüllt. Ich selbst stellte für mich fest, dass es durchaus sin macht, sein Konzept spätestens jedes 2. Jahr zu evaluieren - jährlich wäre natürlich besser.

    Gerade für Technik und äußeren Anschlag ist es auch absolut wichtig - wie ich finde -, dass man auf Landesmeisterschaften die Augen offen hält und sich die Entwicklung bei anderen Schützen anschaut. Hier und da auch mal Bilder macht und immer wieder in Gespräche kommt. Denn auch was Handhaltungen oder Fussstellungen beispielsweise angeht, findet eine fortwährende Entwicklung statt.

    Ich arbeite ja selbst mit Altersklassen von Schüler bis hin zu Auflage zusammen und kann daher sagen, dass die Technik immer da ist bzw. da sein muss. Nur der weg dahin, der muss entsprechend dem Gegenüber angepasst werden.

  • Soweit es die Erarbeitung von Technikmodulen angeht, die dann in einen "Trainings- oder Ausbildungsplan" integriert werden, gebe ich Dir für Jugendliche absolut recht. Das leuchtet mir jedenfalls für Pistole und Flinte ein (bei Gewehr /Büchse während der Wachstumsphase kann ich's physiologisch nicht beurteilen, mangels orthopädischer Kenntnisse).
    Der Gesamttrainingsplan wird allerdings tlw. anders aufssehen, anders zusammengesetzt sein als bei Erwachsenen.

  • ...(bei Gewehr /Büchse während der Wachstumsphase kann ich's physiologisch nicht beurteilen, mangels orthopädischer Kenntnisse).

    Wirklich qualifizierte positive Meinungen zum Gewehrschießen bei jungen Schützen habe ich auch noch nicht gehört, eher deutliche Warnungen auch vom früheren Verbandstrainer, daher kann ich auch recht gut damit leben wenn die fünfjährigen erstmal nicht schießen dürfen.

    Dass ein späteres Eintrittsalter keine großen Erfolge ausschließt ist ja hier oft genug aufgezeigt worden.

    Karl

  • Hallo strobo89,


    Problematisch erscheint mir bei dem Dokument jedoch auch das Alter (des Dokuments). Das erarbeitete Dokument ist annähernd 20 Jahre alt und in diesem Zeitraum hat sich zum einen die Technik der (Luft-) Gewehre erheblich weiterentwickelt, zum anderen aber auch die Technik betreffend den äußeren (und inneren) Anschlag.

    die Technik der LGs hat sich in den letzten 20 Jahren sicher weiterentwickelt, aber jetzt mal abgesehen von den besseren individuellen Einstellmöglichkeiten, welche für die meisten vorhandenen eher einfacher gehaltenen Vereinsgewehre eh nur bedingt zutreffen, welche Auswirkungen hat das denn deiner Meinung nach für die Vermittlung der Grundlagen? Und welche Aspekte der Techniklehre haben sich denn im besagten Zeitraum wie verändert und welche Auswirkungen ergeben sich auch daraus?


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

  • Auch muss man seine Erfahrungen immer wieder mit einbauen und sich in regelmäßigen Abständen die Frage stellen, ob das Grundkonzept so noch die Anforderungen erfüllt. Ich selbst stellte für mich fest, dass es durchaus sin macht, sein Konzept spätestens jedes 2. Jahr zu evaluieren - jährlich wäre natürlich besser.

    Also ich für mich würde sagen, dass man den Plan von Anfänger zu Anfänger bearbeitet, abändert, ausbessert, der Person an gewissen Stellen individuell anpassen muss- das habe ich ja auch stellenweise dazugeschrieben... Ich werde den Plan auch hin und wieder nicht nur in Gedanken, sondern auch schriftlich ändern/verbessern!


    Wirklich qualifizierte positive Meinungen zum Gewehrschießen bei jungen Schützen habe ich auch noch nicht gehört, eher deutliche Warnungen auch vom früheren Verbandstrainer, daher kann ich auch recht gut damit leben wenn die fünfjährigen erstmal nicht schießen dürfen.

    Es ist in meinen Augen eine Frage der Ausrüstung, die man als Verein anbieten kann: Leichtes Gewehr, Kinder Jacke und Hose, Haltehilfe und schon geht man physiologischen Problemen aus dem Weg....
    Die Frage hier ist nur, ob die Kinder im Geiste schon mit dem Führen von Waffen umgehen können....

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  • Es ist in meinen Augen eine Frage der Ausrüstung, die man als Verein anbieten kann: Leichtes Gewehr, Kinder Jacke und Hose, Haltehilfe und schon geht man physiologischen Problemen aus dem Weg....Die Frage hier ist nur, ob die Kinder im Geiste schon mit dem Führen von Waffen umgehen können....

    Die Frage ob die Kinder mit den Waffen umgehen können sollten sehe ich da weniger, eher warum man die Kinder schon im frühesten Alter, wie man es manche "Eislaufmüttern" vorgeworfen hat, in ein relativ spaßfreies Training einbinden sollte wenn es um gute Leistungen zu erreichen eben den Einstieg im Kindesalter nicht braucht.

    Karl

  • in ein relativ spaßfreies Training einbinden sollte wenn es um gute Leistungen zu erreichen eben den Einstieg im Kindesalter nicht braucht.

    Spaß sollte egal in welchem Alter nicht ausbleiben, es geht ebenfalls nicht zwingend um Leistung, denn die kommt irgendwann von allein, es geht darum die Kinder früh im Schützenverein zu integrieren, ihnen auch schon Aufgaben zuzuweisen (z.B. Kugelfang leeren oder so), um sie von Kindesbeinen im Verein zu integrieren und zu binden, wie es andere Sportvereine eben auch tun- Wenn man mit 5 mit Fußball beginnt, geht es auch nur um Spaß am Spiel und für den Verein um Mitgliedergewinnung :)

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  • Spaß sollte egal in welchem Alter nicht ausbleiben, es geht ebenfalls nicht zwingend um Leistung, denn die kommt irgendwann von allein, es geht darum die Kinder früh im Schützenverein zu integrieren, ihnen auch schon Aufgaben zuzuweisen (z.B. Kugelfang leeren oder so).......

    Ihr schießt vermutlich schon lange bleifrei????

    Zitat


    um sie von Kindesbeinen im Verein zu integrieren und zu binden, wie es andere Sportvereine eben auch tun- Wenn man mit 5 mit Fußball beginnt, geht es auch nur um Spaß am Spiel und für den Verein um Mitgliedergewinnung :)

    Deswegen lassen wir unsere Kinder auch mit 5 Fußball spielen und wenn sie das Alter um das Gewehr selbst zu halten erreicht haben fangen sie dann mit dem Schießen an. Das ist sicher falsch, aber solange wir deutlich höherklassig als die Konkurrenz (Fußball und Tennis) antreten können sehen wir keinen Grund unser vorgehen zu ändern.

    Karl
    [/quote]

  • Ich habe Felix Einstiegstrainingskonzept für mich zum besseren Verständnis in eine andere Form gebracht und hoffe, dass ich inhaltlich die Vorgaben von Felix richtig wiedergegeben habe: Einstieg Sportschiessen nach Felix.pdf

    Ich habe aus dem Konzept 30 Trainingstermine (TT) mit entweder 1-2 TE ermittelt. Unterstelle ich 2 Termine pro Woche, wären das die Trainingsvorgaben für etwa 15 Wochen. Damit lägen wir im Grenzbereich zwischen einem Mesozyklus (4-12 Wochen) und einem Makrozyklus (3-6 Monate). Im ersten Schritt würde den Umfang des Einführungszyklus auf 12 Wochen (24 TT) reduzieren.

    Im Konzept sind m.E. die richtigen methodischen Grundsätze erkennbar. Begonnen wird mit dem Anschlag aufgelegt im Sitzen, dieser wird weiterentwickelt zum Stehendanschlag aufgelegt und endet mit dem freistehenden Stehendanschlag. Was mir auch gefällt ist die schrittweise Einführung der Technikelemente Abziehen, Zielen und Atmung.

    Das Konzept hat seine Schwächen aus meiner Sicht in der Durchmischung einer Trainingsplanung für einzelene TE und eben der Planung für einen Mesozyklus. Für eine Zyklusplanung sind zuviele Detailhinweise enthalten. Für eine TE-Planung bleibt das Konzept zu oberflächlich. Ich würde die Zyklusplanung in den Vordergrund stellen und dann anschließend schrittweise die einzelnen TE für die jeweiligen TT aufbereiten.

    Dazu eignet sich nach meinem Dafürhalten das Didaktische Raster sehr gut. Eine älterere aber grds. noch gültige Version findet sich hier: http://web141.server7.webplus24.de/phpwcms/Trainingsplan-vordruck.pdf
    Der Umgang mit einer solchen Planungshilfe ist Bestandteil jeder Trainerausbildung. Auf der Ebene TE-Planung finden sich dann auch die Detailhinweise wieder.

    Nun aber noch was zu den inhaltlichen Planungsüberlegungen:
    Aus meiner bisherigen Erfahrung im Pistolenbereich kann ich sagen, dass der vorgeschlagene Zeitraum sowohl im Kinder-/Jugendbereich als auch im Erwachsenenbereich zu kleinteilig geplant ist. 20 Trainingsabende nur aufgelegt halte ich nicht für sinnvoll und auch für wenig attraktiv. Für die Technikelemente Abziehen und eingeschränkt auch für das Zielen ist Auflageschießen sehr sinnvoll. Ich würde eher mit Benchmarks arbeiten, die die TN erreichen müssen, bevor die nächste Stufe genommen werden darf. Denkbar ist da z.B.: Leistungskontrolle: 2x 10 Schuss: Alle ins Schwarze an zwei Terminen und wir verlassen die Auflage und nehmen nur noch den Galgen zu Hilfe. Über die Benchmarks kann man die TN nach meiner Erfahrung sehr gut motivieren bei der Sache zu bleiben. Zum anderen bieten diese Leistungskontrollen auch die Möglichkeit das bloße Techniktraining zu verlassen und erste Schritte in Richtung Leistungstraining zu unternehmen. Wettkampftraining wie z.B. Finaltraining ist nichts für Anfänger.

    Zum Thema Verwendung von größeren Zielscheiben: Das hat Vorteile, aber auch Nachteile. Nachteil aus meiner Sicht ist das falsche Zielbild was sich bei Verwendung von zu großen Scheiben ergibt. Bei der Pistole passt die Visiereinstellung nicht zum Halteraum nicht. Ich vermute das es auch beim Gewehr Probleme mit dem Ringkorn gibt, wenn die Scheibe das Schwarze zu groß abbildet. Der Vorteil ist nur vorhanden bei Schützen, die am Anfang so gar nicht treffen können. Das sind aber dann meist gravierende Zielfehler, die sich mit größeren Scheiben nur besser sichtbar machen lassen. Ich würde von abweichenden Scheiben daher erher abraten.

    Eine Anmerkung zur Vorgaben beim Technikelement Zielen. Hier soll der TN von oben in die Mitte kommen. Dies soll aber kein Zwang sein. Ich kenne das Technikleitbild für den Stehendanschlag nicht. Aber hier dürfte es nur einen Weg geben, wie der Halteraum erreicht wird. Ich war Anfangs bei den Vorgaben durch die Technikleitbilder auch recht locker. Das ist aber aus meiner Sicht keine gute Empfehlung. Wenn man die Technikleitbilder grds. für richtig hält, wüsste ich nur wenig Gründe meinen TN was anderes beizubringen. Anatomische begründete Ausnahmen sind in Ordnung. Änderungen im Nachhinein sind nur aufwändig zu realisieren. Im Hinblick darauf, dass man vielleicht mal einen Nachwuchsschützen in einem Kader vorstellen möchte, sollte man sich im wesentlichen an den Technikleitbilder orientieren. Spätestens die Kadertrainer werden es so machen, oder sollten es zumindest.

    Natürlich gibt es TN, die von mir gar nicht wissen wollen, wie sie die Technik ausführen sollen. Da bleibe ich mir dann aber treu: Wenn der Schütze es besser weiß, wie ich, dann braucht er mich auch nicht als Trainer. Ich trainiere ihn dann nicht weiter.

    Zusammenfassend hat das Konzept gute Ansätze, aber noch inhaltliche Schwächen. Ich empfehle dazu zum einen an der weiteren Trainerausbildung teilzunehmen als auch entsprechende Fachliteratur zu Rate zu ziehen.

    Ob hier im Forum ein entsprechende Weiterentwicklung des Konzepts hin zur Ausführungsreife stattfindet, bezweifle ich.

  • @Karl: ich weiß nicht, ob es deine Intention ist, aber deine Antworten sind meist nicht ausformuliert und dadurch einfach unqualifiziert.

    @Lanfear: Vielen Dank, dass du dir Zeit genommen hast, dir Gedanken und die Arbeit gemacht hast, meinen Plan zu überarbeiten.
    Dazu erst einmal Klärung unklarer Punkte:
    Ja, sollte ersteinmal für Lufgewehr sein, KK-Gewehr ist aber auch möglich! Pistole lässt sich bestimmt auch relativ nahe an diesem Plan erlernen, aber da kenne ich mich einfach nicht so aus...
    Ich weiß nicht, ob ich es erwähnt habe, das Konzept soll individuell angepasst werden, es ist stark davon abhängig, wie oft der TN (ist das die richtige Abkürzung?!) zum Training kommt, ob Lücken in der Regelmäßigkeit des Erscheinens sind, die zum Vergessen gewisser Technik führen, je besser es der TN annehmen und umsetzen kann, desto schneller kann man auch voranschreiten, wer dies eben nicht tut, wird sitzen bleiben :D
    Ich werde natürlich Trainingsziele setzen, allein um Spannung aufrecht zu erhalten.

    Das mit den Zyklen, verstehe ich aktuell noch nicht, muss, glaube ich, erst einmal sacken :D

    Außerdem halte ich eine Leistungstabelle, die auch aushängt, für sinnvoll, um den Leistungsgedanken untereinander zu schüren. Ich bin mit mir am kämpfen, ob ich einen Preis für die häufigsten Trainingsbesuche im Monat/Quartal/Jahr ausschreiben sollte, damit sie öfter kommen :D

    Dann greife ich mir nun ein paar Punkte heraus:

    Dazu eignet sich nach meinem Dafürhalten das Didaktische Raster sehr gut. Eine älterere aber grds. noch gültige Version findet sich hier: http://web141.server7.webplus24.de/ph…rainingsplan-vordruck.pdf

    Vielen lieben Dank dafür, sowas hab ich schon lange gesucht, aber nichts gefunden, weil ich den Namen nicht kannte!

    Ich vermute das es auch beim Gewehr Probleme mit dem Ringkorn gibt, wenn die Scheibe das Schwarze zu groß abbildet. Der Vorteil ist nur vorhanden bei Schützen, die am Anfang so gar nicht treffen können. Das sind aber dann meist gravierende Zielfehler, die sich mit größeren Scheiben nur besser sichtbar machen lassen. Ich würde von abweichenden Scheiben daher erher abraten.

    Darauf hat mich strobo89 auch schon hingewiesen, das habe ich in der ersten Version einfach vergessen, nun ist es drin...

    Ich würde eher mit Benchmarks arbeiten, die die TN erreichen müssen, bevor die nächste Stufe genommen werden darf. Denkbar ist da z.B.: Leistungskontrolle: 2x 10 Schuss: Alle ins Schwarze an zwei Terminen und wir verlassen die Auflage und nehmen nur noch den Galgen zu Hilfe.

    Nur ins Schwarze ist, in meinen Augen, für Gewer viel zu wenig, aber für Pistole annehmbar (da ist das Schwarze ja nur bis zur 7, die 7 könnte man dann bei Gewehr als Benchmark einrichten :/)

    Zum anderen bieten diese Leistungskontrollen auch die Möglichkeit das bloße Techniktraining zu verlassen und erste Schritte in Richtung Leistungstraining zu unternehmen.

    Richtig, das wird auch gemacht :), aber das Techniktraining ist steht eben dann indirekt im Vordergrund, auch wenn es der TN nicht wahrnimmt...

    wie z.B. Finaltraining ist nichts für Anfänger.

    Ich würde es so machen, dass ich den Guten einen Nachteil oder den Schlechten einen Vorteil gebe um es vergleichbar zu machen, hier soll es aber auch viel mehr um den Spaßaspekt gehen, wir haben immer richtig viel gelacht danach und es ist einfach für das Training eine gute Druck-Simulation....

    Zum Thema Verwendung von größeren Zielscheiben: Das hat Vorteile, aber auch Nachteile.

    Optimalfall wäre hier eine elektroische Anlage: Der TN schießt auf die Reguläre Scheibe, aber bekommt die größere gewertet....

    Eine Anmerkung zur Vorgaben beim Technikelement Zielen. Hier soll der TN von oben in die Mitte kommen. Dies soll aber kein Zwang sein.

    Ich habe jetzt von vielen gehört, dass es nicht so wichtig ist, wie man ins Ziel kommt, solange man es immer auf die gleiche Weise tut- ich finde man sollte es wenigstens mittig machen, ich habe es lange versucht von oben zu machen, aber von unten kommen läuft einfach besser und auch viel viel ruhiger...

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  • Felix,

    ich habe nicht bedacht dass Du vielleicht auch schon in jungen Tagen die Kugelfänge ausgeräumt hast und nun an den Folgen leidest.

    Aber wer heute Kinder aus diese Weise beschäftigen will soll vielleicht die Jugendarbeit lassen.

    Nochmal für Schützen: Der Umgang mit Blei gilt heute als ungesund und sicher nicht als eine Tätigkeit die die Bindung zum Verein stärkt.

  • Gute Ausführung @Lanfear

    Einige der von dir genannten Punkte habe ich Felix auch so bzw. ähnlich schon mitgeteilt.

    Freut mich und sicher auch Felix, dass auch noch jemand mit einbringt.


    Mit deinem letzten Abschnitt hast du wohl (leider) absolut recht.
    Wenn man sieht, dass sich alleine Diskussionen über die falsche / richtige Altersklasse sowie Verbandsstrukturen ergeben, dann kann man davon ausgehen, dass es hier letztlich wenig Gewinn bringendes für viele wie Felix oder mich zu holen gibt. Was natürlich leider mehr als schade ist. Das musste ich aber bereits mehrfach hier im Forum so feststellen...


    Aber dennoch tolle Ausführung von dir zu Felix' Konzept!

  • Mit deinem letzten Abschnitt hast du wohl (leider) absolut recht.
    Wenn man sieht, dass sich alleine Diskussionen über die falsche / richtige Altersklasse sowie Verbandsstrukturen ergeben, dann kann man davon ausgehen, dass es hier letztlich wenig Gewinn bringendes für viele wie Felix oder mich zu holen gibt. Was natürlich leider mehr als schade ist. Das musste ich aber bereits mehrfach hier im Forum so feststellen...


    Aber dennoch tolle Ausführung von dir zu Felix' Konzept!

    Vielleicht liegt es auch daran das Ihr euch als die alleinigen Inhaber des Wissens seht und abweichende Meinungen überhaupt nicht akzeptieren könnt.

    Es ist nun mal nicht jeder Verein in der Lage oder Willens hier eine umfassende Kinderbetreuung über Jahre anzubieten um dann einige Leute im Verein zu haben die wenn sie auch wirkliches Interesse am Sport haben auch so in einen Verein gefunden hätten.

    Warum z.B. sinken die Limitzahlen und Spitzenergebnisse bei Meisterschaften in den letzten Jahren wenn die Neuschützen mit euren Methoden schneller besser lernen?

    Wie konnte der DSB und seine Vereine in früheren Jahren überhaupt existieren wenn damals das Einstiegsalter eher bei den 14-15 jährigen begann?

    Habt Ihr euch schon mal mit Leuten unterhalten die in frühstem Alter als künftige Leistungsträger gefördert wurden?
    Ich kenne da einige die mit 18 als sie es selbst entscheiden konnten den Ski, das Rennrad oder Tennisschläger für lange Jahre oder immer in die Ecke gestellt haben.