Sportschützen und Auflageschützen nebeneinander

  • IWenn schon Forderungen, dann würde ich eher fordern Auflageschießen für alle
    Schützen zuzulassen und/oder Wettkämpfe einzuführen in denen wirklich
    frei stehend geschossen wird.

    Aber das wäre doch nicht olympisch und darauf kommt es schließlich an. ;)

    Axel

  • Hm, ich denke den meisten Schützen ist es noch gar nicht mal bewusst, ob ihre Disziplin olympisch oder nicht olympisch ist.

    Gerhard Seemüller

    „Great minds discuss ideas;
    average minds discuss events;
    small minds discuss people.“

  • Wie man ein "gemeinsames" Training mit den Älteren organisieren soll, wenn die Anzahl der jugendlichen Schützen bereits die Anzahl der verfügbaren Stände (12x Luft bzw. 5x 25m und 5x 50m) überschritten hat, wirst du mir gern erklären.
    Training ist mehr als Scheiben ausgeben und wieder einsammeln.

    Naja, wenn es wirklich so ist bei dir im Verein, dann geht es euch verdammt gut, bei und ist zur Zeit eine junge Dame, die ein Jahr jünger ist als ich, also 18...
    Es waren hin und wieder mal ein paar Jugendliche im Verein zu Jugendtrainingszeiten, aber das ist ein extra Tag und da ist im Verein nix weiter los- die waren auch spätestens nach nem halben Jahr wieder weg...
    Wenn Erwachsenentraining ist, herrscht richtig Stimmung und gute Laune parallel zum Training im Aufentaltsraum und man lernt, finde ich, Leute und Verein zu mögen und das ist mit das wichtigste für die Zukunft, damit der Schießsport nicht ausstirbt, um es dramatisch darzustellen!

    DE-JO Evolution IV mit Anschütz 1907
    KK 100m, 3x10, 3x20, 3x40, Liegend

    Walther LG 400 Expert E

    Immer auf der Suche nach einem guten Training(-spartner) ;)

  • Hm, ich denke den meisten Schützen ist es noch gar nicht mal bewusst, ob ihre Disziplin olympisch oder nicht olympisch ist.

    Was du alles weißt :D aber vielleicht erklärt dieses Desinteresse ja einiges. :P

    Axel

  • Es waren hin und wieder mal ein paar Jugendliche im Verein zu Jugendtrainingszeiten, aber das ist ein extra Tag und da ist im Verein nix weiter los- die waren auch spätestens nach nem halben Jahr wieder weg... Wenn Erwachsenentraining ist, herrscht richtig Stimmung und gute Laune parallel zum Training im Aufentaltsraum und man lernt, finde ich, Leute und Verein zu mögen und das ist mit das wichtigste für die Zukunft, damit der Schießsport nicht ausstirbt, um es dramatisch darzustellen!


    Wenn eine Jugend als solche nicht existiert, bietet es sich natürlich an gemeinsam zu trainieren, allerdings lässt sich das zeitlich oft schwer koordinieren. Während das normale Training meist erst gegen 20 Uhr beginnt, und selbst die meisten Trainer frühestens ab ungefähr 18:30 Uhr Zeit haben, erwarten leider sehr viele Eltern, dass ihre Kinder gegen 20 Uhr zuhause sind. Und wenn dann doch mal ein Auswärtswettkampf mangels freier Stände oder dank lahmarschiger Auswertung bis 21 Uhr dauert, dann ist das schon ein halber Weltuntergang, den man als Betreuer wieder ausbaden darf...

    Gerhard Seemüller

    „Great minds discuss ideas;
    average minds discuss events;
    small minds discuss people.“

  • Was du alles weißt aber vielleicht erklärt dieses Desinteresse ja einiges.

    Axel

    Was du alles weißt :D aber vielleicht erklärt dieses Desinteresse ja einiges. :P

    Axel


    Das erklärt, dass viele Leute zufriedener leben wenn sie nicht alles hinterfragen. Ansonsten würden Sie sicher auch dahinterkommen, dass es vielleicht noch mehr Desinteresse in ihrer, neben ihrer Disziplin, in ihrem oder neben ihrem Verband gibt, ob berechtigt oder unberechtigt. Das sollen aber lieber die klären, bei denen solche Feststellungen der überwiegende Bestandteil ihres Lebenselixirs ist.

  • Ich finde diese Diskussionen immer wieder lustig.
    Besonders wenn sie mir von Schützen vorgetragen werden, die sich
    gerade in ihr 5 Kg Exoskelett zwingen und dann behaupten sie würden
    im frei stehenden Anschlag schießen.

    Ein Blick in die Sportordnung sagt Dir dass es ohne erlaubt ist.

    Zitat


    Ich bin der Meinung Waffen sollten auch im Sport noch halbwegs artgerecht
    geschossen werden.

    Vielleicht denkst Du über diesen Satz nochmal nach und schreibst uns dann in verständlichen Worten was Du willst.

    Zitat


    Also wenn schon freistehend, dann bitte auch in Kleidung mit der ich
    durch den Wald laufen oder auf Bäume klettern kann.

    Bei nahezu jeder Sportart hat sich eine spezifische Kleidung weg von der vor Generationen üblichen Straßenkleidung entwickelt. Warum schießen dann in einer Sportartfremden Outdoor-Kleidung?

    Zitat


    Warum die Jugend dann weg bleibt, ist auch klar.
    Freistehend auf Wettkampfniveau nach DSB/ISSF schießen ist langweilig, uncool und teuer.

    Und andere können sie aber auch nicht binden.

    Zitat


    Viele Jugendliche rodeln auch sicher gern, aber wer legt schon
    richtig Geld auf den Tisch um sich einen olympischen Rennschlitten nebst Zubehör zu leisten?

    Wenn Du wüstest was teilweise Jugendliche nur an einem Tag an so einer Sommerrodelbahn verbrauchen?
    Jugendliche in diesem Alter fahren dann doch lieber Ski oder Snowboard und da bist Du als Sponsor auch mit einem Tagesbeitrag von einigen Stangen Diabolos dabei.
    Nur eine Minderheit eben.

    Zitat


    Genau das ist der Punk.
    Will ich Sport für Mindeheiten, um ein paar Menschen zu den olympischen Spielen
    schicken zu können oder will ich Sport für die Mehrheit der Menschen?

    Es sind die Schützen auf Kreisklasseniveau die sich die tolle "Formel 1 Ausrüstung" holen weil sie es können.
    Willst Du Dir wie in früheren Jahren das Recht auf eine weitere bessere Waffe erst im Wettkampf verdienen?

    Zitat

    Ersteres wollen und dann 'rummaulen daß die Mehrheit nicht
    mitmachen will ist einfach nur absurd und an der Realität vorbeigedacht.

    Wenn schon Forderungen, dann würde ich eher fordern Auflageschießen für alle
    Schützen zuzulassen und/oder Wettkämpfe einzuführen in denen wirklich
    frei stehend geschossen wird.

    Machen sich hier nicht oft Leute Gedanken um Probleme die nicht ihre Eigenen sind?

    Karl

  • Achso du willst mir hier den Sport verbieten? Wenn du durch den Wald laufen willst gerne nur hat dann das durch den Wald laufen nichts mit meinem Sport zu tun! Auf den Baum klettern kannst du auch gerne wir wissen ja von wem der Mensch abstammt. Nur mit schießen ist dann halt auch nichts. Gabs ursprünglich ja nicht. Kannst dann Stöcke oder Steine schmeißen - ist dann artgerecht...

    Verdrehst Du hier nicht etwas die Tatsachen?

    Es ist doch gerade die Fraktion der Eksoskelett-Schützen
    die allen Anderen die Sportlichkeit aberkennt,
    Jugendliche, die nicht erst gefühlte 10 kg Kleidung zum Schießen anlegen wollen, als faul und dumm diskreditiert
    und ständig versucht die überaus erfolgreichen Auflagedisziplinen schlecht zu reden.

    Wenn eure Disziplin Nachwuchsorgen hat während das Auflageschießen
    sich fast explosionsartig verbreitet liegt es wohl nicht an den
    Menschen sondern wahrscheinlich an der Disziplin.

    Niemand hindert euch daran zu schießen wie ihr es für richtig haltet und
    ganz sicher will euch das auch niemand verbieten.
    Meinetwegen könnt ihr im Ganzkörper-Gipsverband schießen und das
    als Bodenturnen bezeichnen.
    Nur -um es mal drastisch auszudrücken- solltet ihr einfach mal die Klappe halten
    und uns Auflageschützen machen lassen, dann wird auch keiner über
    eure Disziplin herziehen. :evil:

  • Machen sich hier nicht oft Leute Gedanken um Probleme die nicht ihre Eigenen sind?

    Ganz klar nein! Die Gedanken der Diskutanten sind dir nur unangenehm, weil sie nicht zu deinem Mindset passen.

    Axel

  • Servus,

    komisch Tom, wenn ich mir die Bilder von den Auflageschützen auf der Deutschen 2013 anschaue, die mir meine Schützenkameraden, die dort oben waren mitgebracht haben, dann hat mindestens ein Dreiviertel auch so ein "Exoskelett" am Körper. Aber muss es wirklich sein, dass Auflageschützen und Freihandschützen aufeinander losgehen?
    Soweit ich die Schützenlandschaft hier in Bayern kenne, hat niemand irgendwelche Vorbehalte gegen diese Disziplin.
    Für mein Dafürhalten ist sie sogar geeignet, die älteren Mitglieder wieder an den Schießstand zu bringen.
    Die jungen Schützen aber sollten doch in erster Linie schon die internationalen Schießsportdisziplinen pflegen. Spaß an der eigenen Leistung sollte aber auch weder beim Auflageschießen noch bei den "sportlichen" Disziplinen verboten sein.

  • Wenn eure Disziplin Nachwuchsorgen hat während das Auflageschießen
    sich fast explosionsartig verbreitet liegt es wohl nicht an den
    Menschen sondern wahrscheinlich an der Disziplin.

    Explosionen können auch zum platzen einer Blase führen.

    Dann wird ja der Norden in Kürze den Schießsport in Deutschland dominieren, für Bayern vielleicht ein Grund sich nach Österreich auszurichten. (Allerdings haben uns das andere auch schon angekündigt.)

    Karl

  • Verdrehst Du hier nicht etwas die Tatsachen?

    Warum? Bist du jetzt etwa anderer Meinung?


    Es ist doch gerade die Fraktion der Eksoskelett-Schützen
    die allen Anderen die Sportlichkeit aberkennt,

    echt wo denn? Siehe auch den Post von Wollvieh.


    Jugendliche, die nicht erst gefühlte 10 kg Kleidung zum Schießen anlegen wollen, als faul und dumm diskreditiert
    und ständig versucht die überaus erfolgreichen Auflagedisziplinen schlecht zu reden.

    wird ja immer schwerer die Ausrüstung.... Als faul würde ich sie nicht bezeichnen - eher als bequem. Von dumm steht nirgends was. Leistung bringen um etwas zu erreichen ist ja nicht mehr modern!


    Nur -um es mal drastisch auszudrücken- solltet ihr einfach mal die Klappe halten
    und uns Auflageschützen machen lassen, dann wird auch keiner über
    eure Disziplin herziehen.

    Wer zieht denn über was her? du ziehst über meinen Sport her den ich regelkonform ausübe. Du hast ein Problem nicht umgekehrt!


    @Karl

    Jugendliche in diesem Alter fahren dann doch lieber Ski oder Snowboard

    Snowboarden ist doch nicht ursprünglich! das ist ursprünglich: [media]https://www.youtube.com/watch?v=mj7Mr-Qg92I[/media] (von der Kleidung mal abgesehen) :D

    Nicht alle seine Fähigkeiten und Kräfte soll man sogleich und bei jeder Gelegenheit anwenden. - Baltasar Gracián

  • ... und ihm das dann noch nicht einmal jemand richtig beibringt bzw, noch nicht einmal richtig beibringen kann. Klar, es gibt natürlich auch noch die leistungsorientierten Vereine mit guten Betreuern und Trainern, aber da findet eine immer stärkere Konzentration auf immer weniger Vereine statt...


    Das ist übrigens eines der absolut größten Probleme. Die richtige und paxisgerechte Ausbildung einer ausreichend großen Anzahl von Trainern. Wenn man mal ganz ehrlich ist - mit Trainer C Basis hat man zwar ein paar Grundlagen, wenn man aber selber nie von einem "richtigen" Trainer trainiert wurde, fehlen einfach technisch eine Menge notwendiger Basics. Es wird auf variierendem Niveau rumgestümpert. Erst ab C Leistung wird überhaupt auf Technik gemäß Leitbild geschult.Warum wird nicht flächendeckend auf dem Niveau von mindestens C Leistung ausgebildet? Das würde viele, viele Talente erst überhaupt in den Stand versetzen, ein sportliches Niveau zu erreichen, aus dem denn der Landes- und später Bundeskader wie aus einem Füllhorn schöpfen könnte. Das würde aber voraussetzen, daß es A) ausreichend Lehrgänge gäbe und B) auch genügen Werbung/Anreize gesetzt würden, daß Schützen sich diesgestalt auch weiterbilden würden.

    Jeden Tag ´ne grüne Tat: Verbieten, was ein andrer mag!

    "Das Scheibenbild zeigt zum Schützen." (DSB Sportordnung 0.4.1.1)

  • Nun möchte ich mich doch noch an der Erörterung beteiligen, selbst wenn das Thema nicht mehr so aktuell ist.
    Dass die Auflagedisziplinen ernsthafter und in der Spitze extrem leistungsorientierter Sport sind, darüber dürfte in einem Forum von überwiegend fachkundigem Publikum nicht mehr ernsthaft diskutiert werden müssen.
    Zwar ist es leicht „ins Schwarze“ zu treffen und damit auch Anfängern ein frühes und motivierendes Erfolgserlebnis zu vermitteln, aber in der Leistungsspitze ist es eine gewaltige Leistung physisch, psychisch und materiell, sein Wettkampfergebnis bei Zehntelwertung von angenommen 308 auf 315 Ring zu steigern.
    Es ist wünschenswert, wenn sich möglichst viele Schießsportler an den olympischen Disziplinen beteiligen.
    Aber es wurde bereits ausgeführt, hier sind die Motivatoren in den Vereinen vorrangig gefordert, die wegen der hohen zeitlichen, finanziellen und fachlichen Anforderungen auf breiter Ebene viel zu oft überfordert sind.
    Andererseits ist nicht auszuschließen, dass es nicht irgendwann auch eine olympische Disziplin für Auflagewettbewerbe im Schießen geben könnte, denn die Zahl neuer Wettbewerbe bei Olympia wird maßgeblich von der Nachfrage bestimmt.

    Zwei Aspekte sind bisher nicht genannt.
    Junge Menschen werden von Vorbildern geprägt.
    Wenn also der Opa seinen Enkel zu einem Übungsabend oder Nachmittag mit nimmt und dieser dabei erlebt, dass der alte Herr mit großem Ernst nach einem guten Ergebnis strebt, dann wird dies viel mehr zu Nachmachen ermuntern, als viele gut gemeinte Plakataktionen.
    Wie wollen wir denn Nachwuchs gewinnen, wenn wir die Vorbilder vom Wettkampfsport ausschließen würden.
    Wenn wir die Eltern und Großeltern nicht mehr erreichen, dann sind die Jugendlichen für uns unerreichbar oder umgekehrt, je mehr es uns gelingt die Eltern schießsportlich zu interessieren, umso eher ist auch junger Nachwuchs zugewinnen.
    Auch ich sehe für jüngere Schützen, verbandsseitig, den Schwerpunkt des Interesses bei den olympischen Disziplinen.
    Der Einstieg ist aber immer das Auflageschießen (das Lichtpunktschießen blende ich hier nur aus) und wer dann dabei bleiben will, der sollte auch in allen Altersgruppen diese Wettbewerbe in allen Meisterschaften ausüben können, denn so werden u.U. Schützen für das ganze Leben gewonnen.

    Ohne die Auflagewettbewerbe bis zu Deutschen Meisterschaft, wäre die Akzeptanz für den finanziellen Aufwand z.B. für Leistungszentren in den Vereinen noch geringer, als sie es von Fall zu Fall ohnehin schon ist.
    In vielen Vereinen wird kaum noch Freihand geschossen. U.U. galt dies auch in der Vergangenheit. Man kann nun aber damit argumentieren, dass allen Mitgliedern die Teilnahme in den Auflagewettbewerben, auch noch nach Altersklassen gestaffelt, möglich ist. Also Wettbewerbe, die schon immer im Verein geschossen wurden.
    Gruß
    Joachim

    Stammschießen?
    Ich bin dabei!

  • Im Verein mit Deinem Posting vom 6. August
    hier: Nachwuchsleistungssportkonzept 2020
    gäbe das eine Grundlage zu einem schönen und konstruktiven Streitgespräch. Denn nichts was Du hier und dort sagst bzw. schreibst, ist eigentlich "falsch". Viele zutreffende Teilbefunde.
    Und trotzdem sehe ich das meiste fundamental anders. Vielleicht, weil mein Blickwinkel weiter und umfassender. Ich frage mich nur, wohin wir diese Diskussion verfrachten könnten; denn hier in diesem Thread hat sie eigentlich nichts (mehr) zu suchen, in einigen anderen dafür umso mehr.


    Das ist übrigens eines der absolut größten Probleme. Die richtige und paxisgerechte Ausbildung einer ausreichend großen Anzahl von Trainern. Wenn man mal ganz ehrlich ist - mit Trainer C Basis hat man zwar ein paar Grundlagen, wenn man aber selber nie von einem "richtigen" Trainer trainiert wurde, fehlen einfach technisch eine Menge notwendiger Basics. Es wird auf variierendem Niveau rumgestümpert. Erst ab C Leistung wird überhaupt auf Technik gemäß Leitbild geschult.Warum wird nicht flächendeckend auf dem Niveau von mindestens C Leistung ausgebildet? Das würde viele, viele Talente erst überhaupt in den Stand versetzen, ein sportliches Niveau zu erreichen, aus dem denn der Landes- und später Bundeskader wie aus einem Füllhorn schöpfen könnte. Das würde aber voraussetzen, daß es A) ausreichend Lehrgänge gäbe und B) auch genügen Werbung/Anreize gesetzt würden, daß Schützen sich diesgestalt auch weiterbilden würden.


    Es gab mal einen längeren Trainer-Thread mit sehr viel Material; vielleicht lässt der sich damit weiterführen:
    Wie viele Trainer haben wir im Schießsport?

  • Nun möchte ich mich doch noch an der Erörterung beteiligen, selbst wenn das Thema nicht mehr so aktuell ist.
    Dass die Auflagedisziplinen ernsthafter und in der Spitze extrem leistungsorientierter Sport sind, darüber dürfte in einem Forum von überwiegend fachkundigem Publikum nicht mehr ernsthaft diskutiert werden müssen.
    Zwar ist es leicht „ins Schwarze“ zu treffen und damit auch Anfängern ein frühes und motivierendes Erfolgserlebnis zu vermitteln, aber in der Leistungsspitze ist es eine gewaltige Leistung physisch, psychisch und materiell, sein Wettkampfergebnis bei Zehntelwertung von angenommen 308 auf 315 Ring zu steigern.

    Unbestritten, allerdings waren es hier gerade die Protagonisten für das Aufgelegt die es als "Schießen Light" vermittelten.

    Zitat


    Andererseits ist nicht auszuschließen, dass es nicht irgendwann auch eine olympische Disziplin für Auflagewettbewerbe im Schießen geben könnte, denn die Zahl neuer Wettbewerbe bei Olympia wird maßgeblich von der Nachfrage bestimmt.

    Solange es nur eine rein deutsche Disziplin ist wohl kaum. Ob dann bei einer größeren Verbreitung ausgerechnet Aufgelegt Schießen gefragt ist? Da hätte selbst IPSC als Aktion Disziplin bessere Chancen.

    Zitat


    Zwei Aspekte sind bisher nicht genannt.
    Junge Menschen werden von Vorbildern geprägt.
    Wenn also der Opa seinen Enkel zu einem Übungsabend oder Nachmittag mit nimmt und dieser dabei erlebt, dass der alte Herr mit großem Ernst nach einem guten Ergebnis strebt, dann wird dies viel mehr zu Nachmachen ermuntern, als viele gut gemeinte Plakataktionen.

    So ein Weltbild will ja nicht mal die im relativ Auflagefreiem Süden die Staatstragende Partei vermitteln. :sleeping:

    Unser Nachwuchs hat schon im Kindergartenalter verstanden dass der Opa auf dem Stand bei den Jägern ein anderes Schießen betreibt als die Leute im Schützenverein.

    Zitat


    Wie wollen wir denn Nachwuchs gewinnen, wenn wir die Vorbilder vom Wettkampfsport ausschließen würden.
    Wenn wir die Eltern und Großeltern nicht mehr erreichen, dann sind die Jugendlichen für uns unerreichbar oder umgekehrt, je mehr es uns gelingt die Eltern schießsportlich zu interessieren, umso eher ist auch junger Nachwuchs zugewinnen.
    Auch ich sehe für jüngere Schützen, verbandsseitig, den Schwerpunkt des Interesses bei den olympischen Disziplinen.
    Der Einstieg ist aber immer das Auflageschießen (das Lichtpunktschießen blende ich hier nur aus) und wer dann dabei bleiben will, der sollte auch in allen Altersgruppen diese Wettbewerbe in allen Meisterschaften ausüben können, denn so werden u.U. Schützen für das ganze Leben gewonnen.

    Andere Sportarten finden auch ohne dass Oma oder Opa auf dem Fußballplatz auflaufen oder sich grazil mit dezentem Übergewicht als Turner betätigen (angeblich sogar leichter) Nachwuchs.

    Zitat


    Ohne die Auflagewettbewerbe bis zu Deutschen Meisterschaft, wäre die Akzeptanz für den finanziellen Aufwand z.B. für Leistungszentren in den Vereinen noch geringer, als sie es von Fall zu Fall ohnehin schon ist.
    In vielen Vereinen wird kaum noch Freihand geschossen. U.U. galt dies auch in der Vergangenheit. Man kann nun aber damit argumentieren, dass allen Mitgliedern die Teilnahme in den Auflagewettbewerben, auch noch nach Altersklassen gestaffelt, möglich ist. Also Wettbewerbe, die schon immer im Verein geschossen wurden.

    Ich komme immer mehr zur Erkenntnis dass der Schießsport nördlich Bayerns ein anderer ist, macht aber nichts ich wandere eher nach Österreich aus.

    Karl

  • Hallo Karl,
    für Deine Antwort danke ich Dir!
    Messerscharf formuliert und konsequent gefolgert, hat sie das Thema für alle wesentlich erhellt und allgemeine Erkenntnis vermittelt.
    Ich kann Dir vollumfänglich folgen und habe nur die Bitte, von einer Übersiedlung nach Österreich abzusehen, denn das haben selbst die Österreicher nicht verdient.
    Gruß
    Joachim

    Stammschießen?
    Ich bin dabei!

  • Hallo Karl,
    für Deine Antwort danke ich Dir!
    Messerscharf formuliert und konsequent gefolgert, hat sie das Thema für alle wesentlich erhellt und allgemeine Erkenntnis vermittelt.
    Ich kann Dir vollumfänglich folgen und habe nur die Bitte, von einer Übersiedlung nach Österreich abzusehen, denn das haben selbst die Österreicher nicht verdient.
    Gruß
    Joachim

    Auch ich danke Dir für die nette konstruktive Kritik.

    :love::love:

    Einmal editiert, zuletzt von Karl (16. Oktober 2014 um 10:39)


  • Ich komme immer mehr zur Erkenntnis dass der Schießsport nördlich Bayerns ein anderer ist, macht aber nichts ich wandere eher nach Österreich aus.

    Deine Verortung stimmt nicht ganz, du meinst den Schießsport nördlich des Mains bei den Edeldeutschen.

    Axel