Punktet mit Licht!

  • Ich verstehe nur nicht wie es einem Verein neue Mitglieder bringen soll, wenn ich mit Personen zu institutionellen Schießstandbetreibern und mit ihnen dann dort dynamische Disziplinen schieße, die ich an meinem Stand nicht anbieten kann. Warum sollen diese Personen den Umweg über einen Verein machen und gehen nicht direkt zu diesen Anbietern??

    Weil den Verein mehr ausmacht als der Stand. Mein Verein, hat z.B. überhaupt keinen eigenen Stand. Es sind einfach Leute mit gemeinsamen Interessen.

    BBF

  • Ist es nicht auch möglich, über Kooperationen zunächst etwas über das Nachfrageverhalten zu erfahren? Wenn man sich auf die eigenen Möglichkeiten und Grenzen des Denkens beschränkt, entwickelt man sich nicht weiter.
    Konkretisiert sich ein Bedarf, könnte das Überlegungen auslösen, ob und wie man diesen auf Dauer befriedigen kann. Sei es über eine dauerhafte Kooperation oder durch die Anpassung / Ausweitung des eigenen Angebots.

    Strategische Kooperationen können dazu beitragen, einen Adressatenkreis erstmals anzusprechen, den man selbst tendenziell schwer oder gar nicht erreichen kann:

    • Kooperationen 'Schule - Verein' werden ja nicht grundsätzlich erfolglos sein. Damit wird vornehmlich die Jugend angesprochen.
    • Kooperationen 'Volkshochschule - Verein' zielen auf die Gruppe der Erwachsenen. Ein guter und (nach eigener Beobachtung) erfolgreicher Ansatz.


    Ich würde mich nicht vorab auf eine konkrete Lösung festlegen wollen - vielleicht auch, weil ich "die" Lösung noch nicht gefunden habe. M.E. tun wir gut daran, bisherige Denkmuster zu verlassen - "Der Wurm muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler.". Ich fürchte, viele unserer Vereine sind nicht mehr gewohnt, über die Bedürfnisse zukünftiger Mitglieder nachzudenken. Ausgenommen 'Jugendarbeit' ...

    Weder 'Licht' noch 'dynamisch' sollten bei unseren Überlegungen tabu sein. Wir müssen die beschriebene Lücke in der Altersstruktur schließen, sonst gehören auch wir selbst demnächst zu den Ewiggestrigen.

    Jede Schießsport-Disziplin hat ihre Existenzberechtigung. Zusammenhalt ist wichtig - über die Grenzen von Disziplinen und Verbänden hinweg.

  • Kurz aus meiner Sicht:
    Der GK-Bereich hat in seinen "Nischenverbänden" und Kuschelecken für individuelle schießsportliche Disziplinen kein Problem mit Mitgliederzuwächsen - Im Gegenteil. Grund genug, auch auf die Nachwuchsarbeit zu verzichten. Nachwuchsarbeit kommt als Alibifunktion natürlich in den Satzungen der Vereine und Verbände vor. Die aktive Nachwuchsarbeit überlassen die kleinen Verbände somit dem DSB, der sich dafür noch die Kritik an vielen Missständen gefallen lassen muss.

    Um den Schießsport, den Legalaffenbesitz, aber auch die gesellschaftliche Verantwortung Brauchtum und Tradition fortzusetzen kommen alle Beteiligten nicht daran vorbei zusammen zu arbeiten, Verständnis für die unterschiedlichen Situationen zu entwickeln - IM BESTEBN FALL sogar WERTSCHÄTZUNG! Der Grundwert des Lichtschießens? Es macht den Kindern, Eltern und uschauern Spaß. Dieser Spaß und der Mehrwert aus dem vielseitigen Angebot führen zu neuen Mitgliedern aus dem Nachwuchsbereich und sogar aus dem Elternbereich.


    Bevor das Thema "Punktet mit Licht" hier vollkommen abgleitet, habe ich eingescante Seiten aus der Broschüre beigefügt.

  • Weil den Verein mehr ausmacht als der Stand. Mein Verein, hat z.B. überhaupt keinen eigenen Stand. Es sind einfach Leute mit gemeinsamen Interessen.

    BBF


    Ok, wenn ein Verein über keinen eigenen Stand verfügt verstehe ich deine Sicht. Dass ich dann auch die Anlage mit dem besten Angebot aussuche ist auch verständlich.

    Nur was mache ich als Verein, der über einen eigenen Stand verfügt, um auch künftig neue Mitglieder zu haben?

  • Nun, eine Möglichkeit ist den Stand umzubauen.

    BBF


    Auf dynamischer Schießen? Das hatten wir bereits, ich würde mich aber über weitere Tipps auch freuen.

    @ Frank:

    Über einen "VHS-Kurs" haben wir auch schon nachgedacht, nur fehlt uns hierfür noch die konkrete Umsetzung. Ich hab zwar im Netz bereits eine Anzeige für einen solchen Kurs gefunden, leider aber keine konkreten Inhalte. Hast du da bereits Vorstellungen?


  • Ich hätte da ja so zwischendurch erst mal noch eine Frage.

    Wie ich gerade schon in einem anderen Zusammenhang geschrieben habe, besteht das Verbot des Schießens für Kinder unter 12 Jahren (auf Schießstätten) ja schon seit 72/76. Genau genommen war das alte Gesetz dabei sogar noch restriktiver, da eine behördliche Ausnahme nur jeweils individuell, aber eben nicht auch pauschal wie heute auch nach § 3 (3) WaffG möglich war.

    Nur wissen wir alle, dass wir damals, ich sage mal, so bis Mitte der Neunziger überhaupt keine Nachwuchsprobleme im Schießsport hatten, obwohl es ja die tollen Leuchten damals noch gar nicht gab. Wie war es denn dann damals ohne den Einsatz der heute angeblich so zwingend nötigen Lichtpunktdinger überhaupt möglich, eine erfolgreiche Nachwuchsarbeit zu leisten?


    Inhalt meiner Übungsleiterausbildung war damals die Jugendlichen erst dann an den Sport heranzuführen wenn sie das Gewehr problemlos halten können, das hat beim fehlen von Schießkleidung (besonders Hosen) und heute üblichen leichteren Jugendgewehre dazu geführt dass 10jährige kaum Zielgruppe waren. Dass wir damals mehr Jugendliche im Verein hatten liegt meiner sicher falschen Ansicht nach daran dass wir damals eben mehr Jugendliche am Ort hatten und Fußball für die Mädchen noch nicht üblich war.

    Allerdings meine ich mich zu erinnern dass einige auch heute noch erfolgreiche Schützen schon mit 7 oder 8 Jahren geschossen haben weil eben Vater oder Onkel den Schlüssen zum Schützenhaus hatten.

    Bei unserem Verein ist das Kinderschiessen kein Thema und wir haben trotzdem weniger Nachwuchsprobleme als die Fußballer.


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  • Kurz aus meiner Sicht:
    Der GK-Bereich hat in seinen "Nischenverbänden" und Kuschelecken für individuelle schießsportliche Disziplinen kein Problem mit Mitgliederzuwächsen - Im Gegenteil. Grund genug, auch auf die Nachwuchsarbeit zu verzichten. Nachwuchsarbeit kommt als Alibifunktion natürlich in den Satzungen der Vereine und Verbände vor. Die aktive Nachwuchsarbeit überlassen die kleinen Verbände somit dem DSB, der sich dafür noch die Kritik an vielen Missständen gefallen lassen muss.

    Um den Schießsport, den Legalaffenbesitz, aber auch die gesellschaftliche Verantwortung Brauchtum und Tradition fortzusetzen kommen alle Beteiligten nicht daran vorbei zusammen zu arbeiten, Verständnis für die unterschiedlichen Situationen zu entwickeln - IM BESTEBN FALL sogar WERTSCHÄTZUN!

    Bevor das Thema "Punktet mit Licht" hier vollkommen abgleitet, habe ich eingescante Seiten aus der Broschüre beigefügt.

    Warum verlinktst du die Broschüre nicht einfach?
    dsj_lichtschiessen_08_2012_1.pdf

    Im übrigen gibt es Nachwuchs, aus gesetzlichen Gründen erst ab 14 (Minus Ausnahmegenehmigungen) Jahren. Es ist mir ein Rätsel warum ihr euch so auf die unter 12/10 Jährigen fixiert. Ist der einzige Grund eine Handvoll Olympiateilnehmer zu züchten?

    BBF

  • Kurz aus meiner Sicht:
    Der GK-Bereich hat in seinen "Nischenverbänden" und Kuschelecken für individuelle schießsportliche Disziplinen kein Problem mit Mitgliederzuwächsen - Im Gegenteil. Grund genug, auch auf die Nachwuchsarbeit zu verzichten. Nachwuchsarbeit kommt als Alibifunktion natürlich in den Satzungen der Vereine und Verbände vor.

    Wo siehst Du dann das Problem für den Sport? Dann ist halt in 4 oder 5 Jahren der DSB nur noch einer von mehreren Schießsportverbänden. Wenn ich heute einen Lieferwagen will muss ich auch damit leben den nicht bei BMW oder Porsche zu kaufen.

  • Servus,

    ich habe die Bilder - Wilhelm, danke für deine Mühe - entfernt, da die Broschüre „Punktet mit Licht!“, wie vorhin im Chat angemerkt und bereits von BBF ergänzt, ganz einfach bei der Deutschen Schützenjugend abgerufen werden kann und das dann auch was das Urheberrecht angeht die bessere Lösung ist. BBF meinte sein Verein wäre ein Zusammenschluss von Menschen mit gleichen Interessen, aber gilt das nicht für jeden Verein, man gründet doch normalerweise einen Verein, wenn man etwas auf die Beine stellen möchte, das man alleine nicht oder nicht so gut hinbekommt. Klar könnten jetzt sämtliche Schützenvereine auf actionlastige und bewegungsreiche Schießdisziplinen oder meinetwegen auch Hallenhalma umstellen, aber muss man denn als Verein jedem Trend nachjagen? Nur weil Tennis nicht mehr so angesagt ist wie damals zu Zeiten von Boris Becker oder Steffi Graf schwenken doch auch nicht alle Tennisvereine auf Fußball um, oder? Und wenn der eigene Tennisverein partout kein Fußball anbieten will, dann werde ich halt auch noch Mitglied im Fußballverein und vielleicht auch gleich noch beim Basketball, Kletterverein, Turnverein, etc. Es kommt doch gar nicht darauf an, ständig dem neuesten Trend nachzueifern, sondern die jeweiligen Disziplinen zu leben und die eigenen Stärken auszuspielen.

    Beste Grüße

    Gerhard

    Gerhard Seemüller

    „Great minds discuss ideas;
    average minds discuss events;
    small minds discuss people.“

  • Frank,
    Nachwuchsprobleme hat es auch schon in den 70er und 80er Jahren immer dort gegeben, wo man zwar über die Zukunft der Vereine gesprochen hat - beliebt war und ist die Schützenfestrede "Unsere Jugend ist unsere Zukunft" - aber effektiv nichts oder nur wenig dafür getan hat. In dieser Zeit hat die Mehrzahl der Vereine /Funktionäre/Mitglieder jedoch das geänderte Freizeit- und Konsumverhalten nicht mitbekommen. Mit dem gesellschaftspolitischen Wandel und dem Aufkommen der Gutmenschen und deren Schwarz-Weiß-Denken und Verbotsvorstellungen sind dann die ersten Schützen und Funktionäre aus ihrem Tiefschlaf aufgewacht, zuletzt durch die Ereignisse in E&W.

    Bis in die 90er Jahre hinein hat sich m. E. das gesamte Schützenwesen nicht mit der Zukunftsfrage beschäftigt - warum auch! Die Mitgliederzahlen stiegen auch durch die Grenzöffnung, die Kinder hatten ihre Freizeit- und Konsumwelt, alle hatten ihren Spaß. Die gewonnene Mobilität wurde genutzt um sich frei und unabhängig von Vereinen mit alten Denkmustern und Freizeitangboten
    abzuwenden - insbesondere die heutige Elterngeneration. Warum sollte ich im Verein noch für andere ehrenamtlich Arbeiten, meine Freizeit opfern, wenn ich doch in den Trendsportarten viel mehr bekommen kann (Sport, Spiel, Spannung, Unterhaltung -natürlich gegen Bezahlung )?

    Mit dem Lichtschießen, das hat der Vortrag von Dieter Ohmayer 2003 mir klar gemacht, hat das Schützenwesen schon zu der Zeit die einzige Chance im "Wettstreit um neue, junge Mitglieder" auf Augenhöhe mit anderen Sportverbänden und Freizeitorganisationen zu agieren. Im Gegensatz zum Schützenwesen haben sich viele andere Sportverbände konzeptionell und strukturell mit der Zukunfts- und Mitgliederentwicklung beschäftigt.

    Wäre Erfurt nicht gewesen, hätten wir wahrscheinlich ein niedrigeres Einstiegsalter für den Schießsport. Erfurt und Winnenden sind dann für die Medien die Eintrittskarten gewesen, auf das Schützenwesen insgesamt einzuschlagen - mehr oder weniger ohne Gegenwehr von uns, weil die Mehrheit von uns es bis heute nicht wirklich verstanden hat, einheitlich, offen und mit guten Argumenten in der Öffentlichkeit unsere Standpunkte, Verantwortlichkeit und Freiheit bei der Ausübung unseres Sports zu argumentieren.

    Die 30 - 50jährigen fehlen u.a. deshalb, weil es einfach nicht mehr chic ist, in einem Schützenverein Mitglied zu sein. Klar, die fehlen um überhaupt nachhaltig wieder Strukturen in der Alterspyramide aufzubauen.

    Meine Erfahrungen aus dem Bereich der Öffentlichkeitsarbeit sind aber durchaus positiv, wenn dieser "Spaßfraktion" Schießsport als Event angeboten wird. Interessante Vergleichsschießen von festen Gruppen, die sich nicht verloren vorkommen, wenn sie das erste Mal einen Schießstand betreten. Ein sogenanntes Firmenpokalschießen in meinem Stammverein hat in Spitzenzeiten knapp 120 Teams mit über 400 Starts und eine gute Vorsorge für Investitionen gebracht. Von 1995 bis 2006 ist die Mitgliederzahl von 118 auf 161 gewachsen. Schießsportliche Quereinsteiger sind direkt beim Auflageschießen "hängengeblieben".

    Also es geht - mit guten Ideen, Überzeugung und einem langen Atem.

  • @ Wilhelm:

    Du hast die möglichen Probleme für die momentanen Strukturprobleme im DSB und den Vereinen allgemein aus meiner Sicht sehr gut getroffen. Was kann man aus deiner Sicht unternehmen, um diesen Prozess aufzuhalten oder gar umzukehren? Wie siehst du hierbei die Rolle Lichtgewehren und dynamischen Disziplinen? Was macht ihr bei euch im Verein?

  • Als ich die den Punktet mit Licht Flyer gelesen hatte, musste ich doch erst einmal schauen, ob es IROSA vielleicht nicht mehr gibt, hörte sich jedenfalls so an. Auf der Seite von IROSA gibt es hierzu aber schon einen Kommentar:

    IROSA Aktuell

  • Zitat

    Besorgt euch diese Broschüre und bewahrt sie gut auf. Sie wird ein
    Zeitdokument werden, für den Beginn eines finsteren Zeitalters im
    Schießsport.


    Hab's gerade überflogen und kann Dir nur teiweise zustimmen.
    Ja, das ist... (mir fehlen die Worte) und nein ich hebe das nicht auf, ich verdränge das.
    Bei nochmaligen Lesen müsste ich sonst über einen sofortigen Austritt aus dem DSB nachdenken.

    Hier wird der Schießsport wie wir ihn kennen für etwas Zusatzreibach
    für ein paar Hersteller einfach abgeschrieben.
    Auch die ständige, suggestive Wiederholung des Begriffs 'Lichtschießen'
    mach diesen Begriff nicht richtiger und zeigt deutlich wie der DSB die
    Zukunft unseres Sports vorstellt.
    Wenn das die Leute sind, die unseren Sport in der Öffentlichkeit und Politik
    repräsentieren sollen, dann gute Nacht.

    Und weil mir diese Frage hier nie beantwortet wird, stelle ich sie einfach nochmal:

    Warum meint der DSB, daß es so wichtig ist Kinder bereits in der Kita abzugreifen und
    für eine Mitgliedschaft zu gewinnen?

    Unseren Sport kann man, auch als internationalen Leistungssport, bis ins hohe Alter betreiben.
    Im Gegensatz zu anderen Sportarten kann man, entsprechendes Training und Talent vorausgesetzt,
    in wenigen Jahren auf ein, für internationale Vergleiche ausreichend hohes Leistungsniveau kommen.
    Es ist also völlig unnötig den Nachwuchs in der Vorschule zu rekrutieren.

    Mir kommt es langsam so vor als ob die Kinder hier nur als Alibi dienen um für uns alle
    früher oder später Schießsport abzuschaffen und durch Leuchtgymnastik zu ersetzen.

    Wenn ich falsch liege, lasse ich mich gern belehren, bisher wurde diese Frage hier
    aber leider nur ignoriert.

  • Hallo Thomas,

    du meinst weil andere Disziplinen nicht erwähnt werden? Sorry, aber das klingt als würde ein Prospekt eines Bogenvereins der Großkaliber nicht erwähnt dessen Abschaffung fordern oder begünstigen. Die Grundlagen für Lichtschießen gibt’s bereits seit einigen Jahrzehnten (Laserdome) und klar kann man jetzt sagen bringt doch bitte die Waffengegner nicht auf dumme Gedanken, aber ich glaube das muss man ganz realistisch sehen, wenn wir das Lichtschießen nicht für uns vereinnahmen, dann wird es uns irgendwann von anderen zu deren Bedingungen aufgedrückt. Da kommt dann meist der Einwand es gefährde die anderen Disziplinen, aber ist dann Luftgewehr eine Gefahr für Kleinkaliber und Kleinkaliber eine Gefahr für Großkaliber oder sind das einfach nur verschiedene Disziplinen mit unterschiedlichen Herausforderungen? Wir verwenden Lichtgewehre gerne für unser Biathlontraining auf dem Dorfsportplatz, aber eine Schießanlage mit Ringwertung steht seit längerem auf meiner Wunschliste, nein, nicht weil wir auf Biegen und Brechen jüngere Kindern ansprechen und begeistern wollen oder müssen, ein solches Bambinitraining braucht auch geeignete Trainer, Betreuer, Ausrüstung, …, sondern weil einfach viele Kinder früher einsteigen möchten und wir als einziger Sportverein auch schlecht Kinder wieder heimschicken können nur weil sie noch nicht alt genug sind.

    Beste Grüße

    Gerhard

    Gerhard Seemüller

    „Great minds discuss ideas;
    average minds discuss events;
    small minds discuss people.“

  • @ Geronimo:

    Bei uns im Jugendtraining spielt sich relativ häufig folgendes Szenario ab:

    Ein Jungschütze bringt einen Freund mit, der auch gerne mal schießen probieren würde und sofort schnuppern möchte. Weil der Knabe aber mit seinem Freund und nicht mit seinen Eltern da ist habe ich natürlich keine Einverständnisserklärung der Erzehiehung und auch keine Bestätitung über die Obhut. Ich hab jetzt genau zwei Möglichkeiten: Den Knaben nur zuschauen lassen und ihm einen Packen Zettel mitgeben, die er unterschreiben lassen soll oder ich lass ihn mit einem unserer beiden Lichtgewehre schießen. Über den ersten Weg haben wir noch kein neues Mitglied gewonnen, über den zweiten schon mehrere. Allein schon aus diesem Grund halte ich Lichtschießen für wichtig, um Interessierte nicht wieder wegschicken zu müssen.

  • Hallo Gerhard,

    Zitat

    du meinst weil andere Disziplinen nicht erwähnt werden?

    Sicher nicht.
    Und was heißt andere Disziplinen?
    Soweit ich weiß ist Leuchten keine Disziplin, jedenfalls habe ich dazu in der Sportordnung
    noch nichts gefunden. Gott sei Dank!

    Und übrigens, LP Schießen ist einer der wenigen Gründe warum ich überhaupt noch
    (und seit über zwanzig Jahren) DSB Mitglied bin.
    Ich stelle sicher nicht die Eine oder Andere Disziplin als das einzig Wahre heraus.

    Aber hier sieht es mir eher danach aus, als ob von meinen Verband Schießsport schleichend
    durch die Hintertür abgeschafft und durch Leuchtgymnastik ersetzt werden soll.
    Dazu noch unter der fadenscheinigen Begründung man brauche den Nachwuch unbedingt
    im Kindergartenalter.

    Das wirf dann eben Fragen auf.

    Wenn's um die Kids geht, warum sieht man dann z.B. in diesem Prospekt vorwiegend Erwachsene
    mit den Leuchtdingern hantieren?

    Wenn es nur darum geht mal ein paar Kids auf dem Schützenfest zu beschäftigen,
    warum wird dann diese Leuchtaktion dermaßen forciert und schon fast fanatisch durchgezogen?

    Warum wird nur herumgedruckst und nicht mal klipp und klar Stellung bezogen,
    warum ausgerechnet die Kids unter 10 nun so wichtig für das Weiterbestehen des DSB sind?

    So wichtig, daß man dafür die Altersgruppe der Volljährigen vollständig vernachlässigen kann,
    und den Schießsport scheibchenweise abschafft.
    Sei es durch mangelnde Trainingsgelegenheiten oder durch immer abstrusere Wettkampfregeln
    die dann irgendwann auch dem letzten Schützen den Spaß an seinem Sport nehmen.

    Sorry, nenn mich paranoid, nenn mich Verschwörungstheoretiker,
    aber die Geschichte von der harmlosen zusätzlichen Disziplin kaufe ich denen so nicht ab.

    Zitat

    aber ich glaube das muss man ganz realistisch sehen, wenn wir das
    Lichtschießen nicht für uns vereinnahmen, dann wird es uns irgendwann
    von anderen zu deren Bedingungen aufgedrückt

    Kommen wir hier der Sache schon näher?
    Also voreilender Gehorsam? Bevor 'die' uns Abschaffen machen wir es lieber selbst
    und leuchten nur noch?

  • Tom, Du wirst hier keine vernünftigen Antworten auf deine mehr als berechtigten Fragen bekommen. Zwischen den Zeilen steht aber auch so genug.

    Sie werden einfach weitermachen auf ihrem Weg in die schöne neue waffenlose Zukunft. Auch deshalb, weil scheinbar nur sehr wenige von uns damit echte Probleme haben. Den meisten scheint es wohl egal zu sein oder sie sehen die reale Gefahr (wiedermal) nicht.

    Erst wenn das letzte Luftgewehr verboten wurde, werden einige wohl merken, dass man mit Licht gar nicht schießen kann.

    Aber auch dann wird es wieder heißen: "Das konnten wir ja nicht wissen und das haben wir so auch nicht gewollt"


    Mit aufrichtigem Schützengruß

    Frank - lässt sich auch nicht so leicht in eine bestimmte Ecke drängen

  • An alle, die im Lichtschießen den Anfang von Ende sehen:

    Bedankt euch bei Dieter Anschütz, der es Ende der 1970er Jahre geschafft hat, dass Biathlon von Großkaliber auf Kleinkaliber umgestellt wurde. Der Prozess geht also schon sehr lange und schleichend voran! Was kommt als nächstes? Werden Lasergewehre verboten und darf künftig nur noch Dart gespielt werden?