Fleck oder Spiegel aufsitzend?

  • Muss nun mal fragen.


    Normalerweise stellt man ja die Visierung Spiegel aufsitzend ein, da es eine höhere Präzision bringen soll.


    Kann es aber auch sein, dass man individuell gesehen, mit der Einstellung Fleck besser klar kommt?


    Ich bin da immer etwas verunsichert, da cih bei Spiegelaufsitzend, egal ob SpoPi oder GK diverse Ausreißer habe.
    Die Vereins-GSP habe ich z.B. immer Fleck eingestellt. Bei der GK Pistole habe ich sie Aufsitzend eingestellt.
    Die Ausreißer bei der SpoPi waren bedeutend weniger.


    Wie seht Ihr das?

  • Ich denke mal schwarzes Visierbild auf schwarzen Spiegel
    kommt nicht so gut, vor allem wenn die Beleuchtung auf dem Schießstand
    nicht optimal ist.


    Das wird wohl der Hauptgrund sein warum alle spiegelaufsitzend schießen.


    Weiterhin denke ich daß die Geometrie des Visierbildes bei
    spiegelaufsitzend besser reproduzierbar ist.
    Ein rechteckiges Korn genau mittig in einem runden Spiegel zu platzieren
    erscheint mir persönlich schwieriger bzw. anstrengender.


    Aber ich kenne auch Schützen die Fleck schießen -allerdings nur GK-
    und gute Ergebnisse abliefern, scheint also zu einem gewissen Teil auch
    eine Sache der persönlichen Vorlieben zu sein.


    Was die Ausreißer betrifft, kann es sein daß Du beim Gk muckst,
    und ev. bei der GSP nicht (so sehr/oft)?
    Wäre für mich die logischere Erklärung für Ausreißer als das Visierbild.

  • Hallo,


    die Lehrmeinung ist es, Spiegel aufsitzend zu schießen. Und diese Lehrmeinung hat schon seinen Grund :D . Fleck schießt man nur bei dynamischen Teilen, also Duell oder OSP.


    Ich denke, Du solltest man genau analysieren, wo die Ausreißer herkommen. Manchmal kommt man durch Eigenbeobachtung oder Nachdenken darauf. Ansonsten soll Dich mal ein guter Schütze beobachten. Ideal wäre es, wenn Du ein Scatt-System nutzen kannst. Dadurch habe ich auch einen Teil meiner Ausreißer erkannt. 8)


    Gruss, Marcos

  • Kann es aber auch sein, dass man individuell gesehen, mit der Einstellung Fleck besser klar kommt?


    Nach dem ich gesehen habe, was manche Schützen auf der BDMP DM mir Fleck eingestellter Waffe geschossen haben, da würde ich sagen, dass es einen Versuch wert ist. Für mich selbst habe ich festgestellt, dass mir Spiegel aufsitzend besser liegt. Auch um Fallscheiben zu schieden.



    BBF

  • Ich glaube nun, meine Probleme liegen ganz wo anders.


    Weder Fleck noch Aufsitzend war ich gestern in der Lage beim Training auch nur halbwegs das schwarze zu halten.


    Die Waffe ist es definitiv nicht, das weis ich.
    Die Munition kann es evtl. sein, glaube ich aber nicht. 124grain S&B Schütt im Moment, bis meine Subsonic da sind.


    Es liegt entweder an meinen Augen, oder an etwas gesundheitlichem. Altersdiabetis oder so.

  • Hi,
    solche "Ausreißer" können viele Gründe haben und nicht nur die die du aufgezählt hast.
    Bei Präzisionsdisziplinen sollte man nicht Fleck schießen. Klar gibt es genug die es so machen und die es so hinbekommen aber es ist immer die Frage wie lange machen die das schon so und würden sie besser sein wenn sie es ändern?
    Wenn man lang genug etwas "falsches" trainiert und dort eine gewisse Automatisierung hat dann geht es auch mit einer "suboptimalen" Technik.
    Selbst bei den Disziplinen Duell oder OSP schießt du ja auch eigentlich aufsitzend. Dann ist halt nur nicht deine Orientierung der schwarze Spiegel sondern die zwei weißen Striche links und rechts. Auch dort geht man nicht komplett dran sondern lässt ein stückchen Kontrollweiß (klar ist es dann dort schwarz).
    Aber ihr wisst ja was ich meine. Der Halteraum ist dann natürlich deutlich näher am Trefferbild quasi Fleck.


    Die angesprochenen Ausreißer können von vielen Faktoren abhängig sein.
    Ungleichmäßiger Abzug (eher unwahrscheinlich weil zwei unterschiedliche Waffen)
    Auge nicht auf dem Korn sondern auf der Scheibe
    Zu lange im Anschlag und das Visierbild wird nicht mehr richtig wahrgenommen
    Durchreißen bzw. Verreißen bei der Schussauslösung


    Also da gibt es eingiges....


    MFG

  • Hallo,


    Thema ist zwar etwas älter, jedoch habe ich das jetzt einmal ausgiebig getestet. Grund dafür war, dass ich Sportpistole auf Fleck eingestellt habe, da ich (Walther SSP) keine Lust auf das ewige einstellen habe.

    Da dachte ich mir, um alles gleich zu haben, mach das mal auch mit der Lupi. Das Ergebnis war ernüchternd. Im Keller auf Scheibe ging es noch (Absacken um 5 Ringe), jedoch auf dem elektronischen Stand war es dann eine Katastrophe (Absacken um 15 Ringe); denke mal durch die Lichtverhältnisse.

    Mein Fazit ist, dass die Meinung in den Bücher stimmt. Spiegelaufsitzend ist einfach besser für das Präzi-Schießen geeignet, da der Kontrast besser und damit das Zielen einfacher fällt (Augen ermüden hier auch nicht so schnell).

    Kann zwar individuell bei jedem anders sein, jedoch denke ich, dass bei Lupi der Fall ziemlich eindeutig liegt (jedenfalls bei mir).


    Das nur mal so.


    Gruß

    Lusche

  • Das ist nicht nur bei der LuPi so, das ist generell so.

    Man tut sich mit dem Kontrast leichter......

    Wenn das dann im Einzelfall wie jetzt bei Dir mit der SP nicht so ist, gehen Dir vermutlich die vermeintlichen Ringe schon vorher verloren.......

    Warum auch immer.


    no.limits

    Steyr EVO/E
    Match Gun MG2E / MG5E
    Felix Team 45 ACP
    SIG 210/6 Full Race Gun, Oschatz

  • Grund dafür war, dass ich Sportpistole auf Fleck eingestellt habe, da ich (Walther SSP) keine Lust auf das ewige einstellen habe.

    Für die SSP gibt es Wechselkimmen. Nicht gerade billig (Internetrecherche spart da gern bis zu 15 Euro), aber extrem hilfreich.


    Du markierst dir eine Kimme mit einem kleinen Aufkleber, das ist die für "Fleck" = Duell. Die andere bleibt für "Spiegel aufsitzend plus Kontrollweiß" = Präzision.

    Der Wechsel ist in Sekunden getan - und wiederholgenau.

    Jeden Tag ´ne grüne Tat: Verbieten, was ein andrer mag!

    "Das Scheibenbild zeigt zum Schützen." (DSB Sportordnung 0.4.1.1)

  • Zwei Anmerkungen dazu:


    Erstens: Eine herkömmliche Papierscheibe ist ja weder wirklich schwarz noch weiß. Der Spiegel wirkt je nach Licht und Beschaffenheit eher anthrazit bis grau vor mehr oder weniger gelblichem Hintergrund. Da kann das auf Fleck noch gehen. Bei einer elektronischen Scheibe hat man es aber mit einen richtigen Schwarz zu tun, das liegt in der Natur der Sache. Und schwarzes Visier auf schwarzer Fläche funktioniert halt nicht wirklich gut. Zumal man dann wohl auch noch leichter in Versuchung gerät, den Fokus auf die Scheibe zu legen.


    Zweitens: Wenn man trotzdem bei Fleck weniger Ausreißer oder ein besseres Schussbild produziert, dann können auch Verkantungsfehler die oder eine der Ursache sein, denn diese wirken sich bei Spiegel aufsitzend deutlich stärker aus.



    Apropos: Schade, dass der 006Chris hier nicht mehr schreibt, denn dessen immer gehaltvolle Beiträge vermisse ich doch sehr.



    Mit bestem Schützengruß


    Murmelchen

  • Zweitens: Wenn man trotzdem bei Fleck weniger Ausreißer oder ein besseres Schussbild produziert, dann können auch Verkantungsfehler die oder eine der Ursache sein, denn diese wirken sich bei Spiegel aufsitzend deutlich stärker aus.

    Jup, dass ist das Problem. Wenn ich eine 7 oder 8 reinholze, dann meistens links. Wenn ich Spopi schieße Fleck, dann minimieren sich die Ausreißer.


    @Califax  …. Wechselkimme ist ein guter Tipp! Werde ich mir mal anschauen. Danke

  • Quote

    keine Lust auf das ewige einstellen habe.

    Was ist aufwendiger, 10 Klick drehen oder Kimme wechseln???

    Gruss

  • Hallo,

    Was ist aufwendiger, 10 Klick drehen oder Kimme wechseln???

    sagen wir es mal so, wenn das wechseln, wie Califax sagt, wiederholgenau und ohne große Fummelei funktioniert, dann ist es auf jeden Fall weniger fehlerträchtig.


    Es sollen nämlich auch schon mal ganz Große im Wettkampf in die falsche Richtung gedreht haben und selbst das zählen will ja auch gelernt sein.



    Mit bestem Schützengruß


    Murmelchen

  • Es sollen nämlich auch schon mal ganz Große im Wettkampf in die falsche Richtung gedreht haben und selbst das zählen will ja auch gelernt sein.

    So ist es.

    Es ist nämlich richtig toll, wenn man bei Duell Probe plötzlich nur ein paar vereinzelte Treffer in der 5 hoch hat.

    Jeden Tag ´ne grüne Tat: Verbieten, was ein andrer mag!

    "Das Scheibenbild zeigt zum Schützen." (DSB Sportordnung 0.4.1.1)

  • Für die SSP gibt es Wechselkimmen. Nicht gerade billig (Internetrecherche spart da gern bis zu 15 Euro), aber extrem hilfreich.

    Ich finde den Preis OK.


    -Wechselkorn für eine SP22 ist teurer, aber das Pardini-Teil funktioniert wenigstens ganz gut.

    -MEC für SP22/AW93 völlig überteuert und taugt nix

    Bauartbedingt sind die Möglichkeiten der Wechselkimme aber wesentlich besser:

    -kinderleichtes Einstellen und Nachstellen in allen Richtungen

    -unterschiedliche Spaltbreite zur Päzi-Kimme möglich


    Es sollen nämlich auch schon mal ganz Große im Wettkampf in die falsche Richtung gedreht haben und selbst das zählen will ja auch gelernt sein.

    Nicht nur Zählen: falls du im Wettkampf zwei vor eins zurück drehst->was machst dann für Duell? Einfach wieder 10 dazu? oder alles merken und vorher wieder in Ausgangsstellung. Mit der Wechselkimme sind beide Einstellungen erstmal unabhängig. (Bei mir sind 2 Klicks mehr oder weniger im Duell ohne Auswirkung aufs Ergebnis ;()


    Ich dreh' wieder (wg.taugt nix)

  • So ist es.

    Es ist nämlich richtig toll, wenn man bei Duell Probe plötzlich nur ein paar vereinzelte Treffer in der 5 hoch hat.

    Ich habe von Leuten gehört, die sich dafür eine Abstandslehre zu Hilfe nehmen. Ich habe eine AW93 und bei der unterscheiden sich die Einstellungen für Präzision und Duell messbar im Abstand von Kimme und Rahmen.


    Gruss, Marcos

  • Ich habe von Leuten gehört, die sich dafür eine Abstandslehre zu Hilfe nehmen.

    Hallo Marcos,


    wie soll ich mir das vorstellen ?

    So eine Aktion muss doch in erster Linie, absolut zuverlässig und simpl sein. So eine Umstellung birgt immer Fehler!

    Am Sinnvollsten ist es wenn sie vermieden werden kann!

    Geht natürlich nicht immer, aber ich hab um ehrlich zu sein auch schon in die falsche Richtung gedreht, bei Wettkämpfen.

    Bei der SIG dreh ich 8 Klicks, allerdings seh ich seitlich am Abstand den Status, der ist markant und gut zu erkennen.

    Bei der Felixteam geht es über eine 3 Postionen Kimme.

    Bei der 22iger Match Guns über ein Klappkorn von Joniskeit, das in der Höhe justiert werden kann.

    Es sollte Ausgangssituation sein das alles, auf das simpelste und zuverlässigste reduziert wird.

    Es ist schon vorgekommen das Korne nicht richtig gerastet waren und während der Serie durch den Rückschlag zurück gefallen sind. Alles schon dagewesen.


    no.limits

    Steyr EVO/E
    Match Gun MG2E / MG5E
    Felix Team 45 ACP
    SIG 210/6 Full Race Gun, Oschatz

  • Nachtrag:


    Der bezieht sich jetzt nicht nur auf die Visierung......


    Jeder Vorgang der nicht ausgeführt werden muss erhöht die Konzentration ( für andere Dinge ), schliesst diese vermeintliche Fehlerquelle gänzliich aus, erleichtert und komprimiert die Abläufe und macht diese insgesamt übersichtlicher.


    Verständlich das der ganze Ablauf und alles Tun, ständig geprüft wird auf eben solche Dinge.......

    Es muss wenn etwas dies bezüglich auf den Prüfstand kommt, Nutzen, Chance und Risiko abgewogen werden.


    no.limits

    Steyr EVO/E
    Match Gun MG2E / MG5E
    Felix Team 45 ACP
    SIG 210/6 Full Race Gun, Oschatz