Mitgliederentwicklung im Deutschen Schützenbund

  • Ich habe und ich werde mir die Berichte nicht antun!

    Aber meiner Meinung nach, kann ein Überleben der Vereine nur folgendermaßen gesichert werdn:

    Die DSB lastigen Vereine müssen die anderen Verbände akzeptieren und die Möglichkeit bieten, dass diese auf die Stände können.
    Zusätzliche Verbände = zusätzliche Diszipline
    Zusätzliche Diszipline = zusätzliche Interessenten
    Zusätzliche Interessenten = Neue Mitglieder
    Neue Mitglieder = Mehr Geld in den Kassen

    Was aber alle Verbände verpennt haben, ist eine vernünftige PR. Damit meine nicht irgendwelche Wettkämpfe im TV, sondern Werbefilme im Fernsehen, wie z.B. der Imagetrailer der DSU, die den gesamten Sport aufzeigt, von den Olympischen Diziplinen zu den nicht Olympischen, vom Jugendschützen zum Schützen der Altersklasse, vom Luftdruck bis GK und Ordonanz, etc. Von der Tradition bis zur Moderne.
    Der Sportschütze, egal welcher Diszipling er nachgeht, muss gezeigt werden, damit die Öffentlichkeit ein anderes Bild von uns bekommt.

  • Ein katastrophaler Mist. Genügt nicht einmal wissenschaftlichen Mindestansprüchen.

    Carcano


    Was genau gefällt dir daran genau nicht? Der erste Teil deiner Kritik ist doch sehr allgemein und nicht konstruktiv gehalten. Waru entspricht es aus deiner Sicht nicht einmal den wissenschaftlichen Mindestansprüchen?

  • Wie bereits beschrieben, hat der Deutsche Schützenbund aufgrund eines Präsidiumsbeschlusses vom 25.04.2008 eine Arbeitsgemeinschaft eingerichtet, um die Mitgliederentwicklung im Deutschen Schützenbund zu untersuchen.
    Die Arbeitsgemeinschaft unter dem Vorsitz des Präsidiumsmitglieds Jonny Otten (Präsident des NWDSB) hat mit der Unterstützung der Führungs-Akademie des Deutschen Olympischen Sportbundes eine individuelle Befragung von 9 DSB-Vereinen aus fünf Landesverbänden (von 1899 befragten Mitgliedern kamen 432 Fragebögen in die Auswertung) durchgeführt, ausgewertet und als Zwischenbericht im März 2010 vorgestellt,
    10-05-29_Vereinsworkshop.pdf

    Nach fünf regionalen Workshops im Oktober 2010
    Praesentation_Regionalworkshops-1.pdf
    am 02.10.2010 in Weimar
    Protokoll_Impressionen_Weimar_small.pdf
    am 09.10.2010 in Frankfurt/Oder
    Protokoll_Impressionen_Frankfurt_Oder_small.pdf
    am 10.10.2010 in Bingen
    Protokoll_Impressionen_Bingen_small.pdf

    am 16.10.2010 in Leipheim
    Protokoll-Impressionen_Leipheim.pdf
    am 17.10.2010 in Verden an der Aller
    Protokoll-Impressionen_Verden_small.pdf
    wurde schließlich auf dem DSB-Delegiertentag in Neubrandenburg Ende April 2011 das Ergebnis der Studie vorgestellt:
    Zwischenbericht_FA.pdf

    und die Inititative
    „Ziel im Visier – Zukunft Schützenverein“: Im Jahr 2018 soll der Deutsche Schützenbund wieder mindestens 1,5 Millionen Mitglieder haben.“ gestartet:

    DSB_Flyer_Mitglieder_2011.pdf

    Die Ansprechpartner für die Umsetzung sind dem folgenden Link zu entnehmen:
    Ansprechpartner_LV.pdf

    Im Juli 2011 hat jetzt der veröffentlichte Sportentwicklungsbericht 2009/2010 (SEB) der Deutschen Sporthochschule in Köln mit einer Sonderauswertung der im DSB organisierten Vereine weiteres Zahlenmaterial geliefert, mit dem weitere Erkenntnisse über die Situation in den Schützenvereinen gezogen werden können. Im neuen SEB, der von Professor Christoph Breuer von der Deutschen Sporthochschule Köln (DSHS) im Auftrag des Bundesinstituts für Sportwissenschaft (BISp), dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und den Landesssportbünden erarbeitet wurde, wird die Bedeutung der Sportvereine für die Gesellschaft hervorgehoben.
    Erstmalig wurde in dieser dritten Befragungswelle des Sportentwicklungsberichts konkret 4.333 (28,7%) der Vereine des DSB angesprochen. 1.131 (7,48%) von insgesamt 15.101 Vereinen des Deutschen Schützenbundes (Stand 31.12.2008) haben den Fragebogen beantwortet und sich an der Studie beteiligt.
    Mitgliedsvereine_31.12.2010.pdf

    Laut DSB-Mitteilung soll „die nun erschienene Sonderauswertung den Verantwortlichen in den Verbänden und vor Ort in den Schützenvereinen Fingerzeige geben, wie eine verbandliche Unterstützung aussehen kann.“

    Neben der Kritik zu den m. E.
    a) nicht repräsentativen Erhebungen, da viel zu wenig Vereine/Mitglieder angesprochen wurden,
    b) die Hauptforderung zur Mitgliedergewinnung im Bogenbereich gesehen wird, - der m. E. in den letzten Jahren auch ohne gesonderte Werbung Mitgliederzuwächse zu verzeichnen hat,
    c) eine unzureichende Mitgliederstatistik, die nicht zwischen den Teildisziplinen und Mehrfachmitgliedschaften unterscheiden kann,
    fehlen den Vereinen bisher immer noch die zugesagten Unterstützungen durch den DSB und dessen Landesverbände.

    Darüber hinaus – und da bin ich gedanklich bei den hier auftretenden GKlern – fehlt mir die Sensibilisierung an der Basis, konkret etwas für die Zukunftssicherung der Vereine und damit für unseren Schießsport zu tun. Aufbruchstimmung sieht anders aus.


  • Neben der Kritik zu den m. E.
    a) nicht repräsentativen Erhebungen, da viel zu wenig Vereine/Mitglieder angesprochen wurden,
    b) die Hauptforderung zur Mitgliedergewinnung im Bogenbereich gesehen wird, - der m. E. in den letzten Jahren auch ohne gesonderte Werbung Mitgliederzuwächse zu verzeichnen hat,
    c) eine unzureichende Mitgliederstatistik, die nicht zwischen den Teildisziplinen und Mehrfachmitgliedschaften unterscheiden kann,
    fehlen den Vereinen bisher immer noch die zugesagten Unterstützungen durch den DSB und dessen Landesverbände.

    Darüber hinaus – und da bin ich gedanklich bei den hier auftretenden GKlern – fehlt mir die Sensibilisierung an der Basis, konkret etwas für die Zukunftssicherung der Vereine und damit für unseren Schießsport zu tun. Aufbruchstimmung sieht anders aus.

    Respekt :thumbup: da bin ich doch jetzt doch angenehm überrascht.

    BBF

  • Hallo BBF,

    du bist überrascht, worüber? Über die Situation der Schützenvereine?

    Über die Situation der Schützenvereine im DSB? Nein. Über deine Einschätzung schon. Ich hätte da eine positivere Formulierung erwartet.

    BBF

  • Über deine Einschätzung schon. Ich hätte da eine positivere Formulierung erwartet.

    Ja, ich war auch überrascht. Ich hätte wirklich nicht gedacht, dass Wilhelm ggü. dem (in der Tat kritikwürdigen) aktuellen DSB-Unterfangen kritisch gegenübertritt. Gut so. :thumbup:

    Carcano

  • Wilhelm vertritt meine Ansichten zu diesem Thema gut. Mein Lob für Deine Einschätzungen.

    In Hessen haben wir im April ein neues Präsidium gewählt und dabei einen der bisherigen Vizepräsidenten zum neuen Präsidenten gewählt. Das ist locker mal 100 Tage her. Von dem neuen Präsidenten und seinen Team kam bisher in Sachen Zukunftsorientierung gar nichts bei den Vereinen oder Schützen in Hessen an. In meiner Wahrnehmung hat sich der neue Präsident bisher nur als Gratulant bei den Landesmeisterschaften hervorgetan. Fast könnte man glauben, wir hätten gar keine Nachwuchs-, Struktur- und Imageprobleme in Hessen.
    Bogenschießen und Lichtschießen können nicht die Lösung der negativen Mitgliederentwicklung sein. Wir sind z.B. ein Verein, der keine Möglichkeit zum Bogenschießen hat. Höchstens auf unseren 25m/50m-Anlage geht das. Darauf lässt sich keine Bogenabteilung gründen.

    Was mir fehlt ist z.B. unterstützendes Werbematerial wie z.B. Flyer, Gutscheine für Probetraining oder ähnliches Material. Der DSB könnte auch nur Elemente wie z.B. Bilder, Grafiken oder Mustertexte zur Verfügung stellen, aus denen sich die Vereine dann was zusammenstellen können.
    Warum gibt es keinen Image-/Werbefilm für die Internetauftritte der Vereine. Warum kein Werbefilm für das örtliche Kino?
    Jedes Markenunternehmen stellt seinen Vertriebspartner entsprechendes Material zur Verfügung. Warum nicht der DSB oder die Verbände?
    Habt Ihr mal die Imagefilme zum Wurfscheibenschießen des ESC gesehen? Fand ich ziemlich beeindruckend.

    Wir müssen die Kugeldisziplinen wiederbeleben und nicht auf Bogen und Licht setzen. Aber wie soll man den Nachwuchs für Freie Pistole oder Schnellfeuerpistole begeistern, wenn's nicht mal im eigenen Verein geschossen wird.

  • 1. In meiner Wahrnehmung hat sich der neue Präsident bisher nur als Gratulant bei den Landesmeisterschaften hervorgetan. Fast könnte man glauben, wir hätten gar keine Nachwuchs-, Struktur- und Imageprobleme in Hessen.

    2. Habt Ihr mal die Imagefilme zum Wurfscheibenschießen des ESC gesehen? Fand ich ziemlich beeindruckend.

    3. Wir müssen die Kugeldisziplinen wiederbeleben und nicht auf Bogen und Licht setzen. Aber wie soll man den Nachwuchs für Freie Pistole oder Schnellfeuerpistole begeistern, wenn's nicht mal im eigenen Verein geschossen wird.

    1. Natürlich habt Ihr keine Probleme. Das zeigt sich ja schon daran, dass der Hessische Schützenverband in der Studie des Sportentwicklungsberichts mit 0,0 % Beteiligung aufscheint. LOL

    2. Ja, in der Tat.

    3. Der Herr Altpräsident schießt Schnellfeuerpistole. Reicht denn das nicht? Da müssten doch scharenweise die Jugendlichen angelaufen kommen ob solchen Vorbildes! :P :D

    Carcano

  • Hallo Carcano

    bist du sicher, dass der SEB unter "katastrophaler Mist" einzusortieren ist?

    Was erwartest Du unter wissenschaftlichen Mindestansprüchen?

    Zitat

    Zitat von »MichaelBeutel« Der DSB hat die Ergebnisse einer Evaluation zur Mitgliederentwicklung veröffentlicht:

    Sportarten_SEB_Buch_Schuetzen.pdf
    Ein katastrophaler Mist. Genügt nicht einmal wissenschaftlichen Mindestansprüchen.

    Carcano

  • Hallo Carcano

    bist du sicher, dass der SEB unter "katastrophaler Mist" einzusortieren ist?

    Was erwartest Du unter wissenschaftlichen Mindestansprüchen?

    1. Nein. Vollkommen sicher bin ich mir dagegen, dass der Abschnitt Schießsport innerhalb des Sportentwicklungsberichts katastrophaler Mist ist. Also schlechthin unbrauchbar, nicht nur mit diesem oder jenem Fehlerchen versehen, oder mit einer einzelnen Bewertung / Schlußfolgerung, die mir vielleicht nicht passen würde. Um es auf Autodeutsch zu sagen: es ist nicht so, dass der Rückwärtsgang hakelt, die Sitze unbequem sind, oder die Hitzung nur kalt und sehr heiß kennt. Sondern das Ding hat weder Räder noch Lenkrad, und erst recht keinen Benzintank. Vielmehr führt der Einführstutzen direkt in den Auspuff.

    2. Wissenschaftliche Mindestansprüche: was ein angeleiteter Student im 2./3. Semester hinbekommt, diese beiden Autoren aber nicht. Zum Beispiel kennt eine solche Studentin den Unterschied zwischen einer statistischen Stichprobe (die kann sogar sehr klein sind, und trotzdem äußerst valide) und einer von vornherein verfälschten Auswahl. Bei einer repräsentativen Verbraucherumfrage wurde zum Erstaunen und zur Freude der Auftraggeber festgestellt, dass 100 % (!) der Antwortenden ein Mobiltelefon besaßen. (Einfacher Grund: man hatte die Umfage telefonisch durchgeführt und nur Mobiltelfonnummern angerufen !)

    3. Natürlich fängt es mit (scheinbaren) Kleinigkeiten an. Aber erstens sind viele davon nicht klein, und zweitens ergeben viele Klein auch ein Groß. Zum Beispiel wird einem Land eine Beteiligung von 6,9 % zugeschrieben, dessen Rücklaufquote tatsächlich 0,0 % betrug (S. 26).
    Schön ist es auch, wenn man (zum Beispiel) die Rothaarigenquote in den Vereinen ermittelt will, und dafür bei allen Vereinen anfragt, die im Fragebogen vorher angegeben haben, zumindest ein rothaariges Mitglied zu haben (andere fallen für die Berechnung der Quote natürlich weg :-D), und wenn man dann nur die Zahlen in den tatsächlich zurückgelaufenen Antworten für die Statistik wertet (alle, die einfach schwiegen, weil sie keine Rothaarigen haben, düfen natürlich die gute Quote nicht verfälschen). Das meine ich mit "nicht mal 2./3. Semester".

    Carcano

    5 Mal editiert, zuletzt von Carcano (3. August 2011 um 07:55)

  • 4. Wenn zum Beispiel dem Badischen Schützenverband (= Nordbaden) eine "Beteiligungsquote" von 53 % attestiert wird (S. 25), dann freuen sich die Kreisschützenmeister, denen das etwa in der Versammlung beim Landesschützentag vorgetragen wird (und mancher denkt sich: "oi, wie gut, dann macht's ja doch nichts, dass ich die Bögen vergessen haben, die anderen haben wenigstens mitgemacht").
    Wenn man sich die Zahlen dann aber einmal ansieht, dann stellt man fest, dass tatsächlich nur 6 % aller Vereine geantwortet haben. Sechs Prozent; das steckt tatsächlich hinter der verfälscht formulierten "Beteiligungsquote".

  • Mit dem Schiessen von Luftdruckwaffen lassen sich Kinder und Jugendliche begeistern. Was ich jedoch vermisse ist das der DSB einmal richtig darstellt welche Vorteile damit verbunden sind. Aussenstehenden sind diese Vorteile nicht bekannt, bekannt ist nur das negative Ereignisse wie in Winnenden passiert sind. Die Vorteile, wie eine bessere Konzentration und das ist ein Vorteil im schulischen Bereich, werden verschwiegen. Es passieren Fehler in der Öffentlichkeitsarbeit des DSB, dieser könnte entsprechende Flyer ect. an Vereine oder Verbände verteilen. Wir haben Schwierigkeiten in unserem Verein, es findet kein wettkampf oder Leistungsschiessen statt. Die Luftdruckwaffe ist die Grundlage um den "Bürgerkönig" zu stellen. Seitdem die Beteiligung rückläufig ist, der Nachwuchs ausbleibt, darf unserer Hauptmann verkünden "wieder kein Bürgerkönig", den Grund haben sie nicht erkannt. Das Luftdruckgewehr ist die Grundlage des Erfolges, nach erfolgreichem Schiessen stellt sich der Erfolg in anderen Gewehrdisziplinen ein.

  • Fast könnte man glauben, wir hätten gar keine Nachwuchs-, Struktur- und Imageprobleme in Hessen.
    Bogenschießen und Lichtschießen können nicht die Lösung der negativen Mitgliederentwicklung sein. (...) Wir müssen die Kugeldisziplinen wiederbeleben und nicht auf Bogen und Licht setzen. Aber wie soll man den Nachwuchs für Freie Pistole oder Schnellfeuerpistole begeistern, wenn's nicht mal im eigenen Verein geschossen wird.

    Ja, richtig. Sehe ich ebenso. Hier eine mögliche Antwort auf Lanfears Frage:

    LinkClick.aspx?fileticket=e-hsIQWkLKg%3d&tabid=827

    Zitat: "Um die Nachwuchstalente im Pistolenschießen besser zu fördern und das Gemeinschaftsgefühl der jugendlichen Sportler und Sportlerinnen zu stärken, hat der Schützenkreis Offenbach gemeinsame Trainingstage im Rahmen einer Kreisjugendauswahl initiiert. Zur zweiten Veranstaltung in diesem Rahmen hatte der Kreis Jugendliche aus 6 Vereinen zu einem Einführungslehrgang am 16.07.2011 mit der KK-Sportpistole auf die Anlage des Schützenvereins Diana Jügesheim eingeladen. Der Einladung waren 9 Jugendlichen aus den Klassen Jugend und Junioren/Juniorinnen B gefolgt."
    (Erläuterung von mir: die Teilnehmerzahlung war in der EInladung auf maximal 10 begrenzt.)

    Carcano

  • Ich bin davon überzeugt, dass aktives Vorleben und Selberpraktizieren wesentlichen Einfluss auf den Nachwuchs hat.

    Die Idee mit den vereinsübergreifenden Trainingstagen im Rahmen einer Jugendauswahl, könnte glatt von mir sein ;)
    Hier mal zur Ergänzung noch zwei Berichte von der angesprochenen Jugendauswahl:

    Es muss also nicht Bogen oder Lichtschießen sein. Ganz klassisches Pistolenschießen macht auch dem Nachwuchs richtig Spass.

  • Mit vorbildlicher, qualifizierter Nachwuchsarbeit kann man Jugendliche dauerhaft für den Schießsport gewinnen.

    Mit Bogen- und Lichtschießen kann man in der Öffentlichkeit auf den Schießsport aufmerksam machen.

    Kinder-Kult » Schulklassenprojekte Sport

    Bogen- und Lichtschießen beim Freizeit- und Medienevent für Kids, Teens Familien und Schulklassen vom 22.-25.April 2012 auf der Messe Erfurt