Nachdem das Thema bei uns in einem Sportverein ebenfalls diskutiert wurde will ich noch mal darauf eingehen.
Führend sind wir sicher nicht aber eher noch weiter vorne dabei und nicht nahe an der roten Laterne wie es scheinbar gesehen wird.
Was zählt zur Spitze, nur Gold bei Olympia und WM oder doch noch Medaillenplätze? Wird da gewichtet oder sind drei Bronze bei der Abrechnung mehr Wert als zwei Goldene? Wie weit geht man in der Bewertung, Ist Finalteilnahme, Endlauf usw. noch akzeptabel?
Je nach Bedarf kann sich da jeder die passende Rangliste nachvollziehbar zusammenstellen und schwarzmalen gehört nun mal zur DNA der Schützen in unserem Land.
Mangelnde Nachwuchsarbeit scheint es ja nicht zu sein, Schützenvereine gibt es ja unglaublich viele, gerade im ländlichen auch mit ganz starker Jugendarbeit, ernähren wir deutschen uns so schlecht, dass wir zwar die besten Waffen bauen, üben wie die Weltmeister uns dann aber komplett den Rang ablaufen lassen?
Die Frage sollte eher lauten ob die Nachwuchsarbeit wirklich auf Leistung ausgerichtet ist wie es bei andern Sportarten häufiger der Fall scheint, oder ob uns der zwanglose Umgang mit Waffen ausreicht. (Neue Wege gehen war da ein gutes Beispiel)
Man sollte ja glauben, dass bei einer derart starken Tradition (Schützenvereine: Weltkulturerbe...?) die deutschen Schützen auch überproportional stark in Finals vertreten sind - aber selbst die kleine Schweiz scheint hier die Nase vorne zu haben.
Überprüfe doch selbst mal eine representative Anzahl von Wettkämpfen über einen gewissen Zeitraum und urteile dann.
Und dass die Chinesen bei der Präsenz und Dominanz noch nicht ihre eigenen Waffen (nach...-)bauen, ist schon fast ein Wunder.
Vielleicht haben die noch andere und wichtigere Baustellen?
Alles anzeigenInsgesamt fällt auf: Irgendwie scheinen ja Luftwaffen etwas extrem "Deutsches" zu sein.
Walther: Deutsch
Anschütz: Deutsch
Feinwerkbau: Deutsch
Tesro: Deutsch
MEC: Deutsch
Centra: Deutsch
Tec-Hro: Deutsch
Gehmann: Deutsch
Steyr: Österreich (nah dran...)ok: Pardini (Italien), soll ja auch sehr gut sein - habe ich aber bei keinem aktuellen Spitzenschützen gesehen
Anbauteile/ Zubehör: Hier und da erblickt man bei den Spitzenschützen, Männlein wie Weiblein, (Gewehrbereich) offenbar bei Schaftbacken und Gewichten mal was "Selbstgebautes" - aber ansonsten konzentriert sich alles auf diese Anbieter. Selbst die Inder und Chinesen schießen rein-deutsch. (Faszinierend: Stars wie Lihao Sheng sogar in absoluter Serienausstattung, manchmal sogar mit der Auslieferungs-Plastik "Fest-Iris").
Man könnte fast sagen, Ausrüstungstechnisch ist der (Luft?)Schießsport eine absolute deutsche Domäne.
Das ist wirklich nichts besonderes dass sich gelegentlich spezielle Fertigungen auf bestimmte Räume konzentrieren. Das muss nicht unbedingt auf der tatsächlichen Qualität beruhen, ich kenne es auch noch dass ein Korth-Eigner bedauert wurde weil er sich keinen Colt oder S&W leisten konnte. Der Waffenmarkt in diesem Segment ist nun mal überschaubar, nicht nur wegen unserem WaffG.
Wir können es uns halt leisten!
Auch wenn es OT weil KK dann was völig anderes ist.
Wenn für die zierliche Jungschützin ein KK gesucht wird kommt das Walther KK 500 in Frage, ein Anschütz 64 wird als ungeeignetes Blechteil abgetan. Bei Target Talk einem hier gelegentlich hochgelobtem Forum wird bedauert dass die Produktion eingestellt wurde und keine Waffen mehr zu erwerben sind? Da soll sich jeder seinen Teil dazu denken, ich kanns ja nicht.