Eine Lösung des Optikers zur Vermeidung einer unwillkürlichen Fixierung der Zielscheibe durch den Pistolenschützen besteht darin, daß der Schießbrillenzuschlag nicht nach der Entfernung zwischen Auge und Korn bemessen wird, sondern nach der Entfernung zwischen Auge und Kimme. Im ersten Fall würde der Schießbrillenzuschlag 1,0 dpt betragen, im zweiten Fall 1,25 dpt oder sogar von 1,5 dpt. Der größere Zuschlag des Schießbrillenglases erschwert das scharfe Sehen der Zielscheibe. In jedem Fall sollte die Entfernung zwischen Auge und Korn bzw. Auge und Kimme in Betracht genommen werden. Das Ergebnis hängt stark von der Akkomodationsfähikeit des Auges ab. Es gibt Pistolenschützen, die ihre Lesebrille zum Schießen benutzen.
Auf jeden Fall wäre der häufig empfohlener Schießbrillenzuschlag von 0,75 dpt - als Kompromiß zwischen dem scharfen Sehen der Kimme (+1,5 dpt) und dem scharfen Sehen der Scheibe (+0,0dpt) - hier kontraproduktiv.
Ich habe auch nochmal intensiv mein neues Brillenglas getestet. Leider stört es mich, dass ich die Kimme scharf sehe und das Korn nur mit „Anstrengung“ scharf bekomme. Bei einer klassischen Kurzwaffe mit einem Kimme/Kornabstand von 10-20cm mag das gut zu kompensieren sein, aber bei einer LP sind es 35-40 cm. Und das ist wirklich anstrengend (für mich). Werde also nochmal ein weiteres Glas anfertigen lassen müssen, das meinen Fokus zwischen Kimme und Korn und eher auf das Korn legen lässt. Das Projekt „richtiges“ sehen ist leider das bisher Zeit und Geld intensivste… :-/ Hoffe sehr, dass es nur noch einer kleinen Anpassung bedarf und ich dann endlich den Fokus richtig habe…