Was sind eure Ansätze zur Jugendwerbung in diesem Jahr

  • U.a. ein Interview mit einem SV Vorstand eines Münchener Vereins der den Beitrag von 150 auf über 400 Euro zur Finanzierung der Jugendarbeit erhöht hat.

    Aha, die haben von uns gehört und wollen nun mit der Lichtpistole besser sein als wir. Kann ich gut verstehen.
    Aber mit der läppischen Erhöhung um 167% wird das nix, das kann ich denen schon versprechen.

    Spaß beiseite:

    Jugendarbeit kostet viel Geld und Engagement, sollte sich aber nach einiger Zeit doch fast selber tragen. 400 Ocken Mitgliedsgebühr sind schon recht elitär. Zumindest für normale Menschen.

    Jeden Tag ´ne grüne Tat: Verbieten, was ein andrer mag!

    "Das Scheibenbild zeigt zum Schützen." (DSB Sportordnung 0.4.1.1)

  • Aha, die haben von uns gehört und wollen nun mit der Lichtpistole besser sein als wir. Kann ich gut verstehen.
    Aber mit der läppischen Erhöhung um 167% wird das nix, das kann ich denen schon versprechen.

    Spaß beiseite:

    Jugendarbeit kostet viel Geld und Engagement, sollte sich aber nach einiger Zeit doch fast selber tragen. 400 Ocken Mitgliedsgebühr sind schon recht elitär. Zumindest für normale Menschen.

    Keine Angst, es ist ein Fußballverein und die waren schon in der guten alten Zeit im Geschäft.

    Wie sollte sich ein Verein selbst tragen wenn weiter Trainer beschäftigt werden sollen?

  • Keine Angst, es ist ein Fußballverein und die waren schon in der guten alten Zeit im Geschäft.

    Wie sollte sich ein Verein selbst tragen wenn weiter Trainer beschäftigt werden sollen?

    Was ein richtiger "Ultra" sein will (das ist offenbar inzwischen positiv besetzter Begriff geworden), der muss auch für seinen Verein etwas abdrücken. Schon früher war Ablass ja auch nicht so ganz billig.

    Der Hinweis von Habnsaxel auf legitime Kosten einer vernünftigen Trainerausstattung ist übrigens absolut wichtig. Schießsport gehört zu den wenigen Sportarten (man vergleiche das etwa mit Tennis, Leichtathletik, Golf, Reiten), wo eine Betreuung und Anleitung durch Trainer entweder als überflüssig empfunden wird, wo aber jedenfalls aber kein Verständnis für angemessene Entlohnung da ist. Und damit meine ich keinen Sportbund-Zuschuss von 1,50 € pro Stunde.

    Carcano

  • Aus meiner Sicht sind die allermeisten Jahresbeiträge viel zu niedrig und hemmen so die Vereine sinnvoll in ihr Angebot (Anlage, Ausrüstung und Trainer) zu investieren.

    Das absolute Minimum sind da 100 Euro pro Person. Das ist auch der Betrag, den aktuell 17 Millionen Leute in Deutschland bereit sind jährlich für Amazon Prime zu zahlen. Und das ohne mit der Wimper zu zucken, zu jammern oder sich bei einer Jahreshauptversammlung lautstark zu beschweren. Nur im Schützenverein, da muss alles möglichst billig sein.

  • Das absolute Minimum sind da 100 Euro pro Person. Das ist auch der Betrag, den aktuell 17 Millionen Leute in Deutschland bereit sind jährlich für Amazon Prime zu zahlen. Und das ohne mit der Wimper zu zucken, zu jammern oder sich bei einer Jahreshauptversammlung lautstark zu beschweren. Nur im Schützenverein, da muss alles möglichst billig sein.

    Alles was hinkt ist ein treffender Vergleich!

    Bei Amazon bekommen die meisten Mitglieder eine Gegenleistung die sie haben wollen, bei Schützen- und Sportverein sind viele Mitglieder ohne eine wirkliche Gegenleistung zu erwarten.

    Bei den Auslagen die der Auflageschütze zu tragen hat darf er doch beim Beitrag mit dem sparen anfangen.

  • Aus meiner Sicht sind die allermeisten Jahresbeiträge viel zu niedrig und hemmen so die Vereine sinnvoll in ihr Angebot (Anlage, Ausrüstung und Trainer) zu investieren.

    Das absolute Minimum sind da 100 Euro pro Person. Das ist auch der Betrag, den aktuell 17 Millionen Leute in Deutschland bereit sind jährlich für Amazon Prime zu zahlen. Und das ohne mit der Wimper zu zucken, zu jammern oder sich bei einer Jahreshauptversammlung lautstark zu beschweren. Nur im Schützenverein, da muss alles möglichst billig sein.

    Deine Sicht ist diejenige eines hoch- wenn nicht hõchstrangigen nationalen Kaderschützen und Hochleistungssportlers, also die Sicht einer WINZIGEN Minderheit im DSB. Etwa 0,02 bis 0,05 %.

    Und dennoch, oder vielleicht gerade deswegen, hast Du völlig recht.

    👍❤️

    Carcano

  • Und dennoch, oder vielleicht gerade deswegen, hast Du völlig recht.

    Hat er nicht, solche pauschalen Aussagen gehen an der Realität vorbei, das würde bei vielen Vereinen mehr Austritte von weniger Aktiven oder Passivmitgliedern bedeuten als gewonnen wird.

    Was viel zu niedrig ist, sind die Beiträge an die Verbände LV und DSB, denen würde ich mindestens das doppelte der bisherigen Beiträge zubilligen, was aber nicht zu vermitteln ist.

    Ein Verein selbst kann je nach Umfeld mit wenig Beitrag auskommen wenn die Mitglieder mitmachen. Eigenleistung ist da die Lösung.

  • Hat er nicht, solche pauschalen Aussagen gehen an der Realität vorbei, das würde bei vielen Vereinen mehr Austritte von weniger Aktiven oder Passivmitgliedern bedeuten als gewonnen wird.

    Was viel zu niedrig ist, sind die Beiträge an die Verbände LV und DSB, denen würde ich mindestens das doppelte der bisherigen Beiträge zubilligen, was aber nicht zu vermitteln ist.

    Ein Verein selbst kann je nach Umfeld mit wenig Beitrag auskommen wenn die Mitglieder mitmachen. Eigenleistung ist da die Lösung.

    Wir hatten in unserem Verein jahrelang 35 Euro Beitrag, weil die Vorstandschaft Angst vor Austritten bei einer Erhöhung hatte. Von den 35 Euro gingen 18 Euro an die einzelnen Verbandsebenen ab. Blieben also 17 Euro netto, von denen noch das Porto für Königsschießen und Jahreshauptversammlung abgingen sowie der Buchungsposten auf dem Girokonto sowie Buchhalter bzw Steuerberater. Also waren noch ca. 14 Euro übrig.

    Davon gingen dann noch Geschenke für Runde Geburtstage, Hochzeit, Geburt Kind, Trauerkranz bei Beerdigung sowie turnusmäßige Ehrungen für langjährige Mitgliedschaft etc.

    Unterm Strich blieb vom Jahresbeitrag nichts übrig und der Verein war auf das Ausrichten von Festen mit freiwilligen Helfern sowie Spenden angewiesen, um irgendwas bewegen zu können. Staatliche Förderung war auch nur möglich, weil die Spenden zum Beitrag dazugezählt wurden.

    Aktuell haben wir 65 Euro Jahresbeitrag und so viele Mitglieder wie schon lange nicht mehr. Nächstes Jahr werden die Beiträge nochmal angepasst bei gleichzeitiger Anschaffung der Standgebühr.

    Noch eine kleine Anekdote:


    Der größte Horror in unserem Verein war, wenn ein Mitglied mit 81 Jahren verstorben ist. Warum? Es gab dann oftmals kurz zuvor eine Ehrung für langjährige Mitgliedschaft, ein hochwertiges Präsent zum 80. und dann noch den Kranz vom örtlichen Floristen fürs Grab. Zack - 200 Euro oder 20 Jahre Nettobeitrag auf einmal weg.

  • Solche Schilderungen kannte ich bisher nur von Vereinen für die neben Schützenfest, Vogelschießen und Musikzug Sportschießen eine erwähnenswerte Besonderheit waren.

  • Hat er nicht, solche pauschalen Aussagen gehen an der Realität vorbei, das würde bei vielen Vereinen mehr Austritte von weniger Aktiven oder Passivmitgliedern bedeuten als gewonnen wird.

    Was viel zu niedrig ist, sind die Beiträge an die Verbände LV und DSB, denen würde ich mindestens das doppelte der bisherigen Beiträge zubilligen, was aber nicht zu vermitteln ist.

    Ein Verein selbst kann je nach Umfeld mit wenig Beitrag auskommen wenn die Mitglieder mitmachen. Eigenleistung ist da die Lösung.

    Wenn du die Verbandsbeiträge verdoppelst, musst du auch die Vereinsbeiträge entsprechend anpassen. Verbandsabgabe in Bayern (Bezirk, BSSB und DSB) liegt aktuell bei rund 20 Euro. Verdoppel das und du liegst bei 40 Euro. In dem Fall braucht der Verein dann mindestens 100 Euro, damit wenigstens ein wenig hängenbleibt für Instandhaltung und Investition.


    Unsere fünfjährige Tochter ist seit einem Jahr in der Musikschule. Eine Stunde pro Woche, außer in den Ferien. Der Monatsbeitrag beträgt 24 Euro und die Warteliste ist ewig. Dafür gibt es professionelle Anleitung mit pädagogischem Konzept.


    Schützenvereine könnten mit so einem Beitrag auch endlich Trainer anstellen oder dem vorhandenen elme Entlohnung für ihre Arbeit geben. Ich hatte zum Schluss drei meiner Gewehre an Jungschützen verliehen, 10.000 km pro Jahr aufs eigene Auto gefahren und den Sprit dafür bezahlt, zum Teil noch Wettkampfmunition gestellt und pro Woche im Schnitt zehn Stunden Training angeboten oder auf Wettkämpfe begleitet. Und das Ganze für 0 Euro. Als dann auch noch meine fachliche Expertise angezweifelt wurde und die Vorstandschaft nur noch reingequakt hat, habe ich aufgehört.

  • Nun ja, unser Verein ist - für Erwachsene - nicht gerade billig. 150 Euro Schießstand-Flatrate (nicht abwählbar, wenn man waffenrechtliche Bedürfnisse geltend machen will), 90 Euro für den Verein und zuzüglich die aktuelle Verbandabgabe(n). Da die je Verband unterschiedlich sind, schlagen wir sie einfach oben drauf - was den Vorteil hat, wenn sie steigen - nicht unser Problem. Preiswerter sind wir für Familien - 200,- € Schießstand für alle, die unter einem Dach wohnen und die 90,- nur für den ersten, jeder Weitere zahlt nur 30,- zzgl. Verbandsabgaben.

    Unverschämt billig sind wir für Kinder und Jugendliche - nur 60 Euro pro Jahr incl. Schießstandflatrate, Waffenmiete, freier Pressluft, freier Diabolos, Trainingslager und Wettkampfgebühren. Wenn dann die Eltern quieken, weil sie das Hotelzimmer in München anteilig bezahlen müssen, weiß ich auch nicht weiter.

    Jeden Tag ´ne grüne Tat: Verbieten, was ein andrer mag!

    "Das Scheibenbild zeigt zum Schützen." (DSB Sportordnung 0.4.1.1)

  • Unsere fünfjährige Tochter ist seit einem Jahr in der Musikschule. Eine Stunde pro Woche, außer in den Ferien. Der Monatsbeitrag beträgt 24 Euro und die Warteliste ist ewig. Dafür gibt es professionelle Anleitung mit pädagogischem Konzept.

    Lächerliche Beiträge verglichen mit reiten, skifahren, Tennis auf niedrigstem Level.

    Wobei mancher angehende Musiker noch die Möglichkeit hat mit der erlenten Kunst wenigstens die Spesen zu verdienen.

    Schützen sind da halt wie viele Fußballer, jeder Vater, Opa und andere Sportschaubiertrinker ein Bundestrainer, da muß er dann keinem Trainer noch Geld in den Rachen werfen.

    Allerdings bewegt sich sogar die Schützenwelt, nur wesentlich langsamer als andere.

    Schützenvereine könnten mit so einem Beitrag auch endlich Trainer anstellen oder dem vorhandenen elme Entlohnung für ihre Arbeit geben.

    Das müssen die Vereine aber erstmal wollen und da haben viele Schützen noch einen langen Weg vor sich.

    Aber wir sollten auch akzeptieren dass viele Vereine das einfach nicht wollen.

  • Und trotzdem erhält bei uns jeder Kreisligatrainer mindestens 400 Euro monatlich und ab Bezirksliga auch gerne mal 1.000 Euro und mehr. Je nachdem wo der Verein mittelfristig hin möchte.

    Mir sind die meisten Vereine ehrlich gesagt egal und sie dürfen gerne machen, was sie für richtig halten. Ich muss dann nur immer laut auflachen, wenn auf Social Media dann Spendenaufrufe durchgeführt oder um Teilnahme bei einer Abstimmung für eine Spende durch eine lokale Bank gebeutelt wird, damit ein Verein im Jahr 2025 das erste Pressluftgewehr, Lichtgewehr oder Elektronischen Stand kaufen möchte und dafür (auch aufgrund der niedrigen Mitgliedsbeiträge) kein Geld in der Vereinskasse ist.

    Aber warum muss ich bei sowas dann immer lachen? Weil diese Vereine in der Vergangenheit leben und Produkte, die seit 30+ Jahren auf dem Markt sind als Innovation verkaufen und modern verkaufen wollen. Und sich dann wundern, warum sie als nicht als Sportverein wahrgenommen werden und Probleme bei der Mitgliedergewinnung haben.