Beiträge von Lanfear

    Ich gaube wir sollten hier bei den Begrifflichkeiten genauer hinsehen.

    • Vereinswaffen, die exklusiv durch ein Mitglied genutzt werden und daher auch nicht durch andere Mitglieder vestellt werden und
    • solche, die eben nicht exklusiv sind.

    Bei Beiträgen von 2-5 EUR im Monat ist Variante 1 nicht darstellbar. Dann geht es nur mit zusätzlichen Gebühren. Ich kenne Vereine, die machen das sinnigerweise so wie ein Musikverein. Da wird im Jugendbereich eine moderne Pressluftwaffe gegen Gebühr exklusiv zur Verfügung gestellt. Sportlich sehr sinnvoll, da die Waffe exakt auf den Sportler eingestellt werden kann. Für Eltern eine niedrige Einstiegsschwelle, da die Kosten überschaubar sind und keine 1-2TEUR für eine Waffe fällig werden.

    Ich verstehe meinen Schützenverein halt als Sportverein. Warum für den Breitensport (ob nun Gelegenheitsschütze oder ambitionierter Freizeitsportler) kein eigenes Sportgerät genutzt werden sollte, erschließt sich mir nicht.

    Waffen, die unter Ziffer 2 fallen, haben aus meiner Sicht eine nur sehr begrenzte eine Daseinsberechtigung. Nämlich genau soviele, wie ich für Probe- oder Schnuppertraining brauche. Warum soll sich nicht auch ein Erwachsener eine Pistole gegen Gebühr leihen. Sinnigerweise gleich von Anfang an. Bei Bogenvereinen ist das schon lange üblich. Da bieten das sogar die Händler an.

    Eine Verpflichtung des Vereins für den Sportbetrieb Waffen kostenlos zur Verfügung zu stellen, sehe ich gar nicht. Da gibt es aus meiner Sicht keinen Unterschied zwischen Breiten- und Leistungssport.

    Ich sehe die Aufgabe des Vereins als denjenigen an, der dafür sorgen muss, dass seine neuen Mitglieder sinnvoll ausgestattet ihren Sport betreiben können. Dass das nichts kosten darf, sehe ich prinzipiell nicht.

    Ich habe mir jetzt aus Frust ein eigenes LG angeschafft. Habe mich seit September letzten Jahres mit den Einstellungen an meinem bevorzugten Vereinsgewehr (LG300 Universal) beschäftig und meiner Ansicht nach auch das Beste rausgeholt. Nebenbei habe ich Vereinskollegen (auch Betreuern der Jungschützen) so meine Erfahrungen weitergegeben. Und siehe da: "mein" Vereinsgewehr war regelmäßig verstellt. Hier und da fielen meine Anmerkungen also auf fruchtbaren Boden...leider nicht für mich, da der Aufwand, das Gewehr auf mich wieder einzustellen langsam nervte. Das Fass lief dann über, als ich zu einem Rundenwettkampf kam und "mein" Gewehr trotz vorheriger Absprache nicht da war. Musste also mit einem anderen Gewehr schießen, das ich in der Kürze der Zeit natürlich nicht ordentlich eingestellt habe.

    Ich lese da aus Deinen Ausführungen ein Anspruchsdenken auf ein eigene nur von Dir zu benutzende Vereinswaffe heraus. Da muss ich mal fragen, wie hoch der Monatsbeitrag bei Dir im Verein ist? Der sollte ja so hoch sein, dass der Vereins aus Deinem Beitrag auch solche exklusiv zur Verfügung gestellt Waffen auch finanzieren kann? Also bei etwa 20 EUR im Monat.

    Sollte das nicht der Fall sein, würde ich gerne wissen, wie Du diesen Anspruch auf eine exklusive Vereinswaffe begründest? Mir würde da nicht viel einfallen bei Druckluftwaffen, die jeder ab 18 Jahre frei erwerben kann. So eine merkwürdige Einstellung kann ich nicht verstehen? Ich erwarte von meinen neuen Vereinsmitgliedern, dass sie sich nach einer gewissen Orientierungsphase eigene Sportgeräte anschaffen.

    Bei uns hat doch tatsächlich jemand in der Hauptversammlung beantragt, der Verein möge eine bestimmte Waffe anschaffen, damit er damit an Kreismeisterschaften teilnehmen kann. Er wolle sich sowas zu Hause nicht in den Tresor legen. Da fällt mir nichts mehr ein. Erwachsene, die über ein eigenes Einkommen verfügen, müssen sich ihren Kram selbst kaufen.

    Der Hessische Schützenverband hat vor 2,5 Jahren eine mehr oder weniger externe Strukturkomission berufen, die Vorschläge zu einer Strukturreform machen sollte. Die Kommission hat geliefert. Eins der großen Themen ist die Reduzierung der Strukturebenen von 3 auf 2. Die intransparent berufenen Arbeitsgruppen, die die Vorschläge umsetzbar ausarbeiten sollen, haben diese Reduzierung nach ersten Zwischenergebnissen bestätigt.

    In Hessen gibt es derzeit 10 rechtlich unselbständige Gaue mit insgesamt 46 Kreisen, für die es schon jetzt nicht mehr genügend Funktionäre gibt. Die Meisterschaftstermine beginnen im November und gehen nahtlos ineinander über. Da bleiben kaum Lücken.
    Angestrebt werden 20-25 Untergliederungen, die sich an den Grenzen der politischen Landkreise orientieren sollen.

    Ich bin sehr gespannt, ob gerade die 57 Kreis- und Gauschützenmeister als Mitglieder des Gesamtvorstands diesen Konzepten zustimmen und damit ihre eigene Ämter zum großen Teil abschaffen werden.

    Unter Sport sind die einzeln Disziplinen laut Sportordnung beschrieben. Da würde ich mehr eher einen Überblick über die Disziplinen vorstellen, der konkret bei Euch im Verein auch geschossen wird.

    Man muss ja nicht alle Vorstandsmitglieder mit Kontaktdaten hinterlegen, aber wenigstens ein namentlich benannter Ansprechpartner mit E-Mail und Telefon wäre wünschenswert.

    Kann nur für Pistole sprechen: Kommt darauf an. Bei reinem Abzugstraining kann man meiner Ansicht nach auf mal das komplette Eqipment verzichten. Wenn ich mir nur nochmal die Charakteristik meinen Abzugs vor einem Wettkampf in Erinnerung rufen will, weil ich am zuvor eine andere Waffe geschossen habe, reichen mir 15 Minuten auf der Couch im Sitzen.

    Für Anschlags- oder Bewegungsübungen würde ich auch Trocken zu Hause zu voller Ausrüstung raten. Ich empfehle auch im Training diejenige Bekleidung zu tragen, die man im Wettkampf tragen wird.

    ...und vernünftig nachhalten

    Bezieht sich das "vernünftig nachhalten" auf Gewehr oder Pistole? Ich kenn mich ja nur in Pistole aus und da spricht man eher von Nachzielen als von Nachhalten, wenn das aktive Weiterfokussieren des Korns unmittelbar nach der Schussabgabe gemeint ist. Erst wenn das "aktivere" Nachzielen beendet ist, beginnt das eher passive Nachhalten, dass für mich eher den Charakter einer Haltekraftübung hat. Das bloße Nachhalten ermöglicht keine Abkommensanalyse. Nach dem Technikmodell Pistole Präzision des DSB heißt die 5. Phase im Bewegungsablauf deswegen auch "Nachziel- udn Rückkehrphase". Steht zwar nicht in allen Ausführung, die zu dem Thema zu finden sind, trifft aber besser das was beim Nachzielen passieren soll.

    Optisch guter erster Eindruck, obwohl ich kein Fan von animierten Diaschauen im Hintergrund bin.

    Die Trainingszeiten gehören nach meinem Dafürhalten auf die Startseite. Dafür würde sich z.B. die rechte oder linke Spalte anbieten. Tatsächlich findet man sie aber versteckt unter Verein/Schießstand/Schießzeiten. Anstelle im Klartext wird dann dort aber der Genehmigungsbescheid mit lauter uninteressanten Detalinfos angeboten.

    Unter Aktuelles gibt es nur Infos, die auf den ersten Blick nichts mit dem Verein zu tun haben. Da müsste nach meinem Geschmack was über den Verein stehen.

    Die Abhandlungen über Sport sind mir zu theoretisch und sagen wenig über die sportlichen Aktivitäten des Vereins aus.

    Die Vorstandsmitglieder werden zwar benannt aber Kontaktdaten sind da keine hinterlegt.

    Beeindruckend ist die Liste der Sponsoren. Hut ab, da werde ich neidisch.

    Das der DSB einen C-Trainer-Lehrgang ausschreibt ist was besonderes. Denn eigentlich ist das nach der Ausbildungsstruktur Landesverbandssache (siehe hier: http://www.dsb.de/bildung/konzep…gsstruktur_dsb/).
    Bei Flinte ist die Nachfrage bisher wohl nicht so hoch. In Hessen z.B. wurden die Flinten C-Trainer fachlich im Rahmen von D-Kadermaßnahmen ausgebildet. Da ich regelmäßig beim Förderkreis Wurfscheibe mitlese, überrascht mich eine zentrale C-Trainer Ausbildung hier nicht. Ergibt aus Qualitätsgründen aus meiner Sicht auch Sinn. Ob es sowas wie eine Qualitätssicherung bei den Landesverbandslehrgängen gibt?

    @Landwehrsmann
    Naja. wenn Du 1.400 für die Tesro ausgeben kannst, dann machen die 400 mehr für die FWB den Bock nicht fett. Von Tesro rate ich ab. Ich keine zumindest 2 Schützen, die damit immer wieder mal Zuführungsprobleme haben. Darauf angesprochen, bekomme ich aber immer zu hören, dass die Waffen, das ja sonst nie machen würden und ganz toll wären. Ja, Nee schon klar. Stell Dir die Frage, warum das auf nationalem/internationalem Spitzenniveau fast niemand schießt? Ja, wahrscheinlich zahlt Tesro zu wenig und deswegen schießen alle die viel schlechteren Waffen von anderen Herstellern.
    Eine GSP (Expert) würde ich nur geschenkt nehmen. Dafür auch noch viel Geld bezahlen? Im Leben nicht.

    Eine Waffe für 1.400 EUR blind kaufen ohne das gleiche Modell mal probegeschossen zu haben? Naja, wenn Du soviel Geld übrig hast.

    Die Kollegen auf der BM nach Tesro oder GSP Expert zu fragen, wird wohl kaum helfen. Da gibt doch keiner zu, dass seine Knarre nix taugt. Wie mit den Beiden, die ich da kenne. Schau Dir lieber an, ob die Tesroschützen störungsfrei durch die Wettkämpfe kommen und ob sie was damit treffen.

    Irgendwie plagt mich aber der Zweifel, ob Du wirklich Rat oder eigentlich nur eine Bestätigung wolltest?

    Wenn es eine neue Pistole sein darf, würde ich auch die Pardini SP (mechanischer Abzug) mit in den Entscheidungsprozeß einbeziehen. Ich würde mich da grds. an dem orientieren, was die internationale und nationale Spitze schießt. Bei den Herren (Schnellfeuer) dominiert die Pardini. Matchgun mit seiner MG2 ist im Kommen. Walther SSP schießt national der ein oder andere. Die Feinwerkbau AW93 ist für Schnellfeuer nicht geeignet. Bei den Frauen (Sportpistole) dominiert auch Pardini. Hier sieht man aber auch noch recht oft die Feinwerkbau. Walther SSP auch eher selten. Gelegentlich noch eine Morini CM22. Matchgun habe ich bei den Frauen nicht auf dem Schirm.
    GSP kann ich nicht empfehlen. Heute für das Einhandschießen aus der Mode gekommen. Kurzer Lauf, hohe Visierlinie, steiler Griffwinkel, sehr vorderlastig. All das ist heute nicht mehr so angesagt. Neukaufen auf gar keinen Fall.

    Den Hinweis von DanielB empfehle ich dringend zu beachten: PROBESCHIESSEN. Am besten nicht nur ein paar Schuss, sondern mal ein ganzes Programm. Du willst ja immerhin rd. 1500-2000 EUR ausgeben. Dafür lohnt es sich auch mal etwas weiter zum Probeschießen zu fahren.

    Ja die wäre grds. was. Ich schieße selbst so eine. Magazin wie bei der Walther SSP von Oben. Langer Lauf, Tiefe Visierlinine und moderner Griffwinkel. Gute Gewichtsverteilung
    Nachteile: Kaum noch Ersatzteile. Einstellung des Abzugs nicht immer einfach. Schießt nicht mit jeder Munition.

    Ein gut erhaltenes Exemplar sollte nicht mehr als 300 EUR kosten. Bitte zerlegen und auf jeden Fall die Befestigungsflügel der Abzugs-/Schlaghammereinheit auf Risse prüfen.

    Ich denke, man kann. Sogar sportlich sehr erfolgreich. :)
    http://www.svkwh.de/wir-uber-uns/beitrage/

    Eine der dortigen Rahmenbedingungen ist wohl, dass der Verein eine in Gemeindeeigentum stehende und von der Gemeinde unterhaltene Raumschießanlage nutzt, zusammen mit zwei weiteren Vereinen ?
    Carcano

    Auch bei uns werden Beitragsanpassungen notwendig sein, wenn wir auch noch in 5 Jahren erfolgreich sein wollen. Siehe meinen Beitrag hier zur Bezahlung von Trainern: Wie viele Trainer haben wir im Schießsport?
    Bei unserer Beitragssituation 36 EUR Jugend und 60 EUR Erwachsene arbeiten wir nur kostendeckend, weil unsere Trainer nur in Höhe der erhaltenen Zuschüsse bezahlt werden und wir keine Investitionsrücklagen einkalkuliert haben. Ohne die kostengünstige Nutzung der städtischen Schießanlage wären nicht mal diese Beiträge darstellbar. Wir werden wohl zukünftig auf Beiträge von 120-150 EUR für Jugendliche und 160-200 EUR für Erwachsene wechseln müssen, wenn wir zeitgemäße Anlagen und angemessene Trainerausstattung als sinnvollen Teil unserer Weiterentwicklung betrachten.

    Ich bin sehr froh, dass unsere beiden Nachwuchsschützen die Trainerausbildung begonnen haben und beide hoffentlich erfolgreich im kommenden Jahr abschließen werden. Zum Glück gab es keine Diskussionen mit dem Verband, ob die beiden wegen ihrer fehlenden Volljährigkeit überhaupt teilnehmen dürfen. In Hessen muss die Jugendbasislizenz als Vorstufenqualifikation absolviert werden. Erst wenn die die beiden volljährig sind, werden sie die Lizenzen (Jugendbasislizenz, Schießsportleiter und C-Trainer) ausgehändigt bekommen.

    Der zeitliche Aufwand ist für zwei Kaderschützen, die Beide in der Oberstufe am Gymnasium sind, erheblich:

    • 1 WE (Sa+So) Erste Hilfe
    • 1 WE (Sa+So) Sachkunde (gut ok, ist auch für den eigenen Waffenerwerb sinnvoll)
    • 1 WE (Sa+So) Jugendbasislizenz
    • 1 langes WE (Fr-So) Schießsportleiter
    • 1 Woche (Mo-Fr) Trainer C Grundlagen (1. Woche nach den Weihnachtsferien - Nur mit Ausnahmegehmigung der Schule)
    • 2 lange WE (Fr-So) Trainer Fachteil Luftpistole

    Das nötigt mir schon eine Menge Respekt ab. Die Kosten darf man dabei ebenfalls nicht außer Acht lassen. An reinen Lehrgangsgebühren kostet die Ausbildung rund 800 EUR. Dank einer erfolgreichen Bewerbung für ein Trainerstipendium seitens der Sportjugend Hessen, der Unterstützung des Schützengaus und des Vereins müssen die beiden Jugendlichen wenigstens diese Kosten nicht tragen.

    Hut ab vor Califax, der sich 10 TE pro Woche ohne Honorierung gibt. Das ist aber nicht zukunftsträchtig. Was passiert aber, wenn Califax die Motivation abhanden kommt oder er aus gesundheitlichen/beruflichen Gründen kürzer treten muss. Ist bei uns ganz ähnlich. Unsere zarten Erfolge hängen bei uns im Prinzip von 2 Personen ab. Wenn die beiden in den Sack hauen, dann fängt das "Sterben" wieder an.

    Deshalb steht bei uns ganz oben auf der Agenda die Schaffung von Vereinsstrukturen, die diese Abhängigkeit auflösen. Wer will den schon Nachfolger im Vorstand werden, wenn damit neben der reinen Vorstandstätigkeit auch noch das Jugend- und Erwachsenentraining samt Wettkampfbetreuung dran hängt. Deswegen ist der erste Schritt das Herauslösen der Trainer und Betreuertätigkeit. Das muss aber auch ansatzweise angemessen honoriert werden.

    Wir müssen also eine Kultur schaffen, in der es wie anderen Vereinen und Sportarten auch, völlig normal ist, dass Trainer honoriert werden. Warum soll ein ehemaliger Landeskaderschütze mit ggf. Trainerausbildung nicht bei uns die Jugend 1,2 oder 3 trainieren, um sich was dazu zu verdienen. Soll ich ihn etwa an der Tankstelle oder in der Gastronomie arbeiten lassen? Nein, diese Kandidaten müssen das bei uns als Trainer können.
    Ich mach mal eine Beispielkalkulation auf:
    Ich setze für einen C-Trainer für eine TE (45 Minuten) 7 EUR an. Bei 2x Training die Woche mit je 2 TE für unsere Jugendabteilung sind das bei einem Zuschuss von 1,50 EUR pro TE und im Mittel 8 Teilnehmern im Training 11 EUR pro TN im Monat. Derzeit nehmen wir 3 EUR pro Monat Mitgliedsbeitrag, die nicht mal die Wettkampfstartgebühren tragen. Wir müssten also 14 EUR pro Monat nehmen, damit wir die Kosten halbwegs decken könnten. Dazu kommen für die Jugendschützen, die Kosten für die Munition und die Waffen, wenn keine eigenen vorhanden sind.

    Damit wären wir über dem Niveau der örtlichen Sportvereine, aber noch deutlich unter dem Niveau der Musikschule. Und machen wir uns nichts vor: 7 EUR pro TE sind an der unteren Grenze. Das ist gerade der Mindestlohn, wenn man Vor- und Nachbereitung weglässt. Mittelfristig möchte ich wenigstens zu einem Satz von 15 EUR pro TE kommen.

    Hier mal ein paar Daten aus meinem Gau (114 Vereine bei rd. 7.700 Mitgliedern) nur für Pistole von Anfang 2013:

    1x Diplom
    1x A-Trainer
    4x B-Trainer
    38 C-Leistung
    10 C-Basis

    Diese Trainer verteilen sich auf 33 Vereine:
    1 Verein mit 5 Trainer
    1 Verein mit 4 Trainer
    4 Vereine mit 3 Trainer
    7 Vereine mit 2 Trainer
    20 Vereine mit 1 Trainer

    Von den 13 Vereinen mit mindestens 2 Pistolentrainern haben 7 Vereine keine nach außen erkennbaren Jugendaktivitäten im Pistolenbereich.

    Die Lizenzerteilung liegt nicht länger zurück als:
    2 Jahre 10x
    5 Jahre 7x
    10 Jahre 8x
    20 Jahre 16x
    >20 J 13x

    Für die Lizenzdaten hat der Landesverband eine Datenbank.

    Zunächst einmal vielen Dank, dass zu diesem Thema doch noch ein Gedankenaustausch zustande gekommen ist.

    So neu ist das Nachwuchsleistungssportkonzept nun auch wieder nicht. Es gab ein im Wesentlichen zuvor gleiches Konzept. Neu ist eben der Teil der Talentsichtung, der mein Interesse geweckt hat.

    Die im Konzept vorgesehen Ansätze mit einer Sichtung auf der sportartübergreifenden und auch vereinsübergreifenden Ebene gefolgt von sportartspezifischen Sichtung halte ich grds. für sinnvoll. Auch für die sportartspezifische Sichtung sollen zukünftig "Sichtungstrainer" nach von den Spitzenverbänden erarbeiteten Standards Talente sichten.

    Eine Verbesserung der Sichtungsmechanismen zumindest in Hessen für Pistole erscheint mir sinnvoll. Hier ist es viel zu sehr vom Zufall abhängig, ob ein Schütze gesichtet wird.

    Ob das Nachwuchsleistungsportkonzept des DOSB insgesamt als sinnvoll angesehen wird, ist durchaus ein lohneswertes Diskussionsthema, war aber von mir hier nicht indendiert.
    Auch das Thema Mitgliedergewinnung ist spannend. Ich würde das aber gerne hier heraushalten und mich auf die Frage der Talentsichtung beschränken.

    Das Konzept hatte mich dazu veranlasst beim DSB nachzufragen. Die Antwort war nicht so ganz wie erhofft. Es gibt keinen offiziellen Talenttests im Sinne des DOSB-Konzepts. Allerdings gibt es durchaus Überlegungen, welche Voraussetzungen leistungsbestimmend für das Sportschießen sind. Ich konnte in diesem Zusammenhang an einer Schulung für STEPS (Sportpsychologische Trainings- und Erfassung Programm Sportschießen) teilnehmen. Am STEPS-Projekt und seinen Vorgängerprojekte SensoControl ist wesentlich der Leipziger Sportspsychologe Hannes Kratzer beteiligt. STEPS lässt sich auch für Sichtungszwecke nutzen. Es kann z.B. Reaktionsgeschwindigkeiten messen. Mehr zu STEPS gibt es hier: http://www.iat.uni-leipzig.de/aktuelles/mit-…itzenleistungen
    Dr. Kratzer mahnte aber zu Vorsicht bei allen Talenttests, ob nun physischer oder psychischer Natur. Nicht der ist-Zustand sei allein entscheidet, sondern sehr stark auch die Fähigkeit den Ist-Zustand entwickeln zu können.

    Viel schlauer als vorher bin ich nun also noch nicht. Mithilfe von STEPS kann ich nun die sportpsychologischen Faktoren testen. Ich kann auch die allgemeine Athletik testen. Ob das bei einem einmaligen Test sinnvolle Aussagen zum Talent für das Sportschießen zulässt, darf bezweifelt werden.

    Mein Grundproblem ist damit nicht gelöst. Wir haben nur wenige Plätze für Neuzugänge im Nachwuchsbereich. Da die Talentsichtung wohl eben nicht so einfach ist, muss ich das Risiko eingehen, diese wenigen Plätze an Kinder zu vergeben, die sich dann als wenig begabt erweisen. Das ist unbefriedigend.

    Was die Sichtung auf Landeskaderebene angeht, haben wir zumindest im Pistolenbereich in Hessen ein Problem. Zur Sichtung müssen die Vereine die Nachwuchsschützen anmelden. Viele Vereine wissen gar nichts davon, weil der Ablauf sehr gut auf der Internetseite des Verbands versteckt ist. Nur die auf diesem Weg angemeldeten Schützen werden zur Sichtung eingeladen. Es gibt keinen aktiven Sichtungsprozeß im Verband, sondern nur diesen passiven durch die Meldung der Vereine. Nachwuchsschützen mit guten Leistungen auf der Landesmeisterschaft oder Deutschen Meisterschaft ohne entsprechende Meldung zur Sichtung bleiben so außen vor. Das ist aus meiner Sicht nicht akzeptabel. Wer also als vielversprechender Nachwuchspistolero im falschen Verein ist, der kommt nicht in den Landeskader.

    Das wäre nur hinzunehmen, wenn sich soviele Bewerber finden würden, dass der Verband sich die besten herauspicken können. Die Realität sieht anders aus. Bei Freie Pistole gibt es meist nicht mal soviel Bewerber wie Plätze. Im Schülerbereich deckt sich die Bewerberzahl geradeso mit den freien Plätzen. Selten mehr. Selbst bei Schnellfeuer lagen die Bewerberzahlen dieses Jahr gerade bei 4 für 3 freie Plätze.
    Bei den Mädchen gabs dieses Jahr für die 3 freien Plätze immerhin 5 Bewerberinnen. Bei dieser Situation wäre die im DOSB-Konzept vorgesehe Sichtungabwicklung aus meiner Sicht zu begrüßen.

    http://www.svkwh.de/wir-uber-uns/sportler/[/url]

    100 % aller deutschen Schützenvereine wären froh,wenn sie im unter-18-Bereich einen BRUCHTElL Eurer Erfolge nennen könnten.

    Macht weiter so !

    Carcano

    Dankeschön, wir geben uns Mühe und arbeiten weiter.
    Erfolge haben wir erst, seitdem wir uns stark im Nachwuchsbereich engagieren. Die erste nationale Medaille gab's erst 2012 mit Sportpistole Jugend. Unseren Verein gibt es allerdings schon seit 1956. Diesem Umstand war meine Aussage geschuldet, dass wir nicht erfolgsverwöhnt sind.

    Hab's auch gerade gesehen.:
    Den LP-Weltrekord hält Jin Jong-oh ja bereit seit 2009 mit 594 Ringen. Unglaubliche Leistung. Der dreifache Olympiasieger hat da in einer anderen Liga geschossen. Auf Platz 2 (566 Ringe) in der Quali hat er zur Zeit einen Riesenvorsprung. Bin sehr gespannt, ob er das auch ins Finale überträgt.

    Hier das Schussbild:
    http://www.issf-sports.org/pages/resultta…b493b313b303b30

    Bei mir liegt schon seit Februar das Nachwuchsleistungssportkonzept 2020 des DOSB auf dem Tisch. Mich interessiert insbesondere der Teil C 2 "Talente suchen und finden". Im Abschnitt 2.2. ist dort die Rede von sportartspezifischen Talenttests. Ich zitiere hier mal die entsprechende Passage:

    Zitat

    Jede Sportart stellt andere Anforderungen an Koordination, Kondition oder Psyche. Kinder und Jugendliche sind unterschiedlich mit Fähigkeiten und körperlichen Voraussetzungen ausgestattet. Um sagen zu können, welches Kind sich für eine bestimmte Sportart besonders eignet, ist es erforderlich, die Anforderungen dieser Sportart möglichst genau zu kennen. Es liegt in der Verantwortung der Spitzenverbände sportartspezifische Talenttests zu entwickeln und flächendeckend in den Landesfachverbänden einzuführen. Der Schwerpunkt der Tests liegt auf dem Überprüfen der Koordination, der Bewegungstechnik und der Schnelligkeit sowie relevanter Persönlichkeitseigenschaften. Die Kinder werden nicht nur einmalig, sondern mehrfach gesichtet. Die Ergebnisse der sportartspezifischen Talenttests sind über den jeweiligen Spitzenverband zu sammeln und mit wissenschaftlicher Unterstützung auszuwerten.


    In Anlage 3 des Konzepts werden dann noch Handlungsempfehlungen zur Talentsuche aufgelistet.

    Mich interessiert das Thema deswegen besonders, weil wir bei uns im Verein die Situation haben, dass wir bei der Neuaufnahme von Nachwuchsschützen eine Auswahl treffen müssen. Natürlich möchten wir gerne allen interessierten Kindern und Jugendlich ein attraktives Angebot machen. Können tun wir es aber nicht. Unsere personellen und materiellen Resourcen geben das nicht her. Ein sportartspezifischer Talenttest würde mir da durchaus weiterhelfen. So ein Test wäre IMHO auch für die Auswahl von Schützen für die F-, E- und D-Kader sehr hilfreich.

    Ich kenne aus meiner C-Trainer-Ausbildung so ein Handruhemessgerät aus grauer Vorzeit. Wird aber meines Wissens nicht für die Sichtung zum D-Kader eingesetzt. Daneben könnte man auch ein SCATT-System für die Handruhemessung einsetzen. Da liegt aber ja schon die Annahme zugrunde, dass die Handruhe tatsächlich eine Fähigkeit ist, die Testrelevanz hätte. In der B-Trainer-Ausbildung war das kein Thema. Ich habe beim DSB gefragt. Eine Antwort ist für Mitte August angedacht.

    Ich habe für unseren Gaukader Pistole einen "Athletiktest" entworfen, der die aus meiner Sicht relevanten Bereiche erfassen soll (Ist als Anhang zu diesem Beitrag eingestellt) Ich hätte auch gerne die Handruhe getestet. Mir wollte nur kein guter Test einfallen. Dieser Test dauerte mit 2 Helfern und 8 Teilnehmer 90 Minuten und erhebt keinen Anspruch auf Richtigkeit und Vollständigkeit.

    Losgelöst von der Antwort des DSB würde ich auch gerne auf Eure Erfahrungswerte in Sachen Talentsichtung zurückgreifen. Auch zum Leistungssportkonzept im Allgemeinen wäre mir ein Austausch willkommen.