Beiträge von Lanfear

    Eine auf den Verein ausgestellte/adressierte Rechnung ist nur erforderlich, wenn Vorsteuerabzug geltend gemacht werden soll. Auch in Unternehmen ist es nicht unüblich, dass Mitarbeiter Rechnungen von ihrem privaten Geld bezahlen, die an das Unternehmen adressiert sind. Bei Reisekostenerstattungen ein sehr übliches Verfahren. Sich auf den Standpunkt zu stellen, man könne keine vom Sportleiter verauslagte auf den Verein ausgestellte Rechnung erstatten, weil auf dieser Rechnung ja der Vereins als Empfänger benannt ist und sich darauf ein Vermerk mit dem Hinweis "Bereits bezahlt"befindet, ist abwegig. Auf die Idee käme nicht mal der Betriebsprüfer vom FA.

    Eine genaue Vorgabe, wie Auslagen zu erstatten sind, in die Satzung aufzunehmen ist wohl nicht zu empfehlen. Das gehört da nicht rein, wenn man sich als Verein nicht selbst lähmen will. Die Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung verlangen in diesem Zusammenhang zu jeder Buchung einen Beleg. Dazu braucht es aber keine Satzungsklausel. Zu regeln wäre eher in z.B. einer Geschäftsordnung, wer im Verein befugt ist, Ausgaben bis zu welcher Höhe zu veranlassen. Im Zweifel kann nach meinem Verständnis eine nicht autorisierte Verauslagung auch nachträglich durch Genehmigungsbeschluss des Vorstands geheilt werden.

    Zu empfehlen ist auch grds. ein schriftlicher Antrag auf Erstattung von Auslagen. Das ist zwar nicht zwingend, macht dem Kassierer aber das Leben leichter. Ansonsten kann der Kassierer zu dem eingereichten Beleg auch einen ergänzenden Eigenbeleg anfertigen, in dem notiert wird, das es sich bei der Auszahlung um die Erstattung einer Auslage an Herrn XYZ handelt.

    Ich habe einen Timer von TFA Dostmann. Damit er nicht piept, habe ich die Kabel zum internen Lautsprecher durchtrennt. Dazu muss das Teil nur einmal kurz auf- und zugeschraubt werden. Die Größe der Zeitanzeige ist für mich genau passend. Zur Not kann mein Standnachbar mitlesen.

    Dieser Vorgang geht solange bis das ,, Achtung ,, kommt, jetzt wird der Arm schnellstens auf die obere Position gezogen. Von dort beginnt jetzt der aktive Ablauf, wie nach einem getätigten Schuss.

    Uhren, sorry, brauchen Schützen die Angst vor der Zeit haben, und diese in der Regel auch nicht nützen, sondern untätig abwarten.....

    Mir ist die Zeit zwischen Achtung und Start mit 7s zu knapp. Ich benötige etwas mehr Zeit und gehe bereits bei -3s nach oben und nehme das Visier auf. Bei Achtung beginne ich die Absenkbewegung. Ohne Uhr ist das nicht umsetzbar.

    Den letzten Satz finde ich sehr überheblich. Ich hätte den so nicht geschrieben.

    Das sieht aber nicht wie das übliche eingefräste Bushing ähnlich 1911 aus, sondern eingeschraubt wie das Original? Gibt es dafür Vorbilder bzw. wer macht so was?

    Das zurückversetzte Züngel läßt auf nicht ganz so große Hände schließen. Wie kommst Du mit dem doch recht starken Griff zurecht?

    Das Bushing ist wie das Original eingeschraubt, aber enger gepasst. Gemacht hat das Timo Zindel aus Mainhausen, von dem auch die zuvor erwähnte ZPW Raptor ist. Das Züngel ist in der Tat meinen eher kurzen Fingern geschuldet. Zusammen mit den flachen Griffschalen passt das Volumen, trotz doppelreihigem Magazin gut.

    Bei uns kann man im Verein nicht einfach so aktives Mitglied werden, wenn man nicht ausgebildeter Schütze ist. Wie ich auch an anderer Stelle schon ausgeführt habe, muss verpflichtend ein Kurs absolviert werden, in dem die Grundlagen des (olympischen) Pistolenschießens vermittelt werden. In dem Kurs wird das Schießen an 8 Abenden und einem Tageslehrgang beigebracht. Am 7. Abend steht erstmals das Schießen mit der Kleinkaliber-Sportpistole auf dem Programm. Da haben die Teilnehmer dann ihren ersten Feuerwaffentermin, wenn sie sich bis dahin entschieden haben, Mitglied werden zu wollen. Danach stellen wir mit entsprechenden Leihwaffen sicher, dass unsere Schützen ihre Trainingstermine mit erlaubnispflichtigen Waffen nachweisen können, wenn sie entsprechend am Training teilnehmen.

    In einem Verein, in dem ich als Neueinsteiger nicht geregelt hätte Feuerwaffen schießen können, wäre ich seinerzeit nicht beigetreten.

    Du machst mir Angst... wieso habe ich mich dafür angemeldet? :( Welcher Verband und wer war Referent?

    Nach der Beschreibung kann das nur in Hessen (HSV) gewesen sein. Die Referenten nehmen sich da nicht viel, weil die konzeptionelle Umsetzung der Rahmenvorgaben für die Schießsportleiterausbildung in Hessen leider nicht optimal ist. Das Problem gibt es leider in mehreren Ausbildungen im HSV. Das liegt meiner Ansicht nach am Bildungskonzept und -controlling. Das gibt es nämlich so gut wie gar nicht. Das Problem ist den Verantwortlichen durchaus bekannt. Erste Maßnahmen sind wohl schon eingeleitet. Mal sehen, ob sich das in 2019 endlich in die richtige Richtung entwickelt.

    Ich schieße selbst eine umgebaute CZ97B in 5 Zoll. Würde ich eine neue kaufen müssen, dann käme in meine Auswahl:

    Wenn ich das 1911-Design mögen würde, würde wohl kein Weg an der Les Baer vorbeiführen.

    Ich habe auch eine zeitlang eine Sig Sauer X-Six P220 (altes Modell) geschossen. Der Abzug war mir aber nicht gut genug auf mich einstellbar. Außerdem habe ich kleine Hände, da kam mir die X-Six nicht gerade entgegen.

    Die CZ79 Sport von Oschatz (Tschofen) ist eine tolle Waffe, braucht allerdings nach meinem Geschmack noch ein bisschen Feintuning hinsichtlich des Auswerfers und des Abzugs. Wer das nicht haben will und alles aus einer Hand nehmen will, dem empfehle ich die ZPW Raptor, die auf einem CZ97 Griffstück basiert. Ich bekomme übrigens keine Provision von Timo Zindel, auch wenn er bei mir in der Nachbarschaft wohnt.

    Heute ging es zur BM-Wettkampfstätte um mich ein bisschen mit der Umgebung vertraut zu machen. Es ist ein recht angenehmer Stand, unaufgeregt und ruhig, wenig Hall, sehr aufgeräumt und allgemein recht geräumig. Weiterhin stand die Gewöhnung an die helle Scheibenbeleuchtung im Vordergrund. Damit habe ich des Öfteren Probleme, mein Auge wandert nach einer gewissen zeit automatisch auf die Scheibe, wenn ich mich nicht konzentriere. Oder der Blick (das Korn) wird unscharf. Das hat heute aber ganz gut geklappt.

    Weniger gut funktioniert hat die verlangsamte Arbeitsphase in Verbindung mit der Druckerhöhung am Abzug. Sowohl einzeln betrachtet als auch in Kombination.

    Das betont langsame Gleiten durch den Spiegel in den Halteraum ist schwieriger als ich zunächst dachte, da kommt noch viel Arbeit auf mich zu. Mal dauert die Arbeitsphase 1 Sekunde (schlecht), mal 3 Sekunden (gut). Das bringt meinen Abzusgfinger ziemlich aus dem Konzept und ich habe zur Zeit Schwierigkeiten beide Abläufe miteinander zu synchronisieren.

    Gute Idee, sich die Wettkampfstätte vorher mal anzuschauen. Die helle Scheibenbeleuchtung ist ein normalerweise eine regeltechnische Vorgabe. 1000 Lux auf der Scheibe national und 1500 international bei 200 Lux im Raum. Das ist heller als man es meistens gewohnt ist.

    Langsame Arbeitsphase in Kombination mit aktiver Druckerhöhung ist die hohe Kunst. Es ist daher nicht verwunderlich, wenn das noch nicht klappt. Ich würde den Fokus auf die Verlangsamung legen und erst dann den aktiven Druckverlauf dazu nehmen, wenn sich die Langsamkeit stabilisiert hat. Das muss noch nicht zur Bezirksmeisterschaft sein. Bis dahin wirst Du aber ein akzeptables Niveau erreicht haben. Wenn das bei 80% liegt wäre das schon ausreichend.

    Wenn Du in der Arbeitsphase kein akzeptabel langsames (80%-Niveau) erreichst, dann konsequent absetzen. Damit Du nicht dauernd absetzt, ist ein gewissen Maß an Verbindlichkeit sich selbst ggü erforderlich. Unverbindlich ist es abzuwarten, ob es klappt und dann zu schießen. Verbindlicher ist in meinen Augen, der feste Wille und eine klare mentale Ansage, die Muskulatur das machen zu lassen, was ich als Schütze will.

    Die aktive Druckerhöhung solltest Du mittelfristig erarbeiten, sie ist aber für ein gutes Ergebnis nicht zwingend. Du solltest sie daher nicht überbewerten.

    Wenn das alles für dich eine Plage ist, dann höre doch mit dem Schießsport auf!

    ( Ich selbst schiesse auch 5 Disziplinen und bin seit fast 30 Jahren Jugendleiter bzw. Stellvertreter, und jammern nicht, es gehört zum Sport dazu!:))

    Ich bin heilfroh, dass die Strukturreform in Hessen die Reduzierung um eine Ebene gebracht hat. Vor der Reform haben wir als engagierter Verein im Nachwuchsbereich eine furchtbare Termindichte von Januar bis Juni über drei Ebenen Meisterschaften gehabt. Wer mit einigen Mannschaften im Schüler, Jugend- und Juniorenbereich in mehrer Disziplinen bei den Meisterschaften teilgenommen hat, weiß von was ich rede. Wenn bei den Mannschaften auch noch gut die Hälfte im Landeskader ist, war das ein Riesenaufwand. Leider mussten aufgrund der Mannschaftsregelungen vor 2018 auch alle Kaderschützen an allen Meisterschaftsebenen teilnehmen. Jetzt schießen mit einer deutlich geringeren Termindichte bis Ende April die Bezirksmeisterschaften und starten dann Anfang Juni in die Landesmeisterschaften. Außerdem gibt es seit 2018 die Regelung, dass auf der Landes- und Bundesebene aus Einzelschützen eine Mannschaft gebildet werden kann. Der Zwang Mannschaften bereits auf der ersten Meisterschaftsebene zu bilden, ist damit weggefallen. Viele unsere Nachwuchsschützen aus den Kadern starten daher erst auf der Landes- oder Bundesebene. Eine sehr willkommene Regelung.

    Vor diesem Hintergrund scheint mir die Aussage von moinman doch ziemlich daneben zu sein.

    Da vermag ich Dir in der Tat nicht zuzustimmen. In Deiner Zielgruppe 3 haben wir im Verein eher niemanden. Ich würde, wenn überhaupt unsere 3 C-Kader-Schützen dazu zählen. Die brauchen aber eher weniger Kurse, sondern vielmehr 1-2 pro Woche jemanden, der sie auf dem richtigen Weg hält. Da zählt Eigeninitiative deutlich mehr. Dazu kommt dann 1x Lehrgang im Monat. Insofern ist der Verband bei der Zielgruppe Kader im Boot. Sonst kenne ich diese Zielgruppe 3 eher nicht.

    Warum sollen Zielgruppe 1 und 2 nichts dafür zahlen? Ich neige dazu Dir insofern zuzustimmen als das ich bei Zielgruppe 2 ein bestimmtes Traininingskontingent bereits im Beitrag einkalkuliert sein könnte. Den Trainer zu bezahlen, der sich da Woche für Woche hinstellt ist dann Teil Deiner Solidarleistung als Mitglied. Dann muss der Beitrag aber eben auch entsprechend hoch angesetzt sein. Was im Verein solidarisch umgelegt wird und was auf den einzelnen verteilt wird, kann jeder Verein frei für sich entscheiden. Da gibt es sehr unterschiedliche Modelle.

    Auch ich möchte, dass sich unsere neuen Mitglieder wohlfühlen. Sehr wohl sogar. Hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Ich will diejenigen Menschen herausfiltern, die gut zum Verein passen und die anderen nach Möglichkeit außen vor lassen. In die Neumitgliedergewinnung und -betreuung sollte man als Verein viel Energie und Motivation stecken. Da bin ich bei Dir. Aber warum sollte ich die Mitgliedschaftsaspiranten finanziell und vor meiner Meinung schonen? Warum sollte ich nicht sagen dürfen, was ich als Vetreter der Gemeinschaft von Ihnen als Neulinge erwarte? Das halte ich für sehr wichtig. Jeder unserer Kursteilnehmer weiß auf was er sich einlässt, wenn er Mitglied wird. Wir erwarten eine aktive Beteiligung am Sportbetrieb unseres Vereins. Das benennen wir auch so: "Wenn Du hier Mitglied werden willst, musst Du an Meisterschaften und Rundenwettkämpfen mitschießen. Wenn Du das nicht willst, bist Du kein schlechter Mensch aber bei uns eben falsch. Gerne empfehle ich einen anderen Verein." Es funktioniert leider nicht nach dem Prinzip Hoffnung. Ich habe das schon durch, dass ich meine Zeit und Energie in Neumitglieder investiert habe und mir Frust geholt habe. Jedesmal die ganze Zeit reingesteckt und dann am Ende nichts Brauchbares für den Verein herausgekommen. Brauchbar im Sinne von a) Schiesst an Meisterschaften und RWK mit oder b) engagiert sich im Verein. Das mache ich nicht mehr.

    Ich glaube, dass Neueinsteiger im Schießsport im Erwachsenenbereich grds. eine hohe Bereitschaft haben, sich ihr neues Hobby auch was kosten zu lassen. Im Nachbarverein werden hin und wieder Tageslehrgänge zum Thema Kurzwaffe GK DSB angeboten. Da sind die Plätze regelmäßig trotz 100 EUR Teilnahmegebühr ausgebucht. Bei uns hat noch kein Neueinsteiger gemeckert, dass er 250 EUR für den Einsteigerkurs bezahlen soll. Warum auch. Schießen ist kein preisgünstiges Hobby. Ich erwarte ja auch, dass sich die Schützen hinterher eine Luftpistole, eine Sportpistole und eine GK-Waffe zulegen. Das sind rund 5.000 EUR. Die Munition für 4x im Monat Training sollen sie sich auch leisten können. Wieso sollte ich da Hemmungen haben für eine gute Betreuung durch einen Trainer 250 EUR zu nehmen? Genau an der Stelle sollte ich das machen. Die zukünftigen Schützen wollen das durchaus und sind froh über die tolle Heranführung an den Sport.

    Zielgruppe 2 sind ja dann der Rest. Es macht mehr Spaß mit den Willigen zu arbeiten. Wenn ich die Leute richtig herangeführt habe (Zielgruppe 1), dann wird der Kreis der Willigen immer größer. Aber auch hier kann ich nur fragen, warum soll das nichts kosten? Wenn das nichts kostet, muss es entweder solidarisiert sein oder der Trainer bekommt nichts. Wird eher schwierig.

    Vielleicht kommen die Hemmungen ja auch woanders her. Wenn ich Geld dafür nehme, muss ich auch liefern. Dann stehe ich in der Pflicht. Das Mitglied ist dann Kunde, der ein Anspruch auf angemessene Gegenleistung hat. Wir wollten diese Gegenleistung nicht selbst erbringen und haben uns deswegen einen externen Trainer geholt. Ich muss am Ende davon überzeugt sein, dass das was anbiete auch sein Geld wert ist und ich meine Verpflichtungen aus dem Kurs auch einhalten kann.

    Hallo Lanfear.

    Dein Vorteil das Du etwa 1/3 jünger bist wie ich, mir ging mit 60 echt die Puste aus, und das gepaart mit der Erkenntnis das es in dem Umfang wie ich es betrieben habe nicht weiter gehen kann. Wenn ich 2% nachgelassen haben, haben am Ende der Kette 20% oder mehr gefehlt.

    Das Vorrecht der Jugend. Ich mache das jetzt 10 Jahre und verspüre noch keinen Drang aufzuhören. Ich habe allerdings den Vorteil, dass ich einige Gleichgesinnte gefunden habe und es nicht ausschließlich an mir hängt. Ein großer Vorteil. Wenn ich weniger mache, fangen das die anderen auf. Mein Engagement ist über die Vereinsebene hinausgegangen. Daher mache ich im Verein weniger. Das ist zum einen möglich, weil ich eben eine gute Vorstandstruppe habe und zum anderen, weil die Dinge mittlerweile auch einigermaßen funktionieren.

    Was es für mich auch einfacher macht, ist die Erkenntnis, das es eben solange andauert wie es andauert. Sollte ich mal nicht mehr können oder wollen, ist es in Ordnung, wenn es andere anders machen. Noch ist die Zeit aber nicht gekommen ;)

    Aber demnächst bekomme ich eine Tesro PA10-2 als Einstieg mit PCP, dann kann ich auch den kompletten Ablauf machen.

    Hallo MH_LP65 nimm mich mal mit! Was ist PCP?

    Eine Frage zum Halteraum habe ich noch. Ich halte auf die Linie zwischen 6 und 5 an. Ist das wenig "Licht" zwischen Spiegel und Korn?

    Das ist für Einsteiger sehr wenig Kontrollweiß zwischen Spiegelunterkante und Halteraum. Das Kontrollweiß sollte so bemessen sein, dass bei den Bewegungen während des Auslösen im Halteraum immer noch genügend Kontrollweiß oberhalb des Korns vorhanden ist, so dass das Korn den Spiegel während der Bewegungen nicht berührt. Die Linie 6/5 tief ist was für Schützen mit einer sehr guten Halteruhe. Ich würde zum Einstieg 2 Ringe tiefer gehen und die Mitte des Weißen unterhalb des Spiegel also auf Höhe des Rings 4/3 tief empfehlen.

    Bei der Tesro PA10-2 hätte ich zum Einstieg keine Bedenken. Da ist für schmales Geld alles dran was man so braucht.

    Schönes neues Jahr gunvlog,

    Ich sehe uns mit dem Schießsport in einer vergleichbaren Situation wie im Tennis oder im Golf. Da kosten Einsteigerkurse z.B. im Tennis z.B. 5x2h 139 EUR (sehr günstig!). Alternativ auch gerne mal 180 EUR pro Stunde in der 4er-Gruppe oder ein Platzreifekurs im Golf mit 12h für 6 Personen pro Nase 319 EUR. Ich sehe das nicht unbedingt so, dass man bei einem Schützenverein erwarten darf, dass das angeleitete Training im Jahresbeitrag enthalten ist. Ob eine Diskussion hier im Forum die Trainersituation verbessert bezweifle ich. Allerdings verläuft das doch bisher recht produktiv. Ich sehe uns da noch nicht am Ende des Ideenaustauschs.

    Auch für Dich ein schönes neuen Jahr no.limits,
    In der Tat habe ich zuerst die Trainerausbildung begonnen, bevor ich mir Gedanken gemacht habe, ob ich Vorsitzender werden wollte. Vorstandsarbeit wollte ich nach einigen negativen Erfahrungen als junger Mann eigentlich nie wieder machen. Ich hatte aber gerade erst mit Schießsport Ende 2008 begonnen und große Freude daran. Im März 2010 standen dann Neuwahlen an. Unser bisheriger Vorsitzender war deutlich über 70 und wollte nicht mehr antreten. Zeitgleich wollte auch der Sportleiter ausscheiden. Ich habe dann mitbekommen, wie der Vorstand verzweifelt versucht hat, einen Kandidaten für den Vorsitz zu finden. Da wollte ein Vorstandsmitglied, dass nicht selbst kandidieren wollte, einen Grüßaugust wählen lassen, den dann schön das machen sollte, was das besagte Vorstandmitglied vorgeben wollte. Aber auch dafür hat sich niemand gefunden. Auch der von mir sehr geschätzte Kassenwart (übrigens auch mein erster Trainer) wollte kein Vorsitzender werden. Nach mehreren Monaten erfolgloser Suche, habe ich mich nach reiflicher Überlegung zur Verfügung gestellt. Etwas leichter gemacht hat mir diese Entscheidung, dass meine Tochter im Juli 2009 ebenfalls mit Schießen angefangen hat und ich deswegen ja schon mit der Trainerausbildung begonnen hatte. Nicht weil ich sie selbst trainieren wollte, eher damit ich den Trainern auf die Finger schauen konnte. So wurde ich dann parallel zum Vorsitzenden gewählt und habe meinen ersten Trainerschein gemacht. In dem Vorstand waren allerdings einige dabei, die wenig bis gar nichts von meiner Wahl gehalten haben. Es war ein beschwerlicher Weg als Vorsitzender mit einem Vorstand, der einem immer erzählt wie die Dinge zu laufen haben. Meine Trainertätigkeit war auch sehr überschaubar am Anfang. Das ganze begann sich erst zu wandeln, als ich 2011 einen total motivierten aber ziemlich frustrierten Schützen aus einem Nachbarverein überreden konnte mit seinem Sohn zu uns zu wechseln und die Jugendleitung zu übernehmen. Kurz darauf verstarb Anfang 2012 mein ärgster Widersacher völlig unerwartet. In 2012 haben wir mit unserer Jugendmannschaft die erste Medaille bei einer DM geholt. Bronze mit der Sportpistole. Mein Gott was waren wir stolz. Ich bekomme heute noch eine Gänsehaut, wenn ich an die Siegerehrung denke. Die drei Schützen schießen übrigens jetzt 2. Bundesliga LP für uns. Zwei davon sind Trainer bei uns. Ok ich gebe zu: Meine Tochter und der erwähnte Sohn meines damaligen Jugendleiters sind zwei von dreien. Mit dem Tod meines Mentors und bisherigen Kassenwarts ein Jahr später im Januar 2013 war niemand mehr aus der alten Garde im Vorstand. Der bisherige Jugendwart wurde Kassenwart. Von da an ging die Entwicklung recht schnell. Man kann also schon sagen, dass wir uns ein passendes Umfeld geschaffen haben. Zuerst absolut fokussiert auf den Jugendbereich und nur wenig Engagement im Erwachsenenbereich. Aber im Jugendbereich haben wir gelernt, wie Dinge laufen können. Zum Bespiel stammt unsere Waffenvermietung aus unserer Jugendarbeit, die wir dann später in den Erwachsenenbereich übernommen haben. In 2014 ist unsere jetzige Sportleiterin eher zufällig mit ihrem damaligen Freund bei uns eingetreten. Der Freund ist lange nicht mehr dabei. Die Sportleiterin schon. Ein klasse Frau, die genau ins Team passt. Zwei Hauptmotive treiben und dann 2016 an, den ersten Schießkurs anzubieten. Immer wenn jemand neues in den Verein kommt, macht mein Kassenwart oder ich die Einweisung und die ersten Trainings. Dann ist der eine gerade so weit und dann kommt der nächste und das ganze geht von vorne los. Die Qualität ist sehr unterschiedlich. Je nachdem wie viel Zeit wir hatten. Wir beschließen ein neuen Konzept zur Gewinnung und Ausbildung neuer Mitglieder. Diese werden nur noch aufgenommen, wenn sie einen Kurs durchlaufen haben. Der Kurs wird 1x pro Jahr angeboten und von einem neuen noch zu gewinnenden Trainer übernommen. Eine unglaubliche Erleichterung für mich uns meinen Kompagnon. Der neue Trainer ist schnell im Nachbarverein gefunden und die Sportleiterin wird mit der Aquise beauftragt. Sie nimmt den Auftrag sehr ernst. Heute wohnen die beiden zusammen und sind ein Paar. Wie das Leben so spielt. Der erste Kurs 2016 läuft gut. Wir bekommen einige neue Mitglieder hinzu. Zwischenzeitlich haben wir noch einige Kurse mehr gemacht und das Konzeot verfeinert. Wir planen für uns etwa 2-3 neue Mitglieder pro Jahr auf diesem Weg und versuchen die gleiche Menge externe Teilnehmer, die wir für andere Vereine ausbilden. Das klappt ganz gut, obwohl wir seit Juli 2016 keinen eigenen 25m-Schießstand mehr haben und uns extern einmieten mussten.

    Ich kann daher no.limits nur Recht geben. Ich habe mich entschieden, mir ein passendes Umfeld zu schaffen. Dabei habe ich nach Gleichgesinnten (auch in anderen Vereinen) gesucht. Alleine hätte ich das wohl nicht geschafft. Glück war gewiss auch dabei. Vorsitzender bin ich nur geworden, weil es mir wichtig war, dass ich meinen gerade erst lieb gewonnenen Sport ausüben wollte und meiner Tochter ein gutes Umfeld im Verein zu verschaffen. Unter anderen Umständen hätte ich mich wohl auch bloß mit Schießen zufrieden gegeben.

    Vorschlag einbringen und Abstimmung durchführen. Die von der Mitgliederversammlung gewählte Vereinsvorstandschaft kann sich da nicht groß quer stellen. Und wenn der Antrag durchfällt, dann ist das eine demokratische Entscheidung, die man akzeptieren muss und mittragen sollte.

    Ich bin auch Vereinsvorsitzender. Ich halte mich mit meinem Vorstand an die demokratischen Spielregeln. Das heißt aber nicht, dass ich alles machen muss, was die Mitglieder wollen. Natürlich kann jedes Mitglied Anträge an die Generalversammlung oder den Vorstand stellen. Wenn wir als Vorstand einen solchen Vorschlag nicht unterstützen, wird es das Mitglied nicht einfach haben, diesen Antrag durchzubringen. Das halte ich auch für gut so. Das müssen sich die Mitglieder dann schon gut überlegen, ob man einen richtungsweisenden Beschluss gegen den Vorstand durchsetzen will. Umsetzen muss den Beschluss ja dann der nicht ganz willige Vorstand. Ich würde nicht Vorstand in einem Verein sein wollen, der gegen meine Überzeugungen wäre. Das würde vermutlich meinen Rücktritt zur Folge haben. Wer solche Beschlüsse am Ende durchsetzt, sollte auch über die Bereitschaft nachdenken, selbst Vorstand zu werden. Ich habe einige Jahre gebraucht, um meine Vorstellungen im Vorstand mehrheitsfähig werden zu lassen. Anfangs ging fast gar nichts, weil da einige Blockierer mit im Vorstand saßen, später wurde es einfacher, weil ich fast nur Gleichgesinnte im Vorstand hatte. Ich wäre ehrlich gesagt lieber nur Trainer, den Vereinsvorsitz würde ich gerne in vertrauensvolle Hände abgegeben. Hat aber auch Vorteile, wenn ich nicht erst den Vorsitzenden überzeugen muss.

    Lanfear,

    das wäre lösbar, mit einer Hospitanz, bei laufenden Projekten. Das hat eigentlich niemand auf dem Schirm, wäre aber in der Tat sehr Sinnvoll.

    Da sollten beide Seiten aktiv werden, die einen mit Angeboten, die anderen mit persömlichem einbringen, das gehört mal diskutiert...
    eventuell ware da die fehlende Anbindung gelöst. Das können Spannende Aufgaben sein, wer hat den die Möglichkeit in einem LLZ oder im Nationalkader an vorderster Front mal mit dabei sein.

    Ich halte das auch für eine gute Idee. Damit behält man sich den Zugriff auf die Trainer und deren Entwicklung über die eher schmal kalkulierte Fortbildung hinaus. Wenn das bereits im Rahmen der Ausbildung stattfindet, ist das auch "normal" im Bezirks- oder Landeskader zu hospitieren. Hospitation im Nationalkader geht wohl grds. auch. Zumindest für Schnellfeuer und Junioren Pistole würde ich davon ausgehen. Ist vermutlich einfacher, wenn Du einen kennst, der einen kennt und sollte nach meinem Geschmack auch einen konkreten Hintergrund haben. Ist vielleicht eher was für die B-Trainer-Anwärter/Absolventen.

    Die Realität unterscheidet sich auch hier wie in anderen Bereichen vom realen Leben, Eigeninitiative sollte schon vorhanden sein. Ein Vermittlungsangebot Hospitation wäre schon gut, auch wenn es nicht in jedem Verein auf Zustimmung trifft.

    Ich bin in meinem Verein erst der zweite Schütze mit Trainerausbildung gewesen. Der bis dato einzige Trainer hat das eher mehr für sich gemacht. Ich habe von ihm allerdings viel profitiert. Wir mochten uns einfach. Die einzige Anbindung in der Trainerausbildung zu einem Kader war der Landestrainer, der die Ausbildung geleitet hat. Sonst gab es da gar nichts. Ich wäre da nie auf die Idee gekommen, zu fragen, ob ich im Landeskader hospitieren darf. Erst über die Entsendung einiger unserer Sportler bin ich in Kontakt zum Landeskader gekommen. Ich hätte gerade in meiner Anfangszeit als Trainer gerne jemand als Mentor gehabt, der vielleicht etwas besser hätte vernetzt sein können als mein erster Vereinstrainer.

    Vielleicht ist es gar keine schlechte Idee, dass ich als frischer Traineranwärter oder auch als Absolvent einen Mentor zugewiesen bekomme, der mich in den ersten Jahren etwas an die Hand nimmt. Das ließe sich bestimmt auch mit der Fortbildung kombinieren.

    Spannende und angenehm sachliche Diskussion um ein wichtiges Thema. Weiter so!

    Die Motivation, die C-Trainer-Ausbildung zu machen, ist mir bei den Teilnehmern nicht immer ganz klar. Ganz gering dürfte sie aber nicht sein, wenn man den zeitlichen und finanziellen Aufwand bedenkt. Da ist zwar sicherlich der ein oder andere dabei, der das eher für sich und vielleicht auch für sein Ego macht. Die meisten dürften da aber schon einen Antrieb haben, der mit der Situation im Verein zu tun hat und die irgendeine Perspektive auf eine Trainertätigkeit beinhaltet. Da habe ich ja schon mal die Motivierten und Willigen zusammen. Trotzdem habe ich die Erfahrung gemacht, dass nur wenigste davon hinterher auch eine Trainertätigkeit ausüben. Das sagen die Quoten in meinen Fortbildungen wo ich entweder als Ausbilder oder auch als Teilnehmer mitmache. Da ist viel verschenktes Potential. Leider gibt es kein System, das die frisch ausgebildeten Trainer abholt, ggf. auffängt und evt. auch vermittelt. Frisch nach der Ausbildung sind die meisten doch motiviert auch was zu machen.

    Der Hessischen Schützenverband hat für 2018 erstmals Honorartrainer für regionale Jugend-Bezirkskader als Unterstützung für die Trainer in diesen Bezirkskadern zur Verfügung zu stellen. Nur wenige der 27 Bezirke haben Bedarf angemeldet. Für den Bereich Pistole waren es 5 Meldungen und 4 Bezirke, die dann tatsächlich einen Bezirkskader eingerichtet haben. Die Kader sollten 5-6 Termine p.a. Training anbieten, zu denen 3-4 mal ein Honorartrainer aus dem Pool, der bis dato unter Vertrag stehenden Honorartrainer abgedeckt werden sollte. Bisher gab es Honorartrainer aber nur für die Abdeckung der Landeskadermaßnahmen. Im Hinblick auf die zusätzlichen Maßnahmen wurde noch der ein oder andere landeskadernahe Trainer in den Honorartrainerpool aufgenommen.

    Am Ende des Jahres gab es eine Auswertungsveranstaltung, bei der festgestellt wurde, dass der HSV nicht genügend Honorartrainerkapazitäten hatte, um die Bezirkskadermaßnahmen zu begleiten. Im wesentlich war das auf das Nichtvorhandensein entsprechend qualifizierter Trainer zurückzuführen. Nicht mal für die Maßnahmen im Pistolenbereich gab es genügend Kapazitäten. Eine bittere Erkenntnis, wenn man bedenkt, dass der HSV jedes Jahr wie bereits erwähnt 6-10 C-Trainer Basis und alle 2 Jahre etwa 6 C-Trainer Leistung ausbildet.

    Die Bezirkskadermaßnahmen sollen weiter unterstützt werden. Als Konsequenz soll die Ausbildung und die anschließende Entwicklung der Trainer überarbeitet werden. Unter anderem soll es eine starke Vernetzung zum Landeskader- und auch den Bezirkskader geben. Frisch ausgebildete Trainer haben damit die Möglichkeit/Pflicht der Hospitation in diesem Umfeld. Darüberhinaus sollen ehemalige Landeskader eine verkürzte Trainerausbildung durchlaufen können. Wenn das sinnvoll umgesetzt wird, dürfte die Basis der gut ausgebildeten und auch vernetzten Trainer deutlich zunehmen. Geht aus meiner Sicht in die richtige Richtung. Im übrigen ist es wohl auch nicht eben einfach geeignete Trainer für den Landeskader und den Bundeskader zu bekommen.

    Zum Thema angeleitetes Training im Verein

    Ob Sportler es normal finden, dass im Verein das Training von einem Trainer angeleitet wird, ist doch eine Frage der Prägung. Wenn der Schütze von Anfang an nicht anderes kennt, als das man den Schießsport in einem durch einen Trainer angeleiteten Umfeld ausübt, dann steht das als "Normalität" gar nicht mehr zur Debatte. Das kann ich aus den Erfahrungen in meinem Verein so deutlich sagen. Ich hatte es anderer Stelle im Forum schon mal erwähnt, dass jeder neue Schütze bei uns verpflichtend an einem Schießkurs teilnehmen muss, so er noch nicht ausreichend schießen kann. Das ganze geht über mehrere Wochen und kostet 250 EUR. Danach nimmt er am normalen Trainingsbetrieb teil, bei dem im Regelfall 2x im Monat angeleitetes Training stattfindet. Diese Stunden sind im Mitgliedsbeitrag einkalkuliert. Dazu können und sollen die Schützen nach persönlichem Bedarf Trainerstunden dazubuchen, die dann separat zu zahlen sind. Außerdem bieten wir regelmäßig Tagesworkshops an, die auch separat zu zahlen sind. Das ist für unsere Schützen völlig normal. Sie kennen es nicht anders. weil wir das schon eine ganze Weile in dieser Richtung praktizieren. Nicht jeder nimmt am angeleiteten Training teil. Das ist auch völlig in Ordnung. Jeder kann, keiner muss, viele wollen aber. Diese Entwicklung hat etwa 6 Jahre gedauert. Ändern kann man nach meiner Erfahrung nur die neuen Mitglieder, die kennen es im Zweifel nicht anders. Unsere Mitglieder "neuerer" Art sind gelegentlich etwas irritiert, wenn sie beim Austausch bei Rundenwettkämpfen oder Meisterschaften erfahren, dass das was bei uns normal ist, in anderen Vereinen nicht vorhanden ist. Wir kooperieren was das Thema Ausbildung neuer Schützen angeht, auch bereits mit dem ein oder anderen Verein, die entweder ihre Sportler zur Ausbildung zu uns schicken oder sich mit uns über das Konzept austauschen, weil sie etwas ähnliches bei sich implementieren wollen oder bereits haben.

    Es gibt bei uns auch kein Akzeptanzproblem hinsichtlich der Trainer und ihren Trainingsgruppen. Dazu folgendes Beispiel. Einer unserer ehemaliger Jugendtrainer (22 Jahre) ist gebeten worden, ob er sich vorstellen könnte, unsere 2. Mannschaft Luftpistole zu übernehmen und sie als "Spielertrainer" nach Möglichkeit in die Hessenliga zu führen. Die 2. Mannschaft hat bisher eher ohne klare Ambitionen in der Bezirksliga geschossen. Sie ist daraufhin neu aufgestellt worden. Dazu haben wir die Zielstellung Aufstieg Hessenliga über Bezirksliga und Oberliga und den Trainer bekannt gegeben und gefragt, wer sich als Mannschaftsschütze zur Verfügung stellen würde. Es haben sich 10 Schützen gemeldet, die dann über mehrere Trainingsmaßnahmen gesichtet wurden. Daraus hat neu ernannte Trainer der 2. Mannschaft dann ein Team aus 6 Schützen zusammengestellt. In dem Pool waren einige Schützen dabei, die der Vater des Trainers hätten sein können. Niemand hatte da ein Akzeptanzproblem. Er hat die Vorgaben gemacht und die Teilnehmer haben umgesetzt (oder es in meinem Falle zumindest versucht). Zumindest die Bezirksliga ist geschafft und der Aufstiegskampf ist terminiert. Da ist eine sehr motivierte Truppe bei herausgekommen.

    Ich gebe aber zu, dass solche Veränderungsprozesse Zeit brauchen und es passende treibende Kräfte dazu geben muss. Selbst ein hochmotivierter Trainer kann sich nicht entfalten, wenn er von seinem Vorstand ausgebremst wird. In diesem Verein ist die Zeit dann noch nicht reif. Der motivierte Trainer muss erhalten werden, ein passendes förderndes Umfeld wäre jetzt gut. Ohne entsprechendes Trainernetzwerk wird das aber schwer.

    Ich glaube, dass wir in der Trainer- und damit auch Ausbildung und Anleitung der Schützen noch einiges Potential haben. Die Vereine sollten begreifen, dass das Heranführen und Begleiten ihrer Sportler durch Trainer ein Mittel zur Alleinstellung und Abgrenzung ist, dass ihnen das Überleben sichern kann. Neue aktive Mitglieder wollen betreut werden und das darf auch ruhig was kosten. Wer davor die Augen verschließt, stellt sich nicht gut für die Zukunft auf.

    Es ist erstaunlich, aber wie vor 6 Jahren schon, denkt Ihr in diesem Forum in Sphären, die weit weg vom eigentlichen Breitensport sind.

    Ich spreche die Grundproblematik der Fehlenden Betreuuer/Traininer, wie auch immer man es nennen möchte, in deutschen Schützenvereinen an. Und Ihr rennt los und diskutiert nur noch über Trainer A, B, B, D was auch immer.

    Das Grundproblem ist und bleibt nicht wirklich das Fehlen von Inhabern solcher Lizenzen, sondern das Problem ist und bleibt das Fehlen von willigen Personen, die sich bereitwillig den Anfängern und auch Fortgeschrittenen annehmen und sie in den Sport heranführen und die Basics beibringen.

    Wenn sich dann der ein oder andere dazu berufen fühlt dies vertiefter zu verfolgen, klar, dann kann eine Weiterbildung und eine entsprechende Qualifizierung erfolgen.

    Aber diese Lizenzen helfen dem Grundproblem nicht im geringsten, das Fehlen einer grundlegenden Trainerstruktur in den Schützenvereinen, oberhalb der Schützenjugend, egal in welchem Verband und vollkommen egal ob Olympisch oder nicht.

    So weit weg vom Breitensport ist das meiner Ansicht nach gar nicht. Eine Qualifizierung der Trainer im Verein ist in meinen Augen sinnvoll aber nicht zwingend nötig. Ich sehe es als Qualitätsmerkmal an, wenn es im Verein Trainer mit entsprechenden Lizenzen gibt. Wäre für mich ein Grund genau zu dem Verein zu gehen. Das der DSB mit seinem C-Trainer da ziemliche hohe Hürden für die erste Trainerqualifikation legt, ist nicht hilfreich. Die Bayern sind da mit ihrem Vereinsübungsleiter schon weiter. Im BDMP und auch im BDS sind mir keine Trainerausbildungen bekannt. In der DSU gibt es eine Vereinstrainerausbildung, die aber nur 1 Tag dauert.

    Das Fehlen von willigen Personen als Trainer ist nicht nur ein Schießsportproblem. Auch in vielen Jugendmannschaften in den Fußballvereinen stehen irgendwelche Eltern, die eigentlich kein Trainer sein wollten, in der Pflicht und leiten die Sportler an. Sie machen es halt, weil die eigenen Kinder mit dabei sind und sonst keiner da ist. Trainerlizenzen wären ebenso wie im Schießsport sinnvoll, vorgeschrieben sind sie aber auch im Fußball nur ab bestimmten Spielebenen. Hier gibt es aber eben auf sehr niedrigem Niveau Trainer, die bezahlt werden. Siehe dazu meine Ausführungen weiter unten.

    Es stellt sich doch die Frage, warum jemand auf die eigene Ausübung des Schießsports verzichtet und sich stattdessen als Trainer zur Verfügung stellt? Langeweile oder weil er sonst nichts zu tun habe würde, trifft vielleicht auf Pensionäre und Rentner zu. Wer noch berufstätig ist, muss sich wohl anders motivieren? Anerkennung und Reputation könnten ein Grund sein. Siehe vielleicht moinman. Er rühmt sich ja damit, dass er einen Nachwuchsschützen in den DSB C-Kader gebracht hat. Ich sage jetzt mal despektierlich, das ist hier im Forum nichts besonderes. Da gibt es zahlreiche Foristen, die das gleiche oder mehr vorzuweisen haben. Das Bedürfnis nach Wertschätzung und Anerkennung würde ich dennoch nicht unterschätzen. Ich bin offen ggü. solchen Dingen. Mir gefällt es, wenn ich Wertschätzung von anderen Trainern und Sportlern, ob meiner Trainertätigkeit entgegen gebracht bekomme. Vielleicht gibt es es einem auch einfach ein gutes Gefühl Wissen und Können an andere weiterzugeben. Irgendeine Motivation braucht jeder Trainer. Solange wir hier keine befriedigenden Antworten finden, komme ich wieder zum Punkt Bezahlen, also extrinsische Motivation. Training anzubieten und Leute bei meinem Lieblingshobby Schießsport weiterzubringen und noch etwas Geld dafür zu bekommen, hilft bei mir auf jeden Fall.

    Antwort von Karl:

    Schön wenn Du es so siehst, das ist aber auch ein Teil es Problems, "was nichts kostet taugt auch nichts"


    Wie kannst du nur so ein Schwachsinn behaupten? Glaubst du wirklich es hat alles mit Materiellem zu Tun , damit besser ausgebildet wird. Das ist in meinen Augen ein Angriff auf das Ehrenamt.

    Und sorry, ich habe Nachwuchsschützen aus unseren Verein das Schiessen beigebracht, die geschafft haben DSB- Juniorenkaderschützen zu werden. Auch unsere 1. Mannschaft stehe ich mit Rat und Tat zur Verfügung. Und dahinter steckt sehr viel Zeit und Arbeit, nicht nur auf dem Stand.

    Ehrenamtlich=Kostenlos ist einer Gründe, warum wir so wenig qualifizierte und engagierte Trainer im Schießsport haben. Ich gebe Karl ja eher selten Recht. In dem Fall liegt er aber goldrichtig. Trainer müssen Geld bekommen und bezahlt werden. Ich bin nur selten bereit, kostenlos als Trainer tätig zu sein. Nicht mal in meinem eigenen Verein. Die einzige Ausnahme mache ich derzeit für einen internationalen Jugendaustausch, weil es der Völkerverständigung dient und ich dafür Dienstbefreiung (also defacto von meinen Dienstherrn bezahlt werde) bekomme. Aber selbst dort muss ich meine Anreise, Unterkunft und Essen nicht selbst bezahlen. Wenn wir anfangen, unsere Trainer in den Vereinen zu bezahlen, haben wir bereits ein Teil der Probleme gelöst. Ein Angriff auf's Ehrenamt ist es im meinen Augen eher, die Vereinsverantwortlichen weiterhin glauben zu lassen, dass Trainer umsonst tätig sein müssen, weil es ja Ehrenamt ist. Der Übungsleiterfreibetrag ist 2.400 EUR p.a. Das sind bei 2x 2h Training pro Woche rund 12,50 pro Stunde. Das passt doch ganz gut für den Anfang. Ist immer noch Ehrenamt, aber eben nicht umsonst.

    Wir zahlen im Verein 6,37 EUR für 45 Minuten Jugend- oder Erwachsenentraining. Da ist noch Luft nach oben. Ganztageskurse zahlen wir von 15-32 EUR pro 45 Minuten (Je nach TN-Zahl) und beim bereits erwähnten obligatorischen Einführungskurs bekommt der Trainer 15 EUR pro 45 Minuten.

    Da gibt es definitiv keine Akzeptanzprobleme bei den Teilnehmern. Jeder der TN weiß, dass der Trainer dafür eben nicht selbst trainieren kann und seine Zeit und sein Know-How zur Verfügung stellt.

    Als Schütze, der beide Extreme (LuPi und GK) schießt, ist mir klar, daß die Disziplinen unterschiedlicher gar nicht sein könnten. Mit einer Trainer- Ausbildung wie oben beschrieben, steht man bei GK auf verlorenem Posten.

    Kann ich so nicht bestätigen. Aus meiner Sicht lässt sich das GK-Kurzwaffenschießen DSB mit Transferleistungen aus den Technikleitbildern der olympischen Disziplinen ableiten. Bei den 150s ist das keine große Kunst. Für die 20s braucht es etwas mehr Aufwand. Ich schieße gerne beide Disziplinbereiche und sehe da für keinen Widerspruch. Was ich mit der LP erarbeite, nutzt mir auch für das GK-Schießen und durchaus auch umgekehrt.

    In der DSB-Trainerausbildung ist vorgesehen, dass in der C-Basis-Lizenz die Kenntnisse für das Anfängertraining im Bereich DL-Waffen LG und LP vermittelt werden. Es ist also noch keine Spezialisierung in Sachen Gewehr/Pistole vorgesehen. Das wird nicht in allen LV so umgesetzt. Es gibt auch den Ansatz bereits in der C-Basis-Ausbildung zu trennen. Nach dem derzeitigen Konzept kommen die KK-Disziplinen dann im C-Trainer Leistungssport als Themen dazu. Im B-Trainer werden die technischen Leitbilder aller olympischen Disziplinen dann sehr detailliert nochmal durchexerziert. Bei den knapp kalkulierten Umfängen in der Trainerausbildung, bleibt da keine Zeit für weitere Disziplinbereiche. Ich finde sie ja schon für die DL und KK-Disziplinen zu knapp. Ohne Eigeninitiative, Fortbildung und viel über den Tellerrand schauen bleibt man da als Trainer mit nur wenigen Grundlagenkenntnissen stehen.

    Es wäre durchaus wünschenswert, wenn es z.B. für GK, Auflage, Vorderlader Module in der Traineraus- und Fortbildung gäbe. Ich sehe nur noch nicht ganz, wer das alles mit Inhalten versorgen soll.

    Der Aufwand C-Trainer Basis zu werden, ist in Hessen nicht klein:

    150 EUR Jugendbasislizenz 1 WE

    210 EUR Schießsportleiter Fr, Sa und So

    285 EUR C-Trainer allgemein Mo-Fr

    300 EUR C-Trainer fachlich 2x Fr, Sa und So

    In Hessen werden pro Jahr etwa 8-10 C-Trainer Pistole ausgebildet. Davon übernehmen die wenigsten wirklich später auch Aufgaben als Trainer.

    In den Fortbildungen die ich mache spiegelt sich das dann wieder. Von 10 Teilnehmern haben höchstens 2 eine Gruppe, die sie trainieren.

    Den Bedarf an qualifizierten und am Sportler handlungskompetenten Trainern sehe ich auch als hoch an. Das ist man meiner Ansicht nach noch nicht, wenn man die Prüfung bestanden hat. Das ist nur die Eintrittskarte. Erst die praktische Arbeit und Erfahrung mit Sportlern qualifiziert den Trainer.

    Trainer, die zwar immer ihre Lizenz verlängern, aber nie praktisch gearbeitet haben, sind als Trainer echte Anfänger.

    Da nehme ich lieber jemanden ohne Lizenz, der aber schon einigen Sportlern das Schießen beigebracht hat. Fachliche Defizite sind schnell ausgeglichen. Handlungskompetenz ist mir wichtiger.

    Wie haben im Verein (alles nur Pistole):

    1x B-Trainer

    2x C-Leistung

    1x C-Basis

    Der nächste C-Basis Trainer ist in Ausbildung. Wir hätten gerne dieses Jahr einen Ausbildungsplatz für einen weiteren B-Trainer gehabt, sind aber leider nicht zum Zuge gekommen. Wenn es passt, schicken wir unseren jetzigen B-Trainer nächstes Jahr auf den A-Lehrgang.

    Wir brauchen diese Qualifikationen im Verein, um unsere Sportler von Anfang an auf hohem Niveau auszubilden und weiter entwickeln zu können. Dafür bekommen unsere Trainer für ihre Kurse, Workshops und Trainingseinheiten auch Geld.