Daß die ARD beim Thema Waffenrecht seit ein paar Jahren zu einer reinen, von den Grünen gesteuerten Propagandainstitution geworden ist, dürfte sich jedem denkenden Mensche ohne weiteres erschließen. Daß aber manche Schützenkollegen willig auf diesen Unsinnszug aufspringen und mitrufen "Hängt die anderen, die sind die bösen", ist fatal.
Die Vorstelleung, daß es Unterschiede zwischen "echten" und "falschen" Sportschützen geben soll, die sich an den verwendeten Schußwaffen festmachen lassen, ist absurd. Schießsport ist, wie es im WaffG so schön heißt, wenn nach einer genehmigten Sportordnung geschossen wird. Ob mit einem LG oder einem Selbstlader, ist dabei egal.
Übrigens: Auch mehrere DSB-Landesverbände bieten in ihren SpO Disziplinen für KK- und GK-Halbautomaten an. Das nur zum Nachdenken, bevor man auf BDS & Co. eindrischt.
Was die Grünen hier versuchen, ist die Wiedereinführung des 2003 - endlich! - aus dem WaffG gestrichenen "Anscheinsparagraphen". Seit Jahren waren sich sämtliche Sachverständigen der 16 LKA und des BKA einig gewesen, daß diese Bestimmung aus sicherheitspolitischer Sicht absolut nutzlos ist, da sich die Deliktrelevanz von Langwaffen ohnehin in sehr engen Grenzen hält. Mithin entfiel der Anscheinsunsinn im Zuge der WaffG-Novelle.
Er wurde aber ersetzt durch § 6 AWaffV, der einige Bestimmungen über das Aussehen von Waffen enthält, die von Sportschützen aufgrund § 14 WaffG erworben werden dürfen. Diese Rechtsnorm sollte man schon kennen, bevor man solchen Unfug von 30-Schuß-Magazinen an Sportwaffen faselt!
Schon unter der vor 2003 geltenden Rechtslage hat sich immer wieder die Frage gestellt, was denn nun spezifisch "militärische" und was "zivile" Schäfte sind. Wie schwierig die Abgrenzung ist, zeigt sich daran, daß damals viele Waffen mit den eigentlich als sportlich geltenden Lochschäften verboten worden sind. Begründung: "Zu kriegerisch". Dies sollte sich vor Augen halten, wer den Grünen beispringt und fordert, daß an "Sportwaffen" nur "Sportschäfte" gehören sollen.
Interessant ist an der neuerlichen Kampagne der Grünen aber, daß sie keine Sicherheitsargumente vortragen. Vielmehr wollen diese ideologisch vernebelten Vulgärpsychologen einfach einem Teil der Schützen die Waffen wegnehmen. Deshalb erstaunt es mich, daß sie hier im Forum auch noch auf Zustimmung stoßen. Bitte vergeßt nicht: irgendwann sind auch die Lichtgewehre dran!
BTW: Wenn schon kriegswaffenähnliche Gewehre im Schießsport untersagt werden sollen, dann würde ich mit dem Karabiner 98k anfangen. Eine Waffe, die tausendfach in den Exekutionskommandos des Dritten Reiches verwendet wurde, kann nicht einfach zu einer harmlosen Sportwaffe umdefiniert werden. Am System 98 klebt zu viel Blut! [Ironie aus.]
Das einzige, was die Grünen für sich ins Feld führen können, ist die unbestrittene Tatsache, daß Deutschland eine zutiefst pazifistische Gesellschaft ist, in der alles, was auch nur entfernt mit Krieg oder Militär zu tun hat, auf Widerspruch stößt. Diese Krankheit ist jedoch weitgehend auf unser Land beschränkt. Gottlob bin ich hin und wieder in Osteuropa unterwegs, wo man über dieses Thema ganz anders denkt.