Beiträge von Zebo

    Gestern waren in Taucha geschätzt etwa 200 Schützen am Start. Damit ist dieser Pokal einer der größten Schießwettkämpfe in Mitteldeutschland. Aber Polizei habe ich dort nicht gesehen, zumindest keine uniformierten Kräfte. Ganz anders das Bild, welches sich auch an diesem Wochenende wieder einmal in deutschen Fußballstadien und deren Umgebung bot:

    Schlägereien vor und nach Bundesliga-Spielen - GMX

    MDR 1 RADIO SACHSEN-ANHALT - Nachrichten um 22:30 Uhr | MDR.DE

    Hauptsponsor droht Dynamo mit Rückzug | MDR.DE

    22 aktive Sportler + dutzende Gewalttäter + hunderte Polizisten in Schutzausrüstung = Millionenkosten für den deutschen Steuerzahler. Allein diese Gegenüberstellung zeigt erneut, wie sicher und ungefährlich der Schießsport aufs Ganze gesehen ist (sofern man also keine extremen Einzelfälle zum alleinigen Diskussionsthema macht).

    Ich habe nicht viel Information darüber, weil ich mich auch damit nicht befaßt habe aber eines weiss ich, unter den Naziregim wurden die Vereine verboten und es lief alles über die Partei.

    Das ist so nicht richtig. Einige Schützenvereine, die sich aus welchen Gründen auch immer der Gleichschaltung verweigerten, wurden verboten. Das war aber keineswegs die Mehrheit. Aufgelöst wurden die Vereine erst nach Kriegsende durch das Kontrollratsgesetz Nr. 8 (vgl. hier).


    @ Murmelchen:

    Danke für den Hinweis auf das Buch von Klemp. :)

    Selbst habe ich noch keine Experimente durchgeführt, mit denen sich die Ausgangsfrage beantworten ließe. Aber ich kann Ian Fleming zitieren, bekanntlich ein Experte auf diesem Gebiet:

    "Scaramanga ist ein unersättlicher, aber wahlloser Weiberheld, der kurz vor einem Mord ausnahmslos sexuellen Verkehr pflegt, da er glaubt, daß das sein 'Auge' verbessert. (Bemerkung: dieser Glaube wird von vielen professionellen Tennisspielern, Golfern, Revolver- und Gewehrschützen und anderen geteilt.)"

    (Quelle: James Bond und der Mann mit dem goldenen Colt, Bern/München 1991, S. 28 )

    Ob's stimmt? :D8)

    Hallo Katja,

    sorry, ich hatte Dich vorhin wohl falsch verstanden. ;):)


    Meine Frage bleibt: haben sich die Schützenvereine anders als andere Vereine verhalten?

    Das ist in der Tat der entscheidende Punkt. Und meine Antwort lautet: Nein. Dies ist einerseits positiv - die Schützenvereine waren keine NS-Fanatiker -, andererseits auch negativ - es fehlten eben zumeist die Kräfte zum Widerstand. Wie alle guten Deutschen haben sie sich dem jeweils herrschenden Zeitgeist und politischen System angepaßt: gestern Hindenburg, heute Hitler, morgen Ulbricht oder Adenauer, übermorgen die Grünen ... :S

    Hallo Katja,

    so recht verstehe ich Deine Einwände leider nicht. In dem Buch geht es weder um den privaten Waffenbesitz noch um (hypothetischen) bewaffneten Widerstand gegen das NS-Regime. Deshalb verfängt Deine Kritik auch nicht. Zumal ich nicht verstehe, was das Jahr 1928 hier zu suchen hat? ?(
    Im übrigen liest sich der Text des von Dir zitierten Autors Stephen Halbrook schon ein wenig anders, als Du es uns darstellst. Er erwähnt z.B. auf S. 512, daß noch Mitte der 30er Jahre Juden im Besitz von Kurzwaffen waren.


    Noch eine Frage an die Kollegen aus NRW: Kennt Ihr das Buch von Borggräfe? Hat der Autor evtl. bei Euch recherchiert?

    Das Thema scheint ja ein heißes Eisen zu sein. Diesen Eindruck vermittelt zumindest das Buch von Henning Borggräfe, zu dem ich dieser Tage eine kleine Rezension geschrieben habe:

    Backyard Safari: Schützenvereine im Dritten Reich

    (Um die mit Verve vorgetragenen Anwürfe des Autors in eine bessere Perspektive zu bringen und damit zu relativieren, wird demnächst noch ein Artikel erscheinen, der ähnliche Erscheinungen im europäischen Ausland darstellen wird und dabei über diesen Text noch hinausgeht.)


    Hat jemand von Euch Borggräfes Buch gelesen? Beschäftigt Ihr Euch mit diesem Thema in Euren Vereinen?
    Daß Borggräfe trotz der Mängel seiner Arbeit nicht gänzlich falsch liegen kann, zeigt m.E. die folgende Reaktion aus Dorsten:

    Verein für Orts- und Heimatkunde Dorsten e.V. - Dorstener Schützenwesen in der NS-Zeit

    Meine letzte Entdeckung ist eine iPhone App bei der man die Scheibe abfotografiert und diese dann ausgewertet wird.

    Das ist doch mal ein sinnvolles Handyprogramm, ebenso wie die App von MEC! :thumbup: Beim LP/LG-Schießen geht es ja noch, aber wer will nach 60 oder 120 Schuß KK noch die großen Scheiben mit nach Hause nehmen und händisch auswerten, Schußbilder aufmalen oder die Scheiben gar aufbewahren?

    Daß die ARD beim Thema Waffenrecht seit ein paar Jahren zu einer reinen, von den Grünen gesteuerten Propagandainstitution geworden ist, dürfte sich jedem denkenden Mensche ohne weiteres erschließen. Daß aber manche Schützenkollegen willig auf diesen Unsinnszug aufspringen und mitrufen "Hängt die anderen, die sind die bösen", ist fatal.

    Die Vorstelleung, daß es Unterschiede zwischen "echten" und "falschen" Sportschützen geben soll, die sich an den verwendeten Schußwaffen festmachen lassen, ist absurd. Schießsport ist, wie es im WaffG so schön heißt, wenn nach einer genehmigten Sportordnung geschossen wird. Ob mit einem LG oder einem Selbstlader, ist dabei egal.

    Übrigens: Auch mehrere DSB-Landesverbände bieten in ihren SpO Disziplinen für KK- und GK-Halbautomaten an. Das nur zum Nachdenken, bevor man auf BDS & Co. eindrischt.


    Was die Grünen hier versuchen, ist die Wiedereinführung des 2003 - endlich! - aus dem WaffG gestrichenen "Anscheinsparagraphen". Seit Jahren waren sich sämtliche Sachverständigen der 16 LKA und des BKA einig gewesen, daß diese Bestimmung aus sicherheitspolitischer Sicht absolut nutzlos ist, da sich die Deliktrelevanz von Langwaffen ohnehin in sehr engen Grenzen hält. Mithin entfiel der Anscheinsunsinn im Zuge der WaffG-Novelle.
    Er wurde aber ersetzt durch § 6 AWaffV, der einige Bestimmungen über das Aussehen von Waffen enthält, die von Sportschützen aufgrund § 14 WaffG erworben werden dürfen. Diese Rechtsnorm sollte man schon kennen, bevor man solchen Unfug von 30-Schuß-Magazinen an Sportwaffen faselt!

    Schon unter der vor 2003 geltenden Rechtslage hat sich immer wieder die Frage gestellt, was denn nun spezifisch "militärische" und was "zivile" Schäfte sind. Wie schwierig die Abgrenzung ist, zeigt sich daran, daß damals viele Waffen mit den eigentlich als sportlich geltenden Lochschäften verboten worden sind. Begründung: "Zu kriegerisch". Dies sollte sich vor Augen halten, wer den Grünen beispringt und fordert, daß an "Sportwaffen" nur "Sportschäfte" gehören sollen.


    Interessant ist an der neuerlichen Kampagne der Grünen aber, daß sie keine Sicherheitsargumente vortragen. Vielmehr wollen diese ideologisch vernebelten Vulgärpsychologen einfach einem Teil der Schützen die Waffen wegnehmen. Deshalb erstaunt es mich, daß sie hier im Forum auch noch auf Zustimmung stoßen. Bitte vergeßt nicht: irgendwann sind auch die Lichtgewehre dran!

    BTW: Wenn schon kriegswaffenähnliche Gewehre im Schießsport untersagt werden sollen, dann würde ich mit dem Karabiner 98k anfangen. Eine Waffe, die tausendfach in den Exekutionskommandos des Dritten Reiches verwendet wurde, kann nicht einfach zu einer harmlosen Sportwaffe umdefiniert werden. Am System 98 klebt zu viel Blut! [Ironie aus.]

    Das einzige, was die Grünen für sich ins Feld führen können, ist die unbestrittene Tatsache, daß Deutschland eine zutiefst pazifistische Gesellschaft ist, in der alles, was auch nur entfernt mit Krieg oder Militär zu tun hat, auf Widerspruch stößt. Diese Krankheit ist jedoch weitgehend auf unser Land beschränkt. Gottlob bin ich hin und wieder in Osteuropa unterwegs, wo man über dieses Thema ganz anders denkt.

    Eine Bedankungsfunktion wäre etwas feines. Sinnvoll aber nur unter den einzelnen Beiträgen, sonst besteht die reale Gefahr, daß aus purer Sympathie Danksagungen gesammelt oder aus Antipathie eben versagt werden. So erlebt in einem anderen Waffenforum, in dem die Bedankungsfunktion zwischenzeitlich eingeschränkt wurde.

    Danke, aber das Thema Urheberrecht ist mir bekannt. Deshalb hatte ich ja nach legalen Grafiken gefragt. ;)

    Da es in DE nichts zu geben scheint, werde ich wohl bei der ISSF anfragen müssen, ob man einige von deren Bildern verwenden darf. DSB - setzen, fünf.

    Hallo allerseits! :)

    Unser Verein tritt jetzt endlich aktiver an die Öffentlichkeit und dafür braucht es natürlich auch Grafiken, die man auf der Webseite, Plakaten, Flyern usw. verwenden kann und darf (Stichwort Urheberrecht). Gibt es entsprechende Bilder und Logos von seiten des DSB, die die Vereine verwenden dürfen, oder muß man wieder selbst in diversen Datenbanken suchen? Hat jemand evtl. weitere Tips? ?(

    @ Schwob:

    Das hat nichts mit abkanzeln zu tun. Auch ich finde Deine Herangehensweise - zurückhaltend formuliert - ein wenig komisch. Aber vielleicht hast Du ja damit Erfolg? Halt uns doch bitte auf dem Laufenden. ;)

    Ach ja, ich habe vorhin meine dritte Einladung für einen Wettkampf nach Polen bekommen, erstmals auch für andere Schützen aus meinem Verein. Das ist allerdings die Folge persönlichen Engagements, das weit über ein paar Forenposts hinausgeht.

    Viele Grüße

    Zebo

    Darf ich Dir einen Tip geben? Schau Dir die Internetseiten der Verbände in CH und AT an, dann die der Vereine. Such dort nach interessanten Wettkämpfen (am unproblematischsten sind LG und LP), melde Dich für diese Veransatltungen an und fahr für ein paar Tage in die Alpen. Dort dann nicht nur schießen, sondern auch "networken", also mit vielen Leuten reden und Kontakte knüpfen. Anders dürfte es kaum möglich sein, Deinem Ziel näher zu kommen.