Beiträge von Zebo

    Gerhard, Deinen letzten Beitrag kann ich voll und ganz unterschreiben. Eine Verharmlosung sehe ich eher in einigen Deiner früheren Statements. Wobei ich nicht sagen will, daß Du damit subjektiv falsch liegst. Doch ist die Lebenswirklichkeit in meiner Region eine andere.

    Der prozentuale Anteil von Legalwaffenbesitzern an der Gesamtbevölkerung ist hier weitaus geringer als in Bayern. Das heißt Waffen, Schützenvereine und Schießsport (ebenso Jagd und Sammeln) sind für die meisten meiner Mitbürger keine eigene lebensweltliche Erfahrung. Waffen und die Menschen, die sie benutzen, kennt man fast nur aus dem Fernsehen und in der Regel nicht aus eigener Anschauung. Das macht es unseren Gegnern so leicht, mit ihren absurden Vorstellungen Gehör und positive Resonanz zu finden. Die Leserbriefspalten der hiesigen Regionalblätter sind insofern recht eindeutig. An diesem Gesamteindruck ändert sich nur wenig durch die punktuelle positive Berichterstattung auf lokalen Sportseiten. Leider.

    Vorhin ist ein zweiter grünenkritischer Artikel zum Thema veröffentlicht worden:

    Sportschießen in Dessau-Roßlau: Schießstände im Landtag (2)


    Besorgt euch schon mal GST-Uniformen, denn in absehbarer Zeit werdet ihr nur noch in dieser Kluft Luftgewehr schießen dürfen.

    Gott sei dank habe ich davon noch eine auf dem Dachboden zu liegen (obwohl selbst nie getragen). :D

    Jetzt im Ernst: Auch ich kann Geronimos Verharmlosung der Lage nicht nachvollziehen. In der bayerischen Idylle, in der er lebt, mag die Schützenwelt noch in Ordnung sein. Doch im Rest unseres Vaterlandes sieht es anders aus. Da dürfen R. Grafe und G. Mayer soagr in Provinzblättern unkritisiert hetzen, da wird reflexartig und ohne Sachgrund nach Waffenrechtsverschärfungen gerufen etc. pp. Hinsichtlich der öffentlichen Wahrnehmung haben wir ein generelles Problem. Und daran konnten einzelne positive Artikel über den Schießsport, die es an vielen Orten gibt, bisher kaum etwas ändern.

    Mit besonderem Gruß nach Sachsen und Bayern

    Zebo

    Entwarnung - vorerst

    In der gestrigen Sitzung des Innenausschusses sind die Grünen und die sie unterstützenden Linken überraschenderweise an der Ablehnung der Regierungsfraktionen CDU und SPD gescheitert. Dabei scheint die Ablehnung innerhalb der SPD geschlossener gewesen zu sein als in der CDU. Und auch ein MdL der Linken ist uns Schützen beigesprungen:

    Sportschießen in Dessau-Roßlau: Schießstände im Landtag (1)

    News - Aktuelles - Landesschützenverband Sachsen-Anhalt

    Und wie meinte letzte Woche der "Reichsführer" Özdemir und sein Gehilfe Trittin: "Für uns kommt nur die Partei als Koalitionspartner in Frage, die unsere Vorstellungen zum Umbau der Gesellschaft mitträgt." Und das von einer 10-15% Partei. Größenwahn sollte man denen athestieren.

    Aber es funktioniert! Hier in Sachsen-Anhalt haben die Grünen bei den letzten Landtagswahlen 7,1 % der Stimmen erhalten. (Vorher waren sie gar nicht im Parlament vertreten.) Und diese mickrigen Grünen treiben die anderen drei Parteien mit dem Thema Waffenrecht vor sich her. :thumbdown:

    Um das zu verstehen, ist vielleicht folgendes Buch ganz hilfreich:
    Grüne: So funktioniert die Machtmaschine - Kopp Online

    Hier in Sachsen-Anhalt geben die Grünen keine Ruhe und es sieht so aus, als würden sie damit politisch durchkommen, denn alle Fraktionen im Landtag - selbst die CDU - sind schon mehr oder weniger auf deren Position eingeschwenkt:

    „Pädagogisch nicht wertvoll“: Schießstände an Schulen sollen verschwinden | Mitteldeutschland - Mitteldeutsche Zeitung

    d1787gan_6.pdf


    Am kommenden Donnerstag wird das Thema im Magdeburger Innenausschuß verhandelt, dann sehen wir wohl klarer, wohin die Reise geht. :S

    Bei uns ist die Aktion relativ gut gelaufen. In Anbetracht des schlechten Wetters (starker Regen mit Sturmböen) können wir zufrieden sein, auch wenn wir uns aufgrund der intensiven Vorbereitung etwas mehr erhofft hätten.

    Insgesamt hatten sich 16 "normale" Gäste und 4 Medienvertreter auf unserem Stand eingefunden. Diese Mitbürger waren keine "Laufkundschaft", sondern ernsthaft am Schießsport interessiert. Daraus ergaben sich viele interessante Gespräche. Und bei einer Familie (Vater und Sohn) besteht ernsthaftes Interesse an einer Mitgliedschaft. Insofern hat es sich also gelohnt.

    Besonders erfreut haben uns die lokalen Medien. Die hiesige Tageszeitung hatte am Donnerstag noch mit einem Artikel auf die Veranstaltung hingewiesen und dann am Samstag auch zwei Vertreter zu uns entsandt. Auch der lokale Fernsehsender war mit einem Team vertreten. Infolge dessen ist heute bereits ein größerer Artikel im Lokalteil erschienen. Ergo können wir uns über die Medien nicht beschweren. Hier wie auch unter den übrigen Gästen war eine ausgesprochen positive Resonanz zu spüren. :)

    Noch ein Nachtrag zur Kritik am DSB: Verschiedene Details dieser Aktion (etwa die Werbemittel) sind zweifelsohne verbesserungswürdig und waren nur bedingt brauchbar. Trotzdem sollten wir das Positive nicht übersehen: Der DSB hat endlich erkannt, daß die Öffentlichkeitsarbeit zentral gesteuert bzw. unterstützt werden muß. Die einzelnen Vereine sind damit oft überfordert. Damit hat der Schützenbund einen großen Schritt in die richtige Richtung getan, auch wenn nicht alles perfekt war. Und wenn man sich die Webseite "Ziel im Visier" ansieht, dann erkennt man, daß viel Gehirnschmalz in die Planung investiert wurde. :thumbup:

    Der Urlaub ist schon ein paar Wochen vorbei und vor mir liegen noch die letzten Seiten von "Pan Tadeusz oder Die letzte Fehde in Litauen" aus der Feder Adam Mickiewiczs. Ein tolles Versepos, das hervorragende Jagdszenen enthält.
    Ist auf Deutsch nur noch antiquarisch (rel. teuer) zu bekommen. Neu bietet es lediglich der Verlag Tredition an - allerdings (wie fast alle Titel dieses Hauses) in einer unsäglich miesen Aufmachung, die ihr Geld nicht wert ist.

    Guten Abend allerseits. :) Nach längerer Abwesenheit habe ich heute wieder ins Forum gesehen und einige interessante Diskussionen gefunden. Auch diese zum Wochenende der Schützenvereine.

    Viele der bisherigen Erfahrungsberichte hier im Strang stammen anscheinend aus dem dörflichen/ländlichen Raum. Mich würden daher vor allem interessieren, wie Vereine in mittleren und größeren Städten das Thema angegangen haben und wie der Erfolg ist. Denn Rezepte wie z.B. das flächendeckende Verteilen von Handzetteln funktionieren dort einfach nicht. Das habe ich in den letzten Wochen selbst feststellen müssen.

    Wilhelm hat heute vormittag das Problem vieler Vereine treffend beschrieben. Unser Verein ist gottlob noch nicht so weit, doch sind die Gefahren schon deutlich zu sehen. Es ist nicht nur die starke "Überalterung" (75 % der Mitglieder sind älter als 45), sondern auch die Schieß- und Arbeitsunlust vieler "Senioren", weshalb immer mehr Aufgaben von immer weniger Leuten erfüllt werden müssen.

    Daher haben wir uns für das kommende Wochenende zwei Ziele gesetzt:
    a) Bekanntmachen des Schießsports insgesamt, Abbauen von Berührungsängsten, allgemeine information unserer Mitbürger über die Aktivitäten des Vereins;
    b) wenn möglich: Werben neuer Mitglieder durch das Wecken von Interesse am Schießsport, möglichst aus der Altersgruppe zwischen 20 und 50.
    Natürlich hätten wir nichts gegen ein paar Jugendliche, doch zeigen unsere Erfahrungen, daß diese meist mit 18 oder 19 ausbildungsbedingt wegziehen und damit auch den Sport aufgeben. :(

    Folgende Werbemaßnahmen haben wir ergriffen:
    a) Bekanntmachungen auf diversen Online-Terminkalendern (u.a. der Stadtverwaltung);
    b) Drucken eigener Plakate in den Formaten A3 und A4 (die im Starterpaket gelieferten waren für unsere Zwecke meist unbrauchbar);
    c) Aushängen dieser Plakate an öffentlichen Orten (Geschäfte, Banken, Rathaus usw., ca. 60 Stück);
    d) ergänzend dazu Drucken und Auslegen von Handzetteln (A5) an ausgewählten Orten;
    e) zeitgerechte Information an unsere einzige Tageszeitung und die beiden Anzeigenblätter;
    f) zeitgerechte Information an den lokalen TV-Sender;
    g) Werbung über Facebook.

    Obwohl der "Tag X" erst am Samstag ist, liegen meinerseits bereits erste Erfahrungen vor:

    ad a) Der Termin wurde meist ohne Probleme publiziert, allerdings z.T. mit erheblichem zeitlichem Verzug ("technische Gründe" ...).

    ab c) & d) Die Resonanz auf die Bitte zum Aushängen der Plakate bzw. Auslegen der Handzettel war in den meisten Fällen überraschend positiv. Sogar in einigen Schulen konnten diese plaziert werden - damit hätten wir nun wirklich nicht gerechnet. Liegt sicher auch am allgemein guten Image unseres Mehrspartenvereins. Allerdings bleibt abzuwarten, welche Wirkung Plakate und Handzettel haben werden.

    ad e) Während der vorbereitung hatten wir unsere Hoffnung vor allem auf die Lokalpresse gesetzt. Diese hat uns jedoch ein wenig enttäuscht. Lediglich die Tageszeitung hat schon kurz auf die Veranstaltung hingewiesen. Vielleicht kommt da ja noch mehr.
    Die beiden - unentgeltlich verteilten - Anzeigenblätter, die bisher oft Artikel von uns gebracht haben, sind jedoch mit Schweigen über die Ankündigung hinweggegangen. Dies ist umso unangenehmer, als der zweite Schützenverein in unserer Stadt seinen Tag der offenen Tür schon vor anderthalb Wochen hatte und sein Termin von allen drei Zeitungen beworben wurde. :(

    Inwieweit das Regionalfernsehen und Facebook etwas zum Erfolg beitragen können, wird sich erst am Wochenende zeigen.

    Generell sollte man sich wohl vor allzu übertriebenen Erwartungen an die Aktion hüten. Insbesondere wird es wohl nur wenige Neumitglieder geben, die man direkt dem "WE der Schützenvereine" zurechnen kann. Doch die zeigt, daß vielerorts die Probleme erkannt worden sind und die Vereine nicht mehr im alten Trott bleiben wollen.

    DSB und BSSB muß ich ausdrücklich loben, denn dort hat man sich sehr viele Gedanken über die Situation der Vereine und eine effektive Ö-Arbeit gemacht. Nach bayerischem Vorbild gibt es nunmehr auch hier in Sachsen-Anhalt eine flächendeckende Ausnahmegenehmigung, so daß Kinder ab 10 Jahren am 6. und 7. Oktober mit Druckluftwaffen schießen dürfen. :thumbup:

    Allgemeine Waffengesetz-Verordnung (AWaffV)V. v. 27.10.2003 BGBl. I S. 2123; zuletzt geändert durch Artikel 2 G. v. 22.12.2011 BGBl. I S. 3044; Geltung ab 01.12.2003FNA: 7133-4-1; 7 Wirtschaftsrecht 71 Gewerberecht 713 Sonstige gewerberechtliche Vorschriften 7133 WaffenÄnderungen / Synopse | 5 Gesetze verweisen aus 9 Artikeln auf AWaffV

    Danach ist die AWaffV am 22.12.2011 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht worden

    Das ist allerdings nicht die Verwaltungsvorschrift, sondern die Rechtsverordnung zum WaffG - zwei Paar Schuhe mit unterschiedlicher Rechtsqualität (AWaffV = Rechtsnorm, VwV = nur für die Behörden bindend).

    EU-Beschlüsse sind nun mal als übergeordnete Rechtsbeschlüsse in allen EU-Ländern wirksam.

    Das stimmt in dieser Allgemeinheit nicht. Manche Eurokraten hätten diesen Zustand zwar gerne, doch er ist - gottlob - bis jetzt nicht eingetreten.


    ... ob und wie der Munition-Deal (falls da einer war) genau ausgesehen hat.

    Da die Biathlonmannschaft in Ruhpolding - und das ist unstrittig! - derzeit im Besitz von Munition ist, muß es einen wie auch immer gearteten "Deal" gegeben haben (um Deinen Begriff zu verwenden). Es glaubt doch wohl niemand, daß die sich ihre Mumpeln auf dem Schwarzmarkt besorgen?

    Na ja, Zykez, so einfach kann man sich das ganze nicht machen. Wie das politische System in Belarus aussieht, ist eine Frage, über die die Menschen in diesem Land zu entscheiden haben und nicht die EU. Außerdem sind wir in anderen Fällen doch auch nicht so skrupulös. Die Bundeswehrsoldaten in Afghanistan werfen ihr Leben für die Stabilisierung eines Clan- und Stammessystems in die Schanze, dessen ökonomische Basis der Opiumanbau ist.
    Von der praktischen Seite her sind die Sicherheitskräfte der Republik Belarus hinreichend ausgerüstet, so daß sie keine deutsche KK-Munition benötigen. Im übrigen ist das Vorbringen der Eschborner Beamten absurd, denn niemand hat in Minsk oder anderen Städten auf Demonstranten geschossen - weder mit KK noch mit anderen Schußwaffen. Man sollte auch als Moralist auf dem Boden der Tatsachen bleiben.

    Wie schon geschrieben wäre das Problem lösbar. Entweder über einen Dispens für die Ausfuhr der zwei Paletten KK-Patronen (wie es bei anderen Staaten auch geschieht) oder zumindest über eine Lieferung von Teilen dieser Munition an den Wettkampfort Ruhpolding, verbunden mit der Auflage, nichtverbrauchte Patronen nach Schönebeck zurückzuschicken. Witzigerweise hat die weißrussische Mannschaft offenbar nicht getestete Reservemunition mitgebracht oder in DE erworben und darf diese Patronen wohl auch (wieder) ausführen. Würde man das Embargo ernstnehmen, müßte auch dies unterbunden werden.

    Das Embargo in seiner jetzt exekutierten Form hat folglich keine praktischen Gründe. Es geht offenbar allein darum, die Sportler aus Belarus zu ärgern. Und vielleicht auch darum, der deutschen Mannschaft mehr Medaillen zu sichern. Dies kann ich als Sportler leider nicht akzeptieren.

    Danke, Erzwo! :)

    Der folgende Punkt ist wichtig:

    Bremerhaven. Die SPD-Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung wird die in der Bremer Bürgerschaft diskutierte Waffenbesitzsteuer in Bremerhaven nicht einführen, wenn es, wie diskutiert, bei der ortsrechtlichen und nicht landesrechtlichen Regelung und deren Umsetzung bleibt.

    Damit greifen dann dieselben Argumente wie im Fall Stuttgart. Im übrigen scheint Tschöpe nicht mal seine eigene Partei hinter sich zu haben. Gut!

    Einen Vorteil muß man ja haben, wenn man in Sachsen-Anhalt wohnt: Die Munitionsfabrik Schönebeck ist nur knapp 50 km entfernt und eine Regionalzeitung hat sich - erfreulicherweise - eines Themas angenommen, über das man nur den Kopf schütteln kann. Es geht um die Weigerung der deutschen Außenwirtschaftsbehörden, Lapua zu gestatten, ein paar Tausend KK-Patronen an die weißrussische Biathlon-Nationalmannschaft zu liefern, welche sich gerade in Bayern aufhält und auf die WM vorbereitet. Und den Athleten geht mittlerweile die Munition aus:

    Warten auf Patronen


    Völlig lächerlich sind dann die Einlassungen der zuständigen Behörde:

    Zitat

    [...] Volker Anders, Sprecher beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, betont die politischen Gründe der Entscheidung: "Die EU will verhindern, dass man in Weißrussland mit Jagdgewehren auf Demonstranten schießt."


    Der Mann weiß nicht, wovon er spricht. :thumbdown: Und es dürften sich doch legale Wege finden lassen, den Sportlern zumindest jene Munition zukommen zu lassen, die sie in den nächsten Wochen - während ihres Deutschlandaufenthaltes - für Training und Wettkampf benötigen. Wenn man in Eschborn tatsächlich solche Angst hat, daß die Biathleten auf Demonstranten schießen ( :cursing: ) ließe sich schon sicherstellen, daß keine dieser Patronen deutschen Boden verläßt.

    Die derzeitige Gemengelage scheint mir darauf hinzudeuten, daß die Bundesregierung den Biathleten aus Belarus aus politischen Gründen eins auswischen und zugleich ihre eigenen Sportler vor der Heim-WM in eine vorteilhafte Position bringen will. :thumbdown: Mit fairem Sport hat dies freilich nichts mehr zu tun.

    Nicht überraschend ist die Unterstützung von Amnesty International für das Embargo: "Der Sport müsse in diesem Fall zurückstehen, sagt Sprecher Ferdinand Muggenthaler", denn AI hat schon mehrfach gegen Schießsport und privaten Waffenbesitz agitiert. :thumbdown: