Guten Abend allerseits.
Nach längerer Abwesenheit habe ich heute wieder ins Forum gesehen und einige interessante Diskussionen gefunden. Auch diese zum Wochenende der Schützenvereine.
Viele der bisherigen Erfahrungsberichte hier im Strang stammen anscheinend aus dem dörflichen/ländlichen Raum. Mich würden daher vor allem interessieren, wie Vereine in mittleren und größeren Städten das Thema angegangen haben und wie der Erfolg ist. Denn Rezepte wie z.B. das flächendeckende Verteilen von Handzetteln funktionieren dort einfach nicht. Das habe ich in den letzten Wochen selbst feststellen müssen.
Wilhelm hat heute vormittag das Problem vieler Vereine treffend beschrieben. Unser Verein ist gottlob noch nicht so weit, doch sind die Gefahren schon deutlich zu sehen. Es ist nicht nur die starke "Überalterung" (75 % der Mitglieder sind älter als 45), sondern auch die Schieß- und Arbeitsunlust vieler "Senioren", weshalb immer mehr Aufgaben von immer weniger Leuten erfüllt werden müssen.
Daher haben wir uns für das kommende Wochenende zwei Ziele gesetzt:
a) Bekanntmachen des Schießsports insgesamt, Abbauen von Berührungsängsten, allgemeine information unserer Mitbürger über die Aktivitäten des Vereins;
b) wenn möglich: Werben neuer Mitglieder durch das Wecken von Interesse am Schießsport, möglichst aus der Altersgruppe zwischen 20 und 50.
Natürlich hätten wir nichts gegen ein paar Jugendliche, doch zeigen unsere Erfahrungen, daß diese meist mit 18 oder 19 ausbildungsbedingt wegziehen und damit auch den Sport aufgeben. 
Folgende Werbemaßnahmen haben wir ergriffen:
a) Bekanntmachungen auf diversen Online-Terminkalendern (u.a. der Stadtverwaltung);
b) Drucken eigener Plakate in den Formaten A3 und A4 (die im Starterpaket gelieferten waren für unsere Zwecke meist unbrauchbar);
c) Aushängen dieser Plakate an öffentlichen Orten (Geschäfte, Banken, Rathaus usw., ca. 60 Stück);
d) ergänzend dazu Drucken und Auslegen von Handzetteln (A5) an ausgewählten Orten;
e) zeitgerechte Information an unsere einzige Tageszeitung und die beiden Anzeigenblätter;
f) zeitgerechte Information an den lokalen TV-Sender;
g) Werbung über Facebook.
Obwohl der "Tag X" erst am Samstag ist, liegen meinerseits bereits erste Erfahrungen vor:
ad a) Der Termin wurde meist ohne Probleme publiziert, allerdings z.T. mit erheblichem zeitlichem Verzug ("technische Gründe" ...).
ab c) & d) Die Resonanz auf die Bitte zum Aushängen der Plakate bzw. Auslegen der Handzettel war in den meisten Fällen überraschend positiv. Sogar in einigen Schulen konnten diese plaziert werden - damit hätten wir nun wirklich nicht gerechnet. Liegt sicher auch am allgemein guten Image unseres Mehrspartenvereins. Allerdings bleibt abzuwarten, welche Wirkung Plakate und Handzettel haben werden.
ad e) Während der vorbereitung hatten wir unsere Hoffnung vor allem auf die Lokalpresse gesetzt. Diese hat uns jedoch ein wenig enttäuscht. Lediglich die Tageszeitung hat schon kurz auf die Veranstaltung hingewiesen. Vielleicht kommt da ja noch mehr.
Die beiden - unentgeltlich verteilten - Anzeigenblätter, die bisher oft Artikel von uns gebracht haben, sind jedoch mit Schweigen über die Ankündigung hinweggegangen. Dies ist umso unangenehmer, als der zweite Schützenverein in unserer Stadt seinen Tag der offenen Tür schon vor anderthalb Wochen hatte und sein Termin von allen drei Zeitungen beworben wurde. 
Inwieweit das Regionalfernsehen und Facebook etwas zum Erfolg beitragen können, wird sich erst am Wochenende zeigen.
Generell sollte man sich wohl vor allzu übertriebenen Erwartungen an die Aktion hüten. Insbesondere wird es wohl nur wenige Neumitglieder geben, die man direkt dem "WE der Schützenvereine" zurechnen kann. Doch die zeigt, daß vielerorts die Probleme erkannt worden sind und die Vereine nicht mehr im alten Trott bleiben wollen.
DSB und BSSB muß ich ausdrücklich loben, denn dort hat man sich sehr viele Gedanken über die Situation der Vereine und eine effektive Ö-Arbeit gemacht. Nach bayerischem Vorbild gibt es nunmehr auch hier in Sachsen-Anhalt eine flächendeckende Ausnahmegenehmigung, so daß Kinder ab 10 Jahren am 6. und 7. Oktober mit Druckluftwaffen schießen dürfen. 