Dieser Roman Grafe lügt nicht nur wie gedruckt, er führt sich zudem auch noch mit schöner Regelmäßigkeit wie ein ganz großes Arschloch auf. So nannte er vor einigen Jahren in einer öffentlichen Diskussionsrunde unseren Vizepräsidenten Jürgen Kohlheim einen Propagandisten des Todes, der sein Leben schon zu Ende gelebt habe. Anders ausgedrückt, er hat sich für ihn ein möglichst frühes Ableben gewünscht.
Aber was kann man gegen eine solche Art der Berichterstattung tun? Ich fürchte nicht viel. Die Kommentarfunktionen werden ja seit einiger Zeit bei solcher Art Berichterstattung bewusst und wohl auch wohlweislich gar nicht mehr erst freigeschaltet, der Presserat ist ein Papiertiger, von der Politik kann man keine Unterstützung erwarten und ob Briefe an die Redaktion viel bringen, ich befürchte auch nicht. Die machen das ja bewusst und sehen sich als Berichterstatter einer Mehrheit sozusagen im Kampf gegen das Böse. Und dieses Böse sind natürlich wir!
Egal, ein wohlformulierter sachlicher und mit belegbaren Fakten versehender Brief kann sicher auch nicht schaden und wenn das viele von uns machen, wer weiß?
Aber wahrscheinlich könnte man sich noch am ehesten etwas Eindruck über die Auflageschiene verschaffen. Nur dazu sind wir leider nicht genug und zudem auch nicht einig genug.
Apropos, in dem Artikel wird ja auch auf den illegalen Waffenhändler eingegangen, der unter anderem auch Schusswaffen über das inzwischen berühmt berüchtigte Dark Net gehandelt haben soll und der zwischen zu fünfeinhalb Jahren verurteilt wurde. In allen Berichten wird dieser Täter als Sportschütze bezeichnet. Abgesehen davon, dass der Begriff ja nicht geschützt ist und sich jeder so nennen kann, kann doch in so einem Fall nur die waffenrechtliche Einstufung eine Rolle spielen. Aber der Mann hatte gar keine waffenrechtliche Erlaubnis als Sportschütze, er hatte überhaupt keine waffenrechtliche Erlaubnis. So einen Menschen dann aber trotzdem und immer wieder in dem Zusammenhang als Sportschützen zu bezeichnen, ist schon mehr als perfide und zeigt sehr schön, wie diese Art der Berichterstattung inzwischen funktioniert.
In dem Zusammenhang mal etwas böse gefragt, wie viel Hirn darf man eigentlich bei unseren Volksvertretern voraussetzen, die sich bei Taten, wo die Waffen über irgendwelche dunklen Kanäle illegal aus den Ausland beschafft wurden, hinstellen und schreien, wir müssen das Waffenrecht (mal wieder) verschärfen. Fehlt nur noch, dass man auch nach Taten wie der in Nizza mit 84 Toten - Tatmittel entwendeter LKW - das Waffenrecht verschärfen muss. Ernsthaft, kann man solchen Menschen wirklich zutrauen, verantwortungsvoll über und für ein Volk von 82 Millionen Menschen zu entscheiden und zu handeln?
Es sind weniger, da der feine Herr nicht nur lügt, sondern auch noch eine ganz besondere und nur ihm eigene Zählweise pflegt. Interessant, die Bundesregierung geht von 18 Sportschützenopfern für den Zeitraum von 2000 bis 2014 aus, insgesamt wohlgemerkt.
Bis vor kurzem lag Grafe noch bei durchschnittlich 5 Toten pro Jahr und selbst da hat er schon nachweislich mehr als großzügig gezählt. Was er inzwischen da noch alles für Fälle
hinzugezählt hat, um auf diese neuen Hochrechungen zu kommen, weiß ich nicht, ist aber auch egal. Demnächst zählt er wahrscheinlich auch noch die Fälle mit, wo das Opfer auch durch eine Schusswaffe eines Sportschützen getötet worden sein könnte, auch wenn es nur das gemeine Messer und Mutti die Täterin war. Dann käme er wenigstens auf Steigerungsraten von über 2000 Toten pro Jahr.
Die 5 oder auch 9 Toten durchschnittlich jedes Jahr, zeigen doch eindeutig, dass legale Schusswaffen bei den Tötungsdelikten keine signifikante Rolle spielen. Es handelt sich dabei fast immer um Beziehungstaten, die leider auch in unserer Gesellschaft immer wieder vorkommen und bei denen, und das ich auch jedem Fachmann bekannt, das Tatmittel nahezu beliebig ist. Zudem bedeuten die durchschnittlichen Zahlenwerte ja auch noch, dass angesichts der spektakulären Einzeltaten mit vielen Toten, die ja der wirkliche Aufhänger sind, dass auch Jahre ins Land gehen ohne auch nur eine einzige solche Tat.
Angesichts der vielen täglichen, ich wiederhole, täglichen und nicht jährlichen Toten anderer Bereiche in unserer Gesellschaft kann man es fast schon als grotesk bezeichnen, sich immer wieder und mit solcher Energie nur einseitig auf ausgerechnet den Bereich zu konzentrieren, bei dem die tatsächliche Opferzahl schon äußerst gering ist und auch immer war und wo das Vorhandensein der Schusswaffe ganz sicher auch nicht der Grund für die Tat ist und zudem auch noch mehr als fraglich ist, ob die Tat nicht ohne Vorhandensein einer Schusswaffe auch mit anderen Tatmitteln begangen worden wäre. Und davon kann man zumindest bei den Beziehungstaten ausgehen.
Mit bestem Schützengruß und trotzdem schönen Sonntag
Frank