Beiträge von Murmelchen

    Hallo pepsch53,

    das Springen der Mündung etwas schräg nach oben ist nicht ganz so dramatisch, wenn es a. gleichmäßig geschieht und b. die Mündung danach wieder sauber im Ziel landet. Manche Gewehre neigen dazu, auch wenn keine seitlichen Kräfte wirken bzw. sich neutralisieren.

    Aber ich möchte noch einmal auf deinen Eingangsbeitrag zurückkommen. Du schriebst, dass Du das Gefühl hattest, dass das Gewehr nach links (Du bist Rechtshändler) zu kippen droht und gleichzeitig nach rechts dreht. Das ist etwas ungewöhnlich, denn die Ursachen des einen Effekts verhindern sonst eigentlich eher den anderen Effekt. Das Gewehr neigt zum kippen nach links, wenn der Stützarm zu weit unter den Gewehr, also zu weit rechts steht. Dadurch wird aber normalerweise auch das Drehen nach rechts unterbunden oder neutralisiert. Das Gewehr dreht sich normalerweise nach rechts, wenn der Riemen einen zu starken Zug nach links verursacht. Das kann daher rühren, wenn der Riemen am Oberarm zu weit außen befestigt ist. Das wird auch noch verstärkt, wenn der Schaft nur auf der Hand und nicht auf dem Handballen liegt. Eine weitere Ursache kann auch die Schafkappe bzw. der Haken sein. Wenn auf den Haken seitliche Kräfte wirken, kann dieser auch ein Rausdrehen verursachen.

    Achte doch mal bewusst auf die von mir angesprochenen Punkte.


    Verstärkt wird der Kippeffekt nach links auch noch dadurch, dass der Handstop relativ weit hinten und damit der Stützarm recht steil steht. Vielleicht fehlen Dir da ja jetzt die 1,5cm Tiefe vom Vorderschaft. Diese ganz flachen Vorderschäfte sind nämlich nicht immer der Weisheit letzter Schluss, auch wenn das so gerne postuliert wird.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Hallo kruemelgirl,

    so bin wieder da. Weiter gehts.

    Vorab muss ich aber, wie hier auch schon oft angemerkt wurde, sagen, dass meine Äußerungen immer mit etwas Vorsicht zu sehen sind. Einmal, weil ich deinen Anschlag so nicht kenne und sehen kann und daher auch nicht wirklich beurteilen kann, wo möglicherweise der "Schuh" drückt, eventuell sogar aus deinen Angaben falsche Schüsse ziehe und es generell recht unterschiedliche Sichtweisen über gute Liegend-Anschläge gibt, die nicht immer austauschbar sind. Uff, geschafft.

    Aber versuche trotzdem mal, die Vorschläge bezüglich der Handhaltung umzusetzen. Dadurch dürfte nicht nur dein Anschlag etwas stabiler werden, es könnte auch dein Problem mit dem Einschlafen der Hand/Arm mildern. Allerdings kann es sein, dass bei Dir dann durch die neue Handhaltung mehr oder weniger Schmerzen im Handballen entstehen. Daher auch mein Hinweis mit dem möglichen Abrunden der Kante am Schaft.

    Wenn Du die Hand weiter unter dem Schaft positioniert, kommt das Gewehr auch etwas mehr zu Dir. Vielleicht löst sich so auch schon dein Problem mit der Kopfhaltung auf der Schaftbacke. Solltet Du dann das Gefühl bekommen, dass das Gewehr bzw. der Stützarm nach links (Du bist doch Rechtshändlerin?) weg kippen will, kannst Du den Stützarm etwas weiter links aufsetzen. Dabei aber Immer nur kleine Schritte machen.


    Zu deinem Problem mit der Kopfhaltung: Wo setzt Du denn die Schaftkappe genau ein? Schulter ist oft zu schwammig und wird auch oft unterschiedlich gedeutet. Wenn Du mit der normalen Schaftkappe schießt, kannst Du das Gewehr recht weit zum Hals (quasi auf dem Schlüsselbein) einsetzen. So bekommt Du den Kopf auch sauber hinter das Diopter. Sollte immer noch Material an der Backe fehlen, hilft Dir vielleicht doch der Tipp mit dem Leder. Wenn Du dazu doppelseitiges Klebeband nimmst, wird der Schaft auch nicht wirklich beschädigt., höchsten ein bisschen der Lack, aber das kann man ja später wieder richten.

    Aber Du hast schon Recht, ich tue mich auch etwas schwer, einen schönen Holzschaft zu verhunzen. Aber im Wettkampf gibt es dafür nun mal keine Punkte oder Ringe. Dann doch lieber ein verhunzter Schaft, mit dem man etwas trifft, als ein schöner Schaft und jahrelange Probleme. Diese Standard-Schäfte passen halt nicht jedem. Aber probiere erst mal die anderen Tipps. Vielleicht kommst du ja auch so (besser) zurecht.

    Ach ja, meine Frage bezüglich im Anschlag bleiben zwischen den Schüssen bezog sich nicht auf die Kopfhaltung. Den Kopf wirst Du wohl zum Laden immer vom Schaft nehmen müssen. Aber ich meinte damit, ob Du das Gewehr zum Laden aus der Schulter nimmst?

    Zur Wasserwaage: Eine Wasserwaage zur Verkantungskontrolle ist gut. Aber sie darf auch immer nur ein Kontrollinstrument sein. Dein Anschlag muss so aufgebaut sein, dass Du auch ohne die Waage immer wieder deinen Winkel findest. Bei Abweichungen musst Du noch einmal neu aufbauen. Wenn Du das Gefühl hast, das Gewehr will sich regelmäßig wegdrehen, dann passt da noch etwas in deinem Anschlag nicht. Wenn Du dann anfängst, über Druck zu korrigieren, baust Du Dir soviel neue Spannungen in den Anschlag ein, dass darunter auch deine Trefferlage leiden dürfte.


    Wie beurteilst Du denn selbst deinen Anschlag? Wie baust Du diesen auf und wie gehst Du dann (nach Nullpunktkontrolle - innerer Anschlag) ins Ziel?


    Mit bestem Schützengruß

    Frank


    Apropos, zu deinem Erstaunen über den Trainingsfleiß der meisten Schützen hier im Forum. Hier gibt es natürlich viele (junge) gute und auch ehrgeizige Sportler, die oft auch auf einem recht hohen Niveau schießen. Ohne ein gewisses Trainingspensum erreicht man im Schießsport auch nur sehr selten etwas. Aber ich mach das auch nicht (mehr) so. Erstens war ich schon immer ein bisschen trainingsfaul und zweitens schieße ich auch nur noch schwerpunktmäßig Liegend. Leider treffe ich in letzter Zeit aber auch immer weniger und manche Wettkämpfe setze ich auch so richtig in den Sand, wie meine letzten zwei. Entweder muss ich doch wohl mal wieder etwas mehr trainieren oder ich werde auch Trainer. Reden kann ich ja immer noch super drüber, oder? 8) :D

    Wie gesagt, das ist ein Stativ für einen Baustrahler. Da kann kein Munitionshalter dabei sein ^^


    Hihi, frag doch mal das nächste Mal im Baumarkt, ob es diese Stative für Baustrahler auch mit Munitionshalterung gibt.
    "Jo sagens mo, homs da auch de passnden Munitionshalter für?"*

    Das dürfte interessante Gesichtszüge bei den "Fachverkäufern" hervorzaubern.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank


    *Westfälisches Bayerisch

    Manche Handstops kann man auch etwas seitlich schwenken, z. Bsp. das schwarze Teil von Anschütz, welches aber aufgrund seiner Größe (ist halt ziemlich groß vom Radius her) auch nicht jedem Schützen passt. Aber durch das Schwenken (bei Rechtsschützen nach rechts) verschiebt sich der Anschlagspunkt (die Kontaktstelle) der Hand auch etwas nach rechts und man kommt so halt weiter unter den Schaft.

    Ich schreibe nachher noch mal etwas mehr zu deinem Anschlag. Habe jetzt erst noch ein paar Sachen zu erledigen.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Hallo Freunde,

    ich greife den Beitragsstrang noch einmal kurz auf.

    Ich habe vom DSB inzwischen ein überarbeitetes Formular bezüglich der Einverständniserklärung nach § 27 (3) WaffG erhalten, welches jetzt auch die letzten gesetzlichen Änderungen richtig berücksichtigt. Das möchte ich euch nicht vorenthalten. Vielleicht kann Gerhard es ja auch noch an anderer Stelle unterbringen.

    Einverständniserklärung_§27WaffG_Neu.pdf


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Siehe dazu meinen Beitrag bezüglich des Schaftes.

    Der Schaft soll auf den Handballen, also das Teil, wo der Daumen dran ist. :D Dazu musst Du die Hand relativ weit unter den Schaft schieben. Probiere das mal erst ohne Riemen aus. Positioniere den Stützarm so wie immer, lass die Hand in ihrer natürlichen Haltung und lege den Schaft dann auf den Ballen, dabei nicht zugreifen, die Finger bleiben locker. Ein verstellbarer Handstop kann dabei helfen. Es kann sogar sein, dass die relativ kantige Schaftform dabei stört. Auch wenn das nicht jeden so gefällt, kann dann der Griff zur Feile bzw. Raspel weitere Erleichterung bringen. Aber sei da etwas vorsichtig. Es ist leichter, etwas Holz wegzunehmen, als es hinterher wieder dran zu bekommen. :D Aber zur Not gibt es dann auch noch passende Kittmassen. Das sieht dann zwar eher hässlich aus, kann aber wirklich oft helfen. Schaue mal hier:


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Hallo Krümelchen äh kruemelgirl,

    ein Suhler System kannst Du nicht so einfach ohne größere Anpassungen bzw Modifikationen in einen Anschütz-Schaft (Holz) einbauen. Selbst mit den handwerklichen Fähigkeiten alleine ist es nicht getan, da die Schaftbettung auch Einfluss auf die Schussleistung des Gewehrs hat. Wird hier nicht fach- und sachgerecht gearbeitet, kann es sein, dass dein System nicht mehr gut schießt.

    Wie es bei den moderneren Aluschäften mit Adaptern für das M150 aussieht, weiß ich jetzt nicht. Von Anschütz selbst dürfte es solche Adapter wohl nicht geben, aber frag doch mal bei Tesro oder Walther (Keppeler, Stopper und MEC) nach. Sollte es für dein System Adapter geben und solltest Du dich für so einen Schaft entscheiden, dann teste diesen aber vor dem Kauf möglichst ausgiebig. Diese modernen Schäfte bieten zwar viele Einstellmöglichkeiten, sind aber bei manchen Anschlägen bzw. anatomischen Voraussetzungen des Schützen wegen der schmalen (flachen) Vorderschäfte auch nicht immer ganz unproblematisch.

    Du kannst Dir natürlich statt eines Schaftes möglicherweise auch besser gleich ein neues (gebrauchtes) Gewehr zulegen und das M150 veräußern. Eine gute gebrauchte Anschütz 1807 oder 1907 kostet auch nicht mehr die Welt, bietet Dir aber deutlich mehr Möglichkeiten auch in Richtung Zubehör und Ausrüstung. Auch mit einer serienmäßigen 1807 kann man heute noch recht weit kommen, wie Du hier sehen kannst.


    Ich gehe an dieser Stelle auch mal noch kurz auf deine in dem anderen Beitrag geschilderten Probleme im Liegend-Anschlag ein. Die Schnittstelle Wange/Schaftbacke ist sehr wichtig für gutes Liegendschießen. Nicht nur wegen dem Zielvorgang, sondern weil sich durch ständige Korrekturen auch die Kräfte auf den Schaft und damit auch die Trefferlage verändern können. Ob Du wirklich sauber hinter dem Diopter liegst, kannst Du testen, indem Du deine Augen vom Ziel wegnimmst, also am besten nach unten schaust, dich dann noch einmal entspannst bzw. die Spannungsverhältnisse in deinem Anschlag/Körper überprüfst, zwei, drei Atemzüge nimmst und dann schaust, ob Du immer noch sauber durch das Diopter schauen kannst.

    Wenn Du hier Probleme hast, ist eine einstellbare Schaftacke natürlich die beste Lösung. Man kann den Schaft der M150 mit so einer verstellbaren Backe ausrüsten bzw. umrüsten. Schau Dir dazu mal an, wie dass bei einer älteren Anschütz 1907 mit der karanischen Aufhängung (diese runden, schwarzen Kunststoffteile) gelöst wurde. Ein Schreiner (alter Schule) sollte das auch hinbekommen und die passenden Elemente kannst Du von Anschütz (recht teuer) bestellen. Aber wenn Du keinen kennst, der Dir das unter der Hand macht, kann das auch schnell recht teuer werden.

    Alternativ kannst Du die Schaftbacke z. Bsp. auch mit Leder oder ähnlichen Materialien bekleben und aufdicken und so auch, wenn nötig, die Rundung bzw. den Radius der Backe verändern. Auch diese Rundung kann für eine bequeme Kopflage eine Rolle spielen. Nur bekommst Du so natürlich immer noch keine verstellbare Backe. So bleibt das dann immer auch nur ein Kompromiss, denn unsere Anatomie ist nicht immer gleich. So kann bei warmem Wetter mit hoher Luftfeuchtigkeit eine andere Einstellung nötig sein als bei kühlem Winterwetter. Am bestem ist daher immer eine auch direkt im Anschlag einfach zu verstellende Schaftbacke.


    Probleme mit eingeschlafener Stützhand sind beim Liegendschießen nicht unüblich. Manche Schützen treffen sogar erst richtig gut, wenn die Hand bzw. der Arm eingeschlafen ist. :D Aber richtig gut ist das so natürlich nicht, weil man sich dabei ja immer auch ein Stück weit die Blutzufuhr abklemmt. Wie Du schon sagst, ist es ein Optimierungsproblem. Der Schaft, die Tiefe und Breite des Handstopps, der Verlauf des Riemens und natürlich auch die Position der Hand selbst können eine Rolle spielen. Sinnvoll ist es, die Hand soweit unter den Schaft zu schieben, dass sie nicht abknickt und der Schaft nicht auf der Hand, sondern auf dem Handballen ruht. Der Riemen sollte auch nicht gegen den Unterarm drücken, sondern mehr über die Hand geführt werden. Manchmal ist daher auch ein etwas flacherer Handstop bezüglich der Riemeneinhängung sinnvoll. So verläuft die Kraft mehr (flacher) nach hinten und drückt nicht so (steil) auf die Hand. Der Handschuh kann natürlich auch eine Rolle spielen. Oft wird das relativ stabile Modell Solid offen von Thune empfohlen.

    So, das sollte jetzt erst mal als Anregung reichen. Für weitere Fragen, sofern ich sie halbwegs beantworten kann, stehe ich Dir natürlich auch gerne weiterhin zur Verfügung.

    Kurze Rückfrage: Bleibst Du während des Ladevorgangs im Anschlag?


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Die Regel mit der Forderung nach einer gewissen Flexibilität der Sohle gibt es ja schon länger und steht auch so in der DSB-Sportordnung. Neu ist aber jetzt das Testgerät der ISSF, mit der man diesen Grad der Flexibilität auch reproduzierbar messen kann. Im Gegensatz zu den Klamotten kann es hier aber auch leicht bei schon älteren Schuhen zu Problemen kommen, weil die Sohlen mit der Zeit auch gerne aushärten.

    Das mit der angeblich neuen Regel, wonach die Sohlen vorne und hinten nur noch runde Formen aufweisen sollen, kann ich mir jetzt aber nicht gut vorstellen. Ein Schießschuh ohne gerade Spitze wäre ja gerade im Anschlag Kniend ein deutlicher Einschnitt und auch Rückschritt.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Hallo Kloaner_Schütz,

    Gerade du enttäuschst mich schon sehr hier, dass du so hitzig debatierst... du bist sonst ein sehr besonnener Mensch wie mir schien.


    schade, dass ich Dich enttäuscht habe, aber die Erwartungshaltung aller Menschen kann ich leider nicht immer erfüllen, selbst nicht die aller Schützen.

    Aber erkläre mir doch mal konkret, wo ich hier hitzig debattiere? Weil ich MichaelBeutel etwas auf den Zahn gefühlt habe, nachdem dieser immer neue Nebenschauplätze eröffnete, ohne auch nur einmal auf konkrete Fragen zu antworten?

    Gerade das von dir zitierte Argument im ersten Absatz stützt doch meine These. Du kannst normalos welche Medien konsummieren nicht aggressiv deine Verteidigungsfakten vorwerfen... das wirkt abstossend und lädt nicht zur Diskussion ein. Ist nun mal so. Herzen der Menschen gewinnst du nicht mit Fakten...


    Das ist doch genau unser Problem. Politik nach Gefühlslage. Erst wird eine gefühlte Unsicherheit erzeugt, und dann werden gefühlte Lösungen angeboten. Wo landet wohl irgendwann eine Gesellschaft, wenn permanent die Wirklichkeit und die berühmten Fakten ausgeblendet werden und nur noch nach Gefühlslage entschieden wird?

    Ob Medien oder Politik das Problem sind ist doch egal, meinst du, wenn ihr alle laut genug schreit, dass alle anderen unvernünftig sind und doof, dass sie dann irgendwann sagen: ok ja ? Es funktioniert so nicht...


    Wer schreit denn hier und wenn ja, wo? Man muss erst mal das Problem erkennen und benennen und unser Problem sind in erster Linie die Medien im Wechselspiel mit der Politik.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank


    Daneben gibt es natürlich noch andere Einflussmöglichkeiten, weil man vielleicht einen schon länger kennt, oder mal ein Bier mit jemandem trinkt und redet. Aber über so etwas (hier gern als "Geheimdiplomatie" beschimpft) darf man nicht laut in Foren schwätzen und vielleicht noch damit angeben, mit wem man gerade über was geredet hat.


    Letzteres kann oft sehr effektiv sein, wird aber leider regelmäßig verkannt. Ich habe dazu schon mal an anderer Stelle etwas geschrieben und möchte euch das nicht hier vorenthalten.

    Die traditionellen Schützenvereine stellen in Deutschland die einzige wirkliche ernstzunehmende politische Macht dar. Nur ein geringer Teil dieser Vereine ist in den Landesverbänden des DSB organisiert. Nur hier in meiner Region sind im Westfälischen Schützenbund (WSB) ca. 90 000 Schützen vertreten, der traditionelle Sauerländer Schützenbund (SSB) aber zählt alleine schon über 160 000 Mitglieder. Auch im BHDS, den Bund historischer Deutscher Schützenbruderschaften sind weit über Tausend Bruderschaften vertreten. Das sind Vereine mit oft Tausenden von Mitgliedern. Auch diese traditionellen Vereine und Verbände treten in Deutschland für ein liberales Waffenrecht ein, auch wenn das nicht deren Hauptaufgabe ist. Aber sie haben Einfluss bis in höchste politische Kreise und ein Politiker, der nicht auch auf dem Schützenfest punkten kann, hat in manchen Regionen auch keine Chance. Ratet mal, wo sich hier die Lokalpolitiker tummeln, wenn Wahlkampf angesagt ist. Gerade unsere Hauptgegner, die Grünen, können auf dieser Ebene auch bisher kaum punkten und tun sich damit auch sehr schwer. Regelmäßige Seitenhiebe wie "Grüne Jacke, Roter Kopf", auch hier oft zu lesen, zeugen daher auch von ziemlicher Ahnungslosigkeit und sind einfach nur dumm.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Hallo Kloaner_Schütz,

    Völlig unakzeptabel aber finde ich, wie hier fast "alle" Diskussionsteilnehmer aufeinander einhauen. Es hat sich hier eine Kultur entwickelt, dass jeder mit vermeintlichen "Fakten" auf den anderen eindrischt, wer die meisten Quellen zitieren kann ist dann der Gott der Meinung. Das ist lächerlich...


    wenn immer nur nach Fakten und Sachlage und unter Berücksichtigung der Verhältnismäßigkeit entschieden worden wäre, brauchten wir diese Diskussion nicht zu führen. Dann gebe das WaffG so in dieser Form nicht und dann würden auch keine gesellschaftlichen Gruppierungen permanent Forderungen nach weiteren Verschärfungen stellen. Es besteht schon ein gewaltiger Unterschied zwischen der Realität und der fast ausschließlich ideologisch verbrämten Sicht mancher Menschen und Gruppierungen. Aber wenn Du meinst, das sei lächerlich, sei Dir das unbenommen.

    Wenn wir in der Gesellschaft nach akzeptanz suchen, dann müssen wir nicht mit "Fachwissen" und "Waffenfachbegriffen" hantieren... wir müssen aufhören aufzuschreien. Wir können bei diesem sensiblen Thema nur über eine Sprache kommen die einer versteht der mit Waffen nichts am Hut hat und genau das tun wir nicht. Wenn einer diese Threads hier liest der kein Sportschütze ist, der denkt ihr habt alle ein Rad ab...


    Weite Teile der Bevölkerung interessieren sich doch gar nicht für den Schießsport oder legalen Waffenbesitz und stehen der Sache eher neutral gegenüber, wenn nicht gerade wieder eine wilde Kampagne durchgezogen wird. Es sind die Medien im Wechselspiel mit der Politik, welche das wirkliche Problem darstellen.

    Ausserdem macht ihr dauernd den Fehler die Argumente der Waffenlobbies und Sportliche Interessen zu vermischen... Wie kann man als Beispiel die NRA zitieren wenn man Sportschütze ist ??? Die NRA will Waffenbesitz zum Recht machen zur "Selbstverteidigung"? Wo hat das was mit Sport zu tun ? Genauso habe ich mich als Sportschütze über die Waffeninitiative in der Schweiz aufgeregt... hier wird der Sport instrumentalisiert !!! Hier sind 2 total verschiedene Paar Schuhe... !? Waffenbesitz und ausübung eines Sports mit einem gefährlichen Sportgerät... Welche Lobby ist da die richtige ??? Soll ich mich hier mit der "Waffen"Lobby zusammensetzen ?


    Warum sollte man die NRA nicht zitieren dürfen, wenn man Sportschütze ist? Die NRA ist in den Staaten auch der größte Schießsportverband. Deren Programm spricht dort deutlich mehr Menschen an, als das anderer Verbände. Schießen nach den Regeln der ISSF tut dort eher nur ein kleiner Teil der Schützen. Zum Thema Schweiz: Warum musst Du dich als Deutscher darüber aufregen? Die deutliche Mehrheit der Schweizer sieht das ja wohl etwas anders. Sportschießen ist nun mal mit legalem Waffenbesitz verbunden, aber auch mit bürgerlichen Freiheiten und Selbstverantwortung. Sonst muss man das so regeln wie in totalitären Staaten. Dort ist der private Waffenbesitz regelmäßig verboten, aber ein mehr oder weniger kleiner Kader darf dort für Olympia trainieren. Stellst Du dir so die Zukunft vor? Auf den Hinweis mit dem Denkanstoß verzichte ich jetzt mal.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Hallo Freunde,

    Michael Kuhn ist mir zwar jetzt mit seinem Beitrag teilweise etwas zuvorgekommen, aber ein paar Anmerkungen aus meiner Sicht möchte ich euch dennoch nicht vorenthalten. Ich stelle mir schon länger die Frage, warum sich ausgerechnet ein Teil der Schützen immer genötigt sieht, sich von anderen Schützen und noch stärker von anderen Gruppierungen mit ähnlichen Interessen zu distanzieren, wo doch die verbindenden Elemente und Gemeinsamkeiten immer viel stärker sind als die Differenzen.

    Habt ihr solche Distanzierungen schon mal von unseren Gegnern, ich benutze das Wort Gegner hier bewusst, gehört? Habt ihr schon mal gehört, dass die Grünen, welche ja unter anderem ein generelles GK-Verbot fordern, sich von dem Bremer SPD-Mann distanziert haben, weil der keine Lichtgewehre für den Nachwuchs haben will? Habt ihr schon mal in einen Artikel in der Presse gelesen, dass Falschaussagen in Bezug auf den Schießsport jemals korrigiert oder richtig gestellt wurden? Ich jedenfalls nicht.

    Warum sieht sich dann ein Teil von uns immer genötigt, sich zu distanzieren? Warum können die jetzigen Verbände nicht wenigstens akzeptieren, dass hier zwar auf unterschiedlichen Wegen agiert wird, die gemeinsamen Interessen aber doch immer überwiegen?

    Warum sieht sich der DSB, oder besser gesagt, der jetzige gewählte Vorstand des DSB, dann trotzdem genötigt, sich von den neuen Interessenvertretungen wie prolegal zu distanzieren? Der DSB soll ja auch weiterhin die Interessen seiner Mitglieder vertreten, aber muss man sich deshalb gleich von anderen Organisationen mit teilweise übereinstimmenden Interessen distanzieren?

    Der DSB ist doch selbst Mitglied im FWR (Forum Waffenrecht). Das FWR sieht sich als Lobby für den privaten Waffenbesitz. Es wimmelt dort nur so von Unternehmen aus der Branche. Das ist ja auch alles sicher nicht schlecht, wäre da nicht auch schon eine gewisse Firma Armatix mit ihren ganz eigenen Interessen involviert gewesen. Diese Zusammenhänge wurden übrigens von engagierten Waffenbesitzern jenseits der Verbände aufgedeckt. Darüber hinaus gibt es nicht wenige Schützen und legale Waffenbesitzer, welche gerade dem FWR eine zu große Passivität ankreiden, obwohl dort Personen als bezahlte Kräfte arbeiten. Es ist übrigens kein Zufall, dass immer wieder der Name Armatix fällt. Lest euch dazu mal ein paar Meldungen zu deren Aktivitäten in der Schweiz durch, Stichwort Segmüller.


    So, ich frage jetzt noch einmal, warum ist prolegal jetzt schlecht und das FWR gut? Weil prolegal angeblich so aggressiv agiert? Weil zeitnah auf bestimmte politische Äußerungen und Artikel in den Medien reagiert wird? Wer sich mal die Mühe macht, sich die Seite von prolegal genauer anzusehen, der wird dort nur schwerlich aggressive Texte finden. Im Gegenteil, ich finde, die Beiträge dort sind alle sehr sachlich und mit Fakten versehen verfasst worden. Jedenfalls finde ich keine Beiträge, von denen ich mich jetzt unbedingt distanzieren müsste. Ach ja, Michael Kuhn schreibt für sich und nicht für prolegal. Das heißt jetzt aber nicht, dass seine Sicht der Dinge falsch sein muss.


    Wir erwarten alle auch in Bezug auf unseren Sport und unsere Passion Toleranz. Aber warum können wir dann nicht auch so tolerant sein und akzeptieren, dass es verschiedene Sichtweisen und damit auch verschiedene Wege geben kann, die Menschen beschreiten wollen, um ihre und damit auch immer zumindest ein Stück weit unsere Interessen bewahren zu wollen.

    Wir kennen doch alle die Fakten in Bezug auf unseren Sport und wir wissen auch alle, dass vom legalen Waffenbesitz in Deutschland kein nennenswertes Risiko ausgeht. Das ist eine Tatsache und daran haben auch die medial spektakulär ausgeschlachteten Einzeltaten nichts geändert. Warum sollten wir uns dann bei dem Versuch, unseren Sport und den auch damit eng verbunden legalen Waffenbesitz weiter zu erhalten, weiterhin gegenseitig fertigmachen, statt den aufrichtigen gemeinsamen Schulterschluss zu suchen. Nur gemeinsam sind wir stark und haben eine Chance. Unsere Gegner können uns nur dann bekämpfen, wenn wir untereinander uneinig sind und uns in kleine Grüppchen teilen lassen. Das ist auch so gewollt, unsere Gegner möchten nicht, dass wir uns solidarisieren. Deshalb gibt es ja auch im Gesetz die Ungleichstellung der jeweiligen Gruppierungen.

    Wer jetzt trotzdem meint, mein Beitrag sei auch wieder so aggressiv und ich würde hier von Kampf reden, wo es doch nur um Sport gehe, dem sei gesagt, dass wir schon lange einem bisher recht einseitigen und mit unfairen Mitteln geführtem Kampf ausgeliefert sind. Leider möchten das aber immer noch etliche von uns so nicht wahrhaben. Sie wollen noch an die saubere Presse glauben, die immer nur objektiv und immer nur im Interesse des Gemeinwohls handelt. Gleiches wird auch immer noch der Politik zugedacht.

    Wer möchte, dem kann ich bei Bedarf jetzt auch noch gerne diesen Presseartikel, auf den sich dieser Beitragsstrang bezieht, Satz für Satz zerlegen und die ganzen fehlerhaften Aussagen auch belegbar widerlegen.


    Ich fordere euch alle deshalb auf, führen wir einen aufrichtigen Dialog in dieser Sache. Aber verzichten wir dabei auf so Sachen wie angeblich rosa Brillen, ohne diese auch wirklich an konkreten Fakten festzumachen. Hinweise wie "einschlagen" sind dabei auch ziemlich überflüssig. Ach ja, auf Ansinnnen, anderen Vereinen oder Verbänden vorschreiben zu wollen, missliebige Schützen rauszuschmeißen, sollten wir bei der Gelegenheit auch besser verzichten.


    Wer sich jetzt aber immer noch nicht damit identifizieren kann, muss das auch nicht tun. Es stellt sich dann aber doch die berechtigte Frage, ob man sich dann auch unbedingt mit seinen Äußerungen in der Öffentlichkeit (auch dieses Forum ist öffentlich) dagegen positionieren muss und wenn ja, warum? Weil das der geheimen Lobbyarbeit sonst schaden könnte? Dieses Argument halte ich für sehr fragwürdig, denn die Kampagnen laufen doch auch, auch ohne dass wir uns wehren. Teile der Politik haben sich doch längst festgelegt. Was haben wir also noch zu verlieren? Ohne Widerstand hat die Politik doch ein leichtes Spiel und wer soll denn sonst bitteschön unsere Interessen vertreten, wenn nicht wir selbst?


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Hallo MichaelBeutel,

    warum war mir eigentlich schon vor deiner Antwort klar, was für eine Art Beitrag ich hier von Dir erwarten kann. Ich hätte mir gerne von Dir ein paar qualifizierte Antworten auf meine Fragen erhofft und Dich auch vorausschauend gebeten, dabei auf deine unzulässigen Verallgemeinerungen und Ausweichungen zu verzichten. War wohl vergeblich. Einen aufrichtigen und konstruktiven Dialog stelle ich mir unter Schützten jedenfalls etwas anders vor.

    Aus meiner Sicht brachte die Verschärfung in Hinblick auf Messer eine deutliche Verbesserung der inneren Sicherheit. Das ist keine platte Aussage, sondern Fakt. Wie dir als aufmerksamer Leser sicherlich aufgefallen ist, bezog ich mich nie auf Schusswaffen. Augen auf!


    Weil es aus deiner Sicht so ist, ist es auch ein Fakt. Ja sicher doch, ich mach mir die Welt ... . Die Anmerkung "Augen auf" verbessert sicher auch die Aussagekraft und Qualität deines Beitrags. Wir sind ja bekanntlich Schützen und keine Messerwerfer. Daher beziehen sich unsere Diskussionen auch vorrangig auf Schusswaffen. Da Du aber auf dieser Ebene nicht mehr weiter kamst mit deinen Thesen, bist Du mal eben schnell auf die Messer umgeschwenkt. So kann man das natürlich auch machen. Mehr muss ich dazu jetzt auch nicht sagen.

    Die dritte Stelle, an der du mich zitierst war eine Antwort auf Beitrag Nr. 13. Warum das nicht in den Medien war? Diese Antwort findest du in dem Beitrag, aus dem du mich zitiert hast. Bitte les dir das selbstständig durch und reiss bitte Aussagen nicht immer so aus dem Zusammenhang.


    Du hast ziemlich unverständlichen Stuss geschrieben und diese Anmerkungen machen die Sache jetzt auch nicht besser.

    Was ich erschreckend finde ist, dass zur Zeit des Briefes jährlich etwa 19.400 Straftaten mit Schusswaffen begangen worden sind. Das sind für mich 19.400 zu viel. Da ist es mir egal, ob diese Zahl vor 15 Jahren noch bei etwas über 20.000 lag. Das ist für mich einfach nur erschreckend und ernüchternd zugleich.


    Wieder so eine Glanzleistung von Dir. Machst Du das eigentlich absichtlich, oder kannst Du nicht anders? Du verschweigst hier, dass in der Studie klar gesagt wird, dass das 0,31 Prozent aller Straftaten für das Jahr 2000 entspricht. Du verschweigst natürlich auch, dass da auch Delikte mit Schreckschuss usw. einbezogen wurden. Diese Waffen spielen sogar den Hauptanteil. Im weiteren Teil der Studie wird auch wieder klar gesagt, dass der Anteil der legalen erlaubnispflichtigen Schusswaffen an diesen Delikten nur minimal (2,6%) ist. Wer jetzt Langweile hat, kann ja mal ausrechnen, wie viel 2,6% von 0,31% sind. Und deswegen das ganze Theater? Das ist mit Verlaub schon fast lächerlich, auch wenn sich hinter diesen sehr kleinen Zahlen auch immer reale Opfer verbergen. Nicht das es noch heißt, das wäre mir nicht bewusst. Opfer bedeutet hier aber nicht gleich Tod oder Verletzung. Bedrohungen usw. wurden hier auch erfasst.

    Aber da Dir diese Fakten (hier ist der Begriff auch angebracht) ja scheinbar nicht in den Kram passen, erwähnst Du sie auch nicht. Wie schon gesagt, so kann man das natürlich auch machen. Aber redlich ist es sicher so nicht und es gehört sich deshalb auch nicht für einen Schützen im Umgang mit anderen Schützen.


    Eine Anmerkung sei mir zum Schluss aber noch erlaubt und das meine ich durchaus ernst. Ist es für Dich als Sportschütze nicht problematisch, dass Du auf der einen Seite selbst Schusswaffen besitzt und damit auch regelmäßig hantierst, aber gleichzeitig in ihnen eine riesige Gefahr für die Gesellschaft oder gar Menschheit siehst? Ich bin zwar jetzt kein Kopfklempner, aber dieser innere Widerspruch und Konflikt kann doch auf Dauer nicht gut sein. Du könntest dieses Problem ja recht einfach lösen, indem Du dich auf die wirklichen Fakten einlässt, aber das musst Du auch wirklich zulassen wollen. Dazu ist es aber auch nötig, dass Du die ganze Weichspülpropaganda, die in den letzten Jahren (Jahrzehnten) auf Dich eingewirkt hat, mal kritisch hinterfragst. Das ist auf jeden Fall möglich und das ist auch wirklich nicht böse gemeint.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Ich meinte aber ohne das Genau auszuführen die
    3-Stellungs-Disziplin und dort im speziellen der Stehend-Anschlag.....


    Yepp, ist aber vermutlich auch eher eine Kopfsache, denn objektiv ändert sich ja die Entfernung und die Größe der Scheiben gegenüber Liegend nicht. So nach dem Motto: "Oh ist das jetzt aber so weit, da treff ich ja gar nix".

    Ich kenne auch ein paar Schützen, die tun sich auch manchmal mit 100m schwer, obwohl sie auf 50m Stehend eigentlich immer ganz leidlich treffen. Objektiv von der Scheibengröße her passt das ja dann auch nicht.

    Manchmal sind aber ein paar Blenden oder Pfeiler in der Nähe des Schützen ganz hilfreich, weil man dann weitere Fixpunkte zur Orientierung hat. Die geben einem dann sozusagen bildlich gesprochen Halt und können auch dazu beitragen, die Schwankungen zu reduzieren. Aber wie schon gesagt, ist eher eine Kopfsache. Manchmal hilft auch schon ein Stativ mit Glas drauf.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Ich verfüge zwar auf 300m mangels Gelegenheit und auch, weil mir das zu aufwändig ist, über nur wenig Erfahrung. Aber ich empfinde jetzt das Treffen auf 300m, wenn man mal so Sachen wie Wind und Mirage beiseite lässt, nicht unbedingt als schwieriger als auf 50m mit dem KK. Die Scheiben bieten sogar relativ gesehen etwas mehr Luft und ich bilde mir auch ein, ich muss mit dem KK schon wegen der geringen Geschwindigkeit der Geschosse noch etwas sauberer in Bezug auf die Druckverhältnisse arbeiten, damit es auch ein Zehner wird. Eine relativ softe GK-Patrone wie die modernen 6mm BR oder ähnlich empfinde ich dagegen fast schon gutmütiger. Ich kenne jedenfalls auch GK-Schützen, die treffen regelmäßig auf 300m Liegend noch etwas mehr, als mit dem KK. Wenn man dann noch die Trainingsrelation in Betracht zieht, spricht das eher für 300m.

    michael

    Du hast aber schon Recht. Mit den 300m Bahnen sieht es bei nicht ganz so gut aus. Das ist zwar auch wieder regional etwas unterschiedlich, aber viele Stände gehören der Bundeswehr oder werden auch von anderen Streitkräften verwaltet und da ist es oft gar nicht mehr so leicht, Bahnen zu bekommen. Über die Reservisten geht es oft etwas leichter, aber da ist man ja meistens schon ein extremer Exot, wenn man da mit einer richtigen Match-Büchse ankommt. Außerdem liegt man auf diesen Ständen auch normalerweise immer direkt in der Botanik und wenn dann das Wetter nicht mitspielt, macht es (zumindest mir) auch keinen richtigen Spaß. Da habt ihr es in der Schweiz wohl deutlich besser.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Äh Leute, eure Ausführungen sind ja so nicht wirklich falsch, aber es steht hier immer noch die Möglichkeit im Raum, dass der Vater eine Erben-WBK ausgestellt bekommen hat. Da greifen eure Anmerkungen nicht. Mein ja nur.


    kkshoot99,

    frage bitte deinen Vater, ob er die WBK als Erbe oder als Sportschütze ausgestellt bekommen hat.

    Apropos, wieso eigentlich kkshoot99, wenn Du schon 15 bist? Oder hat die Zahl hier eine andere Bedeutung?


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Hallo MichaelBeutel,

    Die innere Sicherheit wurde durch die Verschärfungen aus meiner Sicht deutlich erhöht.


    Kannst Du das auch konkretisieren und mit Fakten untermauern?

    Im Waffengesetz werden ja nicht nur Schusswaffen, sondern auch Butterfly- und Springmesser, Wurfsterne und ähnlich geregelt, die seitdem verboten sind. Ich fühle mich seitdem abends sicherer, wenn ich auf dem Heimweg durch den Stadtpark gehe.


    Was hat denn jetzt das Problem der Messer mit unserem Problem zu tun, abgesehen davon, dass es auch durch das WaffG behandelt wird? Weil Messer ein Problem waren, musste im Bereich der Schusswaffen verschärft werden? Eristische Dialektik? Dein Gefühl (und nicht nur deins) ist aber trügerisch. Das Risiko, durch ein Messer verletzt oder gar getötet zu werden, ist in Deutschland wesentlich höher als im Vergleich zu Schusswaffen, wobei hier legale Schusswaffen nur eine minimale Rolle spielen. Du schreibst doch selbst, dass man mit alltagspsychologischen Betrachtungen (was immer Du darunter verstehen magst) vorsichtig sein sollte.

    Ich empfehle Dir mal die diesem Beitrag angehängte Stellungnahme der Uni Bremen als Lektüre.

    Die Verschärfungen im Waffenrecht hatten und haben so gut wie keinen Einfluss auf das Verhalten von Kriminellen. Gewaltdelikte mit Gegenständen des Alltags haben in den letzten Jahren leider zugenommen, während der Missbrauch von Schusswaffen seit langer Zeit rückläufig ist und legal besessene Schusswaffen haben dabei noch nie eine wirkliche Rolle gespielt. Es ist aber auch generell nicht so, dass man permanent damit rechen muss, Opfer von Gewalt zu werden. Über die Wahrscheinlichkeit, hierzulande Opfer eines Terroranschlages zu werden, wollen wir besser erst gar nicht reden. Aber auch diese inzenierte vermeintliche Bedrohung wird benutzt, um Gesetzesverschärfungen zu rechtfertigen.

    Fakt ist einfach, das neue WaffG bringt keinen wirklichen Zugewinn für die Sicherheit. Mir ist schon klar, dass diejenigen, die daran rumgebastelt haben, das gerne auch anders darstellen. Die verfolgen aber oft auch nur ihre eigenen Interessen. Das Gesetz schränkt aber die Gruppe der gesetzestreuen Legalwaffenbesitzer weiter ein, birgt an vielen Stellen nur Rechtsunsicherheit und gängelt die Betroffenen. Erkläre mir doch bitte mal, inwiefern so ein Kinderschlösschen jetzt die Sicherheit (was immer damit gemeint ist) erhöht? Warum soll jemand, der viele Jahre Schießsport betrieben hat, seine "Sportgeräte", sprich sein Eigentum, veräußern müssen, wenn er/sie den Sport z. Bsp. aus gesundheitlichen Gründen (vorübergehend) nicht mehr ausführen kann? Warum besteht ein vermeintlich höheres Risiko, wenn jemand statt zwei Schusswaffen jetzt deren 5 im Tresor hat?

    Bei uns im Landkreis wurden schon mehrere Luftdruckwaffen aus geparkten Autos heraus gestohlen. Warum steht das nicht in den Medien? Weil die Autos unbeaufsichtigt auf Parkplätzen standen und dies nicht auf dem direkten Weg von Wohnort zu Schießstätte oder umgekehrt. Die Folge, wenn es zur Anzeige wegen Diebstahl kommt: Der Waffenbesitzer verliert seine Zuverlässigkeit, wegen Verstoß gegen das Waffengesetz. Auch hier gilt wieder: Vorsicht mit alltagspsychologischen Thesen, die nur aus dem eigenen Erfahrungsschatz begründet werden.


    Was willst Du denn damit überhaupt sagen? Es stand nicht in der Presse, weil die Autos unbeaufsichtigt auf Parkplätzen standen? Tut mir leid, aber ich verstehe deine Logik nicht. Was meinst Du, wie viel Sachen hier jeden Tag so geklaut werden? Interessiert außer den jeweiligen Opfern eigentlich keine Sau mehr, aber bei LGs gehört es in die Presse? Ja sicher, das sind ja auch Mordinstrumente. :wacko:

    Tatsache ist aber, das legale Waffen nur selten entwendet werden. Sollte es nämlich anders sein, wüssten wir das längst., denn es würde gegen uns verwendet werden. Es ist aber auch nicht gleich der Untergang des Abendlandes angesagt, wenn wirklich mal zwei Match-LGs entwendet werden, auch wenn es für den Besitzer neben dem Verlust auch rechtliche Folgen haben kann. Da fängt nämlich das Problem mit der Kriminalisierung schon an. Wenn Dir eine Kettensäge oder gleich das ganze Auto entwendet wird, wirst Du ja auch nicht dafür zur Rechenschaft gezogen. Die Täter wollten sich sicher auch nicht mit den LGs schwer bewaffnen, sondern waren wahrscheinlich schlicht am Erlös interessiert.


    So, Ich bin schon sehr gespannt auf deine Antworten. Aber versuche dabei doch bitte diesmal, deine Allgemeinplätze und Pauschalisierungen zu vermeiden. Weitere Nebenschauplätze brauchen wir hier auch nicht. Ich traue Dir das jedenfalls schon auch noch etwas fundierter zu.

    StellungnahmefuerDeutschenBundestag.pdf

    Mit bestem Schützengruß

    Frank 8) Man beachte die schwarze Brille! Rosa Brillen kommen mir nicht in die Tüte. Auf keinen Fall. 8o

    Hallo kkshoot99,

    auch wenn die Antwort von dingo bezüglich der gelben WBK so formal richtig ist, so ist doch fraglich, ob dein Vater auch Inhaber einer solchen gelben WBK ist. Sind Dir die Unterschiede der einzelnen WBKs bekannt? Du schreibst zwar, dass dein Vater früher mal geschossen hat, aber Du schreibst auch, dass dein Vater Waffen geerbt hat. Sollte dein Vater die Waffen nur als Erbe besitzen und nur deswegen eine WBK (Erben-WBK) ausgestellt bekommen haben, so ist damit (allein) kein Erwerb weiterer Schusswaffen möglich.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Hallo LDS,

    von deiner "verletzten" Ehre habe ich nichts geschrieben. Ich habe meine Anmerkungen sogar extra bewusst etwas verallgemeinert geschrieben.

    Zu deiner Frage: Das WaffG ist in diesem Punkt recht eindeutig. Es ist Minderjährigen nicht gestattet, unter 14 Jahren KK zu schießen, sofern nicht eine Sondererlaubnis vorliegt. Das muss aber nicht zwangsläufig die in § 27 (4) beschriebene individuelle Sondererlaubnis sein, es besteht auch die Möglichkeit, so eine Erlaubnis pauschal nach § 3 (3) zu beantragen. Daher auch mein Hinweis im letzten Beitrag.

    Aber wenn Du selbst das Mädchen nicht schießen lässt und auf dem Stand weder die Aufsicht führst noch der Obhutsbeauftragte bist, dann bist Du dafür auch nicht verantwortlich. Du bist auch nicht mehr für das Mädchen als Jugendleiter verantwortlich, wenn diese auf einem anderen Stand bei einem anderen Verein trainiert, zumal der Vater ja damit einverstanden zu sein scheint, wie Du berichtetest. Du kannst und solltest aber den Beteiligten klar und deutlich mitteilen, dass das so mit dem KK nicht zulässig ist, sofern keine Sondererlaubnis vorliegt.


    Falls Du hier jetzt eine Zustimmung zum Anschwärzen erwartest hast, so muss ich Dich leider enttäuschen. Erstens halte ich das für keinen guten Stil und außerdem traue ich mir hier auch als Außenstehender kein Urteil zu. Wenn Du jetzt der Meinung bist, das sei unfair von mir, sei Dir das unbenommen. Nicht immer bekommt man auf Fragen auch die Antworten, die man gerne hören möchte.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Hallo LDS,

    ich kann deine Verärgerung zwar irgendwie ein Stück weit verstehen, ich würde aber den vermeintlichen Verstoß gegen das WaffG jetzt nicht zum Hauptaufhänger deiner Kritik machen wollen. Solche Verstöße, wenn es denn wirklich welche sind, vielleicht hat ja der Trainer auch eine Sondererlaubnis, sind auch ganz sicher nicht der Grund, warum wir Schützen so "schlecht" dastehen. Bei der Gelegenheit, wo und bei wem stehen wir eigentlich so schlecht da?

    Zu deinem Anliegen: Es ist ja erst mal fast normal und auch gewollt, dass talentierte Nachwuchsschützen eine Betreuung oder auch ein Training auch auf höherer Ebne bekommen. Das geht oft aber nicht ganz spannungsfrei. Insbesondere die bisherigen Trainer und Grundlagenleger fühlen sich dann oft zurückgesetzt und sehen auch oft ihre bisherige Arbeit gefährdet. Manchmal ist da leider auch sogar was dran.

    Aber Du solltest dieser Situation trotzdem nur auf fachliche Art begegnen. Eine Denunziation stellt Dich in kein gutes Licht. Außerdem bist Du auch nicht gefährdet, wenn jemand anderes so einen Verstoß, sollte es denn einer sein, begeht. Auch solltest Du bei deinen Schützlingen keine Position gegenüber dem neuen Trainer einnehmen oder gegen ihn Stimmung machen. Wenn Du aber mit dieser Art des Trainings nicht einverstanden bist, solltest Du mit den Betroffenen ein sachliches Gespräch zu führen. Wichtig ist dabei aber immer nur das Wohl und auch die weitere Zukunft deiner Schützlinge. Sollte das nicht fruchten, ist es zwar vielleicht schade, aber dann brauchst Du dir nichts vorzuwerfen. So Sachen wie bewusst oder unbewusst gegen den neuen Trainer zu arbeiten, gehen immer nur zu Lasten der Schützlinge.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank