Hallo Freunde,
Michael Kuhn ist mir zwar jetzt mit seinem Beitrag teilweise etwas zuvorgekommen, aber ein paar Anmerkungen aus meiner Sicht möchte ich euch dennoch nicht vorenthalten. Ich stelle mir schon länger die Frage, warum sich ausgerechnet ein Teil der Schützen immer genötigt sieht, sich von anderen Schützen und noch stärker von anderen Gruppierungen mit ähnlichen Interessen zu distanzieren, wo doch die verbindenden Elemente und Gemeinsamkeiten immer viel stärker sind als die Differenzen.
Habt ihr solche Distanzierungen schon mal von unseren Gegnern, ich benutze das Wort Gegner hier bewusst, gehört? Habt ihr schon mal gehört, dass die Grünen, welche ja unter anderem ein generelles GK-Verbot fordern, sich von dem Bremer SPD-Mann distanziert haben, weil der keine Lichtgewehre für den Nachwuchs haben will? Habt ihr schon mal in einen Artikel in der Presse gelesen, dass Falschaussagen in Bezug auf den Schießsport jemals korrigiert oder richtig gestellt wurden? Ich jedenfalls nicht.
Warum sieht sich dann ein Teil von uns immer genötigt, sich zu distanzieren? Warum können die jetzigen Verbände nicht wenigstens akzeptieren, dass hier zwar auf unterschiedlichen Wegen agiert wird, die gemeinsamen Interessen aber doch immer überwiegen?
Warum sieht sich der DSB, oder besser gesagt, der jetzige gewählte Vorstand des DSB, dann trotzdem genötigt, sich von den neuen Interessenvertretungen wie prolegal zu distanzieren? Der DSB soll ja auch weiterhin die Interessen seiner Mitglieder vertreten, aber muss man sich deshalb gleich von anderen Organisationen mit teilweise übereinstimmenden Interessen distanzieren?
Der DSB ist doch selbst Mitglied im FWR (Forum Waffenrecht). Das FWR sieht sich als Lobby für den privaten Waffenbesitz. Es wimmelt dort nur so von Unternehmen aus der Branche. Das ist ja auch alles sicher nicht schlecht, wäre da nicht auch schon eine gewisse Firma Armatix mit ihren ganz eigenen Interessen involviert gewesen. Diese Zusammenhänge wurden übrigens von engagierten Waffenbesitzern jenseits der Verbände aufgedeckt. Darüber hinaus gibt es nicht wenige Schützen und legale Waffenbesitzer, welche gerade dem FWR eine zu große Passivität ankreiden, obwohl dort Personen als bezahlte Kräfte arbeiten. Es ist übrigens kein Zufall, dass immer wieder der Name Armatix fällt. Lest euch dazu mal ein paar Meldungen zu deren Aktivitäten in der Schweiz durch, Stichwort Segmüller.
So, ich frage jetzt noch einmal, warum ist prolegal jetzt schlecht und das FWR gut? Weil prolegal angeblich so aggressiv agiert? Weil zeitnah auf bestimmte politische Äußerungen und Artikel in den Medien reagiert wird? Wer sich mal die Mühe macht, sich die Seite von prolegal genauer anzusehen, der wird dort nur schwerlich aggressive Texte finden. Im Gegenteil, ich finde, die Beiträge dort sind alle sehr sachlich und mit Fakten versehen verfasst worden. Jedenfalls finde ich keine Beiträge, von denen ich mich jetzt unbedingt distanzieren müsste. Ach ja, Michael Kuhn schreibt für sich und nicht für prolegal. Das heißt jetzt aber nicht, dass seine Sicht der Dinge falsch sein muss.
Wir erwarten alle auch in Bezug auf unseren Sport und unsere Passion Toleranz. Aber warum können wir dann nicht auch so tolerant sein und akzeptieren, dass es verschiedene Sichtweisen und damit auch verschiedene Wege geben kann, die Menschen beschreiten wollen, um ihre und damit auch immer zumindest ein Stück weit unsere Interessen bewahren zu wollen.
Wir kennen doch alle die Fakten in Bezug auf unseren Sport und wir wissen auch alle, dass vom legalen Waffenbesitz in Deutschland kein nennenswertes Risiko ausgeht. Das ist eine Tatsache und daran haben auch die medial spektakulär ausgeschlachteten Einzeltaten nichts geändert. Warum sollten wir uns dann bei dem Versuch, unseren Sport und den auch damit eng verbunden legalen Waffenbesitz weiter zu erhalten, weiterhin gegenseitig fertigmachen, statt den aufrichtigen gemeinsamen Schulterschluss zu suchen. Nur gemeinsam sind wir stark und haben eine Chance. Unsere Gegner können uns nur dann bekämpfen, wenn wir untereinander uneinig sind und uns in kleine Grüppchen teilen lassen. Das ist auch so gewollt, unsere Gegner möchten nicht, dass wir uns solidarisieren. Deshalb gibt es ja auch im Gesetz die Ungleichstellung der jeweiligen Gruppierungen.
Wer jetzt trotzdem meint, mein Beitrag sei auch wieder so aggressiv und ich würde hier von Kampf reden, wo es doch nur um Sport gehe, dem sei gesagt, dass wir schon lange einem bisher recht einseitigen und mit unfairen Mitteln geführtem Kampf ausgeliefert sind. Leider möchten das aber immer noch etliche von uns so nicht wahrhaben. Sie wollen noch an die saubere Presse glauben, die immer nur objektiv und immer nur im Interesse des Gemeinwohls handelt. Gleiches wird auch immer noch der Politik zugedacht.
Wer möchte, dem kann ich bei Bedarf jetzt auch noch gerne diesen Presseartikel, auf den sich dieser Beitragsstrang bezieht, Satz für Satz zerlegen und die ganzen fehlerhaften Aussagen auch belegbar widerlegen.
Ich fordere euch alle deshalb auf, führen wir einen aufrichtigen Dialog in dieser Sache. Aber verzichten wir dabei auf so Sachen wie angeblich rosa Brillen, ohne diese auch wirklich an konkreten Fakten festzumachen. Hinweise wie "einschlagen" sind dabei auch ziemlich überflüssig. Ach ja, auf Ansinnnen, anderen Vereinen oder Verbänden vorschreiben zu wollen, missliebige Schützen rauszuschmeißen, sollten wir bei der Gelegenheit auch besser verzichten.
Wer sich jetzt aber immer noch nicht damit identifizieren kann, muss das auch nicht tun. Es stellt sich dann aber doch die berechtigte Frage, ob man sich dann auch unbedingt mit seinen Äußerungen in der Öffentlichkeit (auch dieses Forum ist öffentlich) dagegen positionieren muss und wenn ja, warum? Weil das der geheimen Lobbyarbeit sonst schaden könnte? Dieses Argument halte ich für sehr fragwürdig, denn die Kampagnen laufen doch auch, auch ohne dass wir uns wehren. Teile der Politik haben sich doch längst festgelegt. Was haben wir also noch zu verlieren? Ohne Widerstand hat die Politik doch ein leichtes Spiel und wer soll denn sonst bitteschön unsere Interessen vertreten, wenn nicht wir selbst?
Mit bestem Schützengruß
Frank