Hallo Freunde,
die von Dan More verlinkten Match-Büchsen sind für den Einstieg in das sportliche Gewehrschießen nach DSB durchaus noch geeignet, die jagdlichen Gewehre aber nicht. Mit den einfachen Systemen, den dünnen Läufen und den Abzügen, selbst wenn mit Stecher, tut man sich keinen Gefallen. Zudem sind diese Gewehre fast immer als Repetierer ausgelegt. Auch das erschwert die Nutzung in Bewerben, wo nur einzeln geladen werden darf. Einfach mal eben so den Schaft wechseln geht auch nicht. Abgesehen mal von den nicht passenden Schraubverbindungen spielt die Schaftbettung eine Schlüsselrolle für die Schießleistung der Waffe. Wird so eine Bettung nicht korrekt ausgeführt, dann kann sich dadurch die eh schon schlechtere Präzision nochmals erheblich verschlechtern.
Zu den Match-Büchsen: Auch wenn die älteren Büchsen von Walther, Hänel (Suhl) oder Weihrauch (Diana fehlt noch und ist speziell) durchaus noch brauchbar sind, so bekommt man doch damit Probleme, wenn man die Gewehre (später) mit modernen Zubehörteilen oder einem modern Schaft aus- oder nachrüsten möchte. Da sind dann die Anschütz Match 54 doch die bessere Option. Mal abgesehen von den nicht passenden Korntunneln und der UIT-Schiene bei den ganz alten Modellen aus den Fünfzigern und frühen Sechzigern bekommt man für diese Gewehre noch jedes moderne Zubehör bis hin zu den modernsten Alu-Schäften.
Ich habe ja schon oben geschrieben, dass man mit den alten Match-Büchsen noch einsteigen kann. Aber man wird auch sehr schnell die Grenzen dieser Gewehre in Bezug auf die Schäfte feststellen. Diese Gewehre haben alle noch keine verstellbare Schaftbacke. Klar kann man sich hier arrangieren und ein Anfänger merkt womöglich auch noch nicht den Unterschied, aber irgendwann stellt man dann doch fest, das man ja speziell Liegend nicht sauber durch das Diopter schauen kann. Da wird dann doch der Wunsch nach einer verstellbaren Backe immer größer. Aber es geht noch weiter. Wenn man schon Erfahrungen mit einem modernen LGs sammeln konnte, dann möchte man auch so einen Schaft mit den vielen Einstellmöglichkeiten für das KK-Gewehr. Schießt man auch Dreistellung, so nervt irgendwann die ganze Schrauberei und schlechte Wiederholgenauigkeit der Einstellungen mit der Schaftkappe und man wünscht sich dann für jede Stellung eine Kappe, die man schnell austauschen kann.
Es kommt aber generell auch etwas darauf an, was man schießen möchte. KK-Auflage stellt wieder andere Anforderungen an das Gewehr, als Liegend, Dreistellung oder 100m Stehend.
Nach meiner Auffassung ist es aber auch etwas fragwürdig, bei der Auswahl einer Match-Büchse eine zu enge Preisgrenze zu setzen. Mit etwas Geduld und Glück bekommt man auch schon eine gute 1807 oder eine Match 54 in der letzten Ausführung in einem 1807 oder noch besser 1907 Schaft für 300 bis 500 EUR. Die 1807 und 1907 Schäfte (es gibt Unterschiede) sind immer noch ganz brauchbar, wenn es nicht unbedingt ein Super Match Schaft (die älteren passen auch nicht jedem Schützen) sein muss, welche auch immer etwas teurer gehandelt werden. Man darf dabei ja auch nicht vernachlässigen, dass der Wertverlust sich bei den Gewehren ja doch (noch) in Grenzen hält und daher die Investitionskosten auch nicht verloren sind, sollte man sich doch mal wieder davon trennen wollen. Man tut sich aber keinen großen Gefallen, wenn man erst mal ein Gewehr mit altem Schaft kauft, aber schon mit der festen Absicht, später auf jeden Fall aufzurüsten, denn die besseren Schäfte werden oft einzeln recht teuer gehandelt.
So, das war es erst mal. Hier im Forum gibt es auch schon Beiträge, welche die Unterschiede der einzelnen Anschütz Modellreihen genauer beschreiben.
@jojo1955
Ich weiß jetzt ja nicht, wie und mit welchem Anschlag Du das M1 geschossen hast und warum die Handschmerzen gekommen sind, aber so ein M1 ist gegenüber den richtigen Match-Büchsen schon extrem leicht. Bedingt durch die Schäftung ist aber auch kein richtig guter sportlicher Anschlag Stehend möglich. Der Schaft dürfte wohl den meisten erwachsenen Schützen zu kurz sein und durch die fehlende Tiefe am Vorderschaft muss man das Gewehr wohl am besten auf die Fingerspitzen legen. Geht zwar auch, ist aber doch nicht optimal. Wenn Du mal ein Gewehr mit richtiger Match-Schäftung in die Hand nimmst, wirst Du die Unterschiede sofort merken, aber selbst die sind halt standardisiert und passen daher auch nur dann einigermaßen gut, wenn man auch Standardmaße hat.
Mit bestem Schützengruß
Frank