Hallo Geronimo,
die sogenannten Mauscheleien, die Du ansprichst, sehen oder vermuten nicht wenige Schützen gerade im FWR, also genau der einzigen Interessenvertretung, zu der sich der DSB bekennt und von der er sich vertreten lässt. Man beachte dabei nur alleine die Aktivitäten der Firma Armatix.
Gerade, weil sie sich eben von dieser Interessenvertretung und vom DSB und seinen Landesverbänden nicht wirklich und richtig vertreten fühlen, haben sich engagierte Schützen zu neuen Interessengemeinschaften wie prolegal zusammengeschlossen. Hier handelt es sich um eine Bewegung, welche von der Basis ausging. Diese Idee bzw. dieser Ansatz wurde gerade auch von engagierten DSB-Schützen getragen und verwirklicht. Siehe die Veranstaltung in Forst.
Wenn eine gewählte Präsidentin eines Landesverbands wie Frau Lange sich hinstellt und die verdachtsunabhängigen Kontrollen nach § 36 WaffG begrüßt, dann fühle ich mich und sicher auch viele andere Schützen nicht richtig vertreten. Im Gegenteil, damit fällt man auch mir in den Rücken.
Es gibt etliche weitere fragwürdige Punkte, die sich durch die Politik und Strategie des DSB und der Landesverbände der letzten Jahre ziehen. Warum brauchen wir (als einziger Sportverband) eine Sportordnung, die behördlich genehmigt werden muss? Warum brauchen wir überhaupt diese sogenannten gesetzlich anerkannten Schießsportverbände? Warum muss das Bedürfnis jetzt vom jeweiligen Verband bescheinigt werden? Kann es nicht sein, dass hier die Interessen des DSB als eigenständige Organisation und die der Mitglieder und der Vereine nicht deckungsgleich sind.
Solche und andere Punkte sollten in diesem Forum auch weiterhin diskutiert werden können. Wenn nicht hier, wo dann.
Noch eine Anmerkung sei mir erlaubt. Machst Du es Dir nicht etwas zu einfach, wenn Du das zugegebenerweise etwas fragwürdige Auftreten hauptsächlich einer Person hier dazu nutzt, die Sorgen und auch die durchaus berechtigten Kritiken an den zur Zeit bestehenden Verhältnissen pauschal als unberechtigt und unerwünscht abzubügeln und Du die Protagonisten mit schöner Regelmäßigkeit zumindest unterschwellig als Waffennarren bezeichnest. Selbst wenn eine Sache (aus berechtigter Sorge oder fast schon aus Verzweiflung wegen der Trägheit der Masse) etwas aggressiv (das Wort wird hier oft überstrapaziert) vorgetragen wird, muss sie deswegen nicht automatisch falsch sein.
Apropos, über das Thema Waffennarren könnten wir bei Gelegenheit auch noch mal reden. Es mag durchaus welche geben, nur sind das in der Regel nicht die Menschen, welche in unserem Land legal Waffen besitzen. Mir ist jedenfalls noch keiner über den Weg gelaufen und ich kenne recht viele legale Waffenbesitzer. Wenn es geografisch nicht so weit wäre, würde ich Dir gerne auch mal ein paar Menschen aus meiner Gegend vorstellen. Auch als Sportschütze kann und darf man auch Waffen sammeln und diese auch als technische Gegengenstände und sogar von der jeweiligen Ästhetik interessant und sogar schön finden. Man ist dann nicht automatisch ein schlechter Mensch.
Ich glaube, unser Hauptproblem sind die Bilder in unseren Köpfen, entstanden durch viele schlechte Filme und jahrelange mediale Zerrbilder. Wir brauchen ja nur eine beliebige Zeitung oder das Fernsehen einschalten. Was sehen wir da? Mord und Totschlag und weitere Greueltaten, jeden Tag weltweit zusammen getragen. Vergleiche das mal mit deiner Realität? Wie oft kommt da wirklich Gewalt vor? Wir sind alle anfällig für Vorurteile, aber wir sollten diese Vorurteile niemals als Grundlage für unsere Entscheidungen und unser Handeln nehmen.
Mit bestem Schützengruß
Frank