Hallo Nils,
auch das würde ich so nicht stehen lassen wollen.
Zum Impuls: m * V: Masse des Geschosses * dessen Geschwindigkeit, vektorielle Größe
Dieser Impuls ist immer vorhanden und wirkt damit auch entgegengesetzt auf das Gewehr. Impulserhaltung.
Das Gewehr 'will' sich also nach hinten in Bewegung setzen. Geht aber nicht, da durch Schulter oder in einer Rest oder auf dem Tisch durch Reibung am Ort gehalten. Also macht es eine Ausgleichsbewegung (normalerweise) nach oben. Hängt vom Angriffspunkt der Kraft und vom Schwerpunkt des Gewehres ab.
Diesen Impuls kann man durch spezielle Konstruktionen soweit ausgleichen und damit dämpfen, dass er kaum bis gar nicht mehr wahrnehmbar ist. Absorber.
Man beachte die Entwicklung der LGs: Zuerst waren da die Federspanner (Federspeicher), wo eine Feder auf einen 'schweren' Kolben im Inneren des Gewehrs wirkte. Diese Teile hatten alle einen heftigen Prellschlag (Geschoss und die Masse des Kolbens), waren aber in der Schussentwicklung sehr langsam. Dann hat man versucht, diesen Prellschlag auszugleichen, z. Bsp. bei den Diana durch gegenläufige Kolben oder bei den FWB 150/300 durch das gelagerte Oberteil, welches nach hinten gleiten konnte. Der Prellschlag wurde so ganz gut ausgeglichen, aber die Gewehre blieben durch die bewegten Massen träge. Ein Sprung in der Entwicklung stellten dann die FWB 600 und weitere Nachfolger wie Anschütz 2001 dar. Hier gab es keine schweren Kolben mehr, es wurde nur ein Ventil geöffnet und nur noch das Geschoss verursachte den Impuls oder Prellschlag. Danach erfolgte eine kontinuierliche Entwicklung über CO2 bis hin zur heutigen Pressluft. Durch weitere Verringerung der beweglichen Teile und durch spezielle Konstruktionen (Absorber) konnte die Schussauslösezeit weiter verringert werden und der Restimpuls fast ganz beseitigt werden.
Zwischen einer FWB 601 oder Anschütz Super Air 200X und einer sagen wir mal FWB 700 oder Anschütz 8002 liegen deutlich wahrnehmbare Unterschiede. Wer das so nicht wahrnimmt, kann ja mal Auflage oder Sitzend schießen. Die Wahrnehmung des Restimpulses würde ich da gar nicht so stark bewerten wollen, es ist die schnellere Schussauslösezeit, welche nach meiner Erfahrung den zwar kleinen, aber doch deutlich bemerkbaren Unterschied ausmacht. Stichwort Halten und Nachhalten. Ich jedenfalls, obwohl weiß Gott kein Spitzenschütze, kann mit den modernen Pressluftteilen jedenfalls leichter Zehen knipsen als mit meiner betagten Anschütz 2001 oder einer FWB 601.
Wer es nicht glaubt, möge es mal in aller Ruhe ausprobieren.
timmcilrath
Lass doch mal von Dir ein paar schöne (möglichst lotrecht und winkelig zur Schießbahn) Fotos im Anschlag machen. Die ersetzen zwar keinen Trainer vor Ort, aber hier gibt es ein paar Schützen/Trainer, welche so doch grobe Schwachpunkte sehen können und Dir dann vielleicht mit ein paar Tipps weiterhelfen können.
Mit bestem Schützengruß
Frank