Hallo Freunde,
mit etwas Verzögerung hier noch ein paar Anmerkungen meinerseits.
Nach meiner Erfahrung und Auffassung kann der Haken manchmal mehr Probleme als Nutzen speziell im Anschlag Liegend bereiten. Der Haken legt den Anschlag ziemlich rigide fest. Stimmt dessen Einstellung nicht, so wird der Schütze quasi in einen Anschlag gezwungen. Das für eine ungezwungene Kopfhaltung und auch für eine saubere gradlinige Krafteinleitung (Impuls) bei der Schussabgabe sinnvolle halsnahe Einsetzen der Schafkappe wird zudem durch den Haken erschwert. Deshalb gibt es ja jetzt auch schon diese Kappen mit dem seitlich versetzbaren Haken. Ob das aber auch bezüglich der Krafteinleitung so wirklich so gut ist, weiß ich nicht. Viele Schützen benutzen jedenfalls den Haken Liegend auch nur als eine Art Referenz und Führung für das immer gleiche Einsetzen. Das kann man aber auch ohne diesen Haken hinkriegen. An besten setzt man dazu die Kappe mit Hilfe der Abzugshand auf ihren richtigen Platz.
Oft liest und hört man auch, die Kappe soll möglichst formschlüssig in der Schulter sitzen. Theoretisch mag das wohl auch stimmen, aber lässt sich das praktisch auch überhaupt optimal lösen. Schon die Jacke liegt ja nicht überall komplett ohne Luft am Körper an. Mir scheint es daher fast so, dass eine Kappe, welche definiert zweipunktförmig aufsitzt, sogar von Vorteil sein könnte. Es gibt auch solche Kappen, welche nach diesen Überlegungen konstruiert wurden. Man denke dabei auch an die älteren Standardschäfte. Durch die Höhenbegrenzung der Schaftkappe bei diesen Schäften saß diese bei vielen Schützen Liegend eh nur im oberen Bereich sauber auf dem Schlüsselbein, also mehr oder weniger punktförmig. Schießen konnte man aber so auch, wie ja der Königstiger weiter oben auch schon anmerkte.
Ein Problem dabei will ich aber auch nicht verhehlen. Sitzt die Kappe nur mehr oder wenig punktförmig, so kann sie sich ja auch viel leichter drehen. Bei einem Anschlag, bei den die seitlichen Kräfte, welche auf das Gewehr wirken, nicht immer ganz sauber im Gleichgewicht sind, kann das dazu führen, dass das Gewehr die Tendenz hat, sich zu um die Zielachse zu drehen und auch bei der Schussabgabe unregelmäßig springt.
Ich habe jedenfalls Liegend schon mit Haken (Kappe ähnlich 1813, aber oben auch noch mit separat verstellbarem Flügel, gab es mal von Stopper) und ohne (alte 1407, 1907 und Keppeler Alu ohne den Pin) geschossen. Zwar muss ich ohne Haken mehr auf das saubere Einsetzen achten, aber dann meine ich, ist da kein wirklicher Unterschied. Von Gefühl her empfinde ich es passender und auch angenehmer ohne Haken. Und meine Fehler haben in der Regel auch andere Ursachen.
Mit den vielen unterschiedlichen Gewehren tust Du dir vermutlich wirklich keinen Gefallen, wie auch schon angemerkt wurde. Die beiden FWB könnten Dir allerdings auch noch zusätzlich das Leben etwas schwerer machen, denn gerade bei den älteren Modellen gab es oft Ausführungen mit ziemlich zickigen Läufen. Auch hatten diese Modelle oft auch noch die Eigenschaft, bei der Schussabgabe etwas seltsam zu springen. Wobei, es gab natürlich auch immer Schützen, welche auch mit den älteren KK von FWB sehr gut klar kamen.
Aber nun zu deinem Problem. Vorab, auch wie Benmaster meine ich, dass 570 nach knapp über einem Jahr gar nicht so schlecht sind. Aber darüber wird es Liegend natürlich auch erst richtig interessant und will man höher, muss man wirklich pedantisch sein. Ein Freund von mir hat mal gesagt, käme er mit dem KK Stehend auch so ab wie Liegend, würde er wohl nur Zehner schießen. Aber Liegend reicht es schon aufgrund der großen Kräfte (und der doch relativ langsamen Patrone), welche auf das Gewehr wirken, nicht, 'einfach' nur im Ziel zu stehen. GK ist da schon wieder einfacher. Aber beim KK Liegend ist es oft nur ein sehr schmaler Grad, welcher darüber entscheidet, ob man die Schüsse regelmäßig sauber in der Mitte gruppiert, oder aber wild in der Neun rumstochert, oft noch verbunden mit herberen Ausreißern.
Wie sehen denn so deine Schussbilder aus? Gelingt es Dir denn auch regelmäßig, gute Serien am Maximum zu schießen, wo Du auch vom Gefühl her nach der Schussabgabe sagen kannst, das hat gepasst und die Schüsse sitzen dann auch da, wo Du sie vermutest? Oder zeichnen sich deine Serien mehr oder weniger alle durch eine unregelmäßige gestreute Verteilung der Schüsse aus, wo dann die Anzahl der Zehner mehr oder weniger zufällig das Ergebnis bestimmt? Oder schießt Du oft bewusst viele gute Zehner, ziehst Dir aber dann das Ergebnis mit etlichen Ausreißern bis in die Acht oder sogar schlimmer wieder herunter? Wie sieht es denn aus, wenn Du dich zum Schießen auf deinem Stand hinlegst? Bist Du dann auch nach ein paar Schüssen zum Aufwärmen auch sofort wieder in der Mitte, oder musst Du dann oft erst wieder Korrekturen der Trefferlage vornehmen?
Mit bestem Schützengruß
Frank