Beiträge von jomei

    Für mich ist das Schießen das eine, die andere, ebenso wichtige Seite ist das gesellschaftliche Leben im Verein. Ich hab noch nie Ziele definiert, dass ich diesen oder jenen Meistertitel schaffen will. Es ging mehr so einfach mehr zu schießen und bei den Meisterschaften war eigentlich immer das olympische Motto, dabeisein ist alles im Vordergrund. Von meinen früher normalen Ergebnissen hab ich mich inzwischen verabschieden müssen. Trotzdem macht es noch Spaß.

    Neben der aktiven Seite, LG, ZiTu und KK war ich noch rund 25 Jahre Schießleiter und 2. Schützenmeister. Da hat mich die beste Ehefrau von allen auch mal augenzwinkernd gefragt, willst du vielleicht dein Bett ins Schützenhaus stellen?

    Der dritte große Bereich waren die diversen Baumaßnahmen vom Verein, Schützenhausbau, Totalrenovierung der KK-Stände, Anbau/Erweiterung Schützenhaus. Da konnte man als Kaufmann so einiges an Handwerk lernen.

    Ein wichtiger Aspekt ist man kommt auch mit der Jugend in Kontakt, bekommt von dieser Seite was mit. Ich hoffe mal das bewahrt davor ein alter Grantler zu werden.

    Was sagt ihr dazu?

    Eine Frage ist mir noch nicht klar, darfst du schon Auflage schießen?

    Die von dir genannten Gewehre sind alle gut. Eine wichtige Überlegung ist immer wo will ich hin, wieviel Luft hat das Gewehr nach oben. Es geht dabei mehr um die Anpassbarkeit, treffen tun die alle.

    So ganz grob, im Freihandbereich ist alles unterwegs, vom 600er FWB bis zu den aktuellen Topmodellen.

    Zur Auswahl, nimm im Verein einfach verschiedene Gewehre in die Hand und schau was dir am besten liegt, gefällt. Es werden ja immer wieder Gewehre verkauft, hör dich um, von Schütze zu Schütze bekommst du meist die besten Preise.

    Steht bei euch hinter/neben einem Neuling keine Aufsicht? 🤔

    Bei uns wird Schwerpunktmäßig Gewehr geschossen. Also die ganz kleinen Kids Laser, dann LG und KK erst wenn die notwendige Technik draufhaben. Da gibt es selbstverständlich eine Grundeinweisung. Die Beaufsichtigung hängt davon ab wer ist am Stand, wer braucht wieviel Unterstützung.

    Bei der Bundeswehr wurden einem damals auch große Kaliber recht schnell in die Hand gedrückt und da konnte nicht jeder sicher mit um.

    Sindelfingen da denn so viele Unfälle passiert?

    Da stand aber neben jedem Schützen eine Aufsicht. Wenn man noch dazu nimmt wie geschossen wurde und immer die Waffe schuld war, dann ist alles gesagt.

    Wenn man den "sportlichen Bereich" nach alter Väter Sitte mit eng gestellten Scheuklappen definiert, trifft das zu.

    Den sportlichen Einsatz und das Leistungsniveau, den ich hierzulande in IPSC, PPC 1500 und FFWGK sehe, kann ich nur anerkennend als sehr gut bezeichnen. Die Leute zieht es dorthin und sie wollen ihre eigenen Fertigkeiten aus freiem Willen verbessern. Die Bewerbe sind sehr gut besucht und der Zustrom neuer Schützen groß.

    Einen Verein, der ein Bedürfnis befürwortet, braucht es für die ersten zwei Kurzwaffen NICHT. Man muß sich also nicht mit LuPi abquälen und keinen unwilligen Funktionär behelligen, um an eine GK Pistole zu kommen.

    Bei LuPi war der Sport nahe am Aussterben und es mußte eine Initiative von oben gestartet werden, um das wiederzubeleben. SpoPi war eine Randerscheinung und wächst jetzt ein wenig, da gefördert wird. Beides hat aber ohne aktive Vereinsarbeit zur Gewinnung neuer Schützen keine Zukunft, während GK von selbst floriert, was Nachwuchs und Leistungsniveau betrifft.

    Ich hab bei der Betrachtung beileibe keine Scheuklappen auf.

    Du brauchst für das Bedürfnis immer einen Verband und einen Verein, der deine notwendigen Schießen bestätigt. Das ist z. B. beim BDS auch nicht anders als beim BSSB. Auch für die erste Waffe, völlig egal ob Lang- oder Kurzwaffe brauchst du eine Bedürfnisbescheinigung.

    Diese Gängelei ist kontraproduktiv. Lassen das viele mit sich machen?

    Nun ja, Schießen muss man auch erst mal lernen. Ein Grundsatz beim Lernen ist man geht vom Leichten zum Schweren. Bei Mathe lernt man auch erst mal die Zahlen und fängt nicht mit Gleichungen an. Daher macht der Aufbau LP/LG, KK usw. Schon Sinn, wenn einer die Technik drauf hat geht es weiter.

    Hier geht es auch nicht um Gängelei, Es muss einfach ein Fundament da sein, auf dem man aufbauen kann. Und wie AndreasJ auch geschrieben hat, es muss auch Vertrauen aufgebaut werden.

    Bei uns funktioniert das, ich bin Ü60 und mache Betreuung und Aufsicht für die Neuen.

    Wir haben jetzt eine stabile Mannschaft LP Freihand auf Kreis-Ebene.

    Und heute hatten wir im Kreis einen Mixed Wettkampf.

    Gut, freut mich. Ich fang auch wieder bei den Anfängern mit Betreuung an, hab jetzt mehr Zeit und brauche Auslauf. Sonst wird es zu langweilig.

    In der Schweiz werden insbesondere Pistolenvereine von Neumitgliedern überrannt. Diese möchten meistens zweihändig mit viel Bums Hülsen leer machen. Es ist an den Vereinen, das vernünftig zu kanalisieren.

    Ja, da reden wir von einem anderen Typus von Schützen. Im sportlichen Bereich ist man ja mehr mit kleineren Kalibern unterwegs.

    Die Klientel, welche alles unter .357 Magnum (sieht ja bei Dirty Harry so geil aus) nicht ernst nimmt und bei Langwaffe am liebsten mit .50 BMG anfangen würden, die sind ja eher nicht unsere Zielgruppe.

    Ob von denen, mit dem Drang zu viel Bums, viele dabeibleiben bezweifle ich.

    Aber die demographische Entwicklung geht an den Landesverbänden und am DSB nicht vorbei.

    CoolMint

    So pauschal kann ich das nicht bestätigen. Es gibt Vereine, die wachsen. Unserer gehört zum Glück dazu. Andere, die Mehrheit, stagnieren oder schrumpfen.

    Ingesamt müssen wir uns damit auseinandersetzen, dass die Mitgliederzahlen rückläufig sind und bleiben. Mit dem Problem haben aber alle, nicht nur Schützenvereine zu kämpfen.

    Seit Jahren überfällig ist hier ein selbstbewusster, öffentlicher Auftritt der Verbände. Mit dem Ziel der Imagewerbung, hier stecken wir immer noch in der Selbstverzwergung.

    Gerade die Generation Ü60 ist hier gefordert. Wir haben vieles geschafft, die Kinder sind groß, ggf. das Haus gebaut. Also was hindert uns dran was zu tun? Entlastung der Jugendleiter beim Training, Aufsicht beim Schießbetrieb, mal Hausmeisterarbeiten rund ums Schützenhaus machen usw. Einfach den jüngeren unter die Arme greifen.

    So einen Sachverständigen würde ich da gerne Mal hinschicken.

    Ich kenne einen in der Schweiz, da schießt die Frau besser als er. Die nimmt das Strumgewehr aus dem Schlafzimmerschrank mit Holztür,
    trägt es mit dem Riemen, setzt sich in den öffentlichen Nahverkehr, fährt zum Schießstand und bekommt doert Munition.
    Danach mit den Öffis wieder nach Hause.

    Und wenn Du fragst, ob das nicht gefährlich ist, beim 300 m Stand oder 1000m Stand über eine Strasse hinweg zu schiessen,
    dann schauen sie Dich mitleidig an, weil sie denken Du schießt so schlecht, dass Du es nicht schaffst in Richtung Ziel zu schiessen.

    😂😂😂 Da würde bei uns ein SEK aufmarschieren und die WBK samt Waffen wäre man los.

    Califax bitte nicht als Angriff oder ähnlich verstehen, ich hab schon mitbekommen, dass du es gut meinst.

    Ich stell mal folgende Behauptung auf. Es macht keinen Sinn solche Konzepte in kleinen Vereinen einzuführen.

    Da kennt jeder jeden, dem Vorstand ein Führungszeugnis unter die Nase halten zu müssen, damit möglicher Inhalt die Runde im Dorftratsch macht?

    Die ganzen Zuständigkeiten usw., die Vorgaben der Schutzkonzepte müssen ja auch gelebt werden. Nur wird das meist zu einer Papierveranstaltung verkommen, die nichts bringt. Das ist der bessere Fall. Der schlechte wäre wenn jemand überengagiertes das Zepter an sich reißt und hinter allem was wittert. Gerade in diesem Bereich, in dem man eh mit dem halben Fuß im Knast steht, wenn da falsche Behauptungen die Runde machen bekommt man die Flecken nie mehr aus der Weste.

    Alleine die Beispiele mit dem 80jährigen der stolperte und dem Vater der seine Tochter umarmte sind doch schon ein Zeichen dafür, dass was in die falsche Richtung läuft. Langsam, aber doch.

    Ich bin ein Mensch für den Vertrauen und Ehrlichkeit ganz oben stehen in der Wertetabelle. Würde mir so ein Konzept zum unterschreiben vorgelegt, ich würde fragen vertraut ihr mir nicht, was soll das? Wie Coolmint schon geschrieben hat, es geht leise in Richtung Beweislastumkehr.

    Aber sind den diese Konzepte wirklich mehr als Feigenblätter? Die im Worstcase nur dazu dienen Schuldzuweisungen zu rechtfertigen und es dem Rest ermöglichen die drei Affen zu geben und die Hände in Unschuld zu waschen? Bringen die wirklich mehr Schutz für die jungen und jüngsten Schützen und Schützinnen?

    Ich bin nach den vielen Beiträgen und durchaus auch Argumenten pro Schutzkonzepten nicht überzeugt. Auch beim DOSB hat man durchaus vor der eigenen Tür zu kehren. Da rechtfertigte der Medaillenhunger vieles, dass später als häßlicher Skandal publik wurde. Daher ist es keine Begründung, dass man sowas braucht weil es oben auch gemacht wird.

    Ihr wollt ständig das Waffengesetz ändern aber schafft es nun nicht mal, faktenbasiert, mit den kleinen Dingen anzufangen.

    Da haben wir was gemeinsam. Es gibt wohl da und dort aber noch ein Überschussrecht. Wie das hier gehandhabt wird entzieht sich meiner Kenntniss. In der Schweiz gibt es dies ja noch häufiger.

    Von wollen ist keine Rede. Das Waffengesetz kann man eigentlich nur noch abschaffen und völlig neu schreiben. Da fehlt inzwischen den meisten der Durchblick, das Gesetz ist zudem völlig überfrachtet mit Regeln zu Messern usw., die keiner mehr versteht.

    Aber wir werden ja von mehreren Seiten bedrängt, es gibt ja immer wieder neue Gerichtsurteile, Ministeriumsvorgaben und individuelle Auslegungen der Ordnungsbehörden zum Waffenrecht und den dazugehörigen Themen wie Schiessstände etc., die einem das Leben auch nicht leichter machen. Leider stehen sich die Schützen oft selbst im Weg.

    Überschussrecht, ich vermute mal da geht es darum über fremdes Eigentum hinwegzuschiessen. Sowas ist in Deutschland undenkbar, hier werden die Hosenträger mit einem Gürtel gesichert. Bei Ständen, wie in der Schweiz würden unsere Schießstandsachverständigen und Behördenmitarbeiter Schnappatmung bekommen.

    Ich habe das durchaus nicht vergessen, damit ist es ja erst hochgekocht.

    Und ja, die haben inzwischen alle ein "Schutzkonzept", z.B. das aus Paderborn: https://wir-erzbistum-paderborn.de/wp-content/upl…Entwicklung.pdf

    Mal so von der Leber weg, ich glaube nicht, dass dieses auf 35 Seiten ausgewalzte Konzept viel bringt. Die Täter und Täterinnen suchen sich ja die Bereiche aus, die ihnen die Übergriffe möglich machen. Die lassen sich davon genauso wenig abschrecken wie ein Tankstellenräuber, der geht genauso davon aus nicht erwischt zu werden. Es ist ja nicht so, dass die Taten bisher nicht verboten waren. In der Vergangenheit wurde ja vieles unter den Teppich gekehrt. In selbstherrlicher Arroganz, mit Duldung der staatlichen Stellen konnten die Kirchen nach Kräften vertuschen. Beim jetzt propagierten Wandel, vom Saulus zum Paulus, da bleibe ich der ungläubige Thomas.

    Als wesentlich hilfreicher sehe ich an, dass keiner wegschaut, keine informellen Trainingsgrüppchen aufgebaut werden, Trainings usw. immer offen und mit mehreren Betreuern abgehalten werden. Auch die Eltern sollen jederzeit Zugang haben.

    Auf die Gefahr hin ins Kleinklein zu verfallen. Die zulässige Nähe/Distanzgefühl ist bei jedem anders, abhängig vom jeweiligen Gegenüber. Da wird es schwierig bis unmöglich eindeutige Regeln aufzustellen. Ist dann auf die Schulter klopfen schon übergriffig, ist es noch erlaubt einen in Tränen aufgelösten Schüler/Jugendlichen in den Arm zu nehmen? Muss ich, gerade bei Dreistellung, bei jeder Korrektur fragen, wenn ich mal den Arm versetze?
    Ich hatte schon ein paar grundsätzliche Gedanken zum gesamten Thema geschrieben. So ganz grob, auf der Ebene des Landesverbandes, des DSB mag sowas sinnvoll sein. Auf Vereinsebenen mit zwei-/dreihundert Mitgliedern und davon ein paar im Jugendbereich aktive Mitglieder, da sehe ich keine Notwendigkeit. Wir haben Gesetze, moralische Werte/Normen, eine gegenseitige „Aufsichtspflicht“, das keiner Grenzen überschreitet.

    Wie schaffen wir Österreicher das nur alles ohne Aufsicht und Schießleiter.

    Solche Regeln lassen sich Leute einfallen, die Schießsport durch die Hintertür unattraktiv machen wollen.

    Dafür müsse wir beim KK Schießen keine rote Fahne mehr hissen. 😉

    Sicher gibt es günstigere, aber selbst wenn man die 10 Euro nimmt wieviele Stunden kann man dann den Stand nützen, im Vergleich zu den Beiträgen. Darum ging es mir. Weil manche tun hier so als wären die Beiträge auf dem Niveau von Trumps Golfclub.