Warum sind wir nicht weiter vorne, an was liegt es? Dies ist die Millionen € Frage. Ich sehe hier einige Punkte, die sich auf unheilige Weise ergänzen und verstärken.
Negatives Ansehen und negative Bewertung in immer größeren Teilen der Öffentlichkeit.
Negative Auswirkungen der ständigen Verschärfung des Waffenrechts und der sonstigen Vorschriften.
Fehlende öffentliche Berichterstattung.
Fehler in den Vereinen.
In der Öffentlichkeit haben wir es immer öfter mit einer negativen, stark ideologisch geprägten Berichterstattung zu tun. Selbst in den ÖR-Sendern schreckt man vor reißerischen, auf Effekthascherei ausgelegten Berichten nicht zurück. Im politisch linken Lager wird alles getan um unseren Sport zu diskreditieren. Unsere Verbände schaffen es nicht dagegen zu halten. Exemplarisch ist die Schilderung eines Vaters über ein Gespräch mit der Lehrerin seines Sohnes. Der Sohn wurde zweifacher Bay. Meister. Die junge Dame sagte ihm, sie wolle davon nichts hören, Schießen sei kein Sport und sie lehne dies völlig ab. Sie wollte sich hierzu auf kein weiteres Gespräch einlassen.
Wenn es um die öffentliche Sicherheit geht, dann wird gerne das Waffengesetz verschärft. Im Gegensatz zu zusätzlichem Personal ist das billig zu haben. Man gaukelt den Bürgern eine nicht vorhandene Handlungsfähigkeit vor. Wenn man daran denkt, dass Fr Faeser es schaffte Legalwaffenbesitzer und Radikale in einen Satz zu packen, dann kann man nur den Kopf schütteln. Unsinnige Vorschriften wie Altersbeschränkungen, Erwerbsstreckung, usw. tun ihr übriges.
Sportschießen ist in der Berichterstattung nahezu unsichtbar, über Fußballturniere auf Kreisebene wird mehr berichtet als über DM und BM. Auch hier fehlt eine professionelle Öfentlichkeitsarbeit der Verbände.
In immer mehr Vereinen fehlt es an Nachwuchs und an engagierten, möglichst gut ausgebildeten Jugendleitern. Mit guter Jugendarbeit kommen die Jugendlichen. Sicher, leichter gesagt als getan.
Wenn man sich die Ergebnisse bei den Meisterschaften ansieht reibt man sich teilweise die Augen. Im Schüler und Jugendbereich werden starke Ergebnisse geschossen. Geht man zu den Herren, KK-liegend, Limit zur Bayerischen 568 Ringe! 2005 waren es noch 576 Ringe. Ich kann mich noch deutlich dran erinnern, dass wir im Bezirk schon Limits von jenseits der 575 Ringe zur Bezirksmeisterschaft hatten. Allerdings ist dies auch schon 25/30 Jahre her. KK-3Stellung 531 Ringe, das nicht mal ein 9er Schnitt. Warum geht es hier rückwärts? Wenn man sich ansieht wie sich die Technik und Ausrüstung entwickelt haben, so ist dies nicht so einfach nachvollziehbar. Hier würde ich eigentlich mindestens gleichbleibende Leistungen erwarten.
So als Erfahrungswert kann ich sagen, ein noch so guter Jungschütze kann alleine mit seinem Verein, so gut wie nie weit nach oben kommen. Da gehören Eltern dazu, die bereit sind zumindest etwas in die Tasche langen, viele Kilometer zu fahren. Der Verein muss bereit sein ihn an Gau- und Bezirkskader weiterzureichen. Nur so bekommt er das Können vermittelt um eine Chance auf einen Platz im Landes- oder DSB-Kader zu bekommen. Und dann muss man immer noch das Glück haben, dass er dabei bleibt und die Freude nicht verliert.
Am Ende braucht man einen möglichst großen Pool an Leistungsträgern, in dem die zwei/drei Topschützen und Topschützinnen drin sind, die bei EM, WM oder Olympia den Sprung aufs Treppchen schaffen. Aber wir sollten auch mal die Plätze dahinter bejubeln. Auch die haben Unmengen Fleiß und Schweiß gekostet.