Beiträge von Leachimsachet

    Und trotzdem erhält bei uns jeder Kreisligatrainer mindestens 400 Euro monatlich und ab Bezirksliga auch gerne mal 1.000 Euro und mehr. Je nachdem wo der Verein mittelfristig hin möchte.

    Mir sind die meisten Vereine ehrlich gesagt egal und sie dürfen gerne machen, was sie für richtig halten. Ich muss dann nur immer laut auflachen, wenn auf Social Media dann Spendenaufrufe durchgeführt oder um Teilnahme bei einer Abstimmung für eine Spende durch eine lokale Bank gebeutelt wird, damit ein Verein im Jahr 2025 das erste Pressluftgewehr, Lichtgewehr oder Elektronischen Stand kaufen möchte und dafür (auch aufgrund der niedrigen Mitgliedsbeiträge) kein Geld in der Vereinskasse ist.

    Aber warum muss ich bei sowas dann immer lachen? Weil diese Vereine in der Vergangenheit leben und Produkte, die seit 30+ Jahren auf dem Markt sind als Innovation verkaufen und modern verkaufen wollen. Und sich dann wundern, warum sie als nicht als Sportverein wahrgenommen werden und Probleme bei der Mitgliedergewinnung haben.

    Hat er nicht, solche pauschalen Aussagen gehen an der Realität vorbei, das würde bei vielen Vereinen mehr Austritte von weniger Aktiven oder Passivmitgliedern bedeuten als gewonnen wird.

    Was viel zu niedrig ist, sind die Beiträge an die Verbände LV und DSB, denen würde ich mindestens das doppelte der bisherigen Beiträge zubilligen, was aber nicht zu vermitteln ist.

    Ein Verein selbst kann je nach Umfeld mit wenig Beitrag auskommen wenn die Mitglieder mitmachen. Eigenleistung ist da die Lösung.

    Wenn du die Verbandsbeiträge verdoppelst, musst du auch die Vereinsbeiträge entsprechend anpassen. Verbandsabgabe in Bayern (Bezirk, BSSB und DSB) liegt aktuell bei rund 20 Euro. Verdoppel das und du liegst bei 40 Euro. In dem Fall braucht der Verein dann mindestens 100 Euro, damit wenigstens ein wenig hängenbleibt für Instandhaltung und Investition.


    Unsere fünfjährige Tochter ist seit einem Jahr in der Musikschule. Eine Stunde pro Woche, außer in den Ferien. Der Monatsbeitrag beträgt 24 Euro und die Warteliste ist ewig. Dafür gibt es professionelle Anleitung mit pädagogischem Konzept.


    Schützenvereine könnten mit so einem Beitrag auch endlich Trainer anstellen oder dem vorhandenen elme Entlohnung für ihre Arbeit geben. Ich hatte zum Schluss drei meiner Gewehre an Jungschützen verliehen, 10.000 km pro Jahr aufs eigene Auto gefahren und den Sprit dafür bezahlt, zum Teil noch Wettkampfmunition gestellt und pro Woche im Schnitt zehn Stunden Training angeboten oder auf Wettkämpfe begleitet. Und das Ganze für 0 Euro. Als dann auch noch meine fachliche Expertise angezweifelt wurde und die Vorstandschaft nur noch reingequakt hat, habe ich aufgehört.

    Wo ist das hier? Erzähl mir wenigstens mehr.

    Ich bin seit rund 30 Jahren Sportschütze. Während meiner aktiven Zeit war ich zehn Jahre Mitglied der Nationalmannschaft und knapp 15 Jahre lang als Trainer im Nachwuchs- und Erwachsenenbereich erfolgreich tätig.

    Einen Teil meiner Erfahrungen sowie Tipps und Tricks habe ich inzwischen in einigen Büchern veröffentlicht. Und genau eines dieser Themen sind Schießspiele. Jeder hat irgendwie ein paar auf irgendwelchen schlecht kopierten Zetteln oder macht dann doch immer nur Fuchsjagd. Und dem wollte ich einfach eine Sammlung verschiedener Schießspiele entgegensetzen, um das Training einfach abwechslungsreicher zu gestalten.

    Hat er nicht, solche pauschalen Aussagen gehen an der Realität vorbei, das würde bei vielen Vereinen mehr Austritte von weniger Aktiven oder Passivmitgliedern bedeuten als gewonnen wird.

    Was viel zu niedrig ist, sind die Beiträge an die Verbände LV und DSB, denen würde ich mindestens das doppelte der bisherigen Beiträge zubilligen, was aber nicht zu vermitteln ist.

    Ein Verein selbst kann je nach Umfeld mit wenig Beitrag auskommen wenn die Mitglieder mitmachen. Eigenleistung ist da die Lösung.

    Wir hatten in unserem Verein jahrelang 35 Euro Beitrag, weil die Vorstandschaft Angst vor Austritten bei einer Erhöhung hatte. Von den 35 Euro gingen 18 Euro an die einzelnen Verbandsebenen ab. Blieben also 17 Euro netto, von denen noch das Porto für Königsschießen und Jahreshauptversammlung abgingen sowie der Buchungsposten auf dem Girokonto sowie Buchhalter bzw Steuerberater. Also waren noch ca. 14 Euro übrig.

    Davon gingen dann noch Geschenke für Runde Geburtstage, Hochzeit, Geburt Kind, Trauerkranz bei Beerdigung sowie turnusmäßige Ehrungen für langjährige Mitgliedschaft etc.

    Unterm Strich blieb vom Jahresbeitrag nichts übrig und der Verein war auf das Ausrichten von Festen mit freiwilligen Helfern sowie Spenden angewiesen, um irgendwas bewegen zu können. Staatliche Förderung war auch nur möglich, weil die Spenden zum Beitrag dazugezählt wurden.

    Aktuell haben wir 65 Euro Jahresbeitrag und so viele Mitglieder wie schon lange nicht mehr. Nächstes Jahr werden die Beiträge nochmal angepasst bei gleichzeitiger Anschaffung der Standgebühr.

    Noch eine kleine Anekdote:


    Der größte Horror in unserem Verein war, wenn ein Mitglied mit 81 Jahren verstorben ist. Warum? Es gab dann oftmals kurz zuvor eine Ehrung für langjährige Mitgliedschaft, ein hochwertiges Präsent zum 80. und dann noch den Kranz vom örtlichen Floristen fürs Grab. Zack - 200 Euro oder 20 Jahre Nettobeitrag auf einmal weg.

    Aus meiner Sicht sind die allermeisten Jahresbeiträge viel zu niedrig und hemmen so die Vereine sinnvoll in ihr Angebot (Anlage, Ausrüstung und Trainer) zu investieren.

    Das absolute Minimum sind da 100 Euro pro Person. Das ist auch der Betrag, den aktuell 17 Millionen Leute in Deutschland bereit sind jährlich für Amazon Prime zu zahlen. Und das ohne mit der Wimper zu zucken, zu jammern oder sich bei einer Jahreshauptversammlung lautstark zu beschweren. Nur im Schützenverein, da muss alles möglichst billig sein.

    Auch wenn es hier ein Schützenforum ist geht es diesmal nicht um die exklusive Opferrolle der deutschen Schützen, sondern um die Situation in einem anderen Sportverband.

    Du scheinst hier Leistungssport mit Sport als Beruf gleich zu setzen das trifft eher selten zu.

    Ich muss an meiner Wortgenauigkeit arbeiten. Dann nenne ich es Profisport in Abgrenzung zu den Leistungssportlern im Amateuerbereich.

    LoL….Dein einleitender Satz und Dein letzter Satz passen nicht wirklich zusammen.

    Ich sagte ja,

    Ob nun Ausrüstung oder Unterkunft und Co. ist da eher bums.

    Davon Leben kann man hier nicht als Sportschütze. Man kann froh sein einigermaßen die laufenden Kosten gedeckt zu bekommen.

    Dachte in einem Schützenforum wäre das nicht nötig zu erwähnen, dennoch konkretisiere ich meine Aussage:

    Leistungssport als Sportschütze ist aktuell in Deutschland nicht erstrebenswert.

    € 20K hätte mal gerade für Reifen und Verschleiß gereicht. Ganz zu schweigen was der Automobilsport kostet... Bis Sebastian Vettel das erste Geld verdient hat, hatten seine Eltern schon Ihr Haus verkaufen müssen...

    Mit einem entscheidenden Unterschied:


    Er hatte den Ausblick mit seinem Sport (auch außerhalb der Formel 1) richtig Kohle verdienen zu können.


    Und diese Perspektive fehlt im Schießsport eindeutig.

    Das ist doch alles Kühmen auf hohem Niveau.

    Ich habe 10 Jahre Motorradsport auf Internationalem Niveau betrieben.

    Wenn ich da die Kosten für eine Saison zusammenrechne... 2 Motorräder, Wohnmobil, Reisekosten, Ersatzteile, Sprit, Ärztliche Versorgung und und und. Da warst Du im Jahr schnell bei einer hohen 5 stelligen Summe.

    Und alles selbst finanziert.

    Und die Jungs aus dem östlichen Nachbarland hatten es natürlich besser, durften aber uns nichts davon erzählen...

    Ob das Kühmen auf hohem Niveau ist weiß ich nicht. Eine Saison hat mich im Schnitt ca 20.000 Euro gekostet plus Verdienstausfall wegen Halbtagsjob plus niedrigere Rente wegen Halbtagsjob plus fehlende Möglichkeit Rücklagen aufzubauen für das Leben nach dem Sport.

    Im Sport verdienen kann man nur in werbeträchtigen Sportarten.

    Aber im Nischensport kann man froh sein, wenn man einigermaßen die laufenden Kosten finanziert bekommt. Also Ausrüstung und Munition durch Sponsoring.

    Man braucht zusätzlich Werbepartner und Werbeverträge. Also nicht nur Munition vom kleinen Händler, sondern direkt vom Hersteller und dann zusätzlich TV Auftritte und TV werbung, bei der bares über den Tresen geschoben wird.

    Da der Schießsport aber eher ein Nischensport ist, der eben nicht so Werbeträchtig ist, wie z.B. Fußball oder der Motorsport und wir zudem in Deutschland leben, wird man im Schießsport davon nicht leben können.

    Oh je, du hast ein echt süßes Bild vom Leistungssport. Ausrüstung und Munition stellen nur einen Bruchteil der laufenden Kosten dar. Die größeren Blöcke sind Mobilitäts- und Übernachtungskosten sowie Verdienstausfall. Ich hatte zur Spitzenzeit für alle diese Punkte Sponsoren plus eine Teilzeitstelle bei einem Sponsor. Die Saisons gingen null auf Null raus und ich war froh, dass ich auch Geld für so banale Sachen wie Essen und Wohnung hatte.

    Mehr arbeiten ging nicht bei jedem zweiten Wochenende auf Lehrgang bei verschiedene Kadern oder Wettkampf. Teilnahme war jeweils verpflichtend, da man sonst aus der Förderung flog. Ansonsten an sechs Tagen die Woche drei bis vier Stunden Training am Stand. Zusätzlich Ausdauersport, Physio und Mentaltraining. Zu allem jeweils eine Doku an den Bundestrainer als Nachweis.

    Irgendwann kamen dann die Sporthilfe und OSP und erklärten, dass man nur gefördert wird, wenn man an einem Karriereplanung für die Zeit nach dem Sport teilnimmt. Hab ich gemacht. Ergebnis: musste mich parallel zu den anderen Sachen noch in einem Studium einschreiben, da sonst, ihr könnt es ahnen, die Kohle gestrichen wird.

    Ich habe das auf diesem Level drei Jahre mitgemacht und dann aufgehört. Dieses Pensum bedeutete null Freizeit bei null Rücklagenaufbau und der ständigen Angst nach dem nächsten großen Wettkampf aus der Förderung zu fliegen oder einen Sponsor zu verlieren.

    Leistungssport ist in Deutschland aktuell nicht erstrebenswert bei diesem Konditionen.

    Ich denke, dass wir oft glauben, man müsse mit seiner Berufung Geld verdienen. Finde ich bescheuert – zeigt doch nur, wie sehr uns der American Dream am Schlawittchen hat. Manchmal ist es auch einfach schön, ohne Gelddruck seinen Hobbys nachzugehen. Hat halt alles Vor- und Nachteile.

    Ich war insgesamt zehn Jahre in der Nationalmannschaft. Das erste Mal ab 2003, als ich noch Schüler war. Sporthilfe, Sponsoren- und Preisgelder haben gereicht, um die Kosten zu decken.

    2014 habe ich nochmal angegriffen und mich schon zurück in die Nationalmannschaft gekämpft. Das war nach der Systemumstellung, die im Kern aussagt:

    "Wenn du es aus eigener Kraft bis an die Weltspitze schaffst, dann werden wir dich danach finanziell unterstützen."

    Während der gut drei Jahre, die ich dann nochmal dabei war, war es dann echt furchtbar. Kaderkriterien wurden nach Saisonende rückwirkend so geändert, dass man doch keine Förderung erhielt. Zitat: "Du hast zwar beim Weltcup in Polen die für sie Sporthilfe erforderliche Medaille geholt, wir haben diesen Wettkampf jetzt aber nachträglich aus der Wertung genommen, weil da ja viel weniger Nationen als in USA waren. Geld gibt's also keins vom Verband. Du musst einfach weiter an dir arbeiten."

    Das war dann für mich das Signal meine Ausrüstung weitgehend zu verkaufen und mit Gewehr aufzuhören.

    Hallo,

    der neue Schütze muss nicht Mitglied in dem Verein sein. Es muss nur ein Eintrag im Schützenausweis geändert werden das derjenige für diesen Verein RWK oder auch Meisterschaften schießt, hier ist Mitte August meldeschluß.

    Gruß

    Robert

    Und um den Passeintrag zu bekommen musst du vorher bei diesem Verein Mitglied werden und an den Verband gemeldet werden. Sonst funktioniert das technisch nicht.

    Das ist wohl der Unterschied. Meine Waffen brauchen mehr als eine Handvoll Tresore, diese stelle ich aber auch - soweit zulässig - meinen Trainingskindern unentgeltlich zur Verfügung. Die Waffen - nicht die Verbrauchsmaterialien. Und die vielen verschiedenen Waffen brauchen zum Teil doch andere Munition bzw. brauchen nicht immer die teuerste.

    Ich bin zwar als hauptsächlich Trainer im DSB unterwegs (LP, mLP, SpoPi, ggf. Schnellfeuer) - aber der BDS bietet auch meinen etwas weniger talentbeschenkten Nachwuchsschützen viele Möglichkeiten der erfolgreichen sportlichen Betätigung. Eine gediegene DSB-Schießausbildung ist da durchaus von Vorteil. Am Ende muss es einfach Spaß machen, so dass die Jugendlichen zu langjährigen Mitgliedern mit WBK werden.

    Ich habe früher auch bis zu drei KK Gewehre an Jugendliche verliehen. Und auch da habe ich keine 50 Jahre überlagerte Munition verteilt, sondern regelmäßig neue ausgetestet. Die Kids sollten ja schließlich was treffen und haben es mit einigen Medaillen bei der Bayerischen und Deutschen belohnt.

    Schade dass du deinen sehr ausführlichen Testablauf so nichtssagend abgeschlossen hast, super wäre gewesen wenn du die Ergebnisse der einelnen Chargen auch aufgeführt hättest.

    Ich habe die detaillierten Ergebnisse ehrlich gesagt nicht mehr. Am besten ging dann eingespannt die Charge, die von alleine losgerollt und den längsten Bogen zurückgelegt hatte. Die ging eingespannt dann tatsächlich Loch in Loch.


    Aus einer 500er Dose waren das ca 80 bis 100 Diabolos. Diese habe ich dann einzeln in die alten RWS Styropor-Boxen sortiert.


    Es war ehrlich gesagt ein riesiger Aufwand. Für eine Dose hatte ich einen Abend gebraucht. Mit einer dieser so ausgewählten Munition hatte ich dann 2006 in der Schweiz bei der WM auf volle Ringe 599 und auf Zehntel 636.0