Beiträge von Leachimsachet

    Ich habe vor rund 20 Jahren mal mit Dr. Claus Wiegand (Ehemaliger Sportwissenschaftler und Nationaltrainer DDR sowie späterer Bundestrainer am LLZ Suhl) eine Dose ausgetester R10 über eine Glasplatte rollen lassen.


    Versuchsaufbau:

    Glasplatte mit 40 x 40 cm Größe. Auf einer Seite erhöht, sodass ein Gefälle mit ca 1 % entsteht. Unter der Glasplatte lag ein Blatt Papier mit nummerierten Linien und es war ein Startpunkt markiert.

    Nun wurde der Reihe nach jedes Diabolo auf den Startpunkt gelegt und es gab dann erstmal zwei Szenarien:

    1. Schuss rollt von alleine los

    2. Schuss bleibt liegen

    Alle, die nicht los rollten wurden direkt aussortiert.

    Bei denen, die losrollten gab es wieder zwei Szenarien:

    1. Diabolo rollt und beschreibt dabei mehr oder weniger einen Halbkreis

    2. Diabolo hüpft

    Alle, die hüpften wurden wieder direkt aussortiert.

    Bei denen die rollten wurde notiert wie weit sie rollten und dann entsprechend im verschiedene Chargen sortiert. Vereinfacht ausgedrückt: sehr kurz, kurz, mittel, Mittelwei , weit, sehr weit.

    Am Ende haben wir aus jeder Konstellation (bleibt liegen, hüpft, verschiedene Rollweiten) jeweils 10 Schuss eingespannt geschossen. Das Ergebnis der bereits vorher durch Munitionstest als sehr gut befundenen Munition war Folgendes:

    Die schlechteste Charge dieser bereits getesteten Munition war bei 10 Schüssen 9 mm.

    Lange Rede kurzer Sinn:

    Du kannst über Ausrollen die wirklichen Luschen herausfinden. Musst dann aber die guten logischerweise gesondert transportieren, am besten einzeln in Styropor einsortiert in die alten RWS Packungen.

    Es geht nicht um ein Ergebnis sondern um das Schussbild und die Verinnerlichungen des Ablaufes und der Technik.

    Du deine Meinung ich meine bzw die meiner Trainer, die mich innerhalb von 3 Jahren in meinen 3 Disziplinen zu 2 Einzeltiteln und einem Vize bei der DM Liga und KKa 50 u 100m gebracht haben. Kann also so falsch nicht gewesen sein.

    Ich habe zwischen 2001 und 2016 folgende Erfolge als Schütze gefeiert:


    - 2 Medaillen bei Weltmeisterschaften

    - 1 Weltrekord

    - 20 Medaillen bei Weltcups

    - 45 Medaillen bei der Deutschen


    Als Trainer waren es bisher nur fünf Medaillen bei der Deutschen und zehn bei der Bayerischen.


    Von daher finde ich deine Medaillen-Ausbeute ehrlich gesagt nett, aber keineswegs beeindruckend.


    Nochmal zu deinem Ansatz:


    Du widersprichst dir hier selbst. Auf der einen Seite interessiert dich das Ergebnis nicht und dann willst du das Schussbild kontrollieren bzw analysieren, was einer Ergebnislontrolle gleich kommt. Wenn du Aspekte wie Ablauf trainieren möchtest, dann am besten möglichst viele Reize anschalten. Am besten klappt das einfach mit Trockentraining.

    Sorry, aber das ist erstmal Blödsinn. Den Nutzen, das man lernt, Ablauf und Technik verinnerlicht ist genauso wichtig. Bis man da ist, dass man weiß wo der Schuss gelandet ist, dauert es schon etwas. Dafür muss man wohl erstmal wirklich das Nachhalten erlernen.

    Nachhalten und Ablauf lernst du besser mit Trockentraining ohne scharfen Schuss. Im Idelafall auf de leeren Kugelfang oder alternati auf ein komplett schwarzes Ziel, das deutlic größer ist als die normale Scheibe. So löst du dich komplett von dem Ziel und agierst handlungsorientiert.


    Wie du es beschreibst läuft es doch dann so ab: ich mache zehn Schuss auf einen abgedunkelten Monitor und schaue direkt nach den 10 Schuss auf mein Ergebnis. War das Ergebnis gut, freue ich mich was ich doch ein toller Hecht bin. War es schlecht ärgere ich mich.


    Was genau ist da der Trainings- oder Lerneffekt? Richtig: es gibt keinen.


    Und die Richtung benennen, in die man abgekommen ist,kann bei Freihändig jeder 320 Schütze. Er kann nicht sagen, ob es eine 7 oder 9 war. Aber die Richtung anhand der groben Uhrzeiten klappt.

    Das mit dem abgedeckten Bildschirm ist definitiv eine der Sachen, die ich ausprobieren werde.

    Dann probiere bitte Folgendes:


    Nimm dir eine leere Lupischeibe oder mal dir selbst eine Scheibe auf ein Blatt Papier- in größerem Maßstab. Immer wenn du einen Schuss abgegeben hast, platzierst du ein Diabolo auf der Scheibe an der Stelle, an der der Schuss deiner Meinung nach ist.


    Nach fünf oder zehn Schüssen machst du einen Soll-Ist-Abgleich. Sind die Schüsse wirklich da, wo du sie vermutet hast? Wenn ja: alles supi! Wenn nein: warum sind sie woanders? Nullstellung? Abzug? Oder einfach nur planlos?


    Nur Bildschirm abdecken ist reines Kirmesschießen ohne Nutzen - da bringt reines Trockentraining mehr. Verbinde es mit einer Kontrolle wie oben beschrieben und du hast viel mehr davon.

    Mal ein paar grundlegende Gedanken zu dem Thema:


    Im Training scheint es ja gut zu laufen. Nun geht es darum wettkampfnah zu trainieren. Hierzu eignet sich, wenn man alleine ist, z.B. Stufenschießen mit verschiedenen Vorgaben.

    Wenn man zu zwei oder eine Gruppe hat, gerne kleine Wettkämpfe gegeneinander schießen, z.B. Mannkampf oder wer zuerst drei Einzelserien gewonnen hat, bekommt vom anderen ein Getränk gezahlt.

    Oder wenn ein Trainer da ist,kann der auch für Puls sorgen. Beispiel: die ersten beiden Serien waren 106.0 und 106.0 und dann kommt die Ansage: nächste Serie wieder 106.0 oder mehr und du bekommst von mir 100 Euro Cash auf die Hand. Hast du weniger, zahlt du 50 in die Jugendkasse. Ihr glaubt gar nicht wie schnell da der Puls hochgeht.

    Einfach mal die Leute ansprechen und fragen warum sie da so und nicht anders machen.

    Eine große Zahl von Schützen treffend beschrieben.

    Kümmert euch um die Jugend, die Alten wissen und können schon alles bekamen wir schon vor über 40 Jahren von unserem Lehrgangsleiter mit auf den Weg.

    Irgendwie erschreckend, dass sich dieses Bild schon seit 40 Jahren hält. Ich bin aktuell an dem Punkt, dass ich (trotz entsprechender Lizenzen) nur punktuell als Trainer auftete. Mir haben zum Schluss Eltern und Vorstand zu sehr reingequatscht und meine Expertise angezweifelt, dass ich keinen Bock mehr hatte. Und dass obwohl wir über Jahre eine super Jugend hatten mit Medaillen bis zur Deutschen.


    Aktuell taste ich mich an das Thema Vereinstrainer ran und bin gespannt, wie sich das entwickelt. Vor kurzem habe ich mit einem 25jährigen die Zusammenarbeit aufgekündigt, weil von ihm nichts kam. Er hat erwartet, dass er im Training den Trainer für sich alleine hat und komplett von vorne bis hinten bespaßt wird. Gleichzeitig hatte er aber nicht mal Bock eine Trainingsdoku zu führen, weil ihn das in der Vergangenheit unter Druck gesetzt und so in seiner Leistung gebremst hat. Tut mir leid, aber wenn ein schütze nicht mal eine Trainingsdoku und seine Einstellungen notieren möchte, dann habe ich als Trainer auch keinen Bock. Da ist mir dann meine Zeit zu schade.

    Aus inzwischen rund 20 Jahren Trainertätigkeit kann ich dir Folgendes berichten:


    Ich kenne keine andere Sportart, in der Trainer so verpönt sind. Die meisten im Erwachsenenbereich sind Autodidakten, die alles besser wissen und im Endeffekt von einem Trainer gar nichts annehmen wollen. Gleichzeitig sind die Vereine meistens weder bereit gutes Trainingsgerät (zB Scatt) zur Verfügung zu stellen oder den Trainer adäquat zu bezahlen - und wenn es nur die Kursgebühren für einen Trainerschein sind.


    Ich habe heute speziell für Erwachsene in unserem Verein Training angeboten. Termin wurde vor über zwei Wochen auf allen Kanälen des Vereins beworben. Von derzeit 20 Aktiven haben genau drei auf das Angebot reagiert - einer ist trotz Anmeldung unentschuldigt nicht gekommen. Wenn ich mir jetzt überlege, welchen Aufwand ich im Vorfeld hatte, dass beide Kids einen Babysitter hatten und dann zwei Schützen (eine war meine Frau) zum Training kommen, habe ich keinen Bock weitere Trainings anzubieten für Erwachsene. Die Wertschätzung ist hier einfach null.


    Wenn ich das jetzt mit den Trainern in unserem TSV vergleiche - 20 Leute im Training, moderne Ausstattung plus Gehalt je Training - wundert es mich null, dass keiner Bock hat bei den Schützen Trainer zu sein. Hier bringst du am besten neben deiner Zeit auch noch Geld mit,um dann beratungsresistente Leute zu trainieren

    So pauschal würde ich das nicht verteufeln. War das Trainingsziel vielleicht eine Leistungskontrolle?


    Generell sind solche Ausbildungen zu begrüßen, damit überhaupt mal Fachwissen an den Trainer vermittelt wird. Die meisten sind doch irgendwelche Autodidakten, die das weitergeben, was sie selbst irgendwann mal gehört haben. Egal ob gut oder schlecht. Da tut es gut einmal die Technikleitbilder kennenzulernen.