Beiträge von Hans48

    Was womöglich dem IOC nicht einleuchtet, daß es die OSP nur von Männern und die 25m-Pistole nur von Frauen vertreten wird. Die Mixed Disziplinen kommen in dieser Konstellation nicht vor. Die Mixed OSP konnte man bei der EM beobachten. Dabei gab es nur wenige Frauen, die eine einigermaßen gute Vorstellung geboten haben. Bei der 25m-Pistole wäre die Vorstellung vermutlich ausgeglichener.

    Die Gleichstellung in den Disziplinen, die bei LG und LP gegeben ist, wäre bei einem Ersatz der OSP durch die 25m-Pistole bei Männern erreicht. Das bedeutet ja nicht, die OSP bei EM und WM sowie den ISSF-Cups nicht weiter angesetzt werden dürften.

    Mir gefällt übrigens die Punkte-Wertung im Finale der 25m-Wettbewerbe überhaupt nicht. Da hat man ein genaues Meßsystem zur Verfüugng, das die Schüsse nach Lage auf der Scheibe in Zehntelringen mißt, und rechnet dies vergröbernd hoch. Die Leistung der Schützen wird damit ungenauer bewertet. Ein Schütze, der nur einen Treffer über 9,7 Ringe im Schnellfeuer vorzuweisen hat, wird besser bewertet als einer, der fünf Treffer mit jeweils 9,5 Ringen. Das absurde Ergebnis dieser verqueren Umrechnung läßt sich in den Finals gelegentlich beobachten. Es gibt viele Shoot Off's, so daß manchmal sogar die Schützen im Finale mehr Schüsse als in der Qualifikation abgeben und der Zeitrahmen des Finale mehr als um das Doppelte überschritten wird.

    Über die Rolle der OSP im olympischen Programm läßt sich diskutieren.

    Das Argument mit der fehlenden Möglichkeit zum Trockentraining ist jedoch nicht überzeugend. Die elektronischen Abzüge machen es möglich. Die Spitzenschützen absolvieren im Training das Vielfache der Schüsse mit scharfer Munintion als Trockenschüsse. Es geht hier um mehrere Zigtausende bis Hunderttausende. Das sagt Keith Sanderson in einem Video: Olympic Pistol Shooting with Keith Sanderson: https://www.youtube.com/watch?v=Fk-4maiu3hg

    Möglicherweise erübrigt sich die Diskussion in ganz ferner Zukunft, wenn die Rolle der von internationalen Sportorganisationen in Zusammenwirken mit den TV-Rechteinhabern und den Lobbyisten orchestrierten Grroßereignisse hinterfragt wird. Für mich sind DM, EM und WM wichtiger als die Olympiade mit einer unüberschaubaren Zahl von Disziplinen und einem immensen wirtschaftlichen, sicherheitstechnischen und ökologischen Aufwand. Am Schluß werden die Medaillen von nicht vergleichbaren Sportarten nach Nationen zusammengezählt. Am Ende gewinnen die Chinesen.

    Soweit ich mich erinnern kann, hat sich SIG von der Waffensparte getrennt, da sie im Konzern wirtschftlich nur eine untergeordente Bedeutung hatte und dem Image des Konzerns abträglich war. Hämmerli hatte zwar lange einen Namen im der Schießsportgemeinde. Die innovativen Produkte sind aber immer im Hinblick auf die Konkurrenz zu spät eingeführt worden und sie waren anfangs mit Mängeln behaftet, die durch eine gründlichere Marktforschung und zielgenauere Entwicklung hätten vermieden werden können.

    Die LP, Hämmerli AP 40, ist keine schlechte LP . Der Abzug ist m.E. besser als derjenige der Nachfolger. Anfänglich hat man mit verschiedenen Konstruktionen der Kartusche experimentiert (Hämmerli AP 480), die zwar innovativ waren, sich aber nicht am Markt durchsetzen konnten. Bei den Sportpistolen gab es Experimente mit neuen Materialen (Karbon u.s.w.) die sich aber im sportlichen Pistolenschießen durchsetzen konnten. Ich bin nicht davon überzeugt, daß es allein die Kosten waren, die zu diesen Experimenten geführt haben. Man hätte die Schützen fragen sollen, auf was sie Wert legen und darauf hin die Entwicklung fokussieren müssen.

    Die Versionen der Hämmerli AP40, der Hämmerli FP60 und der Hämmerli SP20 sind zuletzt von Walther produziert worden. Sie sind gegenüber den ersten, aus der schweizer Produktion stammenden Versionen einfach besser. Ich habe leider nur die erste Pistole, die zweite hätte ich gern und die dritte würde ich durch die Walther GSP500 ersetzen wollen, die aber ehrenhalber SP500 heißen sollte. Das G ergibt hier im Sport keinen Sinn.

    Auf den Internetseiten der US-Schützen ( http://www.targettalk.org ) wird seit einigen Monaten diskutiert, welche Veränderungen der olympische Schießsport zur Olympiade 2028 in Los Angeles zu erwarten hat. Die US-Vertreter bei der internationalen Organisation des Schießsports lassen erkennen, daß es Änderungen bezüglich des olympischen Schnelfeuerschießens bedarf. Es soll in der bisherigen Form abgeschafft werden und durch eine stärker verbreitete Form des Pistolenschießens ersetzt werden. Die diskutierten Vorschläge sind noch nicht konkret. Aber sie deuten auf eine der Standardpistole ähnliche Disziplin hin.

    Also nach den FP-Schützen und den KK-Gewehr-Liegendschützen wird es demnächst die RFP-Schützen (RFP=Rapid Fire Pistol) erwischen.

    Betriebswirtschaftlicher Exkurs: Untenehmen leiden, wenn der Absatz ihrer Produkte zurückgeht, weil die Nachfrage gesättigt ist oder wenn die Konkurrenz neue, attraktivere Produkte anbietet. Richtig kritisch wird es, wenn Unternehmen in die Entwicklung, Produktion und Vermarktung neuer Produkte Kapital investieren und der Markt dies nicht honoriert. Um das zu verhindern, sollte vor großen Investitionen intensiv Marktforschung betrieben werden. Gelegentlich werden unternehmerische Entscheidungen auf einer unzureichenden Informationsgrundlage getroffen. Dann geht es schief.

    Die Hämmerli SP20 weist einige bedeutende Innovationen gegenüber der Hämmerli 280 auf, insbesondere in der letzten Version. Dazu gehört die Form des Verschlusses, die Verschlußführung über den Lauf, die Laufbefestigung, die Ausgleichgewichte für den Rückschlag, der Dämfungspuffer, drehbares Korn, die 4-fach verstellbare Kimme, der vielfach verstellbare Abzug, größere Griffneigung und mit einer gewissen Einschränkung der Hi-Gripp. Ein bedeutender Konstuktionsnachteil betsteht in der Einheit von Kunststoffrahmen und Griff. Dadurch wird ein einfacher Griffwechsel verhindert. Dies ist ein bedeutender Nachteil gegenüber der 280.

    Etliche der Innovationen der Hämmerli SP20 finden sich in der Walther GSP500 wieder. Die GSP500 führt die Entwicklung aber weiter: Laufbefestigung mit vier Schrauben, eine einzige zentral vorn im Laufmodul untergebrachte Verschlußrückholfeder, die Anzahl der Ausgleichgewichte, austauschbares Abzugsmodul, Griffbefestigung, Rahmen ganz aus Leichtmetall usw..

    In der Bedienungsanleitung für die GSP500 RF sind einige Hinweise auf die konstruktiven Kniffe (Puffer, Verschluß, einstellbarrer Impulsausgleich) und die zu beachtenden Bedingungen (Munitionsauswahl, Wartung) enthalten. Die Anleitung weist indirekt darauf hin, daß die RF-Version als ein ausgeklügeltes Sportgerät für Spezialisten (Rapid Fire) ausgelegt ist, während die weniger komplizierte Standardversion für die nicht ganz so anschpruchsvollen Sportschützen bestimmt ist, die aber einen besonderen Wert auf EInfachheit im Gebrauch, Zuverlässigkeit und Preiswürdigkeit legen.

    Wenn der Verschluß der RF leichter ist als derjenige der Standardvariante, dann muß die Feder stärker sein, damit der leichte Verschluß nicht zu schnell öffnet. Möglicherweise liegt neben dem geringeren Verschlußgewicht in der Auslegung der Verschlußfeder ein Beitrag zur Verringerung des Rückschlages unter Aufrechterhaltung der Waffensicherheit.

    Ein erster Schritt zum Erlernen der theoretischen Grundlagen könnte in dem Studium der einschlägigen Literatur bestehen. Es gibt ferner Videos, die detailliert die Abläufe beim Präzisions- und beim Schnellfeuerschießen darstellen. Z.B.: Pistole Präzision mit Uwe Pottek https://www.youtube.com/watch?v=rc-fD4uOvZQ

    Der zweite Schritt könnte in einem Lehrgang bestehen. Dabei sollte die Anzahl der Teilnehmer nicht allzugroß sein. Wichtig wäre dabei, daß der Trainer genügend Zeit für jeden einzelnen Schützen zur Verfügung hat. Wenn es genügennd Interessenten am Ort gibt, könnte man versuchen, selbst einen Trainer zu engagieren.

    Hilfsweise könnte ein erfahrener Pistolenschütze als Gesprächspartner, Beobachter und Kritiker aushelfen. Ich habe im Laufe der Zeit von erfahrenen und erfolgreichen Pistolenschützen profitiert, mit denen ich regelmäßg trainiert habe. Etliche davon hatten sogar eine Trainerausbildung, andere hatten an Lehrgängen des Verbandes teilgenommen.

    Also eine Steyr LP-Mix mit Absorber, aber ohne Gasentlastungsbohrungen.

    Dieser MIx ist mir bei ihrem letzten Auftritt im Finale eines ISSF-World Cup aufgefallen. Möglicherweise führte sie als Juniorin eine andere Steyr LP. So ein Umbau ist ja nicht gerade kostengünstig. Er muß einen Grund gehabt haben.

    Die Entlasungsbohrungen im Lauf werden meistens als Stabilisator bezeichnet. Die Entlastungsbohrungen bewirken einen Druckabbau im Lauf, damit das Diabolo beim Verlassen des Laufs nicht von dem Luftstrom überholt und dadurch destabilisiert wird. Der Absorber sitzt im Systemgehäuse. Er gleicht den Widerstad aus, den das sich im Lauf befindende Diabolo dem durch Schußauslösung freigewordenen Luftdruck entgegenbringt. Der Kompensator, der sich an der Laufmündung befindet, soll dem durch den Schuß verursachten Hochschlag des Laufs entgegenwirken. Diese drei Konstruktionen sollen eine erschütterungsfreie Schußauslösung bewirken. Über die Bedeutung dieser einzelnen Konstruktionen streiten sich die Gelehrten. Das auch mit Preßluftpistolen ohne Absorber und Entlastungsbohrungen im Lauf hohe Ergebnisse erzeilt werden können, beweist eine mexikanische Schützin, die mit einer Steyr LP 2, die über keinen Absorber und keine Entlastungsbohrungen im Lauf verfügt, mehrfach das Finale eines World Cups erreicht hat. Auch mit der Walther LP400, die keine Entlasungsbohrungen im Lauf hat, wurden in den ISSF-World Cups hohe Ergebisse erzielt.

    Ich habe mir nochmals die Teilzeichnung der Walther LP500 angesehen. Es gibt nur eine Teilzeichnung für alle Varianten der Baureihe. Das Systemgehäuse ist für alle Varianten gleich. Es enthält auch den Absorber. Für den Lauf, den Laufmantel und die Visierung sind die Teile der Varianten separat aufgeführt. Daß der Hersteller den Absorber bei der Basisvariante in den Prospekten nicht separat erwähnt, gehört in die Sphäre des Marketing.

    Meine Hämmerli AP 40 Balance verfügt übrigens über keinen Absorber. Trotzdem liegt sie sehr ruhig im Schuß. Ich kann keinen Unterschied zur meiner Walther LP400 feststellen, außer daß im Systemgehäuse hörbar mehr Masse bewegt wird. Dafür hat die Hämmerli AP 40 die Stabilisatorbohrungen im Lauf, die Walther LP400 dagegen nicht. Walther hat in seinen Prospekten seinerzeit argumentiert, daß dies nicht norwendig sei und im Übrigen Preßluft spart. Inzwischen hat wohl ein Sinneswandel stattgefunden. Errare humanum est.

    Ich habe die Walther LP400 Alu mit dem 3D-Slime-Line-Griff gekauft. Statt den schönen Griff an meine Hand anzupassen, habe ich mir den 5D-Griff dazugekauft. Den kann ich niemanden empfehlen. Dafür würde ich keinen Euro bezahlen. Ein Vereinskamerad hat kurzlich die Walther LP500 Meisermanufaktur erworben, die den 5D-Griff serienmäßg beinhaltet. Der Griff passt ihm auch nicht. Er ist für die große Hand mit kurzen Fingern nicht geeignet. Die Handballenauflage ist einige Zentimeter zu kurz. In diesem Fall läßt sich nur wenig machen, denn die Metallplatte hindert, den Griff schlank zu schleifen. Ich würde für die gebrauchte Walther LP400 nicht über 700 Euro ausgeben. Die Pistole ist mehr als 10 Jahre im Gerbrauch. Allenfalls im Werk generallüberholt und mit neuer Kartusche - dürften es einige Euro mehr sein.

    Die Walther LP300XT kenne ich von meinen früheren Vereinskameraden. Ich habe sie probegeschossen. Der Griff (M) hat mir sehr gut gepaßt. Wenn sie in Produktion gewesen wäre, hätte ich sie damals gekauft. Sie hat Alles, was nötig und gut ist. Der Abzug scheint mir von der Geometrie der Abzugselemente besser als die Abzüge der LP400 und LP500 zu sein. Die lange Abzugsstange dieser LP's kann - Meinung nach - den seitlichen Druck des Abzugsfingers durch die Hebelkwirkung verstärken. (Ein Forumsmitglied hat das Thema bereits angeschnitten.) Die gebrauchten LP300XT sind abe schon über 20 Jahre im Gebrauch. Wie lange die Ersatzteilversorgung besteht, ist nicht sicher. Also würde ich nicht über 600 Euro gehen.

    Die Walther LP500 verfügt in der Basisversion über einen Absorber. Das Griffstück samt der Abzugseinheit und dem Holzgriff ist mit derjenigen der Expertversion gleich. (Die Trockentrainingseinrichtung entspricht derjenigen des Expertversion.) Der Lauf weist allerdings keine Bohrungen (Stabilisator) auf. (Die Walther LP400 hat diese Laufbohrungen auch nicht gehabt.) Ein Kompensator an der Laufmündung, der den Hochschlag dämpfen soll, ist ebenfalls vorhanden, wenn auch in einfacherer Ausführung. Der Laufmantel besteht einfach aus einem Aluminiumrohr. Die Kimme entspricht der Kimme der Hämmerli AP20. (Kimme und Kornträger sind nicht um die Laufachse drehbar, so daß ein gezieltes Verkanten technisch nicht möglich ist.) Der Preisabstand der Basisversion zur Hämmerli AP20 ist groß. Aber auf lange Sicht gäbe es aus meiner Sicht keinen zwingenden Grund zum Upgrade auf die Standard- bzw. Luxusversionen. Die Basisversion hat alles, was man braucht. Wenn der Händler es mit einem Preisnachlaß mitmachen würde, würde ich mir die Basisversion ohne Griff und dazu einen Standardgriff von Rink kaufen. Wenn es allerdings ein günstiges Angebot einer gebrauchten Walther LP300XT oder einer gebrauchten Walther LP400 geben würde, würde ich mich dafür entscheiden.

    Die Preise für neue Pressluftpistolen sind in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Große Preissprünge erfolgten jeweils mit der Einführung eines Modellnachfolgers einer LP. Der Anstieg des Preisniveaus für neue Preßluftpistolen zieht das Preisniveau für gebrauchte Preßluftpistolen nach oben, wobei das geringe Angebot eine nicht zu unterschätzende Rolle spielt.

    Der Kauf einer gebrauchten LP erscheint mir derzeit wegen der hohen Preisansprüche der Verkäufer unwirtschaftlich zu sein. Einzukalkulieren bei einem solchen Kauf ist eine Generalüberholung wegen Undichtigkeit und eventuell der Kauf einer Ersatzkartusche nach etwa zehn Jahren Gebrauch.

    Der Kauf eines Einstiegmodells ist auf lange Sicht nicht vorteilhaft, denn die Anforderungen steigen erfahrungsgemäß mit der regelmäßigen sportlichen Betätigung. Ich selbst würde zum Einstieg die Basisversion eines Topmodells wählen (z.B. Walther LP500). Die Basisversion enthält beeits die wichtigsten technischen Merkmale des Topmodells (hier: Walther LP500 Expert), ist aber bedeutend preiswerter und bietet die möglichkeit zur Nachrüstung.