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Ich frage mich ja immer, welche Motivation liegt dem Drang zur Regulierung, zu immer detaillierteren Verhaltensvorschriften zu Grunde? Es ist ja nicht so, dass es hier keine Gesetze, moralischen Normen und gesellschaftlich anerkannte Verhaltensweisen gibt. Eigentlich ist alles geregelt.
Geht es am Ende möglicherweise nicht nur darum, sich möglichst unangreifbar zu machen? Mit dem Hinweis auf Schutzkonzepte, Beauftragte etc. etc., sagen zu können wir haben doch alles getan, das ist/war nicht meine Aufgabe?
Wird damit wirklich etwas erreicht?
Ich sehe es so, jeder steht in der Verantwortung, jeder hat die Pflicht mit offen Augen durchs Leben zu gehen. Ob es beim Spaziergang im Park, im Verein, im Freundes oder Bekanntenkreis oder irgendwo sonst ist.
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Genau hier liegt des Pudels Kern aus meiner Sicht.
Seit Jahren versucht man eine Vollkaskogesellschaft zu etablieren, die ohne Hirn und Verstand durchs Leben geht.
Egal ob im Beruf durch sogenannte "Code of Conduct" Vorgaben, also grundlegende Verhaltensregeln im Umgang mit Kollegen und Kolleginnen, Kunden und Dienstleistern vorgeben und deren Zuwiderhandlung auch abmahnfähig ist oder nun im Sport.
Unsere Gesellschaft hat sich dahin entwickelt nicht mehr nachdenken zu müssen, Jugendliche tanzen Lehrern auf der Nase herum, kommen meist ungestraft mit Mobbing und teilweise mit Gewalt durchs Leben.
Sowas gab es in der Form zu meiner Kindheit/Jugendzeit nicht und so habe ich auch meine Kinder nicht erzogen.
Vielen Eltern scheint es daran zu mangeln, ihren Kindern klare Grenzen aufzuzeigen. Kinder werden sich selbst überlassen und werden zu dem, was sie heute sind. Oftmals verzogene und respektlose Personen.
Vereine sollen nun wieder das gerade Ziehen, was eigentlich Aufgabe der Eltern ist, gesellschaftlicher Umgang miteinander.
Nun geben Verbände vor, solche Regeln in die Vereine einführen zu müssen, oder bestimmte Fördergelder werden nicht mehr bewilligt werden. Ich nenne sowas in gewisser weise Erpressung und ist genauso falsch, wie das teils respektlose Verhalten vieler Kinder/Jungendlichen gegenüber anderen.
Die Verbände kommen damit aber auch nur durch, da sich keiner dagegen wehrt und den vorgebenden Verbänden klar sagen, dass das so nicht geht.
Ein respektvoller und sozialer Umgang mit allen Menschen, egal welchen Geschlechts, welcher Herkunft, aus welcher sozialen Schicht sie kommen oder welchen gesundheitlichen Zustand sie haben, sollte eine absolute Grundeinstellung sein und es sollte in einer funktionierenden Gesellschaft nicht erforderlich sein, irgendwelche zwingenden Grundregeln dafür schriftlich aufstellen zu müssen.
Aber leider zeigt sich eben die Gesellschaft von ihrer oftmals schlechtesten Seite, was solche Regeln scheinbar erforderlich machen, was sehr traurig ist.