Hat jemand bereits praktische Erfahrungen mit dieser Pistole gemacht?
Jaein, wir haben eine X-Esse im Verein, allerdings die Sport-Version, nicht die Expert. Hab mit der vielleicht 150 Schuss geschossen bisher.
Ist sie als einfache Sportpistole für die Disziplin "25m Pistole" zu empfehlen?
Oder muß es gleich ein kompliziertes und teures Sportgerät im Bereich der Walther GSP500 oder der Feinwerkbau AW 93 sein?
Es muss erst einmal gar nichts. Das kommt halt sehr auf einige Punkte an, die wir bisher noch nicht kennen - zum Beispiel, welche Disziplinen du damit schiessen willst, was dein Budget ist, was deine Ambitionen sind und schlussendlich auch, was deine Vorlieben sind.
Wenn du z.B. OSP mit Siegambitionen in einer guten Konkurrenz schiessen willst, dann führt eigentlich nichts an einer Pardini SP RF vorbei - die ist konstruktionsbedingt schlicht derzeit die beste Waffe für die Disziplin. Für Wettbewerbe wie z.B. die 25m Pistole der Damen, wo schnelle Schussfolgen nicht vorkommen und entsprechend z.B. das Rückstosssystem der Pardini nicht (so stark) ins Gewicht fällt, kann man mit sowas schon mal antreten.
Zur X-Esse spezifisch: Einige Design-Entscheidungen bei der Waffe finde ich jenseits von Gut und Böse, so zum Beispiel das Platzieren der Visierung auf zwei zueinander beweglichen Teilen (ist halt günstiger...). Du hast auch den Nachteil, dass du den Magazinschacht im Griff hast, d.h. der Winkel ist mehr oder weniger vorgegeben, während er bei anderen Pistolen mehr oder weniger anpassbar ist (z.B. bei der Feinwerkbau AW93 auch so und auch dort eine mögliche Problemursache). Subjektiv fühlt sie sich halt auch weniger wertig an, als die üblichen Verdächtigen. Bei einem Preisunterschied von 100%+ auch zu erwarten, okay - aber bei einer 1200.- Waffe hätten sie durchaus auf den Plastikabzug schon verzichten dürfen...
Bei der GSP stört mich die Vorderlasigkeit, die Begrenzung hinsichtlich der Griffgestaltung bei Schützen mit großen Händen und die Munitionsfühligkeit.
Also über die GSP habe ich ja schon viel Kritik gehört, vieles davon auch zu Recht - aber munitionsfühlig? That's a first. Die sind in der Regel recht geschätzt als Vereinswaffen - eben weil sie i.d.R. unkaputtbar sind und alles fressen.
Die FW AW 93 hat dagegen eine sehr gute Balance und läßt viel Raum für die Gestaltung des Griffes.
Gerade die Griffgestaltung ist eigentlich eine der grossen Schwächen der Feinwerkbau, eben durch die Konstruktionsweise mit Magazin im Griffstück. Das kann ich also in dieser Hinsicht nicht wirklich nachvollziehen. Meinst du vielleicht die Anpassbarkeit der Handballenauflage? Falls ja: Das dürfte in dem Fall eher ein Problem der Griffgrösse auf deiner Testwaffe sein. Wenn du deine Sportwaffe (mit der korrekten Griffgrösse) kaufst, wird die dort auch passen.
Ich selbst habe bereits zwei KK-Pistolen länger in Gebrauch. Beide sind mit Formgriffen ausgestattet. Ein neues Faß werde ich erst aufmachen, wenn ein erwartbarer größerer Nutzen dabei herausspringt. Übrigens trainiere ich nur Sportpistole, Standardpistole und KK-Pistole zweihändig.
Welche beiden Pistolen sind es denn - damit wir einen Referenzwert haben, was du schon kennst?
Bzgl. dem erwartbaren grösseren Nutzen... Naja eben, kommt halt drauf an. Die bessere Waffe alleine wird dich nicht zum Olympiasieger machen. Meistens ist es sogar eher so, dass beim Umsteigen erst einmal die Resultate sinken, weil die Waffencharakteristik ungewohnt ist. Das war bei mir mit meinem Umstieg auch so (von einer Hämmerli SP20 auf eine Morini CM22M RF).
Meine Frage kommt von Schützen, die bereits mit den diversen älteren Vereinswaffen geschossen haben und sich eine neue Pistole anschaffen möchten. Was sollen Sie beim Händler testen?
Bei den Vereinsmitgliedern sowie beim Händler: Am Besten so viel wie möglich. Einen Vergleichswert bekommst du nur hin, wenn du auch Referenzwerte hast.
Ist die neue Hämmerli X-Esse für ein schmales Budget empfehlennswert - im Vergleich zu der Walther und der Feinwerkbau - oder nicht?
So ganz direkt: Nö, eine X-Esse Expert für 1200 würde ich persönlich nie kaufen. Es gibt zum Beispiel auch immer mal wieder gebrauchte Hämmerli 208s oder 280 (2. Serie) für 500-600. Beide sind technisch genauso veraltet, aber P/L-mässig meiner Meinung nach besser als die X-Esse. Oder man wartet halt auf ein gutes Angebot für eine Gebrauchte, dann bekommt man im Bereich 1200-1500 auch gerne mal was Gutes.
Eine Benelli, MG, Morini, Pardini oder Tesro sind aus meiner Sicht nicht die geeigneten Produkte, auch wenn sie über etliche Anhänger verfügen.
Wie sehen denn deine Erfahrungen mit diesen Pistolen aus, dass du zu dem Schluss gekommen bist?