Hallo Frank,
das die Diskussion, die in der Öffentlichkeit geführt wird meistenteils polemisch und an der Realität vorbei geht, wissen wir beide.
Eine Opfergabe will ich überhaupt nicht leisten. Ich will ersteinmal wissen, was der ganze Spaß kostet und - wie hier schon mehrfach von mir geschrieben - muss das System natürlich funktionieren. Wie das System heißt, von welchem Hersteller das - wenn überhaupt - sein wird ist mir persönlich egal.
Und das das Böse dem Guten immer einen Schritt voraus ist, wissen wir auch beide. Kein System der Welt ist unknackbar.
Aber je höher die Sicherheitsvorkehrung ist, desto kleiner wird der potenzielle "Täterkreis"
Das es andere Bereiche unseres Lebens gibt, in dem deutlich mehr Sicherheit angebracht wäre, steht ausser Frage. Aber wie heißt es so schön: ein jeder kehre vor seiner eigenen Haustüre.
Wenn ich nur mit dem Finger auf andere zeige und sage: die sind viiiiel schlimmer wie wir, zeugt das nicht gerade von Weitblick. Dann könnten wir auch z.B. unsere ganzen Umweltschutzmaßnahem in die Tonne kloppen und sagen: die Amis, die Chinesen etc. haben aber einen viel höheren Schadstoffausstoß wie wir...
Und wie sagte Reinhold Niebuhr so passend: Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann; gib mir den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann; und gib mir die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden
Andere Bereich können wir sicher (oft) nicht ändern. Aber hier könnten wir es (wenn es denn bezahlbar ist und technisch machbar ist)
Und eben um die NICHTABSCHAFFUNG unserers schönen Sports geht es mir. Weißt du wie das in Großbritannien gelaufen ist? Da gibt es seit einigen Jahren keine FAUSTFEUERWAFFEN mehr in privater Hand - der Staat hat die Schützen dort "enteignet". Und das als Reaktion auf einen Amoklauf...
Ich habe nur die Befürchtung, dass das bei uns auch irgendwann mal ansteht. Und dann wäre es vielleicht im Nachhinein betrachtet sinnvoller gewesen, über so ein System zu diskutieren und nicht - wie von einigen Sportschützen - generell und gleich von Anfang an zu verteufeln.
Versteh mich nicht falsch: mir wäre es auch lieber (schon alleine des Geldbeutels wegen), wenn wir uns über solche Sachen nicht einen Kopf machen müssten und unserem Sport "ganz normal" nachgehen könnten wie Schachspieler oder Fußballspieler.
Vor diesem Hintergrund halte ich es für ziemlich daneben, wenn wir Sportschützen keine Gesprächsbereitschaft zeigen und uns hinterher wundern müssen, die Zerstörung des Schießsports selbst gefördert zu haben.
Eine Igelstellung einzunehmen und immer nur das "dagegen" Plakat hochzuhalten bringt in meinen Augen überhaupt nichts.
Gruß Christof
PS: ich finde es Klasse, dass es in diesem Forum User wie Dich gibt, mit denen man auf recht hohem Niveau über solche Sachen diskutieren kann! 