Hallo Karl,
Schwule und Lesben haben sich seit den 70er Jahren durch Öffentlichkeit (CSD) und politische Unterstützung (2000: Amsterdamer Vertrag, 2006 Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG) bezüglich Diskriminierung in Bereichen wie der sexuellen Identität in Beschäftigung und Beruf, Kultur und Sport hierzulande Rechte und auch eine zunehmende Anerkennung/Akzeptanz in der Gesellschaft erarbeitet.
Dass diese Akzeptanz noch nicht in allen Teilen der Bevölkerung vorhanden ist, dokumentiert sich immer noch in Mobbing und Ausgrenzung in vielen Lebensbereichen auch wenn dadurch gesetzliche Vorgaben verletzt werden.
Die weltweite Schwulen- und Lesbenbewegung führt u.a auch zu eigenständigen Bewegungen wie den Gay-Games, die den Mitgliedern von reinen Schwulen- und Lesben-Sportvereinen vorbehalten sind. Dort fanden z. B. auch Wettkämpfe im Sportschießen statt, zuletzt 20101 in Köln - auf einer Sportanlage einer Bruderschaft..
Sportschießen | VIII. Gay Games Cologne 2010
Wettbewerb Sportschießen | VIII. Gay Games Cologne 2010
Sportstätte | VIII. Gay Games Cologne 2010
sportschiessen.pdf
Erfolgreiche Sportler/innen kamen u.a. vom SV Abseitz, Stuttgart.
2011: 740 Mitglieder in 18 Abteilungen
Über uns
Schießsport als Freizeitsport mit wachsendem Interesse
Sportschiessen
Schwule und Lesben, die nicht die Möglichkeit haben, ihren Sport in einem entsprechenden – meist in den Großstädten etablierten reinen Schwulen- und lesben-Sportverein – zu betreiben, müssen - geoutet oder nicht -mit den herkömmlichen Vereinen vorlieb nehmen.
Dass es dort zu den negativen Erscheinungen von Diskriminierung, Mobbing usw. kommen kann, kommt immer wieder vor, wo Intoleranz und besondere Regeln herrschen, auf die aus bestimmten Gründen nicht verzichtet werden kann.
Der Deutsche Fußballbund hat in seinem Bemühen um Toleranz und Akzeptanz gegenüber Schwulen und Lesben sicherlich auch die Mitgliederentwicklung im Blick, wenn er sich dem Thema aktiv widmet. Er tut dies aber bestimmt auch für den Sport und die menschen, die diesem nachgehen:
CSD Empfang NRW
Dr. Theo Zwanziger für besonders prominentes Engagement im Bereich Politik, Wirtschaft bzw. Kultur
Für sein besonderes prominentes Engagement im Bereich Politik, Wirtschaft bzw. Kultur bei der Förderung der gesellschaftlichen Akzeptanz der schwulen und lesbischen Minderheit zeichnen wir Dr. Theo Zwanziger aus.
Der Präsident des Deutschen Fussball-Bundes hat es gegenüber dem Vorstand des Schwulen Netzwerks NRW e.V. als eine große Ehre bezeichnet, in die Reihe der bisherigen KOMPASSNADEL-Preisträger aufgenommen zu werden und nimmt den Preis im Rahmen des CSD-Empfangs gerne persönlich entgegen.
"Wir sind alle unterschiedlich. Unterschiede dürfen jedoch nicht zu einer unterschiedlichen Bewertung und Diskriminierung führen. Die Würde des Menschen ist unantastbar, unabhängig von allen Unterschieden", erklärte Dr. Zwanziger anlässlich des "2. Aktionsabend gegen Homophobie im deutschen Fußball" im Mai 2008.
Seine Mitwirkung am 2. Aktionsabend gegen Homophobie im Kölner Stadion, seine Unterstützung des gemeinsamen Auftritts der Queer-Football-Fanclubs (QFF), mit der EGLSF (European Gay and Lesbian Sports Federation) und dem Come-Together-Cup bei der großen CSD-Parade in Köln im Jahr 2008 und sein weiteres Engagement gegen vielfältige Formen gesellschaftlicher Diskriminierung haben den Vorstand des Schwulen Netzwerks NRW e.V. zur Nominierung motiviert.
Dr. Theo Zwanziger tritt auf verschiedenen Ebenen gegen jedwede Art von Diskriminierung ein. Seine Haltung ist längst noch nicht überall im Fußballgeschehen angekommen. Mit der Annahme der KOM-PASSNADEL bietet er auch dem Thema "Homophobie im Fußball" einen öffentlichen Raum und zeigt Flagge.
Das Engagement des 64-Jährigen Familienvaters würdigte auch die Initiativgruppe Schwules Weimarer Dreieck, die ihn im Herbst 2008 mit dem deutsch-französisch-polnischen Tolerantia-Preis auszeichnete.
Als Preisträger der KOMPASSNADEL setzt Dr. Theo Zwanziger ein wirksames gesellschaftspolitisches Signal gegen Homophobie im Fussball und ermutigt andere, auf dem Weg einer offenen und toleranten Bürgergesellschaft weiter voran zu gehen.
Schwule Spitzenpolitiker in hohen Ämtern - das war in Deutschland noch vor wenigen Jahren undenkbar. Doch die Stimmung gegenüber Schwulen und Lesben hat sich in den vergangenen Jahrzehnten grundlegend gewandelt.
Das ist Fakt. Deshalb halte ich es für richtig, diese Bewegung mit in Vereins- und verbandspolitische Überlegungen was die Zielgruppe von Mitgliedern und Sport- und Freizeitangebot betrifft, mit zu überdenken um daraus dann auch eine verlässliche Bestandsaufnahme und Profilbeschreibung abzugeben.
Persönlich würde ich immer den Sport und den Sportler/in im Vordergrund sehen, der seinem Sport im Verein nachgeht. Die bei der Bewältigung der mit ihrer sexuellen Orientierung verbundenen individuellen und gesellschaftlichen Probleme homosexueller Menschen hat m. E. keinen Einfluss auf den Sport, bzw. sollte davon ferngehalten werden.
Übrigens halte ich die Abkapselung der homosexuellen Sportler in reine Schwulen- und Lesben-Sportvereine für kontraproduktiv, was deren Anerkennung in der Gesellschaft und Integration in die “etablierten Sportvereine“ betrifft.
Aber vielleicht kenne ich auch nicht die Not und die Erfahrungswelt von gemobbt und ausgegrenzt sein, z. B. im Schießsport, und kann mir kein richtiges Urteil erlauben.
Vielleicht verpasst aber auch das Schützenwesen insgesamt die Chance durch Offenheit und Toleranz sich an dieser Diskussion und gesellschaftlichen Entwicklung zu beteiligen.