Beiträge von Wilhelm

    Hallo Dan,
    Dir etwas recht zu machen, ist scheinbar außerordentlich schwer.

    In diesem Fall, das Angebot, ein gesellschaftliches Thema auch von Schützenvereinen aufzuarbeiten, nicht anzunehmen, wäre in der Nachbetrachtung ein weiterer Grund dafür, die Frage nach der Integration von Schützenvereinen in die "BW-Gesellschaft" eher negativ zu beantworten. Positives Denken setzt Kräfte frei!

    Hallo Gerhard,

    die von Dir aufgestellte Frage/Festellung "das kritische Alter" ist vielschichtig zu beantworten. Bei dem Wunsch und der zielgerichteten Vereinsarbeit, junge Mitglieder über das "kritische Alter" hinaus für den Verein, den Schießsport und die Gemeinschaft zu finden, müssen wir unsere Sicht- und Handlungsweise glaube ich erheblich umstellen, zumindest unsere Erwartungen als zukunftsorientierte Ehrenamtliche niedriger ansetzen.

    Der technische Wandel in der Kommunikation, das Bildungssystem sowie der Wertewandel in unserer Gesellschaft haben sich in den letzten 10 Jahren noch einmal deutlich beschleunigt und stellen an verunsicherte Jugendliche m. E. deutlich höhere Anforderungen, die sich in einem geänderten Freizeitverhalten zeigen.
    Die Angebote der Freizeitgesellschaft (oder besser: Konsum- und Spaßgesellschaft) mit bezahlbarer Kommunikation via Handy und Internet, die Breitensportangebote der privaten Anbieter und die Möglichkeiten dem eher starren und vielen Regelungen unterworfenen Vereinssport durch Privatinitiativen auszuweichen, sorgen dafür, dass die altgedienten Sportarten Mitgliederverluste hinnehmen müssen.

    Das alte Bild von verantwortungs- und hoffnungsvollen Eltern, die ihre Kinder in den Vereinen begleiten, stimmt auch nicht mehr - leider.

    Karl hat schon Recht, wenn er der Meinung ist, dass nicht nur das Mitgliederwachstum im nachuchsbereich für die Schützenvereine das einzige Heilmittel für das Überleben der Schützenereine ist. Der zeitliche und finanzielle Aufwand ist dafür im Zweifel für die beteiligten Trainer und Betreuer - aber auch für den Gesamtverein selbst - zu hoch, da die dafür erforderlichen Maßnahmen oftmals nur von wenigen durchgeführt werden und insgesamt kein schlüssiges Vereinskonzept dahinter steht.

    Unser gemeinsames Hobby wird langfristig nur dann überleben, wenn wir uns für unser Hobby engagieren. Das hat nichts mit den Besonderheiten des Schießsports zu tun, sondern ist bei jedem Hobby so.
    Ich glaube, es geht nicht darum, Unterschiede zwischen einzelnen Disziplinen oder Verbänden zu suchen, sondern Gemeinsamkeiten zu finden. Und es hilft auch nicht, zwischen "Sport" und "Tradition" zu differenzieren, denn zu einem guten Verein geghört ein Mix aus Allem, denn die Interessen (und Möglichkeiten) der einzelnen Vereinsmitglieder sind sehr unterschiedlich.

    Hallo Sammler,

    Dein Hinweis auf aktive Arbeit für den Erhalt des Hobbies kann ich nur unterstützen. Allerdings würde ich die Besonderheiten unter der Überschrift "VIELFÄLTIGKEIT" schon hervorheben. Allerdings nicht im Kontext von Kritik und Abgrenzung sondern positiv unter dem positiven Blickwinkel von Profilierung und gegenseitige Wertschätzung. Dabei kommt dann auch bei "einem guten Verein" auch ein Mix zustande, der in der Bevölkerung Interesse finden kann.

    aktueller Stand:

    Waffenrecht - Fakten statt Lügen:
    7.04.2012: 60.088 Platz 8 26.02.2012: 29722 Stimmen, Platz 4
    Wiederherstellung des uneingeschränkten Art. 13 GG für Waffenbesitzer:
    7.04.2012: 6.062 Platz 29 26.02.2012 3655 Stimmen, Platz 26

    Die Abstimmung endet am 15.04.2012.

    In der letzten Stunde hat Platz neun Verbot schariakonformer Halalschlachtung sowie der Handel mit Halalprodukten über 250 Stimmen erhalten – Waffenrecht – Fakten statt Lügen 171 Stimmen.

    Hallo Karl,

    stell´Dir vor, genau dass ist auch der Grund warum ich Mitglied im Schützenverein bin und dort gerne aktiv meinem Hobby nachgehe. Allerdings betreibe ich den Sport auch gerne mit anderen gemeinsam. Damit dieser Sport nicht ausstirbt bzw. zur Randnotiz verkommt und ich alleine auf einer Startliste auftauche, tue ich halt ein wenig mehr als nur zu konsumieren, was die noch wenigen Funktionäre in ehrenamtlicher Arbeit anbieten.

    Ich würde mir wie bereits oft geschrieben eine größere Differenzierung wünschen, denn es stellt sich für die Öffentlichkeit die Frage ob Schützenvereine eher Bürgerwehren, Trachtenvereine oder Sportvereine sind, und genau das kann man nur mit sowohl als auch beantworten. Da jedoch die einzelnen Facetten nur selten in einem Verein zusammentreffen, ergibt das wiederum keine aussgekräftige Antwort, also müsste man vielleicht den Verein als Kombination verschieder Bausteine beschreiben. Bürgerwehren, Trachtenvereine und Sportvereine, das alles kann drin sein, muss aber nicht, nur wie können wir das zeigen? Da kommt mir spontan eine Kennzeichnung, vielleicht ganz simpel ein Qualitätssiegel wie „Historisch verwurzelt“, „Brauchtum pflegend“ oder „Sportlich orientiert“, in den Sinn. Natürlich beliebig kombinierbar.

    Ja, Geronimo,

    darum geht es: Wie sehe ich mich als Vereinsmitglied, wie sehe ich selber meinen Verein, und wie sieht die Gesellschaft mich und meinen Verein.

    Erst wenn ich selber in der Lage bin meinen Verein zu beschreiben, eine kllare, objektive ISTaufnahme vorgenommen habe, kann ich mich im Werben um neue Mitglieder ehrlich auf den Weg machen.

    Nach der Profilfindung kann es dann auch ein Qualitätssiegel sein, was es Beitrittswilligen einfacher macht das Schützenwesen und speziell den anvisierten Verein kennenzulernen.

    Hallo Karl,

    Schwule und Lesben haben sich seit den 70er Jahren durch Öffentlichkeit (CSD) und politische Unterstützung (2000: Amsterdamer Vertrag, 2006 Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG) bezüglich Diskriminierung in Bereichen wie der sexuellen Identität in Beschäftigung und Beruf, Kultur und Sport hierzulande Rechte und auch eine zunehmende Anerkennung/Akzeptanz in der Gesellschaft erarbeitet.

    Dass diese Akzeptanz noch nicht in allen Teilen der Bevölkerung vorhanden ist, dokumentiert sich immer noch in Mobbing und Ausgrenzung in vielen Lebensbereichen auch wenn dadurch gesetzliche Vorgaben verletzt werden.

    Die weltweite Schwulen- und Lesbenbewegung führt u.a auch zu eigenständigen Bewegungen wie den Gay-Games, die den Mitgliedern von reinen Schwulen- und Lesben-Sportvereinen vorbehalten sind. Dort fanden z. B. auch Wettkämpfe im Sportschießen statt, zuletzt 20101 in Köln - auf einer Sportanlage einer Bruderschaft..

    Sportschießen | VIII. Gay Games Cologne 2010

    Wettbewerb Sportschießen | VIII. Gay Games Cologne 2010

    Sportstätte | VIII. Gay Games Cologne 2010

    sportschiessen.pdf

    Erfolgreiche Sportler/innen kamen u.a. vom SV Abseitz, Stuttgart.

    2011: 740 Mitglieder in 18 Abteilungen
    Über uns

    Schießsport als Freizeitsport mit wachsendem Interesse
    Sportschiessen

    Schwule und Lesben, die nicht die Möglichkeit haben, ihren Sport in einem entsprechenden – meist in den Großstädten etablierten reinen Schwulen- und lesben-Sportverein – zu betreiben, müssen - geoutet oder nicht -mit den herkömmlichen Vereinen vorlieb nehmen.

    Dass es dort zu den negativen Erscheinungen von Diskriminierung, Mobbing usw. kommen kann, kommt immer wieder vor, wo Intoleranz und besondere Regeln herrschen, auf die aus bestimmten Gründen nicht verzichtet werden kann.

    Der Deutsche Fußballbund hat in seinem Bemühen um Toleranz und Akzeptanz gegenüber Schwulen und Lesben sicherlich auch die Mitgliederentwicklung im Blick, wenn er sich dem Thema aktiv widmet. Er tut dies aber bestimmt auch für den Sport und die menschen, die diesem nachgehen:

    CSD Empfang NRW


    Dr. Theo Zwanziger für besonders prominentes Engagement im Bereich Politik, Wirtschaft bzw. Kultur
    Für sein besonderes prominentes Engagement im Bereich Politik, Wirtschaft bzw. Kultur bei der Förderung der gesellschaftlichen Akzeptanz der schwulen und lesbischen Minderheit zeichnen wir Dr. Theo Zwanziger aus.
    Der Präsident des Deutschen Fussball-Bundes hat es gegenüber dem Vorstand des Schwulen Netzwerks NRW e.V. als eine große Ehre bezeichnet, in die Reihe der bisherigen KOMPASSNADEL-Preisträger aufgenommen zu werden und nimmt den Preis im Rahmen des CSD-Empfangs gerne persönlich entgegen.
    "Wir sind alle unterschiedlich. Unterschiede dürfen jedoch nicht zu einer unterschiedlichen Bewertung und Diskriminierung führen. Die Würde des Menschen ist unantastbar, unabhängig von allen Unterschieden", erklärte Dr. Zwanziger anlässlich des "2. Aktionsabend gegen Homophobie im deutschen Fußball" im Mai 2008.
    Seine Mitwirkung am 2. Aktionsabend gegen Homophobie im Kölner Stadion, seine Unterstützung des gemeinsamen Auftritts der Queer-Football-Fanclubs (QFF), mit der EGLSF (European Gay and Lesbian Sports Federation) und dem Come-Together-Cup bei der großen CSD-Parade in Köln im Jahr 2008 und sein weiteres Engagement gegen vielfältige Formen gesellschaftlicher Diskriminierung haben den Vorstand des Schwulen Netzwerks NRW e.V. zur Nominierung motiviert.
    Dr. Theo Zwanziger tritt auf verschiedenen Ebenen gegen jedwede Art von Diskriminierung ein. Seine Haltung ist längst noch nicht überall im Fußballgeschehen angekommen. Mit der Annahme der KOM-PASSNADEL bietet er auch dem Thema "Homophobie im Fußball" einen öffentlichen Raum und zeigt Flagge.
    Das Engagement des 64-Jährigen Familienvaters würdigte auch die Initiativgruppe Schwules Weimarer Dreieck, die ihn im Herbst 2008 mit dem deutsch-französisch-polnischen Tolerantia-Preis auszeichnete.
    Als Preisträger der KOMPASSNADEL setzt Dr. Theo Zwanziger ein wirksames gesellschaftspolitisches Signal gegen Homophobie im Fussball und ermutigt andere, auf dem Weg einer offenen und toleranten Bürgergesellschaft weiter voran zu gehen.


    Schwule Spitzenpolitiker in hohen Ämtern - das war in Deutschland noch vor wenigen Jahren undenkbar. Doch die Stimmung gegenüber Schwulen und Lesben hat sich in den vergangenen Jahrzehnten grundlegend gewandelt.

    Das ist Fakt. Deshalb halte ich es für richtig, diese Bewegung mit in Vereins- und verbandspolitische Überlegungen was die Zielgruppe von Mitgliedern und Sport- und Freizeitangebot betrifft, mit zu überdenken um daraus dann auch eine verlässliche Bestandsaufnahme und Profilbeschreibung abzugeben.

    Persönlich würde ich immer den Sport und den Sportler/in im Vordergrund sehen, der seinem Sport im Verein nachgeht. Die bei der Bewältigung der mit ihrer sexuellen Orientierung verbundenen individuellen und gesellschaftlichen Probleme homosexueller Menschen hat m. E. keinen Einfluss auf den Sport, bzw. sollte davon ferngehalten werden.

    Übrigens halte ich die Abkapselung der homosexuellen Sportler in reine Schwulen- und Lesben-Sportvereine für kontraproduktiv, was deren Anerkennung in der Gesellschaft und Integration in die “etablierten Sportvereine“ betrifft.

    Aber vielleicht kenne ich auch nicht die Not und die Erfahrungswelt von gemobbt und ausgegrenzt sein, z. B. im Schießsport, und kann mir kein richtiges Urteil erlauben.

    Vielleicht verpasst aber auch das Schützenwesen insgesamt die Chance durch Offenheit und Toleranz sich an dieser Diskussion und gesellschaftlichen Entwicklung zu beteiligen.

    Hallo Karl,
    mal abgesehen von der zeitlichen Differenz, was sind die inhaltlichen Unterschiede, die das 1951er Schützenmodell attraktiver erscheinen lassen?


    @ von Sammler,

    ich habe hier gelernt, dass es m. E. keinen Sinn macht, gerade die regional und geschichtlich unterschiedlich entwickelten Traditionen als gut und schlecht zu bezeichnen um in der Außenwirkung aufgrund der Vielfalt ein diffuses Bild vom Schützenwesen abzugeben. Das gleich gilt für den sportlichen Bereich. Die "separierten GK-lastigen Vereine" haben sich gegründet, weil das Bedürfnis nach alternativen Disziplinen, mehr Freizeit und Breitensportangeboten vorhanden war und durch entsprechende Aktivitäten zurgegeben Zeit umgesetzt wurden.

    Rein von den Zahlen des SSB und auch der kleinen GK-Verbände muss ich annehmen, dass die für mich sehr wichtige Mitgliederentwicklung besser aussieht als im DSB. Das Angebot scheint zu stimmen - selbst wenn es aus meiner Sicht zu konservativ (SSB) ist - ich meine gesellschaftlichen Vorstellungen dort nicht wiederfinde und kein Interesse besteht dort Mitglied zu sein. Andere sehen das halt anders - und das ist dann auch von mir zu akzeptieren.

    Wichtig ist somit wieder gegenüber der Außenwelt, diese Unterschiedlichkeit und Vielfältigkeit deutlich hervorzuheben, die interessanten Profile zu präsentieren.

    Hallo Karl,

    ich glaube, Du willst mich nicht verstehen. Alle Fragen kann ich damit beantworten, dass jeder Verein mit seinem Profil, wenn er es kennt und mit Weitblick in der Lage ist, es in der Öffentlichkeit zwecks Mitgliederwerbung zu präsentieren, dies auch aktiv tun sollte, damit er seine Zukunftsfähigkeit durch neue Mitglieder sichert. Dazu zählen Toleranz, und ein attraktives Sport- und Freizeitangebot.

    Das können schwerpunktmäßig traditionell als auch sportlich ausgerichtete Vereine erfolgreich umsetzen. Wer Zukunft gestalten will, darf nicht nur nach hinten sehen oder durch Abwarten, auf bessere Zeiten hoffen.

    Das Beispiel von Team München, Münchens schwul-lesbischer Sportverein mit 18 Sportarten im Angebot zeigt, dass die scheinbar nicht im Schützen-Vereinsleben gern gesehene Schwulen und Lesben - warum eigentlich? - eigene Wege gehen, um Schießsport zu betreiben.

    Bei einem Grundbeitrag von 40 Euro und einem Zusatzbeitrag von 67 Euro bietet „Team München“ unter den insgesamt 18 Sportarten seit 2008 auch das Luftgewehr- und pistoleschießen an. Trainiert wird wöchentlich auf den Anlagen der Neuhauser Schützenliesel

    Siehe auch 4. Ausgabe 2008

    SportyNews4-08.pdf

    Team München - die sportliche Vielfalt - münchens schwul-lesbischer sportverein

    Die Beschreibung der Sportart ist informativ und geht offen auf die Situation von Schwulen und Lesben, die Schießsport betreiben wollen, ein:

    „Der gesamte Schützenverband ist leider noch sehr konservativ aufgebaut, bei welchem Toleranz gegenüber gleichgeschlechtlichen Lebensweisen noch eher als Fremdwort behandelt und in den Hintergrund gedrängt wird.
    Umso mehr sind wir erfreut, dass, die Schützengesellschaft Nusshäher e.V. uns als Schwule und Lesben vorbehaltlos und offen gegenübersteht und uns gesellschaftlich und sportlich voll integriert.“

    Das "Geschäftsmodell des SSB" mit seinem doch markanten konservativen Kernen scheint damit regional erfolgreich zu sein. Wenn es dazu führt , dass das traditionelle Schützenwesen dort auch zukunftsfähig ist, ist das m. E. auch begrüßenswert.

    Für das übrige Bundesgebiet schließe ich das jedoch aus, weil die derzeitigen Probleme (des DSB mit seinen Untergliederungen) größtenteils dadurch begründet sind, dass die Schützen den vielfältigen gesellschaftlichen Wandel nicht mitgehen.

    Hallo Karl,

    … und wenn du nach der Ermittlung der bisherigen Monate noch sechs weitere Monate nach vorne schaust, werden wir den Tag der Schützenvereine „begehen“. Was glaubst Du wohl, worüber dann gesprochen wird, wenn von den hoffentlich vielen interessierten Besuchern dieser Veranstaltungen am 6./7. Oktober 2012 das Thema Traditionspflege hinterfragt wird, sich Vereine aber modern, aufgeschlossen und sportlich präsentieren wollen?

    Wenn es schlecht läuft, zeigen die Vereine mit dem sportlichen Ansatz mit dem Finger auf die sehr konservativ, katholisch geprägten Vereine, grenzen sich ab und bedienen weitere Vorurteile.

    Wenn es besser läuft, kann man (DSB-Mitglieder) den Besuchern die Unterschiede zwischen Tradition und Sport aber auch die regionalen und verbandsspezifischen Unterschiede erklären - ja, vielleicht sogar die geschichtlich, religiös begründeten Unterschiede als Bestandteil der Vielfältigkeit der Vereine/Bruderschaften vermitteln.

    Das setzt aber ein entsprechendes Wissen und den Blick über den Tellerrand voraus, wie es wohl nur wenige – wie z. B. Murmelchen (Danke für den Beitrag zum SSB) - besitzen. Die Existenz und die traditionelle Ausrichtung des Sauerländer Schützenbundes mit immerhin über 160 Tsd. Mitgliedern in 345 Bruderschaften war mir bisher so nicht bewusst.

    Wäre es seitens des DSB nicht angebracht, Informationen über die anderen Verbände offensiv und neutral den Vereinen für deren Öffentlichkeitsarbeit mit an die Hand zu geben, um so die kleinen Unterschiede, die von den Medien gerne und bewusst weggelassen werden, hervorzuheben?

    Wenn wir uns selbst nicht bemühen, mit Informationen und Differenzierungen zur eigenen Profilgestaltung beizutragen, werden wir uns weiterhin der Stigmatisierung und Manipulation und einem negativen Image vom Schützenwesen in der Gesellschaft durch bestimmte Medien nicht absetzen können.

    Das ist auch kein regionales und/oder zeitlich limitiertes Thema.

    Umstrittene Entscheidung: Schützen verbieten schwule Königspaare -
    News Inland -
    Bild.de

    Geronimo,
    meine Wahrnehmung sieht etwas anders aus. Der WDR sieht in dem Thema „Schwuler Schützenkönig und Tradition“ keine Randnotiz. Dagegen sprechen schon die bisherigen Beiträge. Und so wie sie gemacht wurden, lassen diese Beiträge bei den Bürgern/innen, die gerne unterhalten werden wollen, keinen realen Bezug zu Schützenvereinen und deren Mitglieder besitzen, nur den Eindruck zurück, dass das Schützenwesen insgesamt antiquiert und intolerant ist. Ohne dass diese Einstellung etwas mit unserem Schießsport zu tun hat, fällt bei der vorhandenen Oberflächlichkeit der Schießsport ebenfalls in diese Sicht.

    Wir Schützen sind in der Lage an dieser Stelle zu differenzieren, die Allgemeinheit – von den umsatzgetriebenen Medien unterstützt – nicht. Diese Erfahrung kann ich jeden Tag machen, wenn ich sage, dass ich als Hobby den Schießsport ausübe – „Ach so, du bist auch einer von den ewig gestrigen; ist Schießen eigentlich Sport?“

    Ich kann mit solchen Kommentaren gut leben, auch kann ich die Ausgangssituation der Vereine mit genau dieser Tradition verstehen. Was mir fehlt, ist allein die korrekte Information der Allgemeinheit, die aufklärt, dass eben nicht alle Schützen diese, sondern auch andere Traditionen pflegen - Traditionen sich vielfältig zeigen, ebenso unser Sport. Beides hat eine lange Geschichte, wertvolle Entwicklung für unsere Gesellschaft vorzuweisen und ist in der heutigen Zeit auch zukunftsfähig.