Beiträge von Wilhelm

    Hallo Katja, hallo Dan More,

    die von euch vorgetragenen Argumente sind gut nachvollziehbar und kann ich/können meine Frau nur bestätigen.

    Ein Idealfall wäre, wenn sich die gesamte Familie für den Sport und freiwillige Mitarbeit begeistern könnte.

    Diese Idealfälle gibt es allerdings auch hin und wieder, insbesondere bei den Bogensportlern zu beobachten - eben auch deswegen, weil dort das Einstiegsalter wesentlich früher beginnt.

    Einkommens- und Existenzabsicherung sowie Familienaufgaben haben in jedem Fall Vorrang vor der Annahme eines „Ehrenamtes“ oder bürgerschaftlichem Engagements.

    Alles miteinander zu verbinden oder in Einklang zu bringen halte ich allerdings auch für möglich. Das fängt damit an, dass wir unseren Sport auch als Familiensport anbieten, dafür nachvollziehbare Beispiele bringen (Aufgabe der Verbände), es in der ÖA auch jedermann so präsentieren. Wir wären mit dieser Aufgabe nicht alleine, da der Staat mit Hilfe von Wissenschaft, Spitzenverbänden auch darauf angewiesen ist, Sozialkapital aufzubauen, was dort eingesetzt wird, wo sich der Staat mangels Finanzmittel aus bisherigen sozialen Betätigungsfeldern sukzessive zurückzieht.

    Sehr anschaulich ist die Beschreibung der Frau, Mutter, Abeitnehmerin/Unternehmerin und Erzieherin im Zusammenhang mit den Möglichkeiten und Einschränkungen bei der Übernahme von zusätzlichen „Aufgaben für das Gemeinwohl“. Auch hier könnte es aber Lösungen geben, z.B. durch gemeinschaftliche Aufgaben wie Kinderbetreuung, Hausaufgabenhilfe, Spielenachmittage, Kinderfeste … Wo? – In einem dafür geeigneten Sport-/Schützenhaus. Wo gibt es diese Schützenhäuser? Wer hat sich darüber Gedanken gemacht, wie dieses Kapital geeignet eingesetzt werden kann, einen Gewinn abwirft?

    Bekanntlich stirbt die Hoffnung zuletzt, und von irgendwo müssen ja auch die immer noch leicht ansteigenden Zahlen der aktiven und bereitwilligen Helfer herkommen: Neben den hier beschriebenen Menschen im aktiven Berufsleben gibt es noch die möglichen Ehrenamtlichen ohne Arbeit und Beruf sowie Schüler/Studenten und Rentner die für „Ehrenamtaufgaben“ in Frage kommen.

    Hallo Geronimo,

    ist es aber nicht so, dass du trotz der Unwegbarkeiten deiner freiwillig angenommenen Aufgabe/deinem Amt nachkommst und die Jugendlichen nicht im Stich lässt? Du könntest auch sagen, ich lasse das Training ausfallen oder du erweiterst den Zeitpuffer, verlegst das Training nach hinten.
    Das machst du aber nicht, weil ich vermute, dass der Gegenwert den Du für deine Arbeit direkt und indirekt erhältst, Anerkennung, Erfolg deiner Jugendlichen, Selbstbestätigung usw. , größer als der zeitliche, persönliche Aufwand.

    Die Kunst eines Freiwilligenmanagements in einem Verein ist es, ein entsprechendes "Wertangebot" vorzustellen, aufzubauen oder - wahrscheinlich wie in eurem Fall - zu pflegen.

    Ein "Ehrenamt" auszuüben bedeutet für mich ganz einfach auch "Wertetausch".

    @ Joker

    Das Beispiel zeigt auf, dass wir in den Vereinen ohne die vielfältigen Leistungen der Ehrenamtlichen (egal, ob sie der alten oder neuen Ausrichtung angehören, das wurde auch nicht beschrieben) als Solidargemeinschaft nicht aufs "Ehrenamt" verzichten können.

    Berichte, Erfahrungen aus anderen Vereinen zum Thema „Ehrenamt“


    Sport braucht Dein Ehrenamt! - Mein Verein und Ehrenamt


    TV Rembrücken: Gesprächsstrategie für Mitarbeitergewinnung
    Burger Schützenverein: Verstehen und miteinander Sport treiben
    SG Ihn-Leidingen: Ein ganzes Dorf baut ein Vereinshaus
    Haaner Turnverein: Engagement in euro und Cent aufgerechnet
    Hamburger Turnerschaft von 1816: Engagement fördern
    TG Osthofen: Mitgedacht & dann immer mitgemacht


    Ein Fragebogen, der helfen könnte:
    Mein_Verein_und_Ehrenamt.pdf


    zum Thema Freiwilligen-Management:
    FwManagement.pdf

    Hallo Dan More,

    während sich der von Dingo eingestellte Thread

    Förderung der jugendlichen Ehrenamtlichen - was macht ihr? - Organisation und Verwaltung - meisterschuetzen.net

    um die „Förderung der jugendlichen Ehrenamtlichen – was macht ihr?“ beschäftigt,

    darin mehrfach vom Thema abgewichen wurde und Verweise auf alte Threads hinzukamen

    Verbandsstrukturen von morgen? - Seite 3 - Organisation und Verwaltung - meisterschuetzen.net


    Jugendsprecher.....Jugend...was? - Organisation und Verwaltung - meisterschuetzen.net

    sich der letzte Beitrag mit § 27 Waffenrecht beschäftigt, habe ich mit dem neuen Thread, die Absicht, mich mit euch über das Ehrenamt allgemein auszutauschen.

    Mit den Argumenten die für „das Ehrenamt“ für früher und heute stehen, zeige ich auf, dass der Begriff „Ehrenamt“ und die Inhalte einem Wertewandel unterliegen, was ja auch in allen bisherigen sachdienlichen Beiträgen nur anders formuliert zum Ausdruck kommt.

    Dabei will jeder „trotzig“ und/oder mit „Vereinsuntergangstimmung“ Recht haben – mit Blick bis zum horizentalen und vertikalen Tellerrand. Viele setzen ihre Sicht dann auch bei den anderen voraus, was ich verhindern möchte und du ja auch richtig anmerkst, wenn du von regionalen Ausführungen schreibst.


    Mit dem Link BMFSFJ - Publikationsliste - Hauptbericht des Freiwilligensurveys 2009 - Zivilgesellschaft, soziales Kapital und freiwilliges Engagement in Deutschland 1999-2004-2009

    möchte ich zu den professionellen Auswertungen/Erkenntnissen lenken – auch oder gerade für uns Schützen eine Fundgrube für neue Sichten, Hoffnungen und Neuanfängen. Dort liegen m. E. Begründungen und Anleitungen für die Vereine, ihre Situation hinsichtlich Zukunftsfähigkeit zu bestimmen.

    Wenn Du deine Einschätzung darüber abgibst, warum das mit dem Ehrenamt schwieriger geworden ist

    „Ganz einfach: Die Leute haben keine Lust!
    Die Erwachsenen von heute, sind nicht mal mehr in der Lage, Interesse an den Hobbies ihrer Kinder zu zeigen, wie sollen sie da ein Amt führen können und ein Vorbild sein.

    Hinzu kommt der Beruf. Viele Menschen haben alleine aus beruflichen Gründen immer weniger Zeit sich mit solchen Themen zu beschäftigen. UNd das ist kein Phänomen des Schützenwesens, sondern zieht sich durch alle Sportarten hindurch.

    Früher war das anders. Da waren Begriffe wie Kameradschaft, Loyalität oder Gemeinschaft noch etwas wert. Heute kümmert sich jeder nur noch um sich selbst.“

    dann kann ich das auch unterschreiben. Es gibt nur viel mehr Faktoren, die „Ehrenamt“ heute anders definieren und zur Praxis/Realität werden lassen. Da ich nicht nur darüber nachdenken möchte, was alles "nicht geht", sondern was uns über alle Generationen hinweg in der Vereinsarbeit weiterhilft, würde ich mich über weitere Ideen, positive Kritik, freuen - wenn möglich ohne Weltuntergangstimmung!

    Hallo Carcano,

    vielleicht erhalten die Bezirkspräsidenten ja weitere Informationen, Das einfache Schützenvolk hier leider nicht.

    Vielleicht gibt es auch keine weiteren vorzeigbaren Fortschritte bei der Erstellung, dem Umbau der Industriehallen.

    Es gibt wohl auch noch keine Lehrgangs- und Übernachtungsräume. Denn wie der letzte Bericht zu einem Kadertraining der Schüler ausweist, durften die Teilnehmer/innen noch auf Luftmatratzen im Schießstand übernachten.

    Nordwestdeutscher Schützenbund :: : Aktuelles

    Ehrenamt früher und heute

    Immer wieder sind die Klagen über ein mangelndes Interesse der Bevölkerung, ein sog. „Ehrenamt“ zu übernehmen, zu hören. Diese These wird zwar von allen Bevölkerungsschichten, vielen öffentlichen und privaten Einrichtungen kommuniziert, was m. E. jedoch so nicht stimmen kann, wenn erneut festgestellt wurde, dass sich weiterhin rund ein Drittel der Bevölkerung freiwillig für das öffentliche Gemeinwohl einsetzt.

    BMFSFJ - Publikationsliste - Hauptbericht des Freiwilligensurveys 2009 - Zivilgesellschaft, soziales Kapital und freiwilliges Engagement in Deutschland 1999-2004-2009


    Seit der Entstehung des Ehrenamts zur Milderung der sozialen Folgen der Industrialisierung im 1871 neu gegründeten
    Deutschen Reich hat das bürgerschaftliche Engagement bis heute einen Bedeutungswandel durchlaufen. Der Unterschied zwischen „altem“ und „neuem“ Ehrenamt kann mit „Aufopferung“ versus „Selbstverwirklichung“ charakterisiert werden.

    Neben dem traditionellen Ehrenamt bestehen heute daher auch vielfältige weitere Formen bürgerschaftlichen Engagements, welches zeitgemäßer m. E. „FreiwilligenHelfer“ heißen sollte und die Vorstellung von verstaubten Amtsstuben und Pflichterfüllung bis zum Tode nicht mehr aufkommen lässt.

    Ich durfte einmal ein zweitägiges Seminar zur Öffentlichkeits- und Nachwuchsarbeit unter Einsatz der Lichtpunktgeräte für den NWDSB leiten, in dem auch zum Thema Mitgliedergewinnung das Ehrenamt thematisiert wurde. Wichtig war und ist mir immer mehr die Erkenntnis zu vermitteln, dass das, worüber wir (Schützen) uns unterhalten in einer sich immer schneller verändernden Gesellschaft bewusst hinterfragt, analysiert und evt. zeitgemäßer beschrieben und angewandt werden muss. Beim sog. Ehrenamt kann „früher“ und „heute“ danach so beschrieben werden:

    1.) Traditionsverpflichtet >>> Gegenwartsbezogen
    2.) Aufopferung, Selbstlosigkeit >>> Selbstverwirklichung, beruflicher und sozialer Nutzen
    3.) Fremdbestimmung, Milieuabhängigkeit >>> Selbstbestimmung
    4.) Orientierung am Gemeinwohl >>> Orientierung an eigenen Bedürfnissen
    5.) traditionelles Dienst- und Verpflichtungsgefühl _ Ansatz an eigenen Erfahrungen und Betroffenheit
    6.) keine oder wenig Professionalität >>> Halb-Professionalität
    7.) keine Bezahlung („Arbeit für Gottes Lohn“) >>> pauschale
    Aufwandsentschädigung möglich
    8.) kontinuierliches Engagement, lebenslang >>> zeitlich begrenzt, lebensphasenabhäng
    9.) homogene Gruppe: vorwiegend Männer >>> heterogene Gruppe: Rentner, Frauen und Männer, Jugendliche!

    Die Aufstellung kann sicherlich noch erweitert werden.

    Die Ergebnisse der Veränderungen sind regional und vereinsindividuell unterschiedlich ausgeprägt. So kommt es vor, dass es Vereine gibt, die noch das alte Ehrenamt „pflegen“ und Vereine, die nach meiner Auffassung nicht mehr die Rahmenbedingungen für das neue Ehrenamt bieten und damit existenzielle Probleme bei der Entwicklung ihrer Zukunftsfähigkeit haben.

    @ BBF
    In diesem Thread geht es um die Fortsetzung erfolgreicher Arbeit und Initiativen zur Förderung des Sports allgemein und insbesondere um die Elite in unserem Schießsport.

    Ich empfinde die Sporthilfe als sehr effizient, auch gerade für den Breitensport, denn die organisierte finanzielle Hilfe kommt über die Erfolge unserer Spitzenathleten/innen auch dem Breitensport zu Gute.

    Vielleicht hast Du dich in diesem Thread nur verlaufen ("ich bin nicht autorisiert"). Ich denke, dass du es hier mit dem Frust abladen gegenüber dem DSB wieder übertrieben hast.

    Während der DSB wirklich eine große Palette an Aufgaben und Interessen zu vertreten hat, haben es sich die kleinen, abgespaltenen Verbände doch in der Vergangenheit ehe gemütlich gemacht und den Fokus auf das individuelle Wohl der einzelnen Mitglieder mit Spaßanspruch gelegt - oder?

    Zitat von »BBF« Nur weil man der Meinung ist, dass die Spitzenschützen im Vergleich zu den Breitensportlern bereit überproportional viele Mittel erhalten?

    Hallo BBF,

    mir geht es hier um Informationen und nicht um Gefühlsausbrüche. Wen ich fragen muss bestimme ich zudem immer noch selbst:

    Du solltest in der Lage sein, diese Fragen zu beantworten:

    Also 2. Versuch:

    Zitat

    Kannst Du uns diese Meinung (Behauptung) mal mit Zahlen und deren Herkunftsangabe belegen?

    Wie sehen diese Relationen bei deinem präferierten Verband aus?

    Hallo Michael,

    zu Deinem Geburtstag möchte ich Dir alles Gute wünschen, Gesundheit und Erfolg, privat, wie im Sport.

    Ich finde deinen Einsatz für unseren Sport bewundernswert. Mit gerade mal 22 Jahren hast du eine tolle Internetseite geschaffen, die noch viel mehr Beachtung finden sollte.

    Na ja, die Aktion 400 wirst Du uns wahrscheinlich auch bald als "abgeschlossen" mitteilen.

    Mach bloß weiter so. Vielen Dank!

    Wilhelm

    ... mal abgesehen davon, ob die Lösung mit der Einigung zweier Bogensportverbände auf Landesebene jetzt juristisch einer Prüfung standhalten würde, zeigt das Beispiel doch, dass mit entsprechendem Willen und Kommunikationsbereitschaft praxisfähige Lösungen für kleine oder /Kleinstverbände im DOSB-Bereich mitzumachen, möglich sind.

    Hallo BBF,

    um in diesem Themfeld zu bleiben. versuche ich als Kreisjugendsportleiter (seit 02/11, weil es sonst niemand mehr gemacht hätte) Strukturen aufzubauen:
    Ziele einer Jugendarbeit im Schützenkreis bestimmen, dazu brauche ich die Wünsche und Anregungen der Kinder und Jugendlichen
    Die Ziele sind in vier Bereiche einzusortieren:

    a) Sport
    a1) Termine für RWK LD und LiPu
    a2) Termine für die Meisterschaftsaison
    a3) Trainingseinheiten auf Kreisebene schaffen

    b) Tradition
    b1) gemeinsame Nachwuchsveranstaltungen der Vereine organisieren
    b2) Kreiskinderkönigsschießen
    b3) Überregionales Vergleichsschießen im Bereich Lichtpunktschießen aus den Vereinen des NWDSB, NSSV, HH und vllt ND (Fortsetzung/Wiederholung der Veranstaltungen 2010/2011


    c) Mitarbeitergewinnung für den Nachwuchsbereich, Ausbildungsoffensive
    c1) Ein Team aus noch drei Jugendsprechern/innen erarbeitet zur Zeit eine neue Jugendsatzung für den Kreis
    c2) neue Mitarbeiter/innen für den Arbeitskreis für Öffentlichkeits- und Nachwuchsarbeit gewinnen, insbesondere für die nächsten Hallenbiathlon-Veranstaltungen Lichtschießen im Winter
    c3) Besuch der Vereine an deren Übungsabenden um ein authentisches Bild von der Situation in den Vereinen zu erhalten.


    d) Finanzierung der Ziele/Maßnahmen zu a, b, c
    d1) Sponsorensuche
    d2) Zusammenarbeit mit dem Freundeskreis Schießsport in unserem Schützenkreis