Beiträge von Snowpatrol

    Hallo,

    bislang hatte ich diese Rubrik für Vorstellungen in diesem Forum nicht gefunden und war schon einigermaßen aktiv - ihr seht es mir hoffentlich nach...

    Ich bin seit 33 Jahren Sportschütze und zwar nur Pistole und Revolver, nahezu alle Disziplinen, bin ehemaliger Bundesligaschütze und wohnhaft im schönen Nordhessen.

    Ich habe nach 12 Jahren intensivsten Trainings und vieler Wettkämpfe bis hin zur DM mal recht lange mit den Wettkämpfen und dem eigentlichen Sportschießen ausgesetzt und habe nur dann und wann mal dienstlich oder aus Spaß geschossen. Seit 2016 bin ich wieder wettkampfmäßig dabei, habe sogar meine bisherigen Ergebnisse steigern können und wende mich verstärkt auch dem GK-Schießen zu.

    Ich hoffe, ich finde hier einige Anregungen und kann gleichzeitig anderen mit meiner durchaus vorhandenen Erfahrung ab und an mal weiterhelfen.

    Gruß,

    Snowpatrol

    Du hast recht, aber wie es scheint den Beitrag nicht gelesen. Wenn Du auf Dein teuer gekauftest Leichtrad dann 15 kg Reisegepäck oder beim Fahrer einen Bierkasten Übergewicht auflädst ist es mit der Agilität auch wieder vorbei.

    Schnell mach ein geringes Gesamtgewicht und da bietet beim Radfahrer eben die Biomasse das sinnvollere Sparpotenzial.

    Ich glaube schon, dass ich den Beitrag richtig gelesen und auch verstanden habe (hoffe ich zumindest): beim Material Gewicht sparen, an sich selbst nicht. So war m.E. verkürzt die Aussage. Meine Antwort dazu hatte folgenden Tenor: auch wenn du selbst zuviel Gewicht hast, merkst du jedes Gramm Gewicht weniger am Rad.

    Natürlich ist es so, dass das gesamte System zählt und du wahrscheinlich noch viel besser beschleunigst, wenn du selbst 10 oder 20 Kg weniger wiegst. Trotzdem merkst du es am Rad eben auch, wenn du diese 10 oder 20 Kg bei dir behältst... Ist jetzt alles ein wenig Off Topic, ich weiß...

    Es macht ja längst nicht jeder so, dass er bereits in den ersten ein oder zwei Sekunden den ersten Schuss rauslässt. Ich habe es zuvor auch schon beschrieben: es ist kein Rechenexempel, sondern das Gesamtpaket. Und das hat für mich bei der Pardini nicht gestimmt. Bei dir muss das nicht so sein, weil du ggf. andere Prioritäten setzt.

    Ist auch gut das so zu tun. Wenn du im Voranschlag die Waffe schon richtig ausgerichtet und den Druckpunkt richtig genommen hast, fällt der erste Schuss schon innerhalb von ein, vielleicht zwei Sekunden. Dann hat man richtig Zeit für die verbleibenden 4 Schuss. Keine Ahnung, ob dies die richtige (schulbuchmäßige) Vorgehensweise ist, sie liegt mir aber ganz gut und ich treffe mit dem ersten Schuss auch sauber die 10. Bin gespannt, was no.limits dazu sagt und wie er es mit den 20 sek so hält.

    Weil Du Fahrräder erwähnst: Mir ist aufgefallen, daß viele der bei uns herumfahrenden Luxus- Fahrradbesitzer jede Menge Geld für Carbon und Titan für ein paar Gramm Gewichtsreduktion ihres Drahtesels ausgeben, aber locker 20.000 Gramm oder mehr am Gewicht des Tretesels sparen könnten.

    Du irrst. Ich war auch mal engagierter Rennrad-Marathonfahrer und war mit meinem Gewicht keine Bergziege...;)

    Du merkst aber fast jedes Gramm am Berg, du merkst wie das Rad auf Tritt schneller beschleunigt, sich leichter in die Kurve legt usw. usw.

    Da sind wir wieder beim "Fühlen"! ;)

    Wie viele Schuß hast Du denn mit der Pardini gemacht?

    Und wie stark hat sich das geringere Gewicht bei der 20s- Serie ausgewirkt? Hattest Du ein Problem damit, die Serie zeitgerecht abzuschließen oder ging es eher um eine vergrößerte Streuung?

    Ich habe die Pardini einmal Probe geschossen, ich glaube insgesamt 15 oder 20 Schuss. Ich habe aber dabei keine Waffe gehabt, die ich bewusst mit ihr verglichen habe, sondern konnte sie nur aus meiner langjährigen Erfahrung mit unterschiedlichsten Waffen beurteilen. Beim ersten in-die-Hand nehmen, fiel mir die Handlage sofort ungeheuer positiv auf, aber negativ eben auch das recht leichte Gewicht. Sowas spüre ich einfach, genauso wie einen hakelnden oder nicht genau definierten Abzug, von dem alle anderen sagen, dass er doch top sei. Ich mag eher schwere Waffen, und achte wahrscheinlich schon unbewusst auf das Gewicht, und ich kann diese schweren Waffen eben auch halten. Wenn du viel geschossen hast, fallen dir eben viele Sachen auf, obwohl ich kein Schütze bin, der neue Waffen bewusst beim Ausprobieren analysiert. Ich gehe an neue Waffen total offen heran und merke dann aber (ohne ein System zu haben) einfach durch "Fühlen" sehr schnell, das einige Dinge nicht passen. Erst im zweiten Schritt merke ich dann durch genaueres Hinsehen, was das denn eigentlich ist, was da nicht passt.

    Beim Präzisionsschießen mit der normalen Magtech, die ich auch sonst verschieße, meinte ich eben genau dieses fehlende Gewicht bei der Pardini zu spüren - trotz der guten Handlage. Ein ähnliches Verhalten kenne ich von meiner USP im Vergleich zu meiner früheren CZ 75. Der Unterschied der USP zu meiner Tanfoglio, was das Springen angeht, ist gefühlt eh erheblich. Die eine 20-Sek-Serie mit der Pardini habe ich zeitgerecht, aber in der Erinnerung etwas gehetzt abgeschlossen. Das mag an dem verstärkten Springen gelegen haben, welches mich unruhiger werden ließ, genau weiß ich das nicht mehr. Das ist vom Prinzip her aber auch unerheblich. Generell gilt: schwere Waffe = weniger Rückstoßempfinden, leichte Waffe = stärkeres Rückstoßempfinden. Dass da andere Komponenten (z.B. Munition, Konstruktion, Lage der Laufseelenachse etc.) eine Rolle spielen, sollte klar sein.

    Das Entscheidende beim Waffenkauf ist doch das Mentale: Wenn ich vor dem Kauf eine Waffe habe, an der mir Dinge negativ auffallen (und da gehört bei mir eben auch das Wissen um das Material des Griffstücks (Alu) dazu und dass Pardini extra Rückstoßdämpfer als Zubehör anbietet), überlege ich, ob diese negativen Dinge mich stören oder ob ich sie mental so "wegpacken" kann, dass sie mich nie wieder beschäftigen werden. Ist das nicht der Fall, kaufe ich lieber eine andere Waffe. Ich bin nämlich kein Schütze, der ständig an seiner Waffe "herum-optimiert". Ich stelle lieber von vorn herein einen Zustand her, der Zweifel an Munition, Ausrüstung und Waffe ausschließt. Ist das geschehen, komme ich mit der Waffe zurecht und verschwende im Wettkampf auch nicht den Hauch eines Zweifels an meiner Ausrüstung. Den anderen Zustand kenne ich nämlich auch - siehe meine beiden Revolver, die ich eigentlich nur aus Spaß gekauft habe (und zu diesem Zweck waren sie damals genau richtig), nun diese beiden aber aus verstärkter Begeisterung am GK-Schießen auch als Wettkampfwaffe nutze(n) (muss).

    Bei der Pardini hat mich eben das Alu-Griffstück i.V.m. dem Rückstoßdämpfer extrem gestört - es ist für mich Verarschung, eine Waffe zuerst leichter zu machen, um dann die Nachteile der Leichtigkeit mittels Zubehörverkauf auszugleichen. Auch der Preis hat mich gestört. Ist insgesamt ungefähr so, wie mit der neuen Morini-LP, der CM 200EI. Wie kann ich eine Waffe konstruieren und als Neuheit herausbringen, wenn schon die Griffverstellung weit hinter den heute üblichen Standards bleibt??? Da bin ich mental so angefressen, dass ich mich ständig darüber ärgern würde - da kann alles andere noch so gut sein. Um dieses mentale "Angefressen-sein" auszuschließen, ist es die Pardini GT45 eben nicht geworden. Und damit habe ich das Wichtigste für jeden Waffenkauf eigentlich schon gesagt: man muss entsprechend seinen Bedürfnissen rundherum wirklich zufrieden mit dem Gesamtpaket sein! Ein bloßes Verliebtsein reicht nicht, es muss eine tiefe Überzeugung sein, die auch der einen oder anderen Überprüfung auf Dauer standhält. Dazu sind in-sich-hineinhorchen, der ein oder andere Tipp, eigene Erfahrung, aber vor allem Ausprobieren und "Fühlen" wichtig. Cheers!

    Danke für soviel Lob, bin richtig verlegen... ;)

    Ich schieße sowohl mit Pistole und Revolver bei den 150 Sek i.d.R. über 190. Da ich die 20-Sek.-Serien nur mal so zum Spaß mitschieße und nicht wirklich trainiere, versaue ich es mir dort meistens etwas, so dass meistens nur um 180 rauskommen. Da ich bei Revolver mit ungetunten Serienwaffen schieße (beide 1993 gekauft), und die zu allem Überfluss noch die rote Einlage in einem Dachkorn haben, welches nicht wechselbar ist, kommt es hier noch ziemlich auf die Lichtverhältnisse an. Sind die "zu gut" und sehe ich dann die Einlage als rot oder etwas gräulich, wird es selbst mit dem Präzisionsschießen schwieriger. Denn oberhalb der roten Einlage sieht man beim Blick durch die Visierung noch einen winzigen Teil des Dachkorns, welches auch zunehmend blanke Stellen aufweist. Diese Stelle bewusst wahrzunehmen, ist dann bei diesen Lichtverhältnissen sehr schwierig und so kommen dann auch Höhenabweichungen zustande , die dann eine 9 oder gar eine 8 nach sich ziehen. Bei "schlechteren" Lichtverhältnissen erscheint dagegen alles schwarz, da läuft es dann richtig gut, so dass auch mal eine 98er oder 99er Serie herauskommt. Bin schon recht lange am Überlegen, ob ich mir neue Waffen anschaffe oder die Korne durch einen versierten BüMa austauschen lasse und gleich auch vernünftige Kimmen montieren lasse. Pro Waffe sind das auch etwa 350,- EUR...

    Das war jetzt ein wenig Off Topic, aber es führt mich dennoch zur Tangfoglio:

    Die Visierung der Tangfoglio ist dagegen nämlich sehr gut. Die zeichnet sich hervorragend bei allen Lichtverhältnissen ab. Man kann sie notfalls mit dem Feuerzeug nachschwärzen, anders als bei meinen Revolvern mit der roten Plastikeinlage. Mittlerweile für mich etwas schwieriger ist es dagegen, die Verstellrichtung an der Kimme zu erkennen. Die hätten die Konstrukteure etwas lesbarer aufbringen können. Ist aber auch der einzige wirkliche Kritikpunkt. Dass eine Waffe sich erst einlaufen muss, dass man sie an den Gleitflächen besser fettet und nicht ölt (auch das Fetten erhöht ein wenig die Präzision, weil quasi das Spiel der einzelnen Teile verringert wird und sie besser geführt werden) sollte bekannt sein.

    Um die Auswahl noch etwas zu erweitern:


    Tanfoglio Limited Custom (5 Zoll) und Tanfoglio Goldmatch (6 Zoll).

    (Wechsel)Systeme gibt es in 9mm, .45ACP und.40S&W

    Ich selbst habe eine Tanfoglio Gold Match Combo (6 Zoll, Kaliber .45 mit 9mm Wechselsystem (ebenfalls 6 Zoll), hat mich mit einem 20%-Gutschein von Frankonia alles zusammen um 1950,- gekostet). Für diese Waffe gibt es außerdem ein 5 Zoll .22er Wechselsystem für ca. 400,- EUR. Alles was man von Tanfoglio aus den 90ern und vielleicht noch von Anfang der 2000er-Jahre kennt (miese Verarbeitung, Störungen etc.) kann man bei diesem Modell getrost vergessen! Der Büchsenmacher bei Frankonia dachte zuerst, er hätte eine SIG Sauer P220 X-Six in der Hand, als er den Koffer aufmachte und sie begutachtete! Die Passungen sind sehr genau, die Qualität der Verarbeitung ist top! Darüber hinaus schießt und trifft sie aus den beiden Polygonläufen hervorragend!

    Mir liegen die hier angepriesenen 1911er-Verschnitte i.d.R. nicht so. Dies liegt an der wenig anatomischen Handlage im Bereich des Übergangs von Abzugsbügel zum Griffstück (da, wo der Mittelfinger aufliegt). Dieser ist bei den 1911er-Nachbauten i.d.R. gerade, wie bei Original.

    SIG Sauer P220 X-Six, CZ, Pardini und Tanfoglio haben hier eine rundliche Aussparung für den Mittelfinger konstruiert, die sofort eine ganz andere Handlage entstehen lässt (damit: Visierlinie tiefer, Rückstoß geht viel gerade in den Arm, Waffe schlägt nicht so) . Und dass ist einer der entscheidenden Faktoren für mich bei der Auswahl: man muss das Gefühl haben, dass die Waffe quasi mit Hand und Arm "verwächst" und nicht ein gehaltener Fremdkörper ist!

    Womit ich selbst keine Erfahrung habe, wäre die Pardini. Nur ist dort der Griff etwas dick und wie ein Kantholz. Aber wenn man persönlich mit dem Griff zu Rande kommt, wäre der Abzug und seine Einstellbarkeit für mich ausschlaggebend.

    Die beste Handlage hatte übrigens die Pardini. Das liegt auch am flacheren Griffwinkel und eben an der (bei Pardini sehr markanten) Konstruktion des Übergangs von Abzugsbügel zum Griffstück. Ich kann überhaupt nicht nachvollziehen, wie diese Einschätzung ("Kantholz") zustande kommt. Alleine schon wenn man die äußere Form mit ihren Abrundungen betrachtet, kann diese Einschätzung m.E. nicht zustande kommen! Ich habe übrigens nur Handschuhgröße 9,5 und damit eher mittelgroße Hände für einen Mann. Kleinere Hände kommen mit dem etwas voluminöseren Griffstück, welches aufgrund des doppelreihigen Magazins entsteht, natürlich nicht so gut zurecht. Wenn das gemeint sein sollte, sollte man es auch so ausdrücken...

    Ich habe die Pardini nicht genommen, weil sie a) viel teurer war und b) ein Alu-Griffstück hat, welches die Waffe leichter macht. Das geringere Gewicht hat Nachteile: Es führt dazu, dass die Waffe stärker schlägt und damit deutlich stärker aus dem Ziel springt. Dies wiederum kostet bei der 20-Sek.-Serie Zeit, die mir beim Zielen fehlt! Pardini bietet einen Rückstoßdämpfer - als Zubehör!!! Ein Schelm, wer Böses dabei denkt... Aber wieso konstruiere ich eine leichtere Waffe mit o.g. Nachteilen, um diese Nachteile über (teures) Zubehör wieder auszugleichen?! Im Übrigen ist es Zubehör, welches von Zeit zu Zeit ersetzt werden muss.

    Daneben ist Alu ein spröderes Material mit weniger Abriebfestigkeit. Dauerhaltbarkeit??? Außerdem gibt es keine Wechselsystem-Möglichkeit, damit kosten mich zwei Waffen in den Kalibern 9mm und .45 AUTO knapp 6300,- Tacken + den zweiten, dann aber sicherlich zu verschmerzenden Voreintrag (ca. 50,-) und teurer Bescheinigung (70,-) vom Landesverband. Ja, die Hessen langen mittlerweile unverschämt hin!

    Hallo,

    ich bin neu hier und stelle mich auf diesem Wege (ein Unterforum für Vorstellungen habe ich hier nicht gefunden) auch mal kurz vor: seit 33 Jahren Sportschütze und zwar nur Pistole und Revolver, nahezu alle Disziplinen, ehemaliger Bundesligaschützte und wohnhaft im schönen Nordhessen.

    Zu deinem Problem: ich schieße als Trainingsmunition uralte Norinco, von denen ich mal 20.000 Stück (für 3 oder 4 DM pro 100 Schuss) gekauft habe. Für nicht so wichtige Wettkämpfe nehme ich Eley Standard und als ausgeschossene, getestete Munition eben doch SK Rifle Match. Sorry, aber war eben die Beste und ohne Ausreißer. Meine 280 habe ich übrigens seit 1992 und sie läuft komplett ohne Probleme, ist aber auch verhältnismäßig wenig geschossen, weil sich mein Training auf zig Kurzwaffen und hauptsächlich LP verteilt. Ich vermute eher ein Problem an der Waffe.