Hallo Dirk,
das Ausrichten zur Scheibe (Nullstellung) ist natürlich auch extrem wichtig. Nur einfach Hinstellen, schauen ob es passt reicht nicht. Ich brauche zum Einrichten immer noch 4-5 Minuten obwohl ich seit über 30 Jahren Pistole schieße. Bei mir läuft es so ab: grob passend zur Scheibe hinstellen, mit der Waffe in der Hand min. 20x den Arm hoch und runter bewegen, Waffe ablegen, die grobe Ausrichtung nur mit dem Arm (ohne Waffe) überprüfen, wenn nötig korrigieren. Dann Waffe in die Hand nehmen (Griff wie einen Handschuh anziehen und wirklich gut kontrollieren, dass er sitzt). Dann Ausrichtung mit Waffe kontrollieren, ggf. korrigieren. Mehrmals in den Anschlag gehen. Beim letzten Anschlag in den Halteraum fahren, wenn erreicht, Waffe weiter halten und dabei für min. 20 sek. die Augen schließen. Schauen, wohin der Arm gewandert ist, ggf. korrigieren und ggf. diesen Schritt wiederholen bis du genau gerade von oben runter fährst und der Arm mit Visierung auch nach längerer Wartezeit auf der Scheibe bleibt und nicht auswandert.
Dies wäre die 1. mögliche Ursache, die zumindest eine Linkstendenz erklären könnte. Mit fortschreitender Dauer des Trainings/Wettkampfes nimmt natürlich die Konzentrationsfähigkeit ab, dann häuft sich dieser Fehler zum Ende hin, so wie bei deinem Satz.
2. möglich Ursache: Griff passt nicht, da das Korn links (tief) hängt. Da hast du natürlich mit der Pardini ein Problem, da ja der Griff in den Winkeln nicht anpassbar ist... Abhilfe: nacharbeiten ist angesagt oder ein Maßgriff. Sollte dir noch etwas anderes an deiner LP nicht passen, wäre in jedem Fall eine LP mit verstellbaren Griffwinkeln (und ggf. Maßgriff) besser.
3. mögliche Ursache: Optik. Wenn du die Visierung nicht richtig scharf siehst, und zwar insbesondere genau vor dem Schuss und während des Schusses, kannst du auch nicht korrigierend eingreifen bzw. weißt nicht wo du abgekommen bist. Manchmal (je nach Konzentrationsfähigkeit) ist es auch so, dass du glaubst, die Visierung steht in der Mitte, sie ist es aber nicht. Ursache ist ein Scheinbild, welches dein Gehirn einspielt. Du möchtest ja, dass die Visierung i.d. Mitte steht, also produziert dein Gehirn dieses Bild, wenn du unaufmerksam bist. Abhilfe: natürlich ein passendes Glas, das solltest du in jedem Fall überprüfen. Wenn da alles i.O. ist: schau dich beim Schießen bewusst im Raum um. Fokussiere auf verschiedene Entfernungen, damit dein Auge Abwechslung hat. Blinzle, damit dein Auge feucht bleibt (und so besser scharf sieht), auch beim Anheben des Armes und beim Senken bzw. kurz vor Erreichen des Halteraums.
4. mögliche Ursache: zu lange Haltezeit. Abhilfe: überprüfe deinen Abzug ob er zu viel Gewicht insgesamt hat. Stell ihn auf möglichst viel Vorzugsgewicht ein (ca. 350-400g) und schau, ob du damit zurecht kommst. Btw: Ist der Triggerstop richtig eingestellt? Versuche bewusst schneller abzuziehen, trainiere das auf die weiße Scheibe. Hiermit hast du außerdem den Effekt, dass du das Scharfsehen der Visierung üben kannst. Darüber hinaus: Stufenschießen mit Rückfall auf die nächste Stufe, wenn du eine Stufe nicht schaffst und mit nur zwei Versuchen pro Stufe. Das schult das "Dranbleiben" an der Konzentration und fördert das Wettkampfmanagement, weil du hier lernst, wann ein "entscheidender" Schuss kommt (alle sind entscheidend, aber es gibt Schüsse im Wettkampf, die eine Wende (hoch oder runter) einleiten können. Wenn du das erkennst, kannst du entweder auf der Welle reiten oder weiteren schlechten Schüssen entgegen wirken.).
Allgemein: Insgesamt sollte man jeden Schuss natürlich sehr, sehr bewusst schießen und nur von Schuss zu Schuss denken. Du musst dich dazu anhalten auch noch beim 40. Schuss nur an den Ablauf zu denken und ihn gleich gut und gleich konzentriert mit allen Steps abzuarbeiten. Viele nehmen es mit der Kontrolle der einzelnen Steps nicht so genau, damit schleichen sich Ungenauigkeiten ein.
Berichte mal, wenn du alle diese Dinge angepackt hast.