Beiträge von CoolMint

    Es wird postuliert, das ein Nachweg sinnvoll ist, da sonst die Gefahr besteht nach dem Auslösen die Waffe zu verreißen (wenn man nicht in der Lage ist die Abzugsfingerbewegung sofort zu stoppen).

    Nach dieser Theorie sollte also wohl das Geschoss den Lauf verlassen haben, bevor das Züngel auf den Anschlag fällt, damit der dabei entstehende "Schlag" die Waffe nicht auslenkt. Das wäre aber je nach Schussentwicklungszeit und Abzug eventuell ein sehr langer Nachweg. Je nachdem, wie gut der Schütze seinen Zeigefinger vom Rest der Handbewegung entkoppeln kann, wird der sich weiterhin bewegende Abzugsfinger den Rest der Hand ein wenig mitnehmen, was immer auch eine Bewegung der Waffe bedeutet.

    Genau deshalb haben sich wohl im Sport Abzüge mit einstellbaren Nachzugsweg (Triggerstop") durchgesetzt. Das dürfte also der für die große Masse besser zu beherrschende Kompromiß sein als der laaaaaange Nachzugsweg. Ausnahmen kann es aber immer geben.

    Wenn Du wirklich an die Grenzen gehen willst, müßtest Du wie no.limits das Vorzugsgewicht Maximal hochdrehen, so daß beim Brechen des Schusses dieser Großteil der Kraft erhalten bleibt und darum der Finger nicht so sehr beschleunigt, weil das Züngel ja noch von der Feder für den Vorzug gehalten wird. So ein theoretisch vorteilhafter Abzug erfordert aber Nerven aus Gusseisen und mehr als sehr viel Gefühl im Abzugsfinger. Die Masse der Schützen wird damit gar nicht zurechtkommen, daß sie im Bewerb Angst haben müssen, daß durch eine vorbeifliegende Fliege der Schuss bricht...

    Nebenbei benötigen mehrschüssige Waffen mit mechanischem Abzug ein Mindestmaß an Nachzugsweg, um sicher zu funktionieren. Wenn Du also jetzt im Einstieg Deine Technik auf nahezu Null Nachzug aufbaust, musst Du später etwas umlernen, was Du über tausende Schuss eingeübt und gefestigt hast. Selbst wenn Du nur mal in LP5 einsteigen möchtest, wirst Du diesen Effekt deutlich spüren.

    Brauchen ja fast noch ne Wiederlader-Ecke:)

    Im Wiederlade-Forum sind mir zu viele Röhrchen-/Blättchen-/Kugel-/Würfel-Spalter" (und was es sonst noch für Geometrien gibt)

    Zum Wiederladen mit Hauptaugenmerk auf Sportschießen ist mir im Web auch nichts bekannt. Natürlich kann man sich alles Mögliche zusammensuchen und wird auch irgendwie fündig dabei. Das ist der Abenteuer- Teil der Reise zum Wiederlader. Die Sucherei kann aber auch sehr frustrierend sein.

    Hauptsächlich wichtig für die "Stammitglieder" im Forum wären wohl die DSB- Grosskaliber- Pistolenpatronen, .32 S&W und Langwaffenmunition.

    So weit ich das verstanden habe, ist für den deutschen Sportschützen mit mehr als einem DSB- Kaliber wichtig, mit möglichst wenigen Pulversorten so viele Patronen wie möglich optimal zu laden. Die Vorschriften zur Pulverlagerung zwingen das wohl auf.

    So eine Wiederladeecke könnte das doch sehr schön aufbereitet enthalten.

    1. Es ist sehr trainingsintensiv und dadurch vergleichsweise teuer. Mit nur 1x Training pro Woche braucht man da eigentlich nicht anzufangen. Und jedes Training werden ca 3 Schachteln verbraucht, für Jugendlich ist das schon eine Hausnummer.

    Danke für die Klarstellung.

    Ich hab mal runtergerechnet, wie oft der Herr Petritsch aus dem von mir oben verlinkten Video bei 40.000 Schuß Training im Jahr am Stand war. Bei einem Verbrauch von ebenfalls 150 Schuß pro Training wären das 266 Trainingseinheiten und somit über das ganze Jahr 6 Tage pro Woche gewesen.

    Da bleibt wirklich nicht mehr viel Zeit für das Privatleben, wenn man noch solche überflüssigen Nebensachen wie einen Brotberuf unterbringen muß.

    Bei EUR 0,5 pro Schuß, die sich durch Wiederladen halbieren lassen, ist die Wirtschaftlichkeit schnell gegeben, wenn man dazu nur die Matrizen als Ausrüstung beschaffen muß. Nur wegen 44mag alleine das Wiederladen anzufangen, wird sich nicht rechnen. Da stimme ich Dir zu.

    Aber die Freude an der "Selbstgestopften" ist schon etwas Besonderes. Ob die Zeit dafür vom Training abgeht? Ich glaube eher nicht, denn das Wiederladen legt sich wie von selbst in Zeiten, die man ohnehin nicht am Schießstand verbringen könnte.

    Wer aber selbst lädt, schießt üblicherweise sehr viel mehr, so daß man zwar netto nichts spart aber eben viel besser trainiert ist. Am Ende ist es gut für die Ergebnisse. Eigentlich schade, daß man das eigentlich harmlose Wiederladen dem deutschen Schützen so ausgiebig vermiest.

    Ein anderer Spruch; Bei den Munitionspreisen lohnt das Wiederladen nicht.

    Das kommt auf die Munition an. Bei den 9mm und .223 bzw .308, die außerhalb des Schützenwesens reichlich genutzt werden und die es in Schüttpackungen gibt, ist eine Rentabilität kaum gegeben. Außer man will etwas, das vom Massenprodukt abweicht. Das kann bei .223 schon ein höheres Geschoßgewicht sein. Oder eben eine Anpassung an die eigene Waffe mittels Ladungsleiter.

    Bei 44mag sind auch ein paar Übungsschüsse nötig, um vorne mit dabei zu sein. Da rechnet sich Wiederladen dann doch.

    Und man kann versuchen, den Mindestimpuls mit dem geringsten Rückstoß zu erreichen und dabei noch eine präzise Munition zu bauen. Das alleine ist schon ein schönes Hobby und eine spannende Herausforderung an sich.

    Und die soll dann wieder für jede Waffe passen? Ist das nicht ein leichter Widerspruch zu Deinem vorherigen Satz.

    Ich versuche, mir gleich selbst zu widersprechen, vor es ein Anderer tut.

    Soll heißen, man fängt mit der OSP an?

    Das ist dann aber ganz sicher keine allgemeingültige These, oder?

    Mit OSP einzusteigen wird schon nicht gehen, weil kaum ein Verein einem Einsteiger 5 Stände für seine Erstversuche zubilligen wird. Skanaker und Petritsch sahen in OSP wohl beide die Königsdisziplin, aus deren perfekter Beherrschung sich hohe Leistungen bei den anderen einhändigen Pistolendisziplinen ganz natürlich nebenbei mit ergaben. Also warum nicht auf OSP bauen und damit einsteigen? Wenn das Talent, und der unbeugsame Wille zur Spitze da sind und man wie Petritsch im Jahr 35.000 bis 40.000 Schuss OSP trainiert, kann das funktionieren.

    Die ursprüngliche Frage von @Chugen war von sehr viel Umsicht, Vorsicht und auch den Zweifeln des Einsteigers geprägt. Er schreibst stets freundlich, verhält sich korrekt und angenehm und geht das Schießen mit offenbar ehrlichem Interesse an. Da wollte ich ihm Mut zusprechen, doch mal über den Zaun zu gucken. Das Gras ist auch auf der Kleinkaliber- Wiese grün und das Rückstößen der .22lfB erzeugt weder Mucken noch zerstört es Handgelenke.

    Deswegen muß er sich ja nicht gleich auf OSP- Intensivtraining stürzen...

    da hilft nur selberbauen...(verstehe aber auch nicht unbedingt, warum man 44mag. schießen will und dann leichte ladungen will)

    Handladungen werden wohl sein müssen. Wegen Kosten und bestmöglicher Abstimmung.

    Die innerhalb der Sportordnung bestmögliche Ladung wird bei 44mag wohl knapp über dem Mindestimpuls liegen. Hat da vielleicht jemand ein gutes Rezept für Ultrahorst , das nicht dem Zaubergeheimnis unterliegt?

    Danke für die Info, bzw Antwort. Vielleicht ist es tatsächlich so, dass gelegentliches Trainieren anderer Disziplinen den Horizont für das eigentliche Metier weitet.

    Das mit dem erweiterten Horizont ist ganz sicher so. Und man vermeidet übertrieben engstirnige Detailversessenheit, die am Ende dazu führt, daß man Dinge verbessert, die schon ausgezeichnet sind und sich damit im Kreise dreht, was man wegen der Scheuklappen gar nicht mehr bemerkt.

    Aber direkt vor einer LP- Meisterschaft mal ein paar hundert Schuss mit GK würde ich NICHT anraten.

    Nebenbei gesagt ist dieses Forum der ideale Ort, um Kontakte zu knüpfen und auch mal anderswo was ausprobieren zu können oder eine Griffanpassung zu organisieren. Und schon daß man dabei nette und interessante Kontakte knüpft, ist alleine auf persönlicher Ebene den Aufwand locker wert.

    Ein Interview mit einem Spitzenschützen, der rustikal aber klar erklärt, worauf es ankommt:

    https://www.youtube.com/watch?v=IKiKh-sdy0U

    Wie man hört, ist das Schießen selbst der kleinere Teil. Konzentration, Kondition und was alle die Disziplinen verbindet, lernt man nicht am Schießstand.

    Die Aussage von Gerhard Petritsch, daß man ausgehend von OSP alle anderen Disziplinen mit Luft und KK mit erlernt und trainiert, ist so ungefähr auch im Buch des mehrfach- Olympioniken Ragnar Skanaker enthalten. Das kann ich sehr empfehlen.

    Was Weltmeisterschaften oder gar Olympia betrifft, habe ich natürlich keine Erfahrung. Selbst habe ich mit LuPi angefangen und mich dafür begeistert. Du kannst damit besonders das Abziehen sehr gut lernen, ohne daß Feuerscheu (Schußangst) aufkommt. Denk Dir nicht zu viel wegen des Rückstoßes von .22lR Das sind Spielzeugpatrönchen, die zwar die Waffe eine wenig bewegen aber das wars auch schon. Was wirklich ein wenig springt, sind Gebrauchspistolenkaliber. Wenn Du die schießt, lernst Du, deren "Springen" so zu beherrschen, daß Du auch bei 4 sec- Serien durch die Mündungsbewegung keine Zeit verlierst.

    Meine bescheidene Erfahrung ist, daß man sich ruhig mal einen Ausflug in die anderen Disziplinen gönnen kann. Man lernt immer was dazu, was man überall brauchen kann. Derzeit profitiere ich beispielsweise davon, zwei von der Grifform, -größe und Abzugscharakteristik ganz unterschiedliche GK- Pistolen zu benutzen. Erst war ich durch die Unterschiede enorm irritiert und mußte lernen, wie ich meine Technik so anpasse, daß sie für beide Waffen passt. Irgendwann glaubte ich nicht, daß mir das wirklich gelingen könnte. Das führt natürlich durch ein Tal mit den Ringzahlen aber am Ende geht es wieder nach oben und man hat viel dazugelernt und eine Technik entwickelt, die eben nicht mehr so sehr von der Waffe abhängt. Also ein Fortschritt.

    0,0 Promille !

    Nicht mal Malzbier oder Alkoholfreies geht mehr.

    Ganz normaler Apfelsaft geht auch nicht, weil der minimal Alkohol enthalten kann.

    Wer Diät hält und dem abendlichen Hungeranfall noch mit etwas Obst beikommen möchte, sorgt für eine nächtliche Gärung in seinen Verdauungsorganen, die neben dem Trinkalkohol noch jede Menge Fuselöle erzeugt. So kommt man zu einer veganen Schnapsnase. Und vielleicht zu Problemen bei einer Alkoholkontrolle.

    Wobei 0,0 nichts über die zweite Nachkommastelle aussagt. Also wäre 0,09 durch diese Vorschrift nicht ausgeschlossen. Da fehlen noch die Rundungsvorschriften für die zweite Nachkommastelle. Da besteht dringender Regelungsbedarf!

    ja das ist ein springender Punkt, das kaufmännische. Nur das jemand über so viele Jahrzente so Resi ist versteh ich nicht. Da gibt es glaub ich sogar noch gravierendere Beispiele aus vielen Branchen, Kreidler, Schlecker, Borgward etc......

    Ja das waren noch die dunklen Zeiten, vor es dieses Forum gab und man sich hier eine Portion Motivation mit Erfolgsgarantie abholen konnte.

    Ausgangspunkt war eine unsichere Waffenhandhabung mit tödlichem Ausgang. Die Waffe war zu Hause gegen alle Vorsicht und Vernunft geladen.

    Natürlich empfindet man Teilnahme und Entsetzen und mancher schreibt das auch in den Faden. Mancher nutzt das für einen Seitenhieb. Man könnte über mehr Verbote, mehr Gesetze und mehr Kontrollen diskutieren. Aber was bringt das?

    Mir scheinen Schusswaffen an sich gefahrlos, wenn der Umgang mit ihnen sorgfältig und sicher ist. Aber wie geht sicher?

    DuffyDuc hat einige Beispiele angeführt, wo Patronen gelegentlich in Waffen ausprobiert werden und ich versuchte, darzulegen, wie ich das für mich vermeide. Vielleicht ist das brauchbar und nützlich für andere. Vielleicht mache ich was falsch und werde korrigiert. Ist mir alles recht, wenn es hilft, eine Tragödie schon im Ansatz zu vermeiden.

    Das hört sich nach Einstationenpresse an? Die ersten "Echten" aus der Mehrstationenpresse stehen bei mir immer unter besonderer Beobachtung, mit nachmessen und nachtesten (manchmal auch am Stand). Einige hundert Schuß zu delaborieren hebt nie! meine Laune. Nichtmal 20 Stk.

    Die Pressen sind Hornady LNL AP und Lee Classic Turret. Die LNL hat Schnellverschlüsse und die Lee Classic Turret eine Drehscheibe, mit denen man die eingestellte Matrizen entnehmen und wieder gleich eingestellt und maßhaltig einsetzen kann. Das hat sich so bewährt, daß ich nach Werkzeugwechsel bei der ersten Patrone die Pulverladung nachwiege, die Gesamtlänge messe und sie überprüfe, ob das Geschoss sauber mittig zentriert und schön gesetzt ist. Vielleicht wird die OAL noch bei zwei oder drei weiteren Patronen kontrolliert. Das wars aber auch schon. Die üblichen Abweichungen bei der OAL liegen je nach Geschoßtyp bei ca +- 0,1mm. Das ist großteils den Formfehlern der Geschosse geschuldet und in meinem Fall ohne Auswirkung auf die Trefferlage.

    Das Wurfgewicht der Pulverladung wird vor Arbeitsbeginn mit einer eigenen Meßhülse kontrolliert. Dabei können schon 20 und mehr Messungen erfolgen, bis ich sicher bin, daß gleichmäßig dosiert wird und die Einstellung auf +- 0,02grn korrekt ist. Das ist der wirklich kritische Teil, weil die Pulverladung an der fertigen Patrone nicht mehr nachgemessen werden kann und Fehler zu teils heftigen Unfällen führen können. Das muß kompromißlos perfekt sein. .

    Beim Verpacken in originale Schachteln werden die Patronen nochmals gesichtet, ob irgend etwas auffällt. Wenn alles gut aussieht, wird ein Etikett mit allen Ladedaten, wie Hülsentyp, Geschoss, Zünder, Pulverfabrikat und Menge, OAL, Herstelldatum und eventuell Zusatzinformationen erstellt und die Schachtel gekennzeichnet. Unerkannte Probleme wegen Maßabweichungen durch Werkzeugeinstellungen hatte ich die letzten ca. 15.000 Patronen nicht mehr.

    Mit einer Presse, wo ich die Matrizen über das Gewinde einsetzen und jedesmal neu justieren und kontrollieren müßte, würde ich wahrscheinlich Deinem Vorgehen mit viel umfangreicheren Kontrollen folgen.

    Die Sorgfalt bei der Vorbereitung dient hier der Präzision und der Unfallverhütung. Die voreingestellten Matrizen sind für mich einer der Schlüssel zum Erfolg.