Was soll ich euch nur sagen? Spätestens zu diesem Zeitpunkt wurde mir klar,
dass ich das KK liegend ein wenig unterschätzt habe. Es ist ja nicht zu
fassen, wie sehr ich dabei schwitzen, wie sehr ich mir dabei die Hand quetschen
und wie unpackbar gar nicht ich den Nullpunkt finden kann. Nach gefühlt ewig
langer Nullpunktsuche und 3 Schuss auf die Meyton, habe ich mich mal aus der
unbequemen Lage befreit, weil meine linke Hand nicht mehr mitspielen wollte.
"Jabistdudendeppat" (österr. für - ich hätte es mir ein wenig
anders vorgestellt), dachte ich mir und begann einmal am Gewehr
herumzuschrauben. Ok, man kann wirklich viel einstellen ohne eine passende
Einstellung zu finden. Der Griff war abwechselnd für mich zu weit vorne, zu
weit hinten, zu schräg, nicht schräg genug, zu geneigt, nicht genug geneigt,
der Abzug war immer an der falschen Position, usw. Jedes Mal hinlegen, einige
Schüsse, wieder auf, herum schrauben und wieder hinlegen, einige Schüsse,..
Pfff, es hatte im Übrigen so an die 30° und irgendwann nach rund einer
Packung Munition konnte ich nicht mehr. Die Funktionswäsche war völlig
durchnässt, die linke Hand taub, der Ellbogen geschwollen, die Schüsse wurden
im schlechter, aber trotz allem war das Wollen mehr als zuvor in mir. Sonntags
habe ich noch im Keller den Liegendanschlag geübt, am Gewehr geschraubt, wieder
geübt und am Montag ging es schon zum 2. Mal zum Stand. Das Schlussbild war
zwar in etwa gleichbleibend, aber langsam beginne ich zu verstehen, wie es für
mich klappen könnte. Dienstag wieder Anschlagübungen im Keller, schrauben,
blutenden Ellbogen verbinden und wieder schrauben. Das mit der linken Hand wird
zwar schon besser, aber wie ich 60 Schuss in 50 Minuten abgeben soll, das ist
mir noch ein Rätsel. Spätestens nach 10 Schuss brauche ich eine Pause, damit
ich wieder konzentriert ans Werk gehen kann. Naja, wird schon noch werden.
Habe ich euch übrigens schon gesagt, dass ich mir das mit dem
Liegendschiessen ein wenig leichter vorgestellt habe?
