Beiträge von mikki-

    Wichtig ist jeden vorhergehenden Schuss EINZELN zu analysieren. Was lief besonders gut? Was war nicht so gut? Setze Schwerpunkte (mehr Nachhalten, besser Fokussieren, Griff weniger festhalten, etc.) Setze dann diese Schwerpunkte beim nächsten Schuss um. Sei absolut kritisch mit dir selbst. Du bist dein eigener Trainer, der dir von außen Tipps gibt. Und genau das machst du auch beim Übergang von der Probe zur Wertung. Wenn du das konsequent machst, bist du mit der Analyse so beschäftigt, dass störende Gedanken oder Ängste keinen Platz haben.

    Da stimmt ich nicht zu 100% zu. Die erste Frage ("Was lief besonders gut?") würde ich mir gar nicht erst stellen. Erstens raubt es Zeit und Ressourcen um die schlechten Dinge zu erkennen und analysieren, zweitens erhöht es meiner Meinung nach die Chancen genau diese guten Dinge zu "zerreden" und zu "zerdenken" und zu überanalysieren und somit beim nächsten Schuss unnötigerweise noch besser machen zu wollen, was oft zum Scheitern verurteilt ist. Mit der Analyse eines schlechten Ablaufes hat man genug zu tun. Ich muss mich erst über den schlechten Schuss ärgern, den Ärger eindämmen, wieder ruhig werden, erkennen, was genau schlecht war, die Ursache ergründen und im Anschluss (geistig) beseitigen. Und das innerhalb von vielleicht 3-5 Atemzügen, das ist rein zeitlich schon eine Herausforderung.

    Bei den Schwerpunkten stimme ich zu. Ich persönlich würde mir allerdings lediglich einen einzigen Aspekt vornehmen, den ich beim nächsten Schuss besser machen will. Bei mehreren Dingen besteht die Gefahr, keinen zu 100% richtig zu machen.

    Der Übergang von der Probe zum Wettkampf ist natürlich eine von vielen möglichen kritischen Phasen, die trainiert werden müssen (Startphasentraining). Ich persönlich würde den Wettkampf geistig mit den letzten 3-4 Probeschüssen starten. Diese werden also mit demselben Eifer und mit demselben Rhythmus angegangen, wie auch der gesamte Wettkampf. Weiterhin würde ich mir je nach Leistungsniveau ein unteres Limit setzen (bspw. "Eine 8 reicht, das muss nicht perfekt sein") und meinen Fokus wirklich auf einen sauberen Ablauf legen.

    Den Psychokrieg mit sich selbst verliert man sowieso nicht am Wettkampftag, sondern bereits Wochen zuvor aufgrund unzureichender Vorbereitung.

    Deswegen lasse ich immer eine Stoppuhr mitlaufen: Ich nehme mir dann vor, für 5 Schuss 6 Minuten zu brauchen. (Das wird je nach Bedarf und Gegebenheiten angepasst.) Wenn ich schneller für den sechsten (elften, sechzehnten, etc.) Schuss bereit bin: Trotzdem abwarten, bis die 6 Minuten rum sind. Und so weiter...

    Darin sehe ich keinen Sinn. Du nimmst dir Zeit, obwohl du keine brauchst und hast dann keine, wenn du sie benötigst.

    Anstatt abzusetzen gehe ich wieder hoch und zack ne 8 oben.

    Du beantwortest es dir ja selbst. Absetzen ist leichter gesagt als getan, aber kann ebenfalls trainiert werden.

    Warum macht mein Körper das ?

    Ermüdung, Konzentrationsschwäche, Mangel an (Mikro-)Nährstoffen, Mangel an Kondition

    Vorschläge (unsortiert):

    1. Trainingspause (1 Woche)

    2. Konsequentes Absetzen trainieren (dann macht man eben in einer Stunde nur noch 20 Schüsse statt 40)

    3. siehe Bastian

    4. Schießen auf Trainingsscheibe (2/3 Balken, vertikal; Halteraum-Balken, vertikal)

    5. Im Geiste Befehle an die Muskeln geben und sich in die Muskeln hinein denken ("Langsam und kontrolliert in den Halteraum")

    Alternierender GK:

    Einheit 1

    A Kniebeuge hinten

    B.1 Dips

    B.2 Chin ups

    C Kreuzheben

    D Prävention/Core

    Einheit 2

    A Kniebeuge vorne

    B.1 (Schwung-)Drücken

    B.2 Pull-up

    C Rumänisches Kreuzheben

    D Prävention/Core

    Minimalistischer GK:

    A Kniebeuge vorne

    B.1 Dips vorgebeugt (Fokus auf Brust)

    B.2 Chin-ups

    C Rumänisches Kreuzheben

    D Prävention/Core

    Der nachfolgende Plan ist NICHT praxiserprobt und sollte auf keinen Fall von Kraftsportanfängern durchgeführt werden. Ich selbst habe auch noch nicht danach trainiert, auf den ersten Blick finde ich ihn recht interessant um speziell für das Pistolenschießen Kraft aufzubauen, ohne bestimmte Muskelpartien außer Acht zu lassen. Aber er befindet sich noch in der Experimentierphase. Bei Übungen ohne Wiederholungszahl kann beinahe jedes gängige Schema, ob nun 5x5, 3x3, 3-4x6-8, Cluster, absteigende Pyramide...


    Tag A

    Beinpresse

    einb. Kniebeugevariation (2-3x 10-12)

    Schulterdrücken (3-4x 6-8)

    Klimmzüge

    Rumänisches Kreuzheben (2-3x 10-12)

    Vorgebeugtes Seitheben (2-3x 12-15)

    Core

    Tag B:

    Frontkniebeuge (3-5x 3-5)

    Dips (3-5x 5-8)

    Chin-ups

    Kreuzheben (1x5)

    Einbeiniges Rumänisches Kreuzheben (2-3x 10-12)

    Seitheben (2-3x 12-15)

    Core

    Noch ein paar (mahnende) Worte zum Schluss: Jede einzelne Übung birgt bei falscher Ausführung ein gewisses Verletzungsrisiko. Manchmal ist dies höher (z.B. Kniebeugen, Bankdrücken), bei anderen niedriger (Beinpresse, Klimmzüge). Unter Verletzung verstehe ich nicht nur ein plötzlich auftretender Schaden wie einen Bänderriss, sondern auch eine schleichende Verletzung oder Schmerzen, ausgelöst durch eine falsche Ausführung der Übung oder durch eine zu hohe Belastung (Gewicht, Wiederholungszahl). Weiterhin muss man einem Plan/einer Übung Zeit geben, um zu funktionieren. Wer seinen Körper nicht aus dem Effeff kennt, kann sich nach 2 Wochen noch kein Urteil über einen Plan erlauben. In diesem Zusammenhang ist es ebenso wichtig, genau auf seinen Körper zu hören: Welche Übungen tun mir gut, welche schränken mich ein, was macht mir keinen Spaß (!!), etc. pp. Dann steht einer erfolgreichen Nebenkarriere im Fitnessstudio nichts mehr im Wege.

    Schießsport und Krafttraining

    Inspiriert von dem Thread ... und meinen eigenen Erfahrungen möchte ich heute einige Möglichkeiten und Beispiele zeigen,

    wie man das Pistolenschießen und den Besuch im Fitnessstudio miteinander kombinieren kann. Hier sei angemerkt, dass hier nur an der Oberfläche gekratzt werden kann,

    da zu viele individuelle Faktoren wie Verletzungshistorie, Defizite, Zielsetzung, Zeiteinsatz und weitere Dinge berücksichtigt werden müssen.

    Lesezeit ca. 15 Minuten

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    Allgemeines zum Krafttraining (KT)

    Splittung

    Die Splittung zeigt an, nach wie vielen Trainingseinheiten alle Muskelgruppen trainiert worden sind. Bei einem 2er-Split hat man also nach 2 Einheiten den gesamten Körper trainiert und

    beginnt demnach nach der 3. Einheit wieder von vorne. Ein 1er-Split wird allerdings lediglich als Ganzkörperplan (GK) bezeichnet, in jeder Einheit wird also der gesamte Körper trainiert.

    Nachfolgend einige Beispiele für verschiedene Splits.

    GK/Alternierender GK (Alternierender GK: Beanspruchung derselben Muskelpartien aber unterschiedliche Übungen) -> 2-3 Einheiten/Woche

    2er Split (Push-Pull, Oberkörper (OK)-Unterkörper (UK), Torso-Extremitäten,...) 3-4 Einheiten/Woche

    3er-Split (Push, Pull, Beine; Brust/Rücken, Beine/Bauch, Schultern/Arme; Brust/Arme, Beine, Rücken/Schultern,...) 4-5 Einheiten/Woche

    4er-, 5er-, 6er-Splits (Darauf werde ich hier nicht eingehen, da es für 99% der Trainierenden Schwachsinn ist)

    Diese Splittungen lassen sich während der Vorbereitungs- und Wettkampfphase nicht 1:1 von den Sportschützen übernehmen, da sie die Trainingsleistungen im Schießsport negativ beeinflussen (können).

    Freie Gewichte vs. Maschinen

    Freie Gewichte sind in 80% der Fälle zu bevorzugen. Punkt. Das Training an Maschinen ist mMn nur in zwei Fällen sinnvoll: Für Anfänger, die noch NIE in ihrem Leben vorher die nachfolgende freie und komplexe Übung ausgeführt haben (bspw. Beinpresse --> Kniebeuge) oder nach einer sehr langen Pause wieder anfangen, für Bodybuilder, die gezielt einzelne Muskelpartien herausarbeiten wollen. Das Training an Maschinen führt meist zu einer isolierten Belastung derjenigen Muskelpartien, die wirklich trainiert werden sollen. Da man allerdings im Leben außerhalb des Fitnessstudios nur sehr selten mit geführten Bewegungen zu tun hat, rate ich persönlich von Maschinentraining ab. Ausnahme bilden die beiden angesprochenen Fälle. Eine Ausnahme möchte ich noch hinzufügen: Maschinenübungen haben dann ihren Sinn, wenn die freie Übung aufgrund von Kraftdefiziten (noch) nicht ausgeführt werden können. Das Paradebeispiel stellen hier die Klimmzüge dar, bei der die Unterstützung von Maschinen durchaus sinnvoll sein kann. Der Vorteil beim Training mit freien Gewichten erschließt sich aus dem oben geschriebenen: Es werden weitaus mehr Muskeln angesprochen, da außer der primären Bewegung (beispielsweise dem Hochdrücken der Hantel beim Bankdrücken) auch noch das Gewicht ausbalanciert werden muss. Dies bedeutet nicht nur die Aktivierung der angrenzenden und stabilisierenden Muskelpartien, sondern führt auch zu einem besseren Zusammenspiel und Koordination dieses Muskelverbunds.

    Auswahl der Übungen

    Die Auswahl der vorteilhaften Übungen zur Erlangung eines gewissen Grades an allgemeiner körperlicher Fitness gestaltet sich recht einfach.

    Die Übungen sollen möglichst viele Muskelpartien ansprechen und somit Verbundübungen sein. Beinahe jeder gute Bodybuilding-Trainingsplan besteht deshalb aus folgenden Übungen:

    1 Kniebeugen Variante (Kniebeugen vorne, Kniebeuge hinten, evt. Überkopfkniebeuge)

    1 Klimmzugvariante (Handflächen zum Körper = Chin-ups, Handrücken zum Körper = Pull-ups)

    1 Dips (Vorgelehnt, Gironda Dips, Aufrecht)

    1 Hebevariante (Rumänisches Kreuzheben, Stiffed-leg-Kreuzheben, klassisches Kreuzheben)

    1 Überkopfübung (Schwungdrücken, Kraftdrücken)

    1 Bankdrückvariante (Schrägbankdrücken, Flachbankdrücken, Negativbankdrücken)

    1 Rudervariante (T-bar-Rudern, Langhantelrudern, Pendlay Rows, Einarmiges Rudern)

    1 Hintere Schulter (Face Pulls, Vorgebeugtes Seitheben)

    Der gesamte Muskelapparat des Körpers ist mit einer oder mehreren Übungen abgedeckt. Die Auflistung der in den Klammern aufgezählten Übungen ist natürlich bei weitem nicht vollständig. Aber: Wir sind keine Bodybuilder, weswegen die unten aufgeführten Pläne nicht alle oben genannten Übungen abdecken.

    Belastung im Schießsport

    Beim Pistolenschießen wird insbesondere die Armmuskulatur und der Schultergürtel belastet, also der Unterarm, Bizeps, Trizeps, vordere/hintere/seitliche Schulter, Brustmuskel und der Rückenmuskel. Des Weiteren der sogenannte "Core", also die Körpermitte. Die Beine hingegen kann man aus dieser Gleichung nahezu komplett heraus streichen, da sie lediglich im Sinne der Ausgleichsvorgänge beansprucht werden. Genau aus diesem Grund bieten sich an dieser Stelle einbeinige Übungen an.

    Kombination von Krafttraining und Schießsport

    Beim Fokus auf den Schießsport ist klar, dass das Krafttraining um die Trainingseinheiten und Wettkämpfe herumgebaut und entsprechend angepasst werden müssen. Dabei müssen sowohl die in den einzelnen Einheiten beanspruchten Muskeln, als auch die Trainingstage an sich beachtet werden. Im Nachfolgenden gehe ich von 2 Schießeinheiten pro Woche aus, wobei von Zeit zu Zeit eine Einheit ein Wettkampf ist. Ausgehende von den im vorigen Abschnitt genannten Belastungen beim Pistolenschießen sollten genau diese Muskelpartien am Tag vor einer Schießeinheit (SE) nicht übermäßig belastet werden. Daraus ergibt sich bereits eine Richtlinie: Kein Training des Oberkörpers am Tag vor einer SE. Die Trennung von Oberkörper und Unterkörper im 2er-Split springt einem hier zwar insAuge, allerdings bevorzuge ich diese Splittung aus verschiedenen Gründen nicht. Denn auch die Verwendung eines (alternierenden) GK ist mit intelligenter Wochenplanung durchaus möglich und bietet gegenüber einem 2er-Split in unserer Situation nur Vorteile. Ich persönlich würde einen GK immer vorziehen. Ob nun alternierend oder nicht, ist Geschmackssache. Die Gründe hierfür sind vielfältig und reichen vom Zeitaufwand bis hin zur Kombination mit anderen Sportarten wie Ausdauersport oder eben dem Schießsport. Ein 2er-Split wird eigentlich erst dann notwendig, wenn man mehr als 3 Einheiten pro Woche absolvieren will. Es gibt zwar auch noch andere Fälle, aber auf die werde ich hier nicht weiter eingehen.

    Übungsbeschreibung und mögliche Satz- und WIederholungszahlen

    Kniebeuge vorne: Erfordert Handgelenk- und Schultermobilität, relativ hohe Core-Belastung, die Bewegung wirkt zunächst unnatürlich, das legt sich aber mit der Zeit. 2-4x 3-5

    Kniebeuge hinten: Hohe Fehleranfälligkeit, bei hohen Gewichten und falscher Ausführung gefährlich, benötigt weitaus mehr Mobilität in der Hüfte, als man im ersten Moment vermutet. 2-3 x 3-8 oder 1 x 20-25 (Atemkniebeugen)

    Überkopfkniebeuge: Eher eine Core- und Ganzkörperübung, hohe Anforderung an Mobilität 2-3x 6-8

    Einbeinige Kniebeuge: 3x 10-12

    Beinpresse: 4-6x 6-10

    Chin-ups: Handflächen zeigen zum Körper, Beine gestreckt und leicht angehoben, Bauch angespannt und einfach hochziehen. Geringe Fehleranfälligkeit.

    Pull-ups: Handrücken zeigt zum Körper, Rest: siehe chin-ups

    Sonstige Variationen: Nutzung von Turnringen statt einer Stange

    Dips: Belastet den gesamten Schultergürtel (Brust, vordere Schulter, Trizeps), 3-5x 3-8

    Klassisches Kreuzheben: Komplexe Übung, hohe, koordinative Anforderungen, große Schnittmenge zu Kniebeuge hinten (rein von der muskulären Belastung her) 1-3x3-5

    Rum. Kreuzheben: Fokus auf der hinteren Kette 2-3x8-12

    Kraftdrücken/Schulterdrücken: Aufrecht stehen und das Gewicht am Kinn vorbei über den Kopf drücken 2-3 x 5-8

    Schwungdrücken: Zusätzlich zum Schulterdrücken wird mit Schwung aus den Beinen gearbeitet 3-6x 3

    Flachbankdrücken: "Gefährliche" Übung für das Schultergelenk bei falscher Ausführung 2-3 x 5-8

    Schrägbankdrücken: gute Übung um sie an der Maschine durchzuführen oder mit Kurzhantel 2-3 x 5-8

    Prävention: Vorgebeugtes Seitheben, Face-Pulls, Lying Rear Delt Raise, o.Ä.: Dient der Prävention, hintere Schulter oftmals unterentwickelt, Fokus auf sauberer Ausführung und nicht unbedingt auf Gewichtssteigerung

    Core: Hollow Hold position, Superman holds

    In den Zeiten von Youtube erspare ich mir das Posten von Videos, die die Übungsausführung beschreiben. Weiterhin rennen in jedem Fitnessstudio Trainer herum, die den Titel teilweise sogar verdient haben! Ansonsten findet man in vielen unterschiedlichen Foren unzählige Beschreibungen und Hilfen.

    Ein paar Trainingspläne, die mir so im Laufe der Jahre über den Weg gelaufen sind oder die ich selbst erstellt habe:

    Noch ein Review:

    Ich habe mich mental in keinster Weise auf den Wettkampf vorbereitet. Ich hatte keine Strategien für verschiedene Ereignisse (Gute Serien, schlechte Serien, Nervosität, etc.), ich habe keine Drucksituationen trainiert. Das hat zwei Gründe: Zum einen habe ich mich mit dieser Thematik überhaupt nicht beschäftigt, da ich sie nicht für den limitierenden Faktor hielt. Den stellte meiner Meinung nach die noch nicht verinnerlichte neu erlernte Technik dar, weswegen ich mich auf genau diesen Aspekt fokussiert habe. Zum Anderen fehlte mir dann einfach auch die Zeit. Den neuen Ablauf habe ich Mitte Dezember erlernt, somit blieben nur etwa 6 Wochen Zeit, klammert man die Weihnachtszeit mal aus sogar nur 5 Wochen. In dieser Zeit war ich also mit dem Kopf ausschließlich bei meinem Ablauf und meiner Technik und habe mich nicht um meine Psyche gekümmert.

    Nachdem ich nun einen gewissen Abstand von den Ereignissen bei der Bezirksmeisterschaft gewinnen konnte, will ich das Ganze hier Revue passieren lassen.

    Als erstes möchte ich mich bei allen bedanken, die mich in diesem Thread bei meiner Entwicklung unterstützt und auf meinem bisherigen Weg durch die Luftpistolensaison 2018/19 begleitet haben. Ohne eure Hilfe wären meine Ergebnisse und Technik sicherlich weitaus schlechter und womöglich hätte ich bereits frustriert aufgegeben. Vielen Dank!

    Zur Bezirksmeisterschaft:

    Vorbereitung

    Meine physische Vorbereitung hätte wohl nicht besser sein können. Aufgrund der Nähe zu meinem Heimatort konnte ich die letzten 6 Trainingseinheiten in der Wettkampfstätte der Bezirksmeisterschaft absolvieren. Die Generalprobe fand 5 Tage vor der BM statt und ich konnte meine persönliche Bestleistung von 372 Ringen aufstellen. Ich war also dementsprechend zuversichtlich, mein Ziel von 365 Ringen an der BM zu erreichen. Am vergangenen Freitag habe ich ein kleines 20-Schuss-Programm absolviert, um im Rhythmus zu bleiben. Der Samstag war geprägt von einem langen Spaziergang, gesunder Ernährung, ausreichender Flüssigkeitsaufnahme und einem sehr kleinen 10-Schuss-Programm, bei dem ich mir die Technik und das Gefühl für den Abzug nochmal ins Gedächtnis rufen wollte. Abends bin ich dann wie geplant gegen 22:00 ins Bett gegangen und konnte soweit auch recht gut schlafen, mit Ausnahme eines Toilettengangs um 05 Uhr. Ich bin wie geplant um halb 7 aufgestanden, habe mein Dehn- und Kräftigungsprogramm durchgeführt (wie auch in der gesamten letzten Woche), ein leichtes Frühstück zu mir genommen, einige Trockenanschläge gemacht und habe mich dann auf den Weg gemacht. Wie geplant traf ich gegen 08 Uhr im Schützenhaus ein und habe dort einen Mannschaftskameraden getroffen, mit dem ich mich dann unterhalten und abgelenkt habe. Gegen 09 Uhr konnten wir dann endlich auf den Stand und uns vorbereiten. Nach der Ansprache des Wettkampfleiters ("wir machen nur 10 Minuten Vorbereitungszeit statt 15") ging es dann los.

    Wettkampf

    Bereits beim ersten Anschlag merkte ich, dass ich weitaus mehr zitterte und teilweise auch zuckte, als sonst. Das Einschießen lief dementsprechend schlecht, aber ich habe versucht, mich nicht davon nervös machen zu lassen. Allerdings hat sich dieses Zittern durch den gesamten Wettkampf gezogen. Auch meine anderen Abläufe haben gelitten, ich habe mich mehr auf das Zittern als auf meine Arbeitsphase konzentriert. Aufgrund des Zitterns und der schnellen Arbeitsphase litt auch mein Gefühl am Abzug. Ich konnte nicht so viel Druck aufbauen, wie ich wollte, da immer die Angst mitschwang, durch das Zittern zu früh auszulösen. Im Halteraum habe ich dann das Korn auch nicht ruhig bekommen, ich sackte sehr oft durch und der Arm wankte von links nach rechts und wieder zurück. Für den 2. Schuss habe ich bestimmt 4 mal neu angesetzt, das zog sich im weiteren Verlauf der ersten Serie auch weiter so durch. Für die ersten 10 Schuss brauchte ich so etwa 13 Minuten und geriet schon jetzt unter Zeitdruck. An diesem Punkt hatte ich aber noch nicht aufgegeben und wusste, dass noch etwas möglich ist, wenn ich die Nervosität ablege und mich wieder voll auf meinen Ablauf und nichts anderes konzentriere. Nachdem ich dann die 6 geschossen habe, habe ich mich erst einmal hingesetzt und versucht runter zu kommen und den Wettkampf neu anzufangen. Ich glaube der endgültige Breakdown kam dann Mitte der 2. Serie, bei der ich auch etwas zügiger als vorher schießen musste. Als diese dann beendet war und gesehen habe, dass ich bereits jetzt 29 Miese hatte, war das Unternehmen LM-Quali für mich gescheitert. Da fiel dann mit jedem Schuss mehr Druck von mir ab und die Anschläge wurden etwas besser, auch wenn das Gezittere immer noch stärker ausgeprägt war als in den Trainingseinheiten. Aber das Trefferbild wurde besser, meine Atmung ruhiger, meine Gedanken konzentrierter. In den letzten beiden Serien habe ich dann auch annähernd das abgerufen, was ich kann. Und die Ergebnisse waren dementsprechend besser, sodass ich zumindest mit der 2. Hälfte des Wettkampfes zufrieden sein kann.

    Selbstkritik

    Meiner Meinung nach war die Art und Weise, wie ich im Vorfeld der Meisterschaft trainiert (vermehrtes Training auf der Wettkampfstätte, Fokus auf Abläufe, Generalprobe, Trainingsumfang,...) und meinen Körper vorbereitet habe (Laufeinheiten, kein exzessives Krafttraining, viel Stretching und Kräftigung, Spaziergänge,...) nahezu optimal und ich würde es genau so wieder machen. Stand jetzt, vielleicht stellt es sich ja auch als Fehler heraus. Was ich jedoch maßlos unterschätzt habe ist die mentale Komponente. Spätestens nach dem guten Ergebnis in der Generalprobe dachte ich, dass sich die Nervosität und Aufregung in Grenzen halten würde. Dem war jedoch nicht so. Auch, dass ich über eine Stunde (statt einer halben) morgens dort herumgesessen und dem Beginn entgegengefiebert habe, hat mir natürlich nicht geholfen.

    Was ich nicht gemacht habe war die mentale Vorbereitung, sowohl kurz-, als auch mittelfristig. Ich habe die psychische Belastung unterschätzt und mich deshalb nicht mit Übungen darauf vorbereitet, das nehme ich auf meine Kappe. Weiterhin habe ich noch nie wirklich unter Leistungsdruck gestanden, da unsere Mannschaft in dieser Saison sämtliche Wettkämpfe haushoch gewonnen hat und ich somit bisher nie mit einer richtigen Drucksituation umgehen musste. Was meine Trainingsumfänge und -schwerpunkte angeht, bin ich eigentlich zufrieden.

    Allerdings muss ich mir die Frage gefallen lassen, ob ich meine Fähigkeiten nicht überschätzt habe und ob die BM nicht ein paar Monate zu früh kam. Wenn man unter Druck 365 schießen will, sollten im Training die 370 schon des Öfteren gefallen sein. Das war bei mir nicht der Fall. Erschwerend hinzu kommen die während der Saison durchgeführten Änderungen im Schussaufbau, sei es nun die schnellere Auftaktphase (Anfang Oktober), das nicht-Anheben der Waffe beim 2. Atemzug oder die Reduktion der Absenkgeschwindigkeit in der Arbeitsphase von 1 auf 3 Sekunden (Mitte Dezember). Die letzten beiden angesprochenen Änderungen waren (und sind) schwer umzusetzen und gingen in der Kürze der Zeit nicht in Fleisch und Blut über und erfordern immer noch ein hohes Maß an Konzentration.

    Ausblick und weitere Ziele

    Die nächsten 1-2 Wochen werde ich nur sporadisch schießen. Wenn überhaupt. Ansonsten werde ich mich wieder mehr dem Krafttraining und Gewichtheben widmen, was ich im Zuge der Vorbereitung für die BM habe schleifen lassen. Am 24. Februar fängt die Sportpistolenrunde an, die ich auch schießen möchte. Allerdings vorerst nur als Ersatz. Die Präzision klappt bereits sehr gut, von der Duell-Technik habe ich jedoch keine Ahnung. Falls hier jemand ein gutes Lehrvideo oder eine hilfreiche Website hat, immer her damit. Mitte März findet dann die Bezirksmeisterschaft in der Disziplin Sportpistole statt, an der ich ebenfalls teilnehme. Allerdings ohne Ambitionen aufs Weiterkommen, da bin ich realistisch.

    Bis zum 18.06. schieße ich dann also die Sportpistole, bevor Anfang Juli die Vorbereitung auf die Luftpistolenrunde (ab Mitte Oktober, Bezirksliga) beginnt. Für 2 aus der Mannschaft (inklusive mir) ist es das erste Mal im Modus Mann gegen Mann, sodass sich das Training etwas anders gestalten wird. Als Ziel haben wir das Halten der Klasse, allerdings ist bei Beibehaltung der Leistungen aus der letzten Saison auch der Aufstieg in die Oberliga durchaus möglich.

    Wenn ich es richtig verstehe, geht es nach Ende der Spalte 1 weiter oben in Spalte2 ?

    Nene, Das sind unterschiedliche Möglichkeiten eine Trainingswoche zu gestalten, je nach dem wie viel Zeit man zur Verfügung hat. Also entscheidet man sich für eine Variante und zieht das durch. Natürlich kann man mal springen zwischen den einzelnen Möglichkeiten, es kommt ja immer einmal was dazwischen. Aber prinzipiell würde ich mich für ein System (GK, alt. GK, UK/OK) entscheiden und das dann konsequent befolgen. Wenn man ständig zwischen den System springt, ist das dem Muskelaufbau nicht unbedingt förderlich.

    Edit: jetzt weiß ich, woher die Verwirrung kommt. Über der Zeile mit den Zahlen steht noch das Wort "Varianten"

    Ich denke, man muss hier zwischen schießsportspezifischen und gesunderhaltendem Krafttraining unterscheiden, wobei sich beides nicht unbedingt ausschließt. Je nach Zielsetzung muss man aber in jedem Fall entweder beim Kraft- oder beim Schießsport Abstriche machen und kann sein volles Potential nicht ausschöpfen.

    So wie es sich für mich anhört, hat der TE mit dem Kraftsport begonnen um seinen primären Sport - das Bogenschießen - zu unterstützen. Allerdings hat sich das Krafttraining in den letzten 3 Monaten eher zu einem eigenständigen Sport entwickelt, der ebenfalls mit gewissen Ambitionen betrieben wird. Und hier beginnt das Problem: Die Zeit und Energie, die man in die eine Sportart steckt, kann nicht mehr für die andere aufgewendet werden. Dabei spreche ich vor allem von der Regenerationszeit. Meiner Meinung nach lassen sich beide Disziplinen nur
    - bedingt

    - mit einer intelligenten Splittung

    - mit Abstrichen bei der Auswahl der Trainingstage

    - unter Berücksichtigung der Jahresplanung

    miteinander kombinieren.

    Hierbei ist man in erster Linie abhängig von den Trainingszeiten des Schützenvereins und den Öffnungszeiten des Fitnessstudios. Private Termine und sonstige (berufliche) Verpflichtungen kommen nach hinzu.

    Aber ohne deinen Trainingsplan und deine Schießtage zu kennen, ist eine Planerstellung schwierig. Ich würde zwischen schwerem Krafttraining und dem Schießtraining mindestens 1 Tag einplanen, an dem aber anderer Sport getrieben werden kann wie Gymnastik, Laufen, Rad fahren, Schwimmen und sonstiges.

    Du solltest mit einem Rot, Orange oder Braunfilter arbeiten. Du wirst von der Beleuchtung der elektrischen Anlage geblendet.

    Weiterhin fallen mir rechts links schwankungen auf. Haben die eine besondere Ursache ?? Oder täuscht das einfach nur ?

    Ja, darauf wird es wohl hinauslaufen. Ich habe noch eine Blaulicht-blocker-Brille hier liegen, die werde ich einfach mal ausprobieren.

    Die Rechts-links-Streuung ist mir auch aufgefallen, ich kann im Nachhinein allerdings nicht mehr sagen, woran es lag. Wenn ich mir das genauer betrachte, gibt es übermäßig viele Treffer auf 7-8 Uhr. Dieses "Problem" habe ich bereits seit längerer Zeit und zwar unabhängig von der Waffe, Disziplin oder Vorbelastung. Die Verschiebung der Treffer nach link unten tritt also auch bei der Sportpistole (Präzision) auf.

    Warum bist Du so aufgekocht als Dein Nachbar ins Spiel kam?

    Aufgekocht ist das falsche Wort, es hat aber nochmal eine Prise mehr Anspannung und Ablenkung reingebracht, aber auch nur kurz. Wenn ich mit einer neuen Situation konfrontiert werde, führt das im ersten Moment zu einer gewissen Irritation und bringt mich zu einem kleinen Teil aus meinem Konzept/Tunnel/Flow. Je nach Tagesform dauert es dann 1-3 Trockenschüsse/Minuten, bis ich das überwunden habe und mich wieder komplett auf meinen Stiefel konzentrieren kann.

    Als er sich neben mir aufgebaut hat, habe ich mich eher gefreut, weil ich noch einen zusätzlichen Aspekt trainieren konnte. Man kann es auch als positive Motivation bezeichnen, ich wusste ja, dass ich ergebnistechnisch auf einem guten Kurs liege und dachte so etwas wie "Dem zeig ich mal was es heißt, gut zu schießen".

    Mittlerweile denke ich auch nicht mehr an mögliche Ergebnisse sondern eigentlich nur an 2 Dinge: Den letzten (Was muss ich beim nächsten Schuss besser machen?) und den nächsten Schuss (langsam und kontrolliert in den Halteraum, ohne Durchsacken).

    Zwei Fragen habe ich noch:

    1.) Heute ist Donnerstag, am Sonntagmorgen ist die Meisterschaft. Wie soll ich bis dahin trainieren? Mein Plan war am Freitag morgens eine Einheit mit etwa 30-50 Schuss, am Samstag morgens eine kleine Einheit mit 20 Schuss, Sonntags dann 10 Minuten Trockentraining.

    2.) Auf meiner Startkarte stehen 2 Zeiten: 08:45 (Vorbereitung), und 09:00. Ist mit Vorbereitung das Einschießen gemeint? Oder das Betreten des Standes?

    Bei der gestrigen Generalprobe für Sonntag habe ich offenbar sehr viel richtig gemacht. Irgendwie hat von Anfang an alles gepasst: Ich habe quasi vom Start weg direkt in meinen Stand und den Griff gefunden, beides fühlte sich perfekt an. Auch den Abzug hatte ich direkt unter Kontrolle, die langsame Arbeitsphase ebenfalls. Bis zum 23. Schuss bin ich nicht aus meinem Stand oder aus dem Griff gegangen, nach der 2. 8 in Folge, habe ich mich dann jedoch etwas entspannt und habe meine Muskeln ausgeschüttelt. Meine Hand war zu diesem Zeitpunkt dann doch etwas verkrampft und angespannt, die Schulter ebenfalls (hatte am Vortag bereits 40 Schuss gemacht). Im Anschluss daran hat es etwas gedauert, bis das gute Gefühl wieder da war und ich den nächsten Schuss abgeben konnte.

    So ab dem 30. Schuss hat sich auf dem Stand vor mir jemand aufgebaut und mich etwas unruhig gemacht, und ich habe versucht das auszublenden, was allerdings nicht ganz einfach war: Der Mann war Linkshänder und wir standen uns Aug' in Aug' gegenüber, so etwas kann ich eigentlich gar nicht leiden. Weiterhin war er vor 10-20 Jahren wohl bei der norwegischen Nationalmannschaft, was mich dann nochmal gepusht, aber auch nervös gemacht hat. Nach 2 Trockenanschlägen war ich dann jedoch wieder im Tunnel und konnte es zu Ende bringen. Von der mittlerweile knapp werdenden Zeit habe ich mich zum Glück zu keinem Zeitpunkt nervös machen lassen, auch wenn ich den letzten Schuss bei noch 50 Sekunden Restzeit rausbringen musste, ohne nochmals absetzen zu können.

    Einen Kritikpunkt gibt es dann aber doch noch:

    Mit der Fokussierung des Korns habe ich insbesondere auf elektronischen Anlagen Probleme. Sobald ich im Halteraum bin, funktioniert es zufriedenstellend, während der Arbeitsphase ist es jedoch zunehmend verschwommen.

    Edit: Zweiter Kritikpunkt: die Hälfte der 9er waren ziemlich knapp.

    schmeiß den 1. Vorsitzenden raus oder wählt ihn ab . Für mich ist LP die Grundlage zum Pistolen schießen und auch mit die schwierigste Disziplin also Mega wichtig. Und wenn für Nebenkosten das Geld fehlt Frage ich mich wo den die Gelder hinsickern. Aber ist nur meine Meinung vielleicht bin ich da auch zu ....

    Wie in vielen Vereinen fehlt es auch bei uns an Nachwuchs in der Führungsebene. Deshalb stellt sich so etwas nicht so leicht dar. Auch, weil unter ihm viele Dinge angepackt wurden, die in den Jahr(zehnt)en zuvor von den vorherigen Vorständen sträflich vernachlässigt oder geduldet wurden. Mittlerweile nehme ich es als Ansporn, im lonesome-rider-style in die Oberliga. Und dann werden wir ja sehen, ob sich die Einstellung zu dieser Disziplin ändert.

    Ich kann es dir gar nicht genau sagen, den letzten Punkt kann ich zu 100% ausschließen, den ersten auch. Ich glaube eher, dass es am zu langen Anhalten liegt. Da ich meinen Fokus auf die Arbeitsphase lege, habe ich im Halteraum noch relativ viel Widerstand in recht kurzer Zeit zu überwinden, woraus dann natürlich diese schlechten Schüsse resultieren.

    Zum Glück werden Vorstände meist nur durch Wahl eines Nachfolgers aus dem Amt befördert.

    Vor vier oder fünf Jahren hätte man diesen Vorsitzenden wegen seiner progressiven Einstellung hier noch zum Ehrenpräsidenten ernannt.

    Das ist aber jetzt kein Hessischer Verein?

    Doch, ein hessischer Verein. Wieso fragst du? Bzw. inwiefern lässt das Bundesland diese Aussage in einem andern Licht erscheinen?

    Das Training in Sachen Lupi war heute wieder business as usual. Die guten Anschläge werden besser, das mit dem Abzug ist noch eine heikle Sache. Es erfordert immer noch extrem viel Aufmerksamkeit und Willensstärke die Waffe nicht durchrauschen zu lassen und die horizontalen Wackler auf ein Minimum zu reduzieren. Auch wenn ich in dieser Phase meiner Vorbereitung nicht darauf achte, wo die Treffer schlussendlich landen und der Fokus auf die reduzierte Geschwindigkeit im Halteraum liegt, hatte ich heute mit vielen Treffern auf 7-8 Uhr in die 7 und 8 zu kämpfen. Das hat sich nach 40 Schuss Lupi auch auf die Sportpistole (Präzision) übertragen. Das Trefferbild hier war jedoch zufriedenstellend dafür, dass ich im letzten Jahr vielleicht 3 mal eine Sportpistole in der Hand hatte.

    Was mir weiterhin aufgefallen ist: Sowohl bei der Luftpistole, deren Griff ich halbwegs auf meine Bedürfnisse angepasst habe, als auch bei der Sportpistole (Hämmerli 280), deren Griff nicht eingestellt ist, überall drückt und im Allgemeinen zu groß ist, verkante ich nach rechts. Wenn ich mich recht erinnere, war das auch beim jahresausschießen mit den zur Verfügung gestellten Revolvern der Fall.

    Ist das etwas, was ich wegtrainieren kann/muss, oder ist dieses Problem lediglich durch eine Anpassung des Griffes zu lösen?

    Weiterhin wurde mir heute klar, welchen Stellenwert das Luftpistolenschießen für unseren 1. Vorsitzenden hat: Einen sehr geringen. "Dieser scheiß 10m-Stand kostet nur Geld". Man möge sich doch bitte eine Jacke anziehen, wenn einem kalt ist, das reicht. Und die Heizung nicht anstellen, das ist schließlich teuer. Auf dem 25-Meter-Stand draußen ist ja schließlich auch keine Heizung, und da ist es noch kälter... Schönes Gefühl, wenn die mitgliederstärkste und mit dem Aufstieg in die Bezirksliga auch erfolgreichste Disziplin so abgekanzelt wird.

    Verbindlicher ist in meinen Augen, der feste Wille und eine klare mentale Ansage, die Muskulatur das machen zu lassen, was ich als Schütze will.

    Die aktive Druckerhöhung solltest Du mittelfristig erarbeiten, sie ist aber für ein gutes Ergebnis nicht zwingend. Du solltest sie daher nicht überbewerten.

    Der erste Satz hat mir beim gestrigen Training wirklich geholfen. Bisher habe ich ja beim Gleiten durch den Spiegel immer gezählt, wie viele Sekunden ich brauche ("Einundzwanzig, Zweiundzwanzig, Dreiundzwanzig"). Allerdings ist hierbei

    1. die Wahrscheinlichkeit der Selbstverarsche recht hoch,

    2. muss mein Gehirn in dieser Zeit 2 Aufgaben erledigen: Zählen, und sich nebenbei noch auf die langsame Bewegung konzentrieren,

    3. teile ich meinen Muskeln mit dieser Methode nicht mit, was sie zu machen haben.

    Punkt 3, das habe ich gestern gemerkt, ist allerdings extrem wichtig. zu Beginn des Trainings habe ich noch mit meiner alten Methode gearbeitet. Da waren zwar ein paar Anschläge dabei, die vom Tempo her ganz in Ordnung waren, aber leider nicht so viele, wie ich gehofft hatte. Das besserte sich jedoch, als ich mir wirklich mit Beginn und während der Arbeitsphase im Kopf gesagt habe "Jetzt laaaaangsaaam in den Halteraum". Das heißt in diesen Momenten liegt meine gesamte Aufmerksamkeit auf der niedrigen Geschwindigkeit, alles andere (Abzug, Kornfokussierung) geschieht nebenbei. Dadurch bin ich natürlich nicht mehr ganz so mutig am Abzug und habe beim Erreichen des Halteraumes noch mehr zu ziehen, als es eigentlich angeraten wäre. Durch das kontrollierte und langsame Gleiten steht die Waffe im Halteraum jedoch weitaus ruhiger und ich muss am Abzug nicht mehr allzu vorsichtig sein. Wie Lanfear richtig anmerkt, führt auch ein etwas schnellerer Druckaufbau noch zu akzeptablen Ergebnissen.

    Jedoch ist dieses Training extrem anstrengend, hätte ich nicht gedacht. Ich habe gestern vielleicht 40 Schüsse abgegeben und war danach wirklich platt. So, als hätte ich gerade eine anstrengende Klausur hinter mich gebracht.

    Heute ging es zur BM-Wettkampfstätte um mich ein bisschen mit der Umgebung vertraut zu machen. Es ist ein recht angenehmer Stand, unaufgeregt und ruhig, wenig Hall, sehr aufgeräumt und allgemein recht geräumig. Weiterhin stand die Gewöhnung an die helle Scheibenbeleuchtung im Vordergrund. Damit habe ich des Öfteren Probleme, mein Auge wandert nach einer gewissen zeit automatisch auf die Scheibe, wenn ich mich nicht konzentriere. Oder der Blick (das Korn) wird unscharf. Das hat heute aber ganz gut geklappt.

    Weniger gut funktioniert hat die verlangsamte Arbeitsphase in Verbindung mit der Druckerhöhung am Abzug. Sowohl einzeln betrachtet als auch in Kombination.

    Das betont langsame Gleiten durch den Spiegel in den Halteraum ist schwieriger als ich zunächst dachte, da kommt noch viel Arbeit auf mich zu. Mal dauert die Arbeitsphase 1 Sekunde (schlecht), mal 3 Sekunden (gut). Das bringt meinen Abzusgfinger ziemlich aus dem Konzept und ich habe zur Zeit Schwierigkeiten beide Abläufe miteinander zu synchronisieren.

    Wem nutzen denn diese Limitzahlen,
    wenn es vorher keine untergeordneten Wettbewerbe gibt, um diese zu erreichen?

    Einen 390er Scheibensatz aus einem beliebigen Training wird sich ja wohl jeder irgendwie zurechtbasteln können

    Ich glaube, das hast du falsch verstanden. Der Weg ist VM->BM->LM->DM. Um an der BM teilnehmen zu dürfen, muss man zuvor die jeweilige Vereinsmeisterschaft schießen und kann sich mit diesem Ergebnis zur BM melden (lassen), ungeachtet des Ergebnisses. Erst an der BM muss man sich für die nachfolgenden Meisterschaften qualifizieren, hier werden dann die Limitzahlen interessant.