Es geht bei meiner Frage um eine theoretische, oder sagen wir mal eine statistische Überlegung. Das hat nichts mit Psychologie zu tun, und auch nichts mit individuellen Ergebnissen beim Luftpistolentraining oder mit Schwartenmagen.
Vielleicht mal zur Erklärung wie ich das meine:
Gehen wir doch mal davon aus, dass der Streukreis (sagen wir mal 20 mm bei Sportpistole Präzision) mit einer Einspannvorrichtung und einer großen Anzahl von Schüssen korrekt gemessen wurde. Und außerdem davon, dass sich die Treffer innerhalb dieses Streukreises gleichmäßig verteilen.
Soweit klar?
Für einen Schützen, der immer ganz genau in die Mitte der 10 schießt spielt dieser Streukreis dann keine Rolle.
Wenn der Schütze seine Schüsse aber im Bereich des 10er Rings gleichmäßig verteilt, dann haben die Kugeln, die in den Randbereich der 10 geschossen wurden, eine gewisse Wahrscheinlichkeit in die 9 zu treffen. Diese Wahrscheinlichkeit nimmt mit der Zunahme des Streukreises zu, und ebenso mit der Nähe zur 9.
Es gibt Leute, die für diese unverdienten 9 er einen prozentualen Anteil ausrechnen können….
Vergleiche ich jetzt eine Munition mit einem größeren Streukreis (sagen wir mal 30 mm), dann wird dieser „unsichere Bereich“ am Rand der 10 größer. Und auch für diesen Streukreis kann man unter sonst gleichen Annahmen einen prozentualen Anteil berechnen, der nicht in die 10, sondern in die 9 trifft.
Wenn ich das für alle Ringe mache und die Summen vergleiche, dann sehe ich wie sich der größere Streukreis auf die geschossenen Ringe auswirkt. Nicht heute, nicht mit oder ohne Schwartenmagen, sondern nach einer sehr großen Anzahl von Schüssen im Durchschnitt.
Seid ihr noch bei mir?
Nur leider ist die Aufgabe noch ein bisschen komplizierter….
Es kommt nämlich auch vor, dass der Schütze einen Schuss eigentlich in den Innenbereich der 9 geschossen hat, der aber aufgrund des Streukreises nicht in der 9, sondern unverdienterweise in der 10 landet. Und auch diese Ereignisse werden mit zunehmendem Streukreis wahrscheinlicher.....
Und außerdem hängt das Ergebnis auch noch davon ab, wie viele Ringe der Schütze erreicht. Vermutlich wird der Einfluss des Streukreises bei besseren Schützen größer sein, aber das ist nur eine Vermutung.
Wie gesagt - Nicht trivial, aber bestimmt berechenbar.
Macht euch keine Gedanken um Wettkampf-Psychologie, oder was noch alles wichtig für das Ergebnis ist, oder wie genau man was messen kann.
Darum geht es nicht.
Es geht nur um die Berechnung.