Moin K.-H.
Ich denke du hast dir deine Frage schon selber beantwortet, aber damit andere dann auch wissen was gemeint ist eine "längere" Antwort.
Das Problem, das du hast, ist mit Sicherheit zu 85-90% dem Kopf geschuldet und liegt vermutlich an deiner Trainingsweise.
Wie du ja selber schreibst, wird die Differenz zwischen Trainingsergebnis und Wettkampfergebnis immer größer. Meine Vermutung, du schießt nahezu in jedem Training einen Trainingswettkampf wie du ihn auch auf einer Meisterschaft oder einem anderen Wettkampf (Schießsportwochen und Co.) schießen würdest. Das mag für dich als "alten Hasen" sicherlich eine ganze weile gut gegangen sein, doch mittlerweile scheint sich jetzt das "fehlende" Techniktraining bemerkbar zu machen auf das du dich die letzten Jahre hast stützen können.
Deine Trainingsergebnisse gehen dir jetzt noch dazu bei den Wettkämpfen so sehr durch den Kopf das du "verkrampfst" und das ganze zu genau machen willst. Dadurch schleichen sich jetzt immer mehr Macken in deine Schießtechnik ein.
Als rat, den ich auch mehr oder weniger jeden anderen Schützen geben würde, abgesehen davon das du evtl. ein oder zwei Wochen Pause einlegen kannst:
Verändere dein Training, konzentriere dich in 2-3 Wochenabschnitten immer auf einen Aspekt deines Schussablauf. (mindestens Doppelte Anzahl an Schüssen/Anschlägen wie du Wettkampfschüsse hast.) Und maximal 1x im Monat im Training wenn überhaupt eine Leistungskontrolle machen. Leistungskontrolle kann auch sein: 8 Schuss und als Zielvorgabe (ohne 10-tel) 75 Ringe zu erreichen
Die Aspekte auf die du dich konzentrieren solltest:
- Einrichten/Nullstellung
- Visierung
- Abzug
- Zielvorgang (als Beispiel: Bewege ich die LP um das Zielbild zu bekommen oder steht die Waffe Still und ich bewege den Kopf? Grade bei LP Auflage kann es schnell passieren)
- Atmung
Solltest du auf Elektronik trainieren, mach den Monitor aus/decke ihn zu, nutze die elektronisch möglichen trainingsscheiben (Weiß, Balken, ...)