Beiträge von sammler

    Zunächst mal: Bausatz ist nicht gleich Bausatz. Es gibt Bausätze aus den USA, da braucht man eine ganze Menge handwerkliche Fähigkeiten (und entsprechende Werkzeuge), um da etwas ordentliches draus zu machen. Und es gibt die italienischen (und spanischen) Bausätze,
    die längst nicht so anspruchsvoll sind.

    ...Hat jemand damit Erfahrungen gemacht ...


    Ich habe mehrere Vorderlader, die aus (spanischen und italienischen) Bausätzen entstanden sind. Die Schäfte sind roh zugearbeitet, alle Aussparungen (für Schloss, Beschläge usw.) sind fertig, das Schloss ist fertig montiert.
    Das, was am Bausatz zu machen ist, ist im wesentlichen die Holzbearbeitung des Schaftes und die Bearbeitung (Politur) der Beschläge, die meist unverputzte Gussteile sind. Dann muss alles montiert und ggf. noch etwas eingepasst werden.
    Natürlich braucht man Werkzeug und Material, also Feilen, Schleifpapier diverser Körnungen, Holzbeize, das richtige Öl, um dem Schaft ein perfektes Aussehen zu geben usw. Alles das kostet auch Geld, was den finanziellen Vorteil eines Bausatzes schnell schrumpfen lässt.

    Manchmal ist auch der Lauf noch nicht brüniert. Dann muss man sich entscheiden, ob man ihn so lässt oder selbst brüniert (dazu muss man natürlich vorher Brüniermittel kaufen), was aber ein gewisses Maß an Erfahrung voraussetzt, damit die Brünierung nicht fleckig wird und auch haltbar ist.

    ...Muss ich mich dann noch um den Beschuss kümmern ...


    bei italienischen und spanischen Bausätzen sind die Läufe beschossen.

    ...Und, nicht ganz unerheblich: Wie ist die Pistole dann, von der Präzision her? ...


    Generell würde ich mir bei einer Kentucky-Pistole keine übertrieben Hoffnungen machen. Das waren keine Match-Pistolen, sondern einfache Gebrauchswaffen, die auf Entfernungen bis 10m, vielleicht 15m geschossen wurden.
    Letztlich bekommt man, was man bezahlt; nicht mehr. Trotzdem kann man auch mit einer Kentucky-Pistole treffen (wenn man es kann).

    Ganz allgemein: Wenn Du nur Geld sparen willst: Lass es. Wenn Du Spaß am Selbermachen und ein paar Grundkenntnisse in der Holzbearbeitung und der Oberflächenbehandlung von Holz hast: Mach es. So eine selbst gebaute Pistole ist (zumindest für den Erbauer) immer etwas Besonderes. Und meist sieht das Endprodukt auch besser aus als manche lieblos zusammengeschusterte Serienwaffe mit ihrem dick mit Lack verkleisterten Schaft.

    Ich ... oute mich auch mal als Vorderladerschützin .


    Willkommen im Club!

    Ich schieße eine FWB Unterhammer Perkussionspistole im Kaliber 36 und eine Infestarms Hawken im Caliber 45 ( Perkussionsgewehr)


    Schieße bei VL (inzwischen):
    * Gewehr 50m stehend frei: Greuling-Scheibenbüchse, Kal .38",
    * Gewehr 100m liegend frei: Modifizierte Pedersoli-Gibbs Kal. .40",
    * VL-Dienstgewehr: Württemberger Vereinsgewehr M/1857 von Pedersoli.

    Und natürlich auch (stehend freihändig, 100m) einen Feuerstutzen Kal 8,15x46R (also die alte Schützenpatrone).

    Vielleicht treffen sich hier noch mehr Vorderladerschützen :)


    Das wäre schön. Könnte hier durchaus eine gute Basis für einen Erfahrungsaustausch werden!

    ...ISSF und DOSB ist damit gemeint.......es gibt auch eine Welt außerhalb dieser beiden Verbände, die genauso akzeptiert und gefördert werden muss.


    Stimmt, aber das beantwortet nicht die Frage, was nun konkret unter "in die Moderne überführt" zu verstehen ist.
    Wir haben ja in Deutschland glücklicherweise nicht nur einen Schießsportverband und es gibt auch keine Verbote der Mitgliedschaft in mehreren Verbänden. Worum geht es Dir also?

    ...Die Hatfield habe ich noch nicht 100%ig im Griff, da suche ich noch die optimale Ladung ...


    Was schießt Du denn? gepflasterte Rundkugel oder Maxiball?
    Bei der gepflasterten Rundkugel sind so 40 bis 45 Grain Schweizer Pulver Nr. 3 immer eine gute Ausgangsbasis für die Suche nach der optimalen Ladung.

    ...Aber es macht einen riesigen Spaß!


    Welche VL-Waffen werden hier von den Forenmitgliedern geschossen?
    Aber um gleich mal Butter bei die Fische zu tun, ich schieße für
    Regel 7.10 (Perkussionsgewehr) eine Scheibenbüchse "Greuling", Kaliber .38",
    Regel 7.15 (Perkussionsfreigewehr) eine überarbeitete (gekürzte und mit einem Futterlauf versehene) Gibbs von Pedersoli im Kaliber .40"
    Regel 7.20 (Perkussionsdienstgewehr) die Replika eines Württembergischen Gewehrs M.1857 von Pedersoli.

    VL-Kurzwaffen schieße ich nicht.

    Unser gemeinsames Hobby wird langfristig nur dann überleben, wenn wir uns für unser Hobby engagieren. Das hat nichts mit den Besonderheiten des Schießsports zu tun, sondern ist bei jedem Hobby so.
    Ich glaube, es geht nicht darum, Unterschiede zwischen einzelnen Disziplinen oder Verbänden zu suchen, sondern Gemeinsamkeiten zu finden. Und es hilft auch nicht, zwischen "Sport" und "Tradition" zu differenzieren, denn zu einem guten Verein geghört ein Mix aus Allem, denn die Interessen (und Möglichkeiten) der einzelnen Vereinsmitglieder sind sehr unterschiedlich.

    Wilhelm

    ... Die "separierten GK-lastigen Vereine" haben sich gegründet, weil das Bedürfnis nach alternativen Disziplinen, mehr Freizeit und Breitensportangeboten vorhanden war ...


    Das lässt die Frage zu, wieso der Deutsche Schützenbund hier nicht (oder nicht rechtzeitig) auf das "Bedürfnis nach alternativen Disziplinen, mehr Freizeit und Breitensportangeboten" reagiert hat.

    ... Rein von den Zahlen des SSB und auch der kleinen GK-Verbände muss ich annehmen, dass die für mich sehr wichtige Mitgliederentwicklung besser aussieht als im DSB....


    ja, ich kenne einige dieser Zahlen und kann deine Einschätzungn bestätigen. Allerdings werden die Mitgliederverluste des DSB nicht durch die Mitgliederzuwächse der anderen Verbände ausgeglichen.
    Mir ist beim Lesen der ganzen Konzepte zur Mitgliederentwicklung eine Frage übrig gebleiben: Warum gibt es keine Analyse, die aufzeigt, wo die Stärken der anderen Verbände liegen und wieso gerade dort die Mitgliederentwicklung positiv ist, während sie bei uns negativ ist.

    ...Für das übrige Bundesgebiet schließe ich das jedoch aus, weil die derzeitigen Probleme (des DSB mit seinen Untergliederungen) größtenteils dadurch begründet sind, dass die Schützen den vielfältigen gesellschaftlichen Wandel nicht mitgehen.


    Das ist eine interessante Frage, aber ich habe bei der hier gegebenen Antwort Probleme. Vielleicht liegen die Probleme (zumindest teilweise) auch darin, dass sich die Schützen zu sehr dem "vielfältigen gesellschaftlichen Wandel" anpassen und damit letztlich ihre Wurzeln verlieren.