Beiträge von Califax

    Ich verstehe den Ansatz von BBF3 nicht.

    Ich schon.

    Wie auch Carcano vor längerer Zeit schrieb, kann man durchaus aus einem 25-Jährigen ohne Schießerfahrung mit entsprechender Förderung einen Bundeskader machen.

    Ich kenne zwar kein einziges Beispiel dafür, habe aber auch erst mit über 40 Lenzen mit dem Schießsport begonnen und trotzdem ein paar kg Medaillen rumliegen. Lassen wir es also mal so stehen.

    Wenn ich im Verein reinen Breitensport betreibe ohne über die KM hinausgehende Ambitionen, ist es natürlich einfacher, junge und junggebliebene Erwachsene zu ködern, die bereits mit beiden Beinen im Leben stehen. Die kommen auch zu uns und stellen Aufnahmeanträge, weil es ihnen bei uns gefällt. Und im Übrigen - je weniger ein Mitglied schießt, um so heiler bleibt der Stand, oder nicht?

    Erwachsene zahlen volle Aufnahmegebühr und vollen Beitrag - Kinder nur ein Bruchteil: Kinder sind ein ganz schlimmer Kostenfaktor und versauen nebenher noch die CO2-Bilanz. So ein unerzogener Wanst bringt unserem Verein schlappe 60 Euronen pro Jahr und kostet bestimmt mehr als 100 Euro Startgelder und sonstige Nebenkosten wie Trikot und Diabolos und Pressluft. Ein Erwachsener bezahlt die 10fache Aufnahmegebühr und dann noch jährlich 230,- zzgl. Aufgeld für den Landesverband - und zahlt für seine Muni 100%. Ist also ein Nettogewinn, wenn er nicht zu viele Startgebühren davon gesponsert bekommt. Also besser, inaktive aber zahlende Sportschützen!

    Wer nur so denkt, der hat mein volles Mitleid als Vater zweier halbwegs wohlgeratener Kinder, die mir immer noch die Haare vom Kopf fressen. Aber nicht mehr lange! Und die ich sehr liebe und auf keinen Fall missen möchte, selbst, wenn ich dann etwas reicher wäre. Finanziell - aber nicht in der Seele.

    Aber dieses Video spaltet die Verbände noch viel mehr

    Finde ich nicht gut.

    Aus anderen als den von dir genannten Gründen komme ich aber zum gleichen Ergebnis:

    Die ganzen Spaltpilze schaden uns! Und zwar die von allen Seiten!

    Denn:

    Solange es DSB Schützen gibt, die den anderen ihre Sporteigenschaften absprechen, ist überhaupt nichts gut.

    Nö, die Mechanismen welche den Verein am Leben erhalten sind bei allen Verbänden die gleichen. Engagement, Zeit und Geld. Lauter Dinge welche Kinder/Jugendliche eher kosten denn beizutragen.

    Genau wegen dieser Einstellung ist unsere Gesellschaft da, wo sie zur Zeit ist.

    Nein, nein, nein!

    Wenn wir nicht unsere Jugend zu vernünftigen Menschen erziehen, werden daraus Handy-Zombies, die leicht lenkbar für Gestalten werden, denen ich täglich im TV begegne.

    a) Moderne Technik ist nicht falsch. Wir haben auch Meytonanlagen, Lichtschießanlagen und moderne Sportwaffen, für jeden Schützen persönliche Exemplare. Das hilft selbstverständlich beim Training.

    b) Als ich mit meiner Frau angefangen habe, unsere Jugendarbeit aufzubauen, hatten wir nur Seilzuganlagen und ein paar (viel zu wenige) LP65. Damit haben wir angefangen und nach und nach eine Kinder- und Jugendgruppe aufgebaut. Zuerst haben wir in moderne Luftpistolen investiert. Alles Weitere kam dann nach und nach dazu, z.T. durch den Landesverband gefördert, WEIL wir erfolgreiche Jugendarbeit leisten. Unsere Meytons sind eine Leihgabe des Landesverbandes, die hätten wir gar nicht selbst finanzieren können.

    c) Das haben wir nur erreicht, weil wir verrückt sind. Und anders, als die anderen Vereine. (Das nennt man im Marketing "Alleinstellungsmerkmal")

    Jede Sportart die ernst genommen werden will macht das ohne Jeans.

    Falsch.

    Ein ernsthafter Sport und alle tragen Jeans!

    Man stelle sich vor, Magnus Carlsen würde im Trainingsanzug zum Match erscheinen!
    Er hätte die Lacher auf seiner Seite. (Er kommt i.d.R. im Anzug mit Anzughose, also "unsportlich", aber elegant.)

    Was unterscheidet (statisches) Schießen von Leichtathletik oder Motorsport?
    Die Bewegung - entweder selber oder mittels eines externen Antriebes.

    Bei beiden ist jeweils angepasste "sportliche" Kleidung sinnvoll - und auch je nach Sportart vollkommen verschieden ausgeformt. Ein Radfahrer trägt andere Sachen als ein Turner und wieder andere als ein Rennfahrer oder Schwimmer!

    Schach ist wie Schießen in erster Linie ein Mentalsport.

    Eine Jeans ist sogar für das einhändige Pistoleschießen ideal, findet doch der Nichtschussarm eine feste und nicht so leicht verrutschende Halterung - viel besser als bei einer labbrigen "Trainingshose" oder einem um die Hüfte ohne Ösen gelegten Gürtel.

    Der einzige wirklich sachliche Grund, eine Jeans aus dem Schießsport zu verdammen könnte darin begründet sein, dass sie durch ihr Material der Schütze gewissen einen Vorteil (stützende Wirkung, sh. oben) vor Labberhosen bringen könnte.

    Bei Kaderschützen, die als Mannschaft für einen Verein, Verband oder Land antreten, ist natürlich eine gewisse Uniformierung gern gesehen.

    Die Crux ist, dass für Förderkohle im Prinzip nur "Olympische Disziplinen" zählen.
    Noch ein klein wenig für den Behindertensport, ein paar Trostpflaster für den Breitensport - aber bitte auch nur in den Verbänden, die olympische Disziplinen anbieten und in den jeweiligen Landessportbünden mit vertreten sind.

    Darum ist es für den DSB auch so extrem bitter, wenn mal wieder die eine oder andere "langweilige" Disziplin aus der Olympialiste getilgt und dafür Sackhüpfen am Strand durch Herrn Bach in den Adelsrang der olympischen Sportarten aufgenommen wird.

    Das System ist in sich komplett krank. Trotzdem müssen wir damit leben und das Beste draus machen.

    Ich freue mich sehr, dass unsere Schützen in Baku absahnen (ich erinnere mich noch an den nicht wirklich dezenten Erdölgeruch am Strand von Baku zu einem kühlen aber überteuerten Bier). Und - nein, ich verstehe das - könnte die zwangsgebührenfinanzierten Fernsehanstalten auf den Mond schießen, dass sie das nicht entsprechend würdigen.

    Zitiert von der Homepage vom BSSB:

    Warum nicht direkt aus dem Gesetz?

    Nach 5 Jahren sind auch die meisten Straftaten und nach 10 Jahren auch Verbrechen waffenrechtlich verjährt, allerdings zuzüglich der im Gefängnis abgesessenen Zeit.

    Nehmen wir einfach mal der Einfachheit halber an, wir leben in einem Rechtsstaat, in dem auch die Verwaltung an Gesetze gebunden ist.

    Ich würde aber keinesfalls empfehlen, alles ISSF-Regeln einfach so zu übernehmen. Ich glaube nicht, dass es im Breitensport vermittelbar wäre, dass die Sportler selbst und auch ihre Betreuer keine Jeans mehr tragen dürften.

    Dann sollte man das auch sämtlichen nationalen Karis vermitteln ... Ich weiß, dass Bluejeans national ausschließlich bei den Bogensportlern verboten sind, wurde aber schon wegen solcher "Arbeitshosen" meiner Schützen auf rein nationalen Wettbewerben angepfiffen. Darum empfehlen wir unseren Sportlern, einfach um Stress zu vermeiden, hier "vorauseilenden Gehorsam".

    Ich selbst bin ein alter und inzwischen korpulenter weißer Mann, der für sich persönlich das mit dem KaRi ausfechten kann - ich sehe einfach in Trainingshosen Schaizze aus. Und meine geliebten Jeans bestehen aus schwarzem Stretchstoff ;)

    Es ginge übrigens ganz einfach: Man übernimmt für alle international geschossenen Disziplinen einfach das ISSF-Regelwerk in einer zertifizierten Übersetzung. Das würde es auch für unsere Spitzensportler leichter machen, wenn auf der DM in München die gleichen Regeln gelten wie in Stockholm, Pilsen oder Dushanbe. Das wäre "Liste I" für international.

    Für alle anderen deutschlandweit geschossenen Disziplinen würde sich dann eine entsprechende "Liste A" (analog der Liste B der LV) basteln lassen, die sich an die ISSF-Regeln anlehnt.

    Wie kann da ein Zettel von 2018 noch Gültigkeit besitzen, wo doch die Sportordnung seit dem schon zig mal überarbeitet wurde?

    Ich finde diese Praxis mit den "Der Kampfrichter weiß das"-Zetteln extrem unprofessionell. Man kann ggf. Unklarheiten einer gültigen Sportordnung "erklären" --> "Wille des Gesetzgebers war ..." aber nicht komplett neues und von der aktuellen SpO abweichendes Recht schaffen.

    Und dann müßten diese "Hinweise" auch 1:1 Eingang in die SpO der nächsten Jahres aufgenommen werden - ansonsten schlägt nämlich SpO 2023 den Zettel von 2018. und genau so würde ich im betreffenden Fall als KaRi entscheiden, wenn auch im Zweifel FÜR den Schützen.

    Herr Fournier mag viel für den Schießsport getan haben - aber vieles davon war nicht gut.

    In der Juristerei gibt es bestimmte Grundsätze:

    - Rechtssicherheit (Vertrauensschutz) --> Der Bürger soll sich auf die bestehende Rechtslage verlassen dürfen, um zu wissen, wie er sich zu verhalten hat und um für die Zukunft planen zu können. Wichtig ist hier das sog. Rückwirkungsverbot.

    - Bestimmtheitsgebot --> Normen müssen für den Adressaten so verständlich sein, dass dieser sein Verhalten danach ausrichten kann.

    - Normenklarheit verlangt, dass der Normadressat (Schütze, nicht KaRi!) den Inhalt und die Anforderungen von Gesetzen (SpO) auch ohne spezielle Rechtskenntnisse auf einfachem Wege feststellen können muss. (also Blick in die Sportordnung, nicht in den Tiefen der Homepage des BSSB)

    Zum Thema - meine persönliche Ansicht, die niemand teilen muss:

    Sportschützen - egal, welcher Couleuer - haben erstmal nichts mit dem Sicherheitsapparat unseres Staates zu tun (hofft man wenigstens).

    Sportlich schießen ist etwas ganz anderes als Verteidigungsschießen. Das ist auch sehr klar im WaffG und in den einzelnen staatlich anerkannten Sportordnungen verankert.

    Wer also fordert, dass Sportschützen polizeiliche Aufgaben übernehmen sollen, "weil sie im schießen trainiert sind" sollte erst mal nachdenken, bevor er den Mund aufmacht. Unabhängig von seiner politischen Grundeinstellung. Denn Polizeiarbeit ist mehr als Regeln befolgen und schießen können. Hoffe ich zumindest, denn wenn nicht, wären wir sofort in einem totalitären Staat.

    Aber viele sprangen brav über das hingehaltene Stöckchen. Btw Regeln: Wer sinnlose Regeln befolgt, ohne sie zu hinterfragen, schickt auch mal schnell den Nachbarn ins Gas, wenn das eben die aktuellen Regeln sind.

    Zitat


    Uns gehen die Nachwuchsschützen in den DSB Disziplinen Luft und KK aus.

    PS komme gerade aus München zurück und hatte (dieses Jahr leider nur) 8 Nachwuchssportler am Start mit insgesamt 11 Starts, wenn ich nichts vergessen habe. Eine Bronze im Einzel, eine Silber mit der Mannschaft, mehrere Drittelmedaillien. Die Erwachsenen nicht mitgerechnet. Hoffe, nächstes Jahr qualifizieren sich mehr von unseren Kids!