Beiträge von Califax

    Zu Murmelchens Ausführen bezüglich der Ausnahmegenehmigung und des Ärztlichen Zeugnisses: Vollkommen korrekt, das sollten sich die, die es betrifft, ausdrucken und zum Gespräch mitnehmen.
    Vor allem die "Soll"-Bestimmung bindest den Sachbearbeiter.

    Zu der Sache mit dem Laser als "Scatt für Arme": Ich würde das auch sehr begrüßen, wenn es erlaubt wäre - hätte der hinter dem Trainierenden stehende Trainer doch sehr einfach Anhaltspunkte, was da wirklich mit der Waffe gerade passiert. Insbesondere bei Anfängern oder solchen "Spezialisten", die eher den Scatt-Rahmen treffen würden als die Scheibe. Da aber hier das Zeil beleuchtet wird, an einer Waffe leider hundepfui in Deutschland. Es sei denn, man bekommt eine Ausnahmegenehmigung dafür. Rechtsgrundlage WaffG, Anhang, Verbotene Gegenstände.
    Als vor vielen Jahren die Reflexvisiere rauskamen, herrschte da auch sehr große Verwirrung - bis die Obrigkeit endlich begriff, daß der rote Punkt gar nicht bis zum Ziel leuchtet. Aber ein Laser unter einem als Waffe im Sinne des WaffG klassifizierten Sportgerätes geht leider nicht. Auch nicht, wenn die Kartusche fehlt oder ähnlich. Unter einem Besenstiel, an den man einen Matchabzug und eine Matchvisierung gebaut hat, schon. Und das sind diese Laserzielschießsysteme.

    Und die Jungschützen unter 12/10 Jahren könntest du auch mit Airsoft 0,5J binden.


    Ich habe da schon einige Euronen versenkt. Ich habe noch nicht eine einzige Softair„Waffe“ (Pistole) bis max. 0,5 Joule gefunden, die auch nur die Spur was getaugt hat. Nicht nur vom Abzug, nein rein von der Präzision auf poplige 5 Meter. Und wenn doch, dann war sie innerhalb eines Achteljahres kaputt. Es gibt nur Schrott in dieser Klasse auf dem Markt. Oder kennst Du da was Vernünfigens, Wertiges? Ich wäre bereit, gern einen Hunni zu blechen, wenn ich die Garantie hätte, auf 5 Meter MIT EINER SOLCHEN PISTOLE sicher einen Lupi-Spiegel treffen zu können und daß das Ding auch ein paar Jahre hält.

    Genau da liegt ja das Problem im Normalfall: eine Scatt-Anlage müsste normalerweise mit einem "Dummy-Gewehr" genutzt werden. Selbst das Kartusche entfernen macht aus einem Luftgewehr noch immer keinen anderen Gegenstand. Das ist recht dünnes Eis (meines Erachtens)


    Sehe ich nicht so. Es geht doch darum, daß Kinder unter 12 keinen „Umgang“ mit Waffen haben dürfen. Haben sie aber nicht, solange der Trainer Herr des Geschehens bleibt – und die Kinder nicht schießen!

    Zitat

    WaffG, §1 Abs. (3) Umgang mit einer Waffe oder Munition hat, wer diese erwirbt, besitzt, überlässt, führt, verbringt, mitnimmt, damit schießt, herstellt, bearbeitet, instand setzt oder damit Handel treibt.

    Danke Carcano, jetzt verstehe ich deine vorigen Ausführungen besser.

    Trotzdem werde ich persönlich weiter die Kinder- und Jugendarbeit leisten. Wenn dabei Top Schützen erhalten bleiben (die ich dann, wenn sie soweit sind, nie selbst trainieren werden darf), würde ich mich wie bei einem Lottogewinn fühlen. Nur ist mein eigener Beweggrund eher die Erhaltung eines möglichst großen Pools an leistungsorientierten Mittelklasseschützen, da diese unser Hobby auch noch über längere Zeit erhalten lassen. also ein ganz anderer Ansatz als der, daß nur Olympia-Medaillengewinner überhaupt was wert sind.
    Und ja, hier hat user AxelA auch nicht ganz unrecht. Wenns um reine Ökonomie geht, sollte man sich grundsätzlich auf das Klientel 25+ konzentrieren. Oder noch älter. Die haben Geld, die haben ihr Leben im Griff. Aber vielleicht bin ich auch durch meine pädagogische Ausbildung ein wenig befangen.

    Die nehme ich immer, wenn unsere Preßluftflaschen nicht mehr genug Druck bringen und ich es noch nicht geschafft habe, diese wieder nachzufüllen.
    Aber es ist eine elende Schinderei, die meistens an mir hängen bleibt:
    Die rel. einfache Pumpe, die sich in meinem Besitz befindet, benötigt auch eine gewissen Schwungmasse, um 200 Bar auch wirklich zu erreichen. Wohl darum haben nicht wenige Pistolentrainer ein mehr oder weniger ausgeprägtes Feinkostgewölbe, könnte ich mir vorstellen.
    Es gibt aber auch Doppelhubpumpen, da kann man die notwendige Kraft gegen geringeres Pumpvolumen pro Hub substituieren. Die können auch von weniger athletischen jugendlichen Schützen bedient werden. Sagt zumindest die Werbung.


    Spitzenleistungen im Schießsport als solche lassen sich heute sehr gezielt produzieren und ggf. einkaufen. Etliche Länder in Asien machen uns das gerade vor.

    Dann verstehe ich deine Replik auf FritzHer nicht:

    Zitat

    Nachwuchsleistungssport in diesem Bereich (in Gymnastik mag das anders sen) hat erst einmal nichts mit Kindern zu tun. Sollte es auch gar nicht.

    Aber der Nachwuchs für den Spitzenleistungssport muß doch als kleines Pflänzchen - also im Schüler- und Jugendbereich angelegt, gehegt und gepflegt und auch ausreichend begossen werden. Und beim Letzten meine ich nicht die Roten Nasen. Vorausgesetzt, man will überhaupt Spitzenleistungssport.

    Gerade in asiatischen Ländern, so habe ich das zumindest verstanden, wird schon im sehr jugendlichen Alter mit dem Training geklotzt. Wer dann nicht den Leistungserwartungen standhält, wird ausgesiebt. Ich kenne persönlich eine chinesische Sportschützin (nur leistungsorientierter Breitensport, da aber sehr aktiv und erfolgreich), die hat als Kind in ihrer Heimat erstmal ein Jahr Ziegelsteine in sportlichen Anschlag bringen dürfen, bis sie das erste Mal eine Waffe anfassen durfte.

    Ich glaube, ich muß erst mal die von dir verlinkte Arbeit in ruhe durchlesen (und verstehen), damit wir hier nicht aneinander vorbei reden.

    Kann ja niemand was dafür, dass ihr nicht weit genug blicken könnt.

    Zu diesem dümmlich-arroganten Statement fällt mir nicht mehr allzuviel ein - außer:

    Von gelebter Toleranz im Sinne "Alles, was mit Schießsport, Jagd und Waffensammeln zu tun hat, muß zusammenhalten und sich gegenseitig unterstützen" hältst du anscheinend auch sehr wenig.
    Bärendienstleister gibt es in allen Fraktionen. Auch im Segment der dynamischen und Großkaliberschützen (zu denen ich mich auch zähle).

    wieso braucht man denn überhaupt so ein untaugliches Zeug, wenn man doch mit den Sondererlaubnissen vor Ort keine Probleme hat?


    Zum Bleistift, wenn man einen Neuling hat, der in einem knappen halben Jahr 12 wird. Dann sind Aufwand, Zeit und Kosten für eine Ausnahmegenehmigung unökonomisch. Ihn aber überhaupt nicht zu trainieren hieße, ihn zu verlieren.

    Sicher keine schlechte Sache.
    Nur haben wir wegen unserer permanenten Jugend- und Pressearbeit (auch im sportlichen Bereich der Nicht-DSB-Schützen, wo wir auch recht erfolgreich sind) dafür keine freien Valenzen.

    Auf gut Deutsch: Was mit dem "Tag der Schützenvereine" auf einen Tag fokussiert wird, machen wir ständig. Jede Woche. Jeden Monat. Darum kommt dann auch zu dem besagten Tag nur ein marginaler Rest an Interessenten, die noch nicht da waren. Für uns verschwendete Energie.

    BTW: War vor Kurzem "im tiefen Westen" auf Lehrgang. Als gebürtiger Ossi kam man während seiner Schulzeit nicht mit "Trimmy" in Berührung (wir hatten dafür Wehrsport und vollautomatische Kleinkaliber-Maschinenpistolen, auch ganz nett). Die aus den Gebrauchten Bundesländern kommenden Lehrgangsteilnehmer äußerten sich eher negativ zu Trimmy: "Der hat uns schon als Kinder gequält". Was ist da dran?

    Ein sehr erfahrener A-Trainer Pistole sagte mir letzens, das 2009er Technikleitbild von Andreas Trommer (BSSB) nicht so sehr dem Stand der Zeit entspräche.
    Aber alles, was von Ralf Sch. zu diesem Thema veröffentlicht wurde, wäre lizensiert und damit nicht "frei".
    Hat da jemand was aktuelleres / besseres?

    Angenommen es findet sich ein brauchbares Auswahlverfahren, ist die Frage doch eher wer sich in unserer Gesellschaft dann den Entbehrungen einer Sportlerlaufbahn unterwerfen will?

    Da gebe ich dir uneingeschränkt recht. Auch auf deine obige Anmerkung bezüglich des notwendigen Einverständnisses des jugendlichen Talents, sich in ein derart fremdgesteuertes Hamsterrad für mehrere Jahre einsperren zu lassen. Wir leben ja nicht in China. Und nur Weniges ist vergänglicher als der Ruhm der Sieger des Vorjahres - zumindest in weniger zuschaueraffinen Sportarten.

    Was die Sichtung auf Landeskaderebene angeht, haben wir zumindest im Pistolenbereich in Hessen ein Problem. Zur Sichtung müssen die Vereine die Nachwuchsschützen anmelden. Viele Vereine wissen gar nichts davon, weil der Ablauf sehr gut auf der Internetseite des Verbands versteckt ist. Nur die auf diesem Weg angemeldeten Schützen werden zur Sichtung eingeladen. Es gibt keinen aktiven Sichtungsprozeß im Verband, sondern nur diesen passiven durch die Meldung der Vereine. Nachwuchsschützen mit guten Leistungen auf der Landesmeisterschaft oder Deutschen Meisterschaft ohne entsprechende Meldung zur Sichtung bleiben so außen vor. Das ist aus meiner Sicht nicht akzeptabel. Wer also als vielversprechender Nachwuchspistolero im falschen Verein ist, der kommt nicht in den Landeskader.

    Sorry, aber daß Nachwuchsschützen, die auf Landes- und Deutschen Meisterschaften sehr gute Plätze bringen, aber nicht von ihrem Verein an den Verband gemeldet sind, den Landestrainern partout nicht auffallen sollten, kann ich mir einfach nicht vorstellen. In unserem Landesverband kennt man jeden guten Nachwuchsschützen, der auf überörtlichen Wettbewerben (also auch landesweites Pokalschießen etc.) positiv aufgefallen ist.

    Zitat

    Dazu kommt noch dass durch Änderungen beim DOSB die Weiterbildung eben auch bei "fremden" Verbänden gemacht werden kann und die Lizenzangeblich auch beim DOSB geführt und verlängert werden kann.


    Aber doch nur bei Verbänden, die dem DOSB angehören?
    Den sportartübergreifenden Teil der Trainerausbildung haben wir alle bei uns beim Kreissportbund abgelegt.

    Heute gerade erfragt. Der Landestrainer (!) unseres Verbandes kannte 4-5 B-Trainer und hatte keinerlei Anhalt - nicht einmal schätzungsweise - über die Anzahl von C-Trainern ...


    Und wie wollen die die alle paar Jahre fälligen Lizenzverlängerungen managen, wenn sie nicht mal wissen, wer eine Lizenz hat?
    O tempora, o mores!

    In unserem Landesverband müßte das nachvollziehbar sein, da der Trainerstatus incl. Ablaufdatum jedes Jahr aufs Neue auf den Mitgliedsausweis gedruckt wird.

    Erfasst sind ja meist schon auf Kreisebene nur die Trainer die auch "bezahlt" werden, wenn willst Du dann als Trainer zählen: mit gültiger Lizenz und Tätigkeitsnachweis,nur mit gültiger Lizenz,auch noch ausgebildete Trainer mit abgelaufener Lizenz,auch Leute mit fremder Lizenz

    - Trainer mit gültiger Lizenz müßten bei vernünftiger Buchhaltung des LV identifizierbar sein- solche mit abgelaufener Lizenz ggf. auch - aber die fallen eh durchs Raster- Tätigkeitsnachweise - na, komm ... das ist Schmarrn. Das ist sicher nirgendwo wirklich dokumentiert, und wenn, nicht unbedingt wahrheitsgemäß.- fremde Lizenzen gelten sowieso nicht, wenn sie nicht in geltende umgeschrieben sind, soweit überhaupt möglich. Was hast du da konkret für Beispiele?

    Wo fängt Leistungssport an? Doch nicht im Kindesalter und erst recht nicht im Schießsport? Oder doch - unter welchen Bedingungen?


    Sprechen wir in dem Bereich am besten von „leistungsorientiertem Breitensport“. Der Leistungssportler kristallisiert sich ggf. dann da raus. Oder eben nicht.Waffenrechtlich ist natürlich jeder Wettkampfsport Leistungssport, sportpolitisch und mit gesundem Menschenverstand eher nicht. Man muß also vorher definieren, was man genau mit dieser oder jener Vokabel meint.

    Und wie löst du das Problem der limitierten Ressourcen um ALLE Zielgruppen anzusprechen?


    Ich persönlich habe schon mehrere zahlungskräftige Erwachsene für den Schießsport begeistert und diese sind dann auch Vereinsmitglieder geworden. Ohne genau diese Basis ist Kinder- und Jugendarbeit nicht finanzierbar. Das weiß ich. Ich selbst bin ja auch erst im schon fast greisenhaften Alter von weit über 30 zum Schießsport gekommen.

    Tja, wie begeistert man Erwachsene? Erstens, man muß selber brennen, um Feuer weiter geben zu können. Dann kommt es auf die Interessenlage des zukünftigen Mitgliedes an.

    Ist es ein Elternteil unserer Nachwuchsschützen? Wenn ja: Die Wänster brauchen irgendwann (ab 14) ein erlaubnispflichtiges Sportgerät. Vereinswaffen sind Bäh. Was tun? Eintreten, Sportschütze werden, Sachkunde, WBK – und Spaß dran finden.

    Ist es ein „normaler Mensch“ – mitnehmen, schießen lassen, was er/sie will, erklären, unterstützen, coachen – und das breite Grinsen genießen. Irgendwann die Früchte in Form eines Aufnahmeantrages ernten.Hilfreich dabei ist natürlich der eigene Standschlüssel und ausreichend diverse Hardware.

    Um jemand für eine Mitgliedschaft in einem Sportschützenverein gewinnen zu können muss dem Interessierten ein Angebot gegenüberstehen, deren Annahme ihm einen Mehrwert verspricht, grundsätzlich seine Erwartungen und Bedürfnisse erfüllt.


    Das kann ich 100% unterschreiben und gilt für JEDES Neumitglied, egal ob im Kinder- Jugend- oder Erwachsenenalter.

    Ich kann auch AxelAs Hinweis nachvollziehen, denn Kinder und Jugendliche bringen dem Verein kurzfristig selten Kohle rein, sondern kosten auch noch Zeit, Geld und sonstige Ressourcen. Dann springen sie auch noch ab, sobald die Lehre oder Studium anfängt ... und kehren eventuell und mit viel Glück so im Alter von 25 bis 50 zum Schießsport zurück, aber bei einem anderen Verein, dann noch eventuell sogar außerhalb des heiligen DSB... Ojeh!

    Nein, wir müssen natürlich mehrgleisig fahren, um dem potentiellen Neumitglied, wie Wilhelm anmerkte, einen Mehrwert zu versprechen - immer mit dem Ziel der langfristigen Erhaltung unseres Hobbies / Sportes - und somit der Vereine, der Schießstände ...

    Für die WERBUNG neuer Mitglieder im Kinder- und Jugendalter kommen dann aber auch noch die Wünsche und Bedürfnisse der Eltern hinzu, die bedient werden müssen. Denn sie bezahlen dafür ja einen gewissen finanziellen Beitrag, müssen ihre eigene Zeit und Freizeit neu planen ("Tourniertrottel"), ggf. Sportausrüstung finanzieren usw. usf.

    Eltern bekommt man gut mit dem ständigen Verweis (über verschiedene Medien!), daß der Schießsport ein Konzentrationssport ist, der die Koordinationsfähigkeit, Konzentration und das Erlernen komplexer Abläufe auch außerhalb des reinen Schießsportes fördert. So mancher schlechte Schüler konnte sich bereits durch diesen Sport auch schulisch verbessern. Das kann der Schießsport wesentlich besser als zum Bleistift Fußball. Es gibt wohl kaum einen Sport, der das besser kann, nicht mal Schach. Man muß das nur in die Köpfe reinbekommen!

    Und dann muß man die Kinder nur noch begeistern. Ein Kinderspiel!

    Er ruhe in Frieden und ein herzliches Beileid seinen Angehörigen und engen Freunden!
    Seinen Blog habe ich regelmäßig und gern gelesen, auch wenn ich nicht in jedem Punkt mit ihm meinungsmäßig übereinstimmte.
    Ein streitbarer Geist für unsere Sache ist leider von uns gegangen.