Beiträge von Carcano

    Mag sein, das sind aber die falschen für uns.

    (...)

    Ältere haben es im LG / LP Bereich einfach wesentlich schwerer in die Nachwuchskader zu kommen und damit einfach andere Möglichkeiten zu haben (andere Trainer, andere Wettkämpfe, etc.).

    Das erstere könnte durchaus sein. Denn das zu beurteilen, obliegt sicherlich Dir und nicht uns hier.

    Aber die Richtigen gibt's nicht.

    Also finde Dich damit ab, oder ändere Deinen Ansatz.
    Fertig.

    P.S.:
    welcher nicht total verblödete, sozial gescheiterte Geek unter den 9-14jährigen hätte das vorrangige ZIEL in diesem Alter, in einen "Nachwuchskader" zu kommen, und ginge deshalb in einen Schützenverein? Eben.

    Carcano

    Dann werdet Ihr es sehr schwer haben mit der Attraktivität. Junge Leute haben Interesse am "richtigen" Schießen; so bringt man sie in den Sportbereich, und darin dann natürlich u.a. auch zu Luftdruckwaffen. So herum - und NICHT umgekehrt.

    Mein Verein schreibt demnächst eine Talentsuche im Nachwuchsbereich aus. Zielgruppe: Kinder/Jugendliche im Alter von 9 bis 14 Jahren, die bisher bei keinem Schützenverein gemeldet sind. (...)

    Ziel der Talentsuche ist es natürlich neue Mitglieder zu bekommen. Wir nehmen immer an Ferienprogramm, Jugendtag, etc. teil - das Resultat ist aber leider ernüchternd. Daher läuft unsere Talentsuche über drei Monate hinweg.

    Wenn ihr Nachwuchs sucht (auch wenn das z.Zt. vorrangig Kinder und Jugendliche sind) dann werdet ihr genau DANN Nachwuchs finden, wenn ihr den potentiellen Interessenten perspektivisch (!) bald mehr bieten könnt als Lichtschießen und Luftdruck. Wenn das der Fall ist, dann klappt es auch deutlich leichter.

    Viel Erfolg,

    Carcano

    Also auf DSB Landesmeisterschaften ist dies leider nicht üblich. Vielleicht kann der österreichische ISSF Freund die stellen im Regelwerk benennen wo die Qualitätssicherungsmaßnahmen für die Prüfungen beschrieben werden.

    Aber ich fürchte, da kommt nichts. Und nein, ich such nicht selbst.

    Aus dem aktuellen ISSF-Regelwerk, Seite 266:

    6.5 GAUGES AND INSTRUMENTS

    a) Each Organizing Committee must provide a complete set of gauges and

    instruments for Equipment Control during ISSF Championships;

    b) A detailed list of Equipment Control Instruments that are required for conducting

    Equipment Control tests and the requirements and specifications for those

    instruments is available from ISSF Headquarters;

    c) The ISSF Technical Delegate or the Chairman of the Equipment Control Jury

    must examine and approve all gauges and instruments prior to the competition;

    d) Calibration test equipment for use in examining Equipment Control instruments

    is available from ISSF Headquarters and must be used to calibrate testing

    instruments before each day of testing and when a disqualification is considered

    during post-competition testing (Calibration Report Forms are available from

    ISSF Headquarters); and

    e) The measuring devices used to test the thickness, stiffness and flexibility of

    athletes’ clothing must be constructed according to this rule (see Rule 6.5.1

    below) and be approved by the ISSF Technical Committee.

    In Kreis-, Gau- Bezirksmeisterschaften mag das sicherlich einmal vorkommen. Ich hoffe indessen, dass in einem World Cup in Deutschlands größter Schießanlage, der nach ISSF-Regeln abläuft, auch tatsächlich geeichte Waagen verwendet werden. Ich denke, dass der betroffene Schütze bzw. dessen Trainer sonst auch Protest eingelegt hätte. Oder er hat's, und der Protest wurde geprüft und zurückgewiesen?

    Carcano

    Ja, und so dürfen wir uns nun alle an den weisen Worten von Gerhard Furnier laben und sie in uns nachhallen lassen (ab ungefähr Minute 2:14).
    Aeplys Mimik und Grimms lachende Verlegenheit sprachen eine deutliche Sprache. Ich denke, aus den beiden beiden Missgeschicken von Maximilian Dallinger und Philipp Grimm kann jeder Schütze eine (sc. doppelte) Lehre für sich selbst ziehen.

    Carcano

    Ich finde es sehr wichtig, dass sich die Disziplinen den Denkstrukturen anpassen. Ihr seit im WSB also auf dem richtigen Weg.

    Mit der Grundaussage hast Du da ja nicht unrecht. Zum Beispiel die Landesverbände mit einer sehr kleinen "Liste B" haben die ja auch aus bestimmten emotionalen Gründen so schmal.

    Aber speziell zum Auflageschießen: der WSB gehört nun einmal zu denjenigen Landesschützenverbänden mit einer erheblichen Anzahl von Brauchtums- und Traditionsschützen. Daran ist ja auch überhaupt nichts Schlechtes, die tragen und finanzieren den sportlichen Betrieb.

    Zudem kommt im WSB wie in allen anderen Verbänden die demographische Verschiebung hinzu (Überalterung).

    Wenn nun unter diesen Vorgaben der WSB versucht, seine vielen Nur-Auflageschützen nicht nur auf ihrer lokalen (Vereins-)Ebene zu lassen ("Monatsabschießen" und wie immer das heißen mag), sondern sie sportlich auch überregional zu integrieren, und das nicht erst ab dem Seniorenalter, dann finde ich soweit diese Überlegung nicht falsch. Auch wenn man als "Freihandschütze" vielleicht sportlich etwas darauf herabsehen mag - aber lasst sie doch, sie lassen Euch doch auch!

    Carcano

    Califax und Strindberg haben sich die Mühe nützlicher und nachvollziehbarer Schilderungen gemacht, die ich in vielen Punkten teilen würde. Dankeschön an beide !

    Es geht hierbei ja auch nicht darum, den Einen Richtigen Weg mit dem Einzig Wahren Wundermittel ("Echtes Schlangenöl ! Original Italiänischer Theriak !! Das Wahre Universalspezifikum !!!") zu missionieren; den und das gibt es so oder so nicht.

    Wohl aber gibt es viele eindeutig FALSCHE Herangehensweisen oder Praktiken, über die Schützen besser Bescheid wissen sollten. Angefangen mit der unsäglichen Boresnake, dem unwürdigen und deutlich schlechteren Nachfolger der militärischen Reinigungsschnur und Reinigungskette.
    Das Problem ist, dass es da weithin nicht nur an detaillierterem Sachwissen, sondern sogar an Elementarwissen fehlt, und zwar auich bei Leuten, die es wissen sollten (z.B. Büchsenmachern oder renommierten Schützen mit Meistertiteln).

    Bevor man beginnt zu reinigen, zu schmieren und zu pflegen (konservieren), sollte man sich darüber klar werden, mit welchen Belastungen und Anforderungen man es zu tun hat. Für Öle und Fette gilt generell: "wenig hilft viel - zu viel hilft wenig". Und ständig gebrauchte Sportwaffen brauchen keine Konservierung (wie z.B. Sammlerwaffen), die stört nur.

    Luftdruckwaffen:

    Sind äußerst pflegearm. Wer mag, kann etwaige Dichtungen alle ein-zwei Jahre mit sparsamstem Auftrag eines Pflegemittels behandeln (Empfehlung am besten im Werk erfragen); wirklich nötig ist das nicht. Die Laufseele wird durch den Graphitauftrag der Geschosse bei jedem Schuss neu geschützt. Wer ein Luftgewehr im meeresnahen Untergeschoss eines Leuchtturms für mehrere Jahre ungenutzt aufbewahren will, mag an einen Öl- oder Fettfilm im Lauf denken, sonst aber bitte NIEMAND. Auch die VFG-Filzpellets zum Durchschießen sind reine Geldverschwendung und vollkommen (!) sinnfrei.

    Sinnvoll ist es dagegen, einmal im Jahr die Visierung über die ganzen Verstellbreiten hin einmal in die eine und einmal in die andere Richtung zu verdrehen, bevor sie wieder auf Ausgangszustand gesetzt werden; damit die Schmierung nicht verhärtet. Ähnlich wie bei Optik. Das verbindet man dann auch zweckmäßig mit dem Studium, wie sehr sich soundsoviele Klicks auf die Trefferlage auswirken. Denn vielzuviele Schützen trauen sich nicht, die Visierung zu verstellen. Die obige kleine Übung verschafft Zutrauen dazu.
    Ansonsten: Nach jedem Handhaben mit einem schwach (!) ölgefeuchteten Läppchen die sichtbaren Metallteile abwischen. LP-Kompensatorreinigung halte ich (anders als bei Feuerwaffen) für überflüssig, lasse mich aber gern belehren, wenn jemand andere konkrete Erfahrungen gemacht hätte.

    Kleinkaliberwaffen (vorrangig .22 lfB/lr):

    Die Verschmutzungstypik ist eine DEUTLICH andere als bei Großkaliberwaffen. Das muss man wissen, und die Reinigung und Pflege entsprechend darauf einstellen.

    - Die Laufseele braucht i.d.R. NICHT gereinigt zu werden, allenfalls mit trockenem Durchbürsten, wenn man subjektiv findet, dass eine bestimmte Patronensorte arg viele Verbrennungsrückstände hinterlassen hätte. Jede Reinigung stört das Schußbild und die Trefferverteilung und es kann (ja nach Waffenlauf und Munition) etlicher Schüsse bedürfen. bis der Lauf sich wieder normalisiert hat. Grund ist die fast stets vorhandene Beschichtung der Geschosse, wobei es von einem weichen fast flüssigen Öl-Fett-Auftrag (Lapua und Schönebeck) über zähere Fettung (Talg und Bienenwachs; so bei Eley, älteren Lapua, älteren RWS) über Hartwachs und Gleitlack alles gibt. Extrem selten sind gänzlich unbeschichtete Geschosse (sehr alte S&B, einige wenige Pobjeda-Chargen).

    - Sehr alte KK-Läufe (älter als 60 Jahre) kann man allerdings grundreinigen, wenn die Präzision gar nicht zu stimmen scheint; denn antike Läufe können tatsächlich mal mit Blei zugesetzt sein. Dann sind Bronzebürsten und Chelate das Mittel der Wahl. Danach muss die Laufseele dann wieder ihren Geschosseintrag erhalten.

    - KK-Selbstladewaffen (Pistolen und Gewehre) und Revolver verschmutzen schnell und stark. Grund: unverriegelter Masseverschluss einerseits, wo viel nach hinten ausgeblasen wird, Trommelspalt beim Revolver andererseits.
    Dies sind Verbrennungsrückstände von Pulver und (i.d.R. bleihaltigem, also giftigem) Anzündsatz sowie reichliche Reste von Geschoss- und Hülsenfettung. Manche Waffen sind fast völlig unempfindlich dagegen (Hämmerlis z.B. und andere Waffen mit nach oben offenem Schlitten), andere zicken schnell (Walther SSP hatte zumindest anfangs diesen Ruf, auch MG ist etwas reinigungsintensiver).

    Grobe sichtbare Verbrennungsrückstände werden am besten mit einem steifen Borstenpinsel oder einer alten Zahnbürste vorentfernt - und zwar ohne (!) sie erst mit Öl oder Fett zu einer Pampe mit Abrasivwirkung anzurühren und diese gleichmäßig zu verteilen (leuchtet irgendwo sein). Auch eine Pressluftsprühdose kann dafür hilfreich sein.

    Danach sollten innere Metallteile m.E. nur sehr sparsam geölt oder gefettet werden (also NICHT "voll fett einsprühen und langsam abtropfen lassen"), weil der gesamte zukünftige Schmutz sonst anbabbt (schwäbisch: "hebt") und sich verlässlich immer mehr und immer schleifender ansammelt. Gerade die an sich sehr robuste Walther GSP zickt bei Überölung gerne.

    WD40 ist als Sprüh-Reinigungsmittel zumal für unzugängliche Ecken durchaus brauchbar, sollte nach dem Sprühen aber möglichst wieder abgetupft werden.

    Den Abzug von KK-Waffen lässt man mit Mittelchen völlig in Ruhe, hier kann man nichts verbessern und alles versauen. Aus dem gleichen Grund auch keine Ultraschallreinigung (Gründe dafür siehe das Posting von no.limits über Morini).

    BESONDERS zu achten ist bei der Reinigung von KK-Waffen auf:
    - Bereich unter der Auszieherkralle (mit Bürste oder Zahnstocher oder Streichholz);

    - Gängigkeit des Ausziehers (muss sich gegen den Federdruck leicht etwas abheben lassen)

    - Randausnehmung des Stoßbodens im Verschluss (mit Zahnstocher oder geeignetes spitz-scharfes Plastikstück) bzw. die Hülsenbodenvertiefungen in manchen Revolvertrommeln
    - Unterseite des Auswerfersterns und korrespondierende Gegenfläche der Trommel bei Revolvern

    - Zuführrampe bei Pistolen, und deren Seiten

    - Innenseite der gewölbten Magazinlippen, wie überhaupt der Magazinkörper (unglaublicher Drecksammler)

    - Schlagbolzenbohrung im Verschuss (setzt sich typischerweise mit Schmutz zu und verlangsamt dann u.U. den Schlagbolzenfall; regelmäßig alle 1000 Schuss durchpusten, mit Luft oder WD40)

    - Patronenlager (der einzige Laufbereich, wo die Bronzebürste sinnvoll ist, dort auch dann Chelat-Einsatz; keine ammoniakhaltigen Mittel, kein Robla; normales Öl bzw. CLP-Mix kann dafür zu wenig sein). Es verschmutzt bei Pistolen schnell und Rückstände an der Patronenlagerwand sind insbesondere bei eng bemaßten Matchpistolen die Ursache Nr. 1 für Ausziehverlangsamungen, wieder eingeschobene Hülsen (Stecker), Auswerfhemmungen und sonstige Störungen)

    - Unterseite der Rahmenbrücke des Revolvers am Trommelspalt, dort lagert sich oft ein Bleistreifen an, der dann weiter anwächst. Entfernen mit Bronzebürste
    - Nicht vergessen: guter Handschutz beim Reinigen (Latex-Einweghandschuhe).

    (Kann fortgesetzt werden)

    Aus Erfahrung sage ich, dass LP's ohne oder nur mit sehr begrenzten Einstelloptionen nur bedingt etwas für Unerfahrene sind.

    Ich sage hingegen, dass LP's mit sehr vielen und fast unbegrenzten Einstellmöglichkeiten nichts für Unerfahrene sind.

    Wie ja auch schon die Berichte von Nutzern in diesem Forum anschaulich bewiesen haben, zuletzt vor wenigen Tagen.

    Hau raus...

    Ich habe einen ziemlich großen Anfall an (zumeist älterer) .22 lang Z (US-amerikanisch auch .22 CB und nicht mit der echten fast ausgestorbenen .22 long zu verwechseln) und da ich brave Munition nicht verkommen lassen möchte, verschieße ich die dann auch mit dem Revolver in dafür geeigneten Trainingselementen oder Disziplinteilen (etwa der DSU - siehe z.B. deren K 15). Außerdem wird sie für Anfängereinstieg auf kurze Distanz eingesetzt.

    Die verschiedenen Hersteller und Lose werden natürlich alle auf 25m vorgetestet. Ergebnisse dieser Tests über die Jahre:
    - Die Präzision ist nicht nur von Hersteller zu Hersteller, sondern auch von einzelnem Los zu einzelnem Los extrem verschieden. Zum Beispiel die eine RWS .22 Z hat auf 25 m weite Streuung, fast übers ganze Schwarze der 25m-Pistolenscheibe, die andere hält einen Streukreis in Größe der 9.
    - Keine einzige Z- bzw CB-Munition schießt auch nur annähernd so gut wie selbst mäßige .22 lfB (.22 lr).
    - Die Munition schmutzt sehr stark.

    Carcano

    Mag ja alles sein. Aber wenn jemand seine Waffe putzt, dann macht er das was nötig ist, ohne sich groß Gedanken darüber zu machen

    Wenn er oder sie sich keine Gedanken gemacht hat, dann macht er/Sie es falsch -- und macht genau deshalb eben NICHT das was NÖTIG ist.

    Sondern kippt zum Beispiel mit Gusto Ballistol in sein LP- oder LG-Abzugssystem, oder scheuert seinen KK-Lauf nach jedem Schießen blank. Oder lässt seinen .357er-Lauf mit Blei zuwuchern bis die Geschosse mit 30 cm Streukreis quer ankommen. Oder schießt sein russisches / finnisches Ordonnanzgewehr mit Surplus, schiebt gleich danach die Boresnake mit WD-40 durch, und wundert sich, dass der Lauf trotzdem mit Rost erblüht wie ein Schrottplatz - er hat doch brav geputzt?

    So ist das.
    Dazu muss man aber die Grundprinzipien verstanden haben.

    Carcano

    Ihr meint das gleiche.

    NEIN.
    Ich meine den Unterschied zwischen Reinigung, Schmierung und Pflege. Viele hier verstehen nicht einmal den Unterschied dieser GRUNDBEGRIFFE.
    Geschweige denn, dass den jeweils unterschiedlichen Zielen und Zwecken auch unterschiedliche Mittel entsprechen. Abhängig von Waffe und Munition.

    Wollt ihr jetzt wirklich über sprachliche Unterschiede (...) streiten?

    Ja. Denn der sprachliche Unterschied denotiert einen WESENTLICHEN, ja zentralen Unterschied. Eine geputzte Maschine (für den Werksbesuch des Generaldirektors) ist eben gerade NICHT eine lege artis gereinigte Maschine.

    Und mit den Ländern hat das überhaupt nichts zu tun (Bohnen <-> Fisolen; Tomaten <-> Paradeiser), sondern allein damit, ob man die deutsche Sprache beherrscht, oder das Gegenteil von dem babbelt, was man beabsichtigt.

    Wer beispielsweise Pflegemittel und Schmiermittel nicht unterscheidet, der darf sich gerne Babyöl in den Motor kippen, und Lithiumfett ins Haar schmieren. Viel Vergnügen.

    Putzen tut man Uniformknöpfe am Schützenrock und die Kloschüssel. Manche auch die Zähne.

    Und Wegis Aussage war deshalb grundfalsch und undurchdacht, weil es sich bei den beiden vorgestellten Mittelchen Francesco Reppichs gerade even nicht - NICHT - um Pflegemittel handelt. Sondern um Schmiermittel.