Carcano. Sie meinen wirklich weil Sie den Status eines Anwaltes haben können Sie sich aufspielen wie der liebe Gott?
Der Liebe Gott ist, wie schon das Epitheton besagt, milde und gnädig.
Was du meinst, ist der Herr Gott Zebaoth.
Carcano. Sie meinen wirklich weil Sie den Status eines Anwaltes haben können Sie sich aufspielen wie der liebe Gott?
Der Liebe Gott ist, wie schon das Epitheton besagt, milde und gnädig.
Was du meinst, ist der Herr Gott Zebaoth.
Wie soll eine Minderheit eine Mehrheit "mitnehmen" können?
Das ist die Beschreibung von Politik. Und zwar in jedem System.
Zum einen ist es nicht das Thema des Threads, wiewohl durchaus im Forum erörterungswürdig.
Zum anderen: wer sich in so entsetzlicher, schier atemberaubender fachlicher und sachlicher Unkenntnis suhlt wie Jack Ryan, sollte wirklich den Schnabel geschlossen und die Ohren und Augen offen halten. Erst recht dann, wenn einige deutlich Kenntnisreichere ihn schon belehrt haben (der Vorzug des Netzes).
Carcano
Alles sehr niedlich (auch die Unbelehrbaren, weil Lernunwilligen), hat aber alles nichts mit dem Thema zu tun.
Zu dem ich nun zurückkehre.
Wie gesagt, gibt es 3 wesentliche Mündungsformen, nämlich die plane (gerade) Mündung mit minimaler Anfasung, die leicht angesenkte Mündung (das Beispiel von 11° kommt vor allem aus dem amerikanischen Bereich, es kann auch andere Ansenkungen geben) und schließlich die ballige oder abgerundete Mündung, wobei die Rundung dann die Fase ersetzt.
Meine Frage bezieht sich auf die Überarbeitung von Mündungen, insbesondere auf die Zurücksetzung oder auf die neue Anfasung. Vielleicht können wir hierzu Erfahrungen und Ergebnisse sammeln.
Carcano
Luftgewehrläufe "reinigt" man nicht.
Selfmade ist der einfachste und günstigste Weg bei voller Funktion. Be smart, DIY.
Nein.
Be smart.
Think.
Nein, ich habe beim besagten Begriff die unsägliche Original-Boresnake einschließlich ihrer chinesischen Kopien im Kopfe. Die angeführte Reichswehr-, Wehrmachts-, BGS- und BW-Kette dagegen ist zumindest für das G3 und dessen Vorgänger, das G1 (bei der Uzi war sie ein Problem) weit besser als ihr Ruf.
Bei Deiner 9mm-Pistole gibt es - anders als bei Jagdgewehren - keine Rechtfertigung für so ein Ding wie die Boresnake, nicht einmal in der irakischen Wüste oder im afghanischen Bergland. Denn ein Reinigungsstöckchen für den Lauf kann man immer und überall dabei haben, bei der TT-33 und der Lahti war es gleich schon im Holster in die entsprechenden Laschen eingeschoben.
Das sind sie in der Tat. Haben ich und andere schon oft erklärt. Die Bore Snake ist ein NOTBEHELF für die schnelle Reinigung unterwegs bzw. feldmäßig, wenn man keinen einteiligen Reinigungsstock / Putzstock dabei hat oder nicht haben kann. Dafür kann man sie - ebenso wie die Reinigungsschnur, wie sie in englischen und russischen Päckchen enthalten war - durchaus mal nehmen. Für die ständige Dauerreinigung ist das Ding fatal. Sogar mit Mündungsaufsatz (bei denen, die das hätten).
Carcano
Es ist ein nicht ganz seltenes Thema, und ist auch in amerikanischen Foren schon des Öfteren in der Vergangenheit diskutiert worden. Auch in der Literatur wird es immer wieder erwähnt, zumeist aber nur auf dem Level von Gerüchten und privaten Meinungen, bzw. des bei Waffen so häufigen "einer schreibt vom anderen ab".
Und zwar geht es um die Mündungsform und Mündungsausarbeitung von Lang- und Kurzwaffen (Gewehren, Pistolen und Revolvern). Die Frage bezieht sich allgemein sowohl auf Militärwaffen, als auch auf Jagdwaffen, als auch auf Sportwaffen. Innerhalb unseres Forums hier sind freilich vor allem Sportwaffen im Fokus.
Bekanntlich ist die Form und die Unbeschädigtheit der Mündung von hoher Bedeutung für die Präzision der Waffe. Selbst eine verhältnismäßig kleine, kaum sichtbare Beeinträchtigungen der Mündung kann sowohl die Trefferlage als auch die Trefferbildgröße entscheidend beeinflussen. Daher wird häufig empfohlen, die Mündung einer älteren, "gut gebrauchten" Waffe etwas "nacharbeiten“ lassen.
Bei militärischen Waffen war es eine nicht seltene Praxis (die auch heute fortgesetzt wird, aber in anderer Form und Technik, nämlich durch Mündungsfeuerdämpfer), das allerletzte Laufsegment an der Mündung gegenzubohren, also auszubohren. Und zwar nicht etwa nur bei beschädigten Waffen oder bei Waffen, deren Mündung durch dauerndes "Putzen“ (hier ist der schlimme Ausdruck endlich einmal berechtigt) einseitig ausgescheuert und erweitert worden war, zumal durch Reinigungsketten und Reinigungsschnüren, wie sie von sehr vielen Unkundigen und Unbelehrbaren heute wieder verwendet werden (Stichwort Bore Snake), sondern am Ende von vornherein schon bei der Lauffertigung solcher Waffen.
Typisch war dies für französische Gewehre 36/51, für russische und auch einige wenige finnische Waffen, und ab ca. 1944 auch für deutsche Waffen. Ein derartiges Ausbohren schützte von vornherein den Geschoßabgang vor Beschädigungen, weil die eigentliche Mündung dann ja zurückgesetzt im Waffeninneren lag.
Im sportlichen Bereich gibt es verschiedene Arten der Mündungsausgestaltung. Recht häufig sind plane, also gerade Laufenden, bei denen lediglich der Übergang zu den Zügen und Feldern minimal angefast ist. Die Fase ist mit bloßem Auge dann oft kaum sichtbar, mag aber 45° betragen. Bei Revolvern und bei Großkaliberpistolen häufig ist eine ballige Mündungsform, ebenso bei älteren Militärgewehren. Bei zivilen Gewehren nicht selten verwendet wird eine 11-Grad-Ansenkung des Mündungsbereichs, die ihrerseits auch mit einer kleinen Fase kombiniert sein kann.
Mich würden nun die Erfahrungen insbesondere von Benchrestschützen, und auch die speziellen Erfahrungen des Herrn der Ringe mit solchen Mündungsausgestaltungen interessieren. Zum einen habe ich eine KK-Waffe, die selbst eine Mündungsnacharbeitung vertragen könnte. Ich glaube, dass deren Mündung minimal erweitert oder angestoßen ist, sodass eine minimale Nachsenkung des gesamten Laufendes (vielleicht um 1/3 bis 1/2 mm) und eine neue Anfasung des Übergangs zur Laufseele die Präzision deutlich verbessern könnten. Und zum anderen reizt mich natürlich auch die allgemeine Frage als solche.
Eure konkreten Erfahrungen mit Nacharbeiten von Mündungen würden mich daher sehr interessieren und ich wäre für jeden Input dankbar.
Beste Grüße,
Carcano
[Behauptung: "natürlich keine Nutzung durch Dritte erlaubt"]
Und wo steht das?
Deine Frage war zwar primär rhetorisch-maieutisch gemeint, aber dennoch antworte ich: Wenn es irgendwo stünde, stünde es allein in der Schießstättenerlaubnis. Die kann ja Auflagen und EInschränkungen enthalten, auch hinsichtlich eines denkbaren Nutzerkreises. Muss sie aber nicht.
Da ich sowohl Fälle von zugelassenen privaten Schießanlagen habe (Widerruf einer solchen Erlaubnis für den eigenen Keller- und Röhrenschießstand wegen späterer Unzuverlässigkeit), als auch Fälle von Verfahren wegen unerlaubten Betriebes einer solchen Schießanlage im eigenen Gebäude (Owi-Vorwurf, keine Straftat), sehe ich die Unterscheidungen natürlich nicht nur rechtlich-theoretisch, sondern auch ganz praktisch anschaulich im Fall.
Carcano
Diogenes mit der Laterne.
*verbeug*
Licht in die Dunkelheit hat bereits Murmelchen getragen.
Durchaus richtig gelesen und zitiert. Aber den Zusammenhang nicht verstanden.
wie wäre der Vorschlag: Einfach mal die netten Leute in der entsprechenden Behörde unverbindlich fragen.
Der Vorschlag wäre sehr schlecht.
Was würdest du empfehlen?
Der Verfasser der Anleitung oder Anregung geht - typisch Kadertrainer - davon aus, dass auch eine Trockentrainingseinheit eine bestimmte Mindestdauer bzw. Mindestintensität haben müsse, um zu wirken. Dabei geht er aber von scharfen Schuss aus und transponiert seine dortige (im Prinzip richtige) Anforderung auf das Trockentraining. Warum ist das nun falsch?
Weil das Wesentliche am Trockentraining, was es auch viel beliebter machen könnte, nicht die Intensität ist, sondern die Häufigkeit. Das ist fast umgekehrt wie beim scharfen Schuss, wo 20 oder 30 gut überlegte, diszipliniert kontrollierte, durchdachte und jeweils durchgearbeitete Schüsse mit klarer Zielvorgabe viel mehr bringen als 120 mal geballert.
Trockentraining muss gleichzeitig regelmäßig sein und sehr konzentriert. Es ist im Prinzip nichts anderes als Meditation. Wer es sich zu eigen machen würde, morgens und abends nur je 15 Schuss trocken abzugeben, und wer das eben bewusst als kleine Meditation ansieht und erfühlt (Anspannung --> Entspannung), dem bringt das viel mehr als 1 Stunde mit zwei "Wettkampf(halb)programmen" auf dem Schießstand. Und wenn man es - deshalb ist das so wichtig - als angenehme kurze Meditation ansieht, dann es ist es auch nicht mit dem Druck bzw. dem Taedium (Langeweile erfasst es nicht ganz) behaftet, das diese Übung vielen so ungeliebt macht.
Carcano
Es gibt - der Link wurde hier gewiss schon einmal gepostet - auch online eine kleine Anleitung zum Trockentraining, die gut und anschaulich geschrieben ist. Zwar ist sie auf Gewehr ausgerichtet, lässt sich aber weitestgehend auf Pistole anwenden und übertragen:
http://www.llzbw.de/?download=4387
Einiges darin halte ich zwar für falsch (insbesondere die Zeiteinheitsempfehlungen - das ist aber ein typischer Trainerfehler, der denen nicht auszutreiben ist); dennoch ist es eine gute und ansprechende Anleitung. Schaut sie Euch einmal an. ![]()
Carcano
Zunächst möchte ich dem Herrn der Ringe, sodann Califax und Diabolo Nero für ihre Ergänzung und Modifizierung meiner Empfehlung danken. An diesen Aspekt hatte ich bei der Übernahme der Rinkschen Scheibenverkleinerungen gar nicht gedacht, aber die Gefahr der falschen Fokussierung leuchtet mir ein, gerade bei so kurzen Entfernungen. Inwieweit die Schießbrille das Risiko verringern kann, weiß ich nicht.
Zur Übung auf weiße Scheibe und weiße Wand: das ist natürlich das Optimum für das Visiertraining und die Abzugsverbesserung. Man sieht dann zwar nicht, wo man abgekommen ist (realistischer vielleicht: "abgekommen sein könnte"), wohl aber, ob man verreißt, ob die Visierung springt, ob das Korn klemmt oder immer absinkt etc.
Gruß, Carcano
Genau das "Müssen" formulierte die mir vorliegende Fassung (die eh nur eine Empfehlung ist, und die wohl nicht mehr gilt) so NICHT, sondern schrieb von einem (ebenfalls und kaum weniger absurden und daher irrelevanten) Sollen.
Es wird nicht umgesetzt, weil nicht gefordert und nicht möglich. Indirekt sorgt der DSB über seine Qualifikationsrichtlinien dafür, dass Schießsportleiter und Trainer (C aufwärts) eine Ersthelferausbildung haben müssen.
Man produziere keine Probleme - in typisch deutscher Ängstlichkeitsart "Das MUSS doch irgendwie verboten sein?!" -, wo keine sind. Der eine Verein verteilt Zugangsberechtigungen und Schlüssel bzw. Chips, der andere nicht.
Natürlich hat ersteres neben Vorteilen auch Risiken (etwa bei Sachschäden); deshalb wird man da auch keinen allgemeinen Rat geben, man solle es besser so oder besser so machen.
Das Regelwerk der VBG ist schwer überschaubar; beispielsweise die Handreichung VBG 25/7.1 zu Schießanlagen enthält Empfehlungen, die aber trotz des TItel inhaltlich oft kommerzielle und behördiche Raumschießanlagen im Blick haben. Zudem sind sie nicht verbindlich.