Beiträge von Carcano

    Sieht denn der Weltverband solche 'Konstruktionen' überhaupt vor?

    Aber das auch nur am Rande.

    Danke für die Nachfrage. Ich habe die Antwort darauf in ein separates Posting verlagert:
    Seit wann genau es die Kontinentalverbände schon gibt, weiß ich in der Tat nicht genau. Einerseits bestehen sie schon lange, andererseits gab es sie bei der Gründung der UIT noch nicht. Die Gründung der ESC zum Beispiel datiert von 1969, mit einer Vorgeschichte bis 1958.

    Aktuell schaut man nach, wo und wie sie in den Statuten der ISSF (ISSF Constitution in mehreren Sprachen, aber nur der englische Text ist offiziell) erwähnt werden. Und man wird schon gleich zu Anfang in der Zweckbestimmung fündig, nämlich in Ziffer 1.1.2:

    (1.1.2. Stärkt die Bande der Freundschaft und Zusammenarbeit zwischen Schießverbänden aller
    Nationen, Kontinentenkonföderationen sowie anderen Sportorganisationen und -organen gemäß
    den in der Olympischen Charta definierten Grundprinzipien der Olympischen Bewegung.)

    Dann weiter:

    (3.11. ZUSÄTZLICHE PFLICHTEN VON VOLLMITGLIEDERN

    3.11.2. Mit seinen Athleten pro Jahr an mindestens zwei ISSF-Wettbewerben, welche
    Kontinentalmeisterschaften, Kontinentalspiele und andere internationale Wettkämpfe organisiert
    durch Kontinentenkonföderationen einschließen, teilnehmen.)

    Vorgegeben ist auch die Beteiligung der Kontinentalverbände im Exekutivkomitee:

    8.1.4 Fünf (5) Vertreter der Kontinentenkonföderationen (einer von jedem Kontinent), gemäß Artikel 21.7;

    und im Athletenkomitee:

    14.3. Das Athletenkomitee soll mindestens einen Athleten von Mitgliedsverbänden einer jeden
    Kontinentalkonföderation aufweisen.

    Aber so richtig ausführlich geregelt sind die Kontinentalverbände dann in Ziffer 21 der Satzung, das ist die eigentliche sedes materiae:

    21. KONTINENTENKONFÖDERATIONEN

    21.1. Zweck der Kontinentenkonföderationen ist es, den Schießsport in Übereinstimmung mit der Satzung

    Inoffizielle Übersetzung

    und den Bestimmungen der ISSF zu erhalten, zu stärken und zu entwickeln, sowie Bande der

    Freundschaft und guter Beziehungen zwischen den Mitgliedsverbänden zu festigen.

    21.2. Die ISSF erkennt die Kontinentenkonföderationen an, die ihrerseits aus Nationalen Verbänden

    bestehen, welche grundsätzlich zum vom Kontinent erfassten Gebiet gehören.

    21.3. Jeder Verband kann nur einer einzigen Konföderation angehören. Ein Wechsel der Konföderation

    erfolgt vorbehaltlich der Zustimmung durch die betroffenen Parteien, einschließlich des ISSF-Rats.

    21.4. Das Verhältnis zwischen der ISSF und der Konföderation ist durch konkrete ISSF-Bestimmungen oder

    durch einen Vertrag geregelt.

    21.5. Die ISSF erkennt die folgenden fünf Kontinentenkonföderationen an:

    - African Shooting Sport Federation (ASSF)

    - Shooting Confederation of the Americans (CAT)

    - Asian Shooting Confederation (ASC)

    - European Shooting Conferation (ESC)- Oceania Shooting Confederation (OSC)
    21.6. Die Ziele der Kontinentenkonföderationen sind:
    21.6.1. Den Schießsport innerhalb ihres Territoriums im Geist des Friedens, des Verständnisses und des Fair
    Play zu fördern, ohne Diskriminierung aufgrund von Politik, Geschlecht, Religion, Ethnie oder
    anderweitiger Gründe;
    21.6.2. Zur Förderung und Entwicklung des Schießsports gute Beziehungen zur ISSF aufrechtzuerhalten und
    mit ihr zusammenzuarbeiten;
    21.6.3. Regelmäßig Kontinentale Meisterschaften auszurichten;
    21.6.4. Im Einvernehmen mit dem ISSF-Exekutivkomitee ISSF-Wettbewerbe zu organisieren;
    21.6.5. Die Förderung traditioneller Regionaler Meisterschaften und anderer bedeutender Schießbewerbe
    innerhalb des Kontinents anzuregen;
    21.6.6. Zur Förderung und Entwicklung des Schießsports innerhalb des Kontinents Beziehungen zwischen
    den Nationalen Mitgliedsverbänden aufrechtzuerhalten;
    21.6.7. Den Austausch von Erfahrung zu fördern, und zwar durch Abhalten von Vorlesungen, Debatten,
    Konferenzen oder Kursen in enger Zusammenarbeit und in Übereinstimmung mit den ISSF-
    Richtlinien;
    21.6.8. An der Umsetzung der Entwicklungs- und Ausbildungsprogramme der ISSF mitzuarbeiten;
    21.6.9. Kenntnis über den Schießsport über die Massenmedien zu fördern;
    21.7. Die Kontinentenkonföderationen müssen im Exekutivkomitee und im Rat der ISSF gemäß dem
    folgenden Schlüssel, der die entsprechende Zahl der Kontinentalvertreter für die Wahlperiode
    festlegt, vertreten sein:
    21.7.1. Kontinentenkonföderation mit bis zu 15 ISSF-Mitgliedsverbänden – 1 Exekutivkomiteemitglied
    21.7.2. Kontinentenkonföderation mit 16-25 ISSF-Mitgliedsverbänden – 1 Exekutivkomiteemitglied und 1
    Ratsmitglied
    21.7.3. Kontinentenkonföderation mit 26-35 ISSF-Mitgliedsverbänden – 1 Exekutivkomiteemitglied und 2
    Ratsmitglieder
    21.7.4. Kontinentenkonföderation mit 36-45 ISSF-Mitgliedsverbänden – 1 Exekutivkomiteemitglied und 3
    Ratsmitglieder
    21.7.5. Kontinentenkonföderation mit 46 oder mehr ISSF-Mitgliedsverbänden – 1 Exekutivkomiteemitglied
    und 4 Ratsmitglieder
    21.8. Alle Vertreter der Kontinentenkonföderationen im Exekutivkomitee und im Rat müssen
    unterschiedliche ISSF-Mitgliedsverbände vertreten und durch entsprechende statutarische Organe
    der jeweiligen Kontinentenkonföderation gewählt sein.
    21.9. Im Fall, dass eine Kontinentenkonföderation mehr als zwei Mitglieder im Rat haben kann, muss sie
    durch beide Geschlechter im Rat vertreten sein.
    21.10. Das betreffende statutarische Organ einer Kontinentenkonföderation kann ihren Vertreter im ISSF-
    Exekutivkomitee und im Rat jederzeit austauschen, aber nur einmal für die verbleibende Amtszeit
    des Exekutivkomitees und des Rats.
    21.11. Die Kontinentenkonföderationen müssen jeder Ratssitzung Berichte über ihre Aktivitäten

    unterbreiten.

    Nun etwas nachvollziehbarer?

    Gruß, Carcano


    Man kann in diesem Thread sehr genau studieren, wo jemand aus eigener und zuverlässiger Anschauung und Kenntnis berichtet, oder nur widergibt, was ihm absichtsvoll zugeblasen wurde.
    Mit letzterem Halbsatz meine ich übrigens NICHT no.limits, der hat nur aus vorhandener eigener Erfahrung auf den Schießsport extrapoliert, was zwar durchaus mal möglich ist, gerade hier aber nun nicht klappte.

    Carcano

    Apropos und wenn der Vergleich natürlich auch wieder hinkt, Kairo hat schon zu einer Zeit Weltmeisterschaften im Sportschießen ausgerichtet, da verfügte Deutschland noch nicht über die dafür nötige Infrastruktur.

    1962 Kairo.

    1966 Wiesbaden.

    Was wäre denn an der sehr großen WSG-Schießanlage von 1913 verändert worden, dass sie so rasch Kairuaner Verhältnisse erreicht hätte? 😅

    LG,

    Carcano

    Nochmal, man darf hier nicht zuviel erwarten in dem Part wo die selbst zuständig sind. Mit Organisieren und Überblick haben die es noch nicht so. Viele Kriegsregionen, viele Hungerzonen; und Schießen hat sportlich nicht den Stellenwert wie Fußball, schon allein wegen der Kosten.

    Grundsätzlich richtig. Die Stärkung der Kompetenz und (neudeutsch) "Agency" der ISSF-Kontinentalverbände, die ja in der Vergangenheit eher ein Schattendasein auf dem Papier geführt hatten, und im wesentlichen einmal im Jahr eine (oft nur ziemlich kleine) Kontinentalmeisterschaft ausrichteten, war und ist ein ganz wesentliches verbandsstrukturpolitisches und sportentwicklungspolitisches Anliegen von Lisin und Ratner, und da haben sie tatsächlich schon viel erreicht, wie ich bestätigen kann.
    Mit Geld halt. Ohne das läuft nichts.

    Carcano

    Mich würde ja mal interessieren, wie viele Straftaten schon mit solchen Umbauten verübt wurden.

    Das kann ich den Lesern hier sagen.
    Mit Pfeilabschussgeräten gab es bis zur Gesetzesänderung 2020, die diese ab 2021 einfach-erlaubnispflichtig machte, überhaupt keine Straftaten.
    Quelle: Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage eines FDP-Abgeordneten.

    Mit etwa umgebauten großkalibrigen Druckluftwaffen wie den obigen gab es bisher auch noch keine. Was gut nachvollziehbar und erklärbar ist.
    Strattaten mit klassischen Kipplauf-LGs unter Verwendung von sogenannten "Exportfedern" sind zumeist nmutr der waffenrechtliche Verstoß selbst, selten einmal ein Verstoß gg. TierschG, extrem selten gegen Personen.

    Leider stimmt das gar nicht so, was no.limits da schreibt. Das liegt aber daran, dass ich zum Thema Meisterschaften in Nordafrika unmittelbare Erfahrungen habe und er nicht.

    Auf dem afrikanischen Kontinent (ungeachtet des Umstandes, dass Ägypten jedenfalls seit der islamischen Eroberung als Teil des Maghreb nicht mehr zum echten, subsaharischen "Afrika" im kulturgeographischen Sinne zählt) ist Ägypten das einzige Land, wo sich größere und mittlere schießsportliche Events erfolgreich und hinreichend professionell abhalten lassen. Das einzige.

    Südafrika ist im totalen Verfall, kann man vergessen, die spielen auch in der ISSF nicht mehr mit. Völlige Verwesung der Institutionen. Liegt aber an den Weißen und nicht etwa an den schwarzen Mehrheitssüdafrikanern.

    In Marokko und Algerien, wo vorangehend auch schon afrikanische Kontinentalmeisterschaften abgehalten worden waren (und da sind weniger Leute dabei als bei einer größeren deutschen Kreismeisterschaft, man muss das richtig einstufen !), lief es in der Tat etwa so bei no.limits beschrieben. In Algerien lag die schlechte Performance und Benachteiligung der SportlerInnen aber auch erheblich mit an der starren und inkompetenten alten französischen ISSF-Delegierten für die Leitung dieser Meisterschaft, der Ghislaine (Nachnamen müsste ich nachschlagen). Chaos.

    Die ägyptischen Schießstände nahe den Pyramiden sind auf einer großen Anlage seit etwa 2008/2009 massivst ausgebaut und erweitert worden, und sind auf Top-Stand. Auch das gibt es nirgends sonstwo in ganz Afrika, und in Deutschland allenfalls an einem einzigen Ort, nämlich in München - sonst auch hier irgendwo. Weder Suhl noch Frankfurt/Oder noch Wiesbaden halten einen Vergleich aus. Details mögen noch mal haken, das ist aber auch in Bisley so.

    Carcano

    Das Lustige an Striers tief kenntnislosem Artikel aus der Provinz ist gerade, dass Lisin für tiefgreifende Reformen stand und steht, seit 2019 viele auch schon mit Geld und der nötigen Hemdsärmeligkeit eingeleitet und teilweise umgesetzt hat.

    Genau das schürt ja die kleinkarierte Missgunst der ewig Vorgestrigen und Reaktionäre, die ihre recht kleine und stark eurozentrische Kabale entmachtet sehen, während die alte Großtante ISSF zunehmend zukunftsfähiger wird. 😅

    Bin noch nicht Wiederlader, muss erst den Kurs machen.

    Der Waffenhändler hat mir 300 Schuss Munition zur LE gegeben.

    Es sind überwiegend S&B Bullet No 2909 180 grs Full point

    Ein Hinweis, wenn Du die .303 wiederladen willst. Die Geschosse Nr. 2909 sind schwer zum Treffen zu bringen, am ehesten vielleicht noch aus einem P-14. Wenn Du mit Sellier & Bellot beginnen willst, wäre das Geschoss Nr. 2940 wohl geeigneter für den Start:

    https://www.strobl.cz/de/geschosse-s…s-sp-2940_p3028

    Carcano

    Ja, Generationen X, Y und Z - immer weniger arbeiten, dafür immer mehr Freizeit. und "work live balance"

    Was ja vollkommen in Ordnung ist; das Problem ist nur, dass Einsatz im Verein und für den Verein nicht mehr als "Freizeit" gesehen / empfunden wird, wie früher vielfach, sondern eher als Fron.

    Das wiederum mag (nicht allein, aber unter anderem) an dem gänzlich verkorksten "Ehrenamts"begriff liegen.

    Carcano

    Es könnte erschreckend sein. Wenn, ja wenn diese Dummdreistigkeit eines waffenrechtlich ebenso wie verwaltungstechnisch Ahnungslosen nicht gleichzeitig so unfreiwillig komisch wäre:

    ZITAT von einer Namentlich nicht genannten Person:

    ..."Nehmen wir einmal an - die Waffenbehörde erhält an einem Tag über 50 solcher Schreiben (oder Anrufe)- und liest diese 50 Schreiben.

    Wieviel Zeit vergeht mit lesen von "Bittstellungen" - die dann am Ende für die Bearbeitung der Anträge fehlt....?

    Und das an 5 Arbeitstagen die Woche." ... Zitat Ende.

    (Ja - ich kenne alle meine Sachbearbeiter / Sachbearbeiterinnen ;-* auf meiner Waffenbehörde persönlich.)

    Mit Sicherheit "kennst" Du keinen und keine davon, das ist deutlich erkennbar. Vielleicht hast du von einem oder der anderen einen optischen Eindruck. Stattdessen wird ein Galimathias erzählt, der mit der Realität der behördlichen Tätigkeit nicht das Allergeringste zu tun hat. Für alle anderen außer Maat K., dem eh nicht zu helfen ist in seiner abgeschlossenen Filterblase, nun ein Blick auf die WIrklichkeit da draußen, in der Gemeinde oder im Landratsamt:

    - Das Verwaltungsverfahren ist grundsätzlich ein schriftliches Verfahren. Selbst dort, wo es mündliche Elemente darin gibt, müssen sie niedergeschrieben werden. Daraus folgt, dass der größte Zeitfresser nicht Emails oder Faxe sind (in der Behördenrealität nach wie vor wichtig und sehr häufig, viel mehr als in der Wirtschaft oder im Privatleben), sondern persönliche Vorsprachen "auf dem Amt", oder Anrufe und Gequake.
    Zur Erläuterung dieses Punktes: wer persönlich "bei der Obrigkeit" vorspricht, der stört, und der frisst sich und allen anderen sinnlos Zeit weg. Es gibt sehr seltene Ausnahmen, wo das persönliche Erscheinen vorgeschrieben sein kann (typisch etwa bei der Beantragung von Identitätsdokumenten oder in anderen Personenstandsfällen), aber im Waffenrecht ist das äußerst selten.
    Nun ist es zwar nicht völlig falsch, wenn die zuständigen MitarbeiterInnen einen Namen u.U. auch mit einem Gesicht verknüpfen können. Dafür reicht aber ein einziges Mal.

    - Der häufigste Grund für Verzögerungen im Verwaltungsverfahren sind unvollständige Anschreiben / unvollständiger Rechts- und Sachvortrag. Immer wieder erlebt man es mit unangenehmer Regelmäßigkeit, dass antragstellende Bürger lediglich ein Formular in einem Umschlag übersenden (oder einwerfen) -- und im gar nicht so seltenen Horrorfall: persönlich übergeben und dann gleich noch darüber quatschen wollen. Das "verzögert" nicht nur die Bearbeitung rein temporär auf dem Zeitstrahl, es führt vor allem zu zeitaufwendigen Rückfragen und Hin- und Hergeschreibe.

    - Anzurufen (unter Nutzung eines Fernsprechers, dieses ach so modernen Instruments: "man klingelt Ihnen, und Sie laufen") ist auch nur wenig besser. In unwichtigen Zusammenhängen bringt es nichts und kostet "nur" zwischen 2 und 5 Minuten, die mensch auf die Arbeit an der Sache nutzbringender hätte verwenden können.
    In wichtigen Fällen (Ergänzung des Sachvortrags, Klärung von Zweifeln) verursacht es doppelte Arbeit und generiert daher unterschwelliges Ressentiment; denn dann muss zwingenderweise über das Telefonat ganz zeitnah eine verschriftlichte Aktennotiz gefertigt werden, und wenn sie vergessen wird (passiert oft, zumal wenn gleich danach der nächste Anruf kommt oder ein wartendes Bürgerlein an der Tür klopft), ist ein potentieller bug im Getriebe.

    - Scheinbare behördliche Untätigkeit *kann* "Faulheit" seit, ist es aber selten (selbst das Faultier überquert eine Straße relativ zügig und zielstrebig), auch wenn ich mit dieser Untergruppe vielleicht etwas häufiger zu tun habe als der durchschnittliche Bürger. Viel eher ist dies bedingt durch zeitliche Überlastung und Personalausdünnung.

    - Der sachbearbeitende Mensch muss also Eingänge nacheinander abarbeiten. Das strikt chronologische Prinzip ("Jura kommt vor Kreide kommt vor Tertiär") ist naheliegend, gilt aber nicht absolut. Vielmehr macht man das - immer und überall im Leben, also auch auf Behörden -, was wichtiger und dringlicher ist. Dringlich ist kein (!) Synonym für drängelig, das kapieren viele aufgeblasene Antragsteller nicht. Den Unterschied zwischen berechtigter Nachfrage einerseits, ärgerlicher Drängelei und WIchtigtuerei andererseits versteht Maat K. ersichtlich nicht, ich schon.

    - "The squeaky wheel gets the grease" - unter gleichartigen und gleichen Aufwand erfordernden Routineverfahren, wie es dasjenige des Threadstarters ist, wird das dringlichere vorgezogen, auch wenn es vom Eingang her jünger sein mag. Diesen Umstand ziehen mein Rat und meine Empfehlung in Rechnung. Denn jede Behörde kennt § 75 VwGO und will ihn vermeiden. Und jede Behörde WEIß auch, dass "allgemeine Überlastung" niemals ein Entschuldigungsgrund im Sinne dieser Norm sein kann. Dementsprechend handelt sie dann.

    - Wer darauf hinweist, wird also zeitlich vorgezogen, zumal dann, wenn Fristablauf droht. Denn das will man nicht. Deshalb ist mein Vorschlag so gut und sinnvoll bei geringstem Aufwand, und zugleich für die Behörde schonend und niederschwellig. Es wird als viel höflicher und kooperativer empfunden, als wenn ein Bürger jede Woche mit einem Anruf nervt (leider gar nicht so selten), oder schon nach drei Wochen per Brief und Email poltert "Warum höre ich nichts von Ihnen ?! Mein Antrag ist doch schon ÜBER 20 TAGE her ?!!! Warum passiert da bei Ihnen nichts ??????!!!")

    - Auf die Erteilung waffenrechtlicher Erlaubnisse besteht in aller Regel ein Rechtsanspruch, und BürgerInnen sind keine "Bittsteller". Das wird auch innerhalb von Behörden durchweg so gewusst und so empfunden. Spar dir in Zukunft also solche Formulierungen des 17. und 18. Jahrhunderts, als man noch Serenississimus gerollte Bittschriften in die langsam fahrende Kutsche werfen musste, in der Hoffnung auf gnädige Aufnahme und allerhöchste Huld.

    Carcano

    Was Du machen kannst, Carsten, ist folgendes:

    Ganz höfliche und nett formulierte Email an die Behörde schreiben, dass es Dir leid tut, dass sie so überlastet sind, dass Du natürlich schon Dich darauf gefreut hast, möglichst bald auch mit eigenen Waffen den Schießsport ausüben zu können, die Du dann natürlich optimal an Dich anpassen könntest, so dass Du auch nicht immer auf dem Schießstand auf die zeitliche Verfügbarkeit der Vereinswaffen angewiesen wärest wie zur Zeit,

    dass Du jetzt aber verstehst, dass Du noch etwas warten musst,

    und dass Du hoffst, dass Dir die Waffenbesitzkarte mit den Voreinträgen noch in der Frist des § 75 Satz 2 VwGO erteilt werden kann, nachdem jetzt schon die Hälfte dieser Zeit verstrichen sei.

    Mehr nicht.
    Und glaub mir, die WBK wird dann ziemlich rasch eintrudeln, nicht erst in 6 Wochen. Sogar ohne Anwalt. :successful:

    LG, Carcano

    Böse Zungen sagen ja, dass es die wichtigste Tätigkeit des Wiederladers für die Schwedenmauser (m/96, m/38) die Auslotung der Zerstörungsgrenze des Materials sei. Wie so etliche Fälle bewiesen haben. Der letzte Todesfall auf der Schießanlage der SG Mosbach ist erst 4 Wochen her; über die konkrete Waffe gibt es bisher aber nur Gerüchte.

    Bezüglich der .303 British sind die meisten erhältlichen .311 Geschosse wenig geeignet. An sich verlangt die Waffe ein Geschoss mit Flachheck und offenem Boden, am besten sogar konkav. Mit boattail-Geschossen zicken viele LEs und sind kaum zum Schießen zu bringen, ganz anders als bei Mosin-Nagants.
    Das ganz alte 215 grains Rundkopf aus der Anfangszeit der Patrone wäre auch eine gute Wahl; mein Jungle Carbine No. 5 liebt diese alte, schon länger nicht mehr gefertigte Remington-Jagdladung.

    Ich würde jetzt das seit Jahrzehnten beim Sport in vielen Ländern übliche Verfahren der Bewertung jetzt nicht als Schwäche bezeichnen, auch wenn hier viele die optimale Lösung hätten, hat es sich doch halbwegs bewährt.

    Ja, das sehe und bewerte ich tatsächlich ein wenig anders. Aber vielleicht denken wir auch an unterschiedliche Perspektiven.

    Zum ersten: eine "Rangfolge der Nationen" nach der Anzahl allein der Goldmedaillen wäre sicherlich verfehlt. Klar hat olympisches Gold oder ein Weltmeistertitel emotional immer noch einen gewissen Reiz (ähnlich wie in der zu Recht berühmt gewordenen Bildzeitungs-Schlagzeile zur Wahl Benedikts XVI.: "Wir sind Papst !").
    Aber selbst die Medien schwenken mehr und mehr zu einer zumindest parallelen, wenn nicht alternativen Darstellung nach Gesamtmedaillen um. Es ist ja auch dem bescheidensten Geist verständlich, dass eine Nation, deren SportlerInnen 1 Goldmedaille, 15 Silbermedaillen und 3 Bronzemedaillen errungen haben, eine insgesamt höhere und beachtlichere sportliche Leistung auf einer Meisterschaft gezeigt hat, als eine andere Natiion mit nur 2 Goldmedaillen und sonst nichts.

    Zum zweiten: ins Spiel gebracht wurden drei unterschiedliche, wenngleich irgendwo verwandte Kriterien der EInstufung:

    - Das eine ist die innerstaatliche Einstufung, ab wann - also ab welchem bisher gezeigten und voraussichtlich zu erwartenden Leistungsniveau - einem Verband für eine bestimmte Sportart wieviele öffentliche Fördermittel zugewiesen werden; oder aus einer geschehenen Zuweisung vom Verband dann für einen konkreten Wettkampf vom Kuchen abgeschnitten und freigegeben werden.

    - Das nächste ist die Frage, nach welchem Kriterien oder Leistungserwartungen die einzelnen SportlerInnen ausgewählt werden, die auf Kosten anderer hinfliegen und teilnehmen "dürfen" und dann natürlich auch müssen (im Schießsport: i.d.R. auf Kosten der allgemeinen Öffentlichkeit, worauf Lanfear hingewiesen hat, denn eigene Verbandshaushaltsmittel aus Mitgliedsbeiträgen scheinen zumindest im DSB nur sehr restriktiv verwendet zu werden - was völlig falsch ist, aber das ist noch einmal ein anderer auch von ihm angeschnittener Kritikpunkt).
    Das sind also Qualifikationslimits (MQS) für eine Aufnahme in einen Kader und ggf. ein Nationalteam einerseits, und für eine konkrete Entsendung zu einem bestimmten Wettkampf andererseits. Die Frage, ob engagierte SportlerInnen daneben auch auf eigene Kosten als SupernumerarierInnen ;) mitreisen und antreten dürfen, ist dann noch einmal eine weitere und m.E. besondes wichtige. Die sollte vielleicht auch noch besonders ausgeführt werden.

    - Das dritte ist die Frage, wie eine Öffentlichkeit - also nicht die Sportler und Trainer selbst - ein Abschneiden bewertet oder kommentiert. Und zur Öffentlichkeit gehören neben den Medien auch die Parlamentarier im Sportausschuss und die Ministerialbeamten im IM, also diejenigen, an denen die Sportförderung hängt. Und da haben wir einerseits eine enorme (und, wie jeder weiß, dumme) Medaillenfixiertheit, die gerade angesichts neuer Finalregeln doppelt unsinnig geworden ist, und andererseits die Intransparenz der Ergebnisse für Laien, die ja erst einmal nicht wissen können, um wieviel "weniger" (oder gar mehr?) die Goldmedaille im Junioren-Mixed-Team Standardpistole auf dem World Cup in Ubangi-Schari wert ist ggü. einem sechsten Platz Juniorin Sportpistole auf der Europameisterschaft.

    - Das vierte Element ist dann die seltsame und, wie jeder hier weiß, letztlich törichte und unsachliche Unterscheidung im Schießsport zwischen olympischen und nichtolympischen Disziplinen. Der DSB insbesondere macht das so reflexmäßig und eingewurzelt, dass er aus dieser (emotionalen, nicht sachlichen) Schiene überhaupt nicht mehr herauskommt oder herauskommen will.
    Vor allem daher kommt dann das Heulen und Jaulen, wenn das IOC den KK-Liegendkampf und die Freie Pistole aus dem olympischen Programm streicht - und zwar aus durchaus guten, fairen und wohlerwogenen Gründen.

    Klar, auch ich hätte gerne noch die damaligen olympischen Wettkämpfe in Dienstrevolver, 300 m Freigewehr (1924: glorreiche Medaille für Haiti !), 600 m Liegendkampf und 100 m laufender Hirsch. Ach ja, und den Biathlon mit der 6,3x53 R.

    Ist aber nicht mehr und kommt wohl auch nicht mehr wieder. :sobbing:

    Carcano

    Was ist denn eine bequeme Waffen-Munitions Kombi?

    Eine Schmidt-Rubin K11 oder K31?

    Ja richtig, an die habe ich gedacht. Einfach ein IG 11 oder einen K 31 mit ordentlichem Lauf (ACHTUNG: herrlich aussehende Privatwaffen der P-Serien mit polierten Schäften haben öfters völlig ausgenudelte Läue, vermackte K 31 mit rauhen Schäften und Bergstiefelspuren am Kolben dagegen oft sehr gute - Grund dafür dürfte klar sein?) und normale Armeemunition, dann sollte die 10 sicher gehalten werden. Auch das schwedische m/96 ist mit vielen Matchpatronen (die alte Prickskytte Militärmunition gibt's nicht mehr als Surplus) bekannt päzise.

    Bei den Lee-Enfields (egal ob No. 1 Mk. III oder No. 4 Mk. I und II) ist es dagegen oft ein Affentanz, was schon damit anfängt, dass es keine geeignete Fabrik-Matchmunition gibt. Um die Munition zu laden, abzustimmen und zum Laufen zu bringen und den Laufanpressdruck am Anlagepunkt im Vorderschaft richtig auszutarieren (LE-Läufe sollen nicht frei schwingen) braucht es höhere Magie.

    Carcano

    Aufgrund der Frage nach der Schießkleidung vermute ich mal, dass Du die Disziplin im Deutschen Schützenbund schießen möchtest; bei diesem sind allerdings für die Disziplin Ordonnanzgewehr Einzellader nicht zugelassen.

    So ist es in der Tat bei der Disziplin 1.58 der bundesweiten Liste A des DSB. Lediglich in den etwaigen landesverbandlichen Disziplinen der Liste B sind häufig auch Ordonnanz-Einzellader neben Mehrladern zugelassen.

    Carcano