Beiträge von Carcano

    Über "den" Deutschen Schützenbund sage ich mal nichts.
    Denn dessen Repräsentanten Wolpert und Garmeister hatte ich (in größerer FWR-Runde) noch am vorangehenden 11. Januar in Kassel getroffen. Die Sache wurde ausführlich erörtert. Von den beiden kam keine derartige Kritik. Würde sie von ihnen stammen, hätten sie sie dort intern sehr deutlich vorgebracht, so wie auch ein (1) anderer Verband. Vielmehr gab es am Ende des Nachmittags eine vom DSB vorverfasste sehr solidarische "gemeinsame Erklärung", der sich alle anschlossen.

    Über den Herrn von Schönfels sage ich nichts.

    Carcano

    "Im grünen Wald die rote Stadt,
    die ein zerschoss´nes Rathaus hat."

    Dieser von Karl Mundt verfasste Spruch (auf den Suhler Notgeldscheinen von 1921) kam ungeachtet seines historischen Datumsbezugs ja erst 1967 über den Eingang des Rathauses.
    https://www.geschichtsdokumente.de/wp-content/uploads/S-1-001.jpg
    Sollte damals die glorreiche Leistung der bewaffneten Arbeiterschaft im Kampf gegen die Reaktion des Kapp-Putsches würdigen. Oder so sehr ähnlich. ;)

    Zurück zum Hauptthema dieses Threads: in der waffenrechtspolitischen Arbeit ist die Solidarität und Geschlossenheit aller Verbände sehr wichtig. Das heißt nicht, dass ein Verband seine eigenen jeweiligen Beziehungen und Einflüsse nicht auch für sich nutzen könnte und sollte ("Taktik der vielen Arme"), das ist sogar sehr gut. Aber nach Möglichkeit vermeidet man öffentliche Zurechtweisungen der anderen; genauso wie ein etwaiges Sankt-Florians-Prinzip. Beides nützt letztlich nur unseren Gegnern.

    Carcano

    Was zünden sich die Suhler i.d.R. so hinter die Kauleiste? Ich frag nur, ich war noch nie der Ecke.

    P.S.

    Hab grad einen Artikel gelesen, dass nach einem der neuesten Entscheidungen der EU künftig getrocknete und zermahlene Insekten ohne großartige Deklarierung unters Essen gemischt werden dürfen.

    Insekten sind dort alte kulinarische Tradition, damit ist alles in Ordnung. Man denke nur an die ruhmvolle Thüringer Maikäfersuppe.

    Von Würchwitz ganz schweigen; aber das sind genau genommen ja auch keine Insekten. Und auch nicht Thüringen. :P

    Im Falle des DSB ist das aller Wahrscheinlichkeit nach - wieder einmal, und nicht das erste Mal - eine unpassender Alleingang von v.Schönfels. Die beiden DSB-Vertreter als Gäste im Forum Waffenrecht habe ich nämlich am 11. Januar kein Wort des Protestes gegen den DB-Briefgenerator und gegen die Open Petition sagen hören (das war jemand anderes).

    Wohl hingegen kamen sie am Ende des besagten (Nachmit)Tages mit einem gemeinsamen Erklärungstext, dem sich alle anschließen konnten und der durchaus abgewogen und solidarisch abgefasst war und damals auch von allen so empfunden wurde. Das sollte man beim DSB durchaus anerkennen und würdigen (!). Man muss nämlich Verband und Verbandspräsident trennen.

    (...) bin auch regelmäßig in Suhl zu Wettkämpfen.

    Aber "ein klein wenig merkwürdig" sind die dort auch gestrickt.

    Was bin ich froh, nicht mehr in Thüringen - der Heimat meiner Mutter - leben zu müssen!

    Mein Problem in Thüringen sind erstens die "öffentlichen" Verkehrsverbindungen (die kurze Entfernung zwischen Meiningen und Suhl ist gefühlt eine Tagesreise) und ist zweitens das Essen. In keiner dieer beiden immerhin durchaus charmanten Städtchen gibt es inzwischen noch irgendetwas Akzeptables zu essen, man müsste dann schon nach Erfurt fahren. Unzumutbar.

    Lieber Hans, das von Dir angeschnittene Unterthema ist so interessant (und meinem Eindruck nach auch in den einschlägigen Zeitschriften so noch nicht fokussiert behandelt worden), dass es einen eigenen Thread rechtfertigen würde. Also einen Unterthread, wie Du selbst angeregt hast.

    Ich möchte nur erst einmal noch innerhalb dieses langen und recht unübersichtlichen Hauptthreads antworten, damit der inhaltliche Zusammenhang erkennbar bleibt, bevor ich etwa ein neues Unterthema (Griffemeister, z.B. Wilhelm Hofmann) dann auslagern und verselbständigen würde.

    empfiehlt ferner die Kanten des Griffes nicht scharf, sondern leicht abgerundet zu gestalten. Das Nervensystem reagiere - insbesondere beim Rückstoß - unwillkürlich auf Reize, die von scharfen Kanten ausgehen.

    Der besten Pistolengriff, den ich in der Hand hatte, stammte von Wilhelm Hofmann, der in den 70-er und 80-er Jahren aktiv war. Übrigens hat Thomas Rink bei ihm gelernt. Der Griff war eine Maßgriff, der an einer High Standard Citation eines Freundes angebracht war. Obwohl der Griff nicht für mich gemacht wurde, hatte ich beim Schießen eine unvergleichlich gute Kontrolle über die Ausrichtung der Waffe und den Abzug. Der Griff wies keine scharfen Kanten auf. Leider habe ich damals versäumt, mir zumindest eine Kopie des Griffes anfertigen zu lassen.

    (...)
    P.S.: Es wäre nicht schlecht, ein neues Kapitel zu der generellen Gestaltung von Pistolengriffen anzulegen. Ansonsten gingen interessante Informationen und Meinungen in der Menge von Beiträgen unter.

    Wilhelm Hofmanns Griffe sieht man durchaus gelegentlich noch, selten freilich separat. Ein schöner Griff für die Ziegenhahn IV ist beispielsweise auf dem Außentitel der broschierten Monographie Bruno Brukners über die Ziegenhahn-Pistolen und -Revolver abgebildet. Ich fand nun gerade eine inzwischen beendete eGun-Auktion, die einen Walther-GSP-Linksgriff verkaufte. Ganz billig ging er nicht weg. Die einzigartige und sofort erkennbare Linienführung Hofmanns zeigt sich aus in diesem Griff sehr deutlich. Der Verkäufer hat mir freundlicherweise per Email erlaubt, seine Photos hier im Forum zu reposten. Das tue ich in einem separaten Thread.

    Vielleicht hat hier ja noch ein Leser alte Preislisten und Prospekte Hofmanns oder weiß mehr über ihn?

    LG,

    Carcano

    Aus der SZ:

    (...)

    Wer solche "Freunde" hat, braucht keine Feinde mehr.

    Ach, nun ja... Hans Gülland ist neben seiner TSB-Vizepräsidentschaft auch seit über 30 Jahren Kreisschützenmeister im Eichsfeld, und hat sich um den Sport sicherlich verdient gemacht. Und der TSB ist ja auch derjenige Landesverband, der die Büffelscheibe und die Bärenscheibe in den DSB hineingetragen hat, in seiner Liste B. 8o

    Ich sorge jetzt morgen mal dafür, dass er Post oder einen Anruf direkt vom DSB bekommt. :tea:

    Carcano

    Die Sache mit Lindner als stoppendem Finanzminister war schon eine thermobare Explosion. Jetzt muss daher erst einmal Luft nachströmen, damit die SPD und die Grünen das Verfahren wieder anwerfen. Die Ressortabstimmung ist vorläufig gestoppt.

    Und die Causa "BMVg" hat jetzt erst einmal für die SPD zeitlichen Vorrang, eventuell gibt's also vorher nun doch noch eine waffenrechliche Evaluation, wie sie die FDP einfordert. Wichtig wäre es, Landkreistag und Städtetag zu involvieren. Denn die wären ja für den Vollzug des WaffG zuständig.

    Hab ich auch nicht behauptet. Nur eben im Vergleich zu den Abzügen der Oberklasse deutlich schlechter zu optimieren.
    --> Weniger Freiheitsgrade. Kann auch seine Vorteile haben.

    Unsere Einzellader gewöhnten Nachwuchsschützen (verschiedene Modelle) schwächeln immer erstmal bei den 150-Sekunden-Serien, bis sie sich an den anderen Abzug wieder gewöhnt haben. Reine Trainingssache. Wer sauber Auslösen kann, kann das auch mit dem der LP50.

    Jetzt will ich auch mal minimal nostalgisch werden. Mir ist am Freitag ein Gewehrchen zugelaufen, das ein gutes neues Heim brauchte. Geboren in Suhl. Gelernte Alt-Ossis (aber wohl eher die ganz alten, >70 Jahre mindestens) dürften es noch kennen. Das gute alte zierliche Modell 110 (Hülsenaufschrift "Lieferer 1001"). Dutzi dutzi duuu. Meine war im Januar 1953 gefertigt.

    Wer diese Übungswaffe kennt, der kennt auch den Abzug. Nicht nur die Sicherung ist am Mosin-Nagant orientiert, auch der Abzug. MN, SKS, AK-47. Wie auch immer, die Waffe hat erst einmal einen Druckpunkt (doch doch, wirklich), und danach heißt es, ruhig und kontinuierlich (mit Manneszucht) durchziehen, bis der Schuss überraschend bricht. Ehrlich gesagt, gar keine so schlechte Übung für eine primär vormilitärisch eingesetzte Waffe.

    Heute habe ich auf 25 m etwas gemischte Munition verschossen, einschließlich Z-Patrone. Aber beim nächsten Mal bekommt sie gutes altes heimisches Essen: Schönebeck rot-weiß und blau-weiß.

    Carcano

    Beim aktuell ungewöhnlich hohen eGun-Preisniveau für Munition kannst Du für diese Lapua allermindestens mit 150 Euro Erlös rechnen, eher mit 200 und je nach Bieterwettlauf auch mehr. Voraussetzung ist, dass die Auktion auch bei 1 Euro beginnt, und mindestens 10, eher 14 Tage läuft. Testschussbilder solltest Du in jedem Fall mit einstellen.

    Es ist schon so, dass Katja und der VDB einander nicht gerade feindselig gegenüberstehen, um es sachlich auszudrücken. Dessen ungeachtet ist beides (der Briefgenerator und die "Open-Petition"-Netzaktion) in der Tat ein VDB-Projekt dieses Verbands (nicht Katja Triebels), das aber auch so vorher an diesem Mittwoch im Forum Waffenrecht besprochen und angekündigt worden war.

    Massenbriefe sind nicht immer nützlich und zielführend. Aus abgewogenen und wohldurchdachten Gründen :) sind sie es in dieser Fall und mit dieser konkreten Ausgestaltung aber tatsächlich. Es ist also durchaus sinnvoll, sich daran zu beteiligen, und zwar eben mit dem vorgesehenen Text und nicht mit einem wildschäumenden individuellen Schreiben, wonach "ihr Bolitiker alles korruhpte Decksäcke und Verbrecher seid, und an die Wand gestellt gehört". Oder so ähnlich.

    Carcano