Beiträge von Carcano

    Man kann sich ein paar Dinge merken:

    1. "Verschlossenes" Behältnis ist bei Schusswaffen eine zwar hinreichende, aber nicht notwendige Bedingung. Notwendig ist nur "nicht zugriffsbereit", was nicht verschlossen zu sein braucht (aber kann).
    Anders liegt es absurderweise nur bei Messern, Hieb- und Stoßwaffen und Anscheinwaffen, die müssen tatsächlich in einem verschlossenen Behältnis (§ 42a Abs. 2 Satz 1 Nr. 2) transportiert werden, wenn die Sozialadäquanzklausel (§ 42a Abs. 2 Satz 1 Nr. 2) für Messer- und Hieb- und Stoßwaffen nicht greift.

    2. Munition im Behältnis, nicht in der Waffe.

    3. Wer sein Transportbehältnis mit jeder Menge offenkundig waffenbezogener Aufkleber bepflastert, darf das - das WaffG erlegt ja kein Schweigegelübde auf -, ist aber selber schuld.

    4. Bei Polizeikontrollen ist man höflich-gelangweilt (bis freundlich-genervt), aber weder bockig noch liebedienerisch-beflissen. Beides ist verdächtig. Man zeigt die Dokumente, die der Kontrollierende sehen will, und nichts sonst.

    5. Vor allem (!) ist man nicht so blöd und weist von sich aus auf transportierte Waffen, Munition oder Treibladungsmittel hin. Siehe mein früheres Posting.

    6. Auf Fragen antwortet man korrekt, aber unscharf (ein "Das geht SIE überHAUPT nichts an, Sie....!!!" mag rechtlich korrekt sein, ist aber unklug). Also: Sporttasche, das sind meine Sportsachen drin. Ich bin Jäger, da ist meine Jagdausrüstung. Gelangweilt die Achseln zucken. Wer groß erklärt, macht sich verdächtig.

    7. Wenn es zu einer Waffenkontrolle kommt, gibt man ohne ausdrückliche Fragen keine Auskünfte zum woher und wohin. Das gehört zum Bereich des sich-um-Kopf-und-Kragen-Redens. Wenn die Schutzfrau was wissen will, wird sie fragen. Im Zweifel kommt man immer direkt von Schießstand (Büchsenmacher etc.) oder fährt direkt dorthin. Weitere Angaben macht man nicht. Ob man vormittags Tante Amalie besucht hat und nachmittags bei der Domina war, bevor man dann jetzt abends zum Rundenwettkampf will, und den Koffer immer im Auto hatte, geht keinen was an.

    8. *Wenn* ein Behältnis geöffnet wird (muss man nicht unbedingt, genauere Auskünfte hierzu sind kostenpflichtige Einzelfallberatung), dann betätigt man IMMER noch rädchendrehenderweise das Zahlenschloss oder fummelt mit dem Schlüssel herum, soweit vorhanden. Dieses Getue beweist ja augenfällig, DASS es verschlossen gewesen sein muss - gell?

    9. Weitere Fragen beantwortet man nicht, beziehungsweise fragt (ganz sachlich und höflich), was einem denn vorgeworfen würde, und stellt klar, dass man sich gerne dazu äußere, aber besser nach Überlegung schriftlich, es sei schon spät und man sei in Eile *freundliches Lächeln*. Und dabei bleibt man.

    10. Seine Autoritätsphobie lebt man anderswo aus, und Gedröhne über Behördenwillkür, Unverschämtheit, Bürgerrechte, Dienstaufsichtsbeschwerden, Sie hören von meinem Anwalt, der Landrat ist mein Duzfreund / Logenbruder, wissen Sie überhaupt wer ich bin?!, das lässt man alles auch sein. Vor allem das letztere, sonst hört man u.a. eine - bewusst laut gesprochene - Funkmeldung an die Zentrale mit: "Nein, wissen wir leider auch nicht, aber warten Sie mal, ich frage nach: Hier haben wir eine offenbar hilflose Person, die nicht mehr weiß, wer sie ist, sollen wir die vorsorglich in Gewahrsam nehmen bis zur Identitätsklärung?" :D

    Carcano

    1. Normalerweise bekommt man so etwas mit etwas Vernunft im Ermittlungsverfahren eingestellt, wenn nicht nach § 170 II, dann nach § 153 StPO.

    2. Wir wissen nicht, wie es zur Auffindung der Luftpistole kann (ob es also der hinreichend dumme Fall von "Herr Wachtmeister, übrigens ich habe eine WAAAAFFE bei mir ! ... - aber ich darf das!" war). Und vor allem wissen wir nicht, wie der Betroffene sich bei der Polizeikontrolle voreilig mündlich eingelassen haben mag.
    Nachträgliche Berichtigungen und geänderte Darstellungen (nach zwischenzeitlicher anwaltlicher Beratung) helfen dann oft nicht mehr. So einen Fall anlässlich einer Aufbewahrungskontrolle hatte ich auch kürzlich auf den Tisch bekommen. Da hatte der betroffene Schütze sich selbst um Kopf und Kragen geredet, was auch sauber und glaubwürdig protokolliert worden war. Nachträglich war da nichts mehr zu machen.

    3. Dessen ungeachtet sollte in so einem Fall unbedingt Rechtsmittel eingelegt werden. Je nach dem Umständen Berufung oder Sprungrevision zum OLG (letzteres selten und nur in sehr klaren Fällen von Rechtsanwendungsfehlern bei günstiger Tatsachen- und Beweislage).

    Carcano

    Noch besser: kauf Dir ein einfaches, präzises KK-Gewehrchen (z.B. eine TOZ-8, oder eine ältere 64er Anschütz mit jagdlicher Schäftung, oder eine Kriegeskorte) für 20 oder 25 Euro und trag das dann ein.
    Mit dem Transport als Beauftragter der schießsportlichen Vereinigung ist es genau genommen etwas anders, als Dingo als formulierte. Aber das hatten wir schon in jenem Thread, glaube ich.

    Carcano

    Ja, diese Qualifizierungspläne rufen bei jedem unbefangenen (aber sportlich engagierten) Leser schon reges Kopfschütteln hervor. Und das, was wirklich wichtig ist und gebraucht würde (nämlich ein Vereinstrainer, unterhalb des schon recht hoch angesiedelten C-Levels), steht gar nicht drin.

    Der aktuelle Entwurf der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift ist in der Tat in vielem recht positiv gehalten. Da er immer wieder verschoben wurde, ist es verständlich, dass manche, durchs Warten enttäuscht, nicht mehr an die Umsetzung glauben mögen. Warten wir's ab. :) Die Ermächtigung zu ihrem Erlass - nicht mehr durch das BMI, sondern durch "die Bundesrgierung" als Kollegialorgan - ergibt sich inzwischen unmittelbar aus Art. 84 Abs. 2 GG, und nicht mehr aus dem WaffG.

    Carcano

    Ich versuche doppelt zu antworten; einmal noch zum Sommerbiathlon, weil das letzte Posting aus Hessen doch recht interessant war; und andererseits zum Thema Nachwuchsgewinnung allgemein.

    1. Beim Sommerbiathlon kommt es wohl darauf, ob die Verbandsführung des Landesschützenverbandes diesen als eigenständige und selbstständig förderungswürdige Disziplinenkombination bzw. Sportart ansieht, oder vor allem als Lockmittel und Einstieg in den "richtigen" Schießsport (man beachte meine bewusste Ausformulierung der zweiten Option). Wo letzteres der Fall ist, sind gegenseitige Fehlerwartungen und Enttäuschungen fast vorprogrammiert.

    2. Zum Thema Nachwuchsgewinnung. Mit Kindheit und Jugend kann das verbunden sein, braucht es aber nicht. Diesbezüglich möchte ich zunächst zu diesem Thread verlinken: Mit welchem Alter habt Ihr begonnen und wie kamt Ihr zum Schießsport? - Seite 5 - Smalltalk - meisterschuetzen.net (Einstiegsalter in den Schießsport). Und dann zitiere ich noch einmal eine darin befindliche Aussage von mir:

    Perfekt auf den Punkt gebracht, und auch noch durchs eigene Beispiel veranschaulicht - danke!


    Ich zitiere mal aus einem anderen Forum, weil es genau diesen wichtigen Punkt anspricht:


    SIGer hat natürlich völlig recht. Der demographische Wandel ist schon da, und

    er wird noch viel krasser werden. Der Nachwuchs, den Schützenvereine auch in

    Zukunft brauchen, um die Abgänge zu ersetzen und nicht auszusterben, werden

    sie deshalb verstärkt in anderen Altersgruppen suchen müssen. Ein paar

    Jugendliche wird es immer noch geben, aber die sind zukünftig nicht mehr

    "der" Schießsportnachwuchs.


    Schaut Euch im übrigen die Teilnahmestatistiken an DSB-Meisterschaften aus:

    selbst dort, also unter der (geringen) Anzahl aktiver Wettkämpfer, dünnt nicht

    nur die Jugend- und JuniorInnenklasse, sondern selbst die Schützenklasse

    von 21 bis 45 immer mehr aus, in vielen Disziplinen ist die Altersklasse heute (!)

    schon stärker. [Anmerkung: dasselbe hatte "Kogge" hier im Forum über seinen Verein berichtet]


    Und da wir zukünftig unseren Nachwuchs verstärkt aus anderen Altersgruppen

    holen, muss sich auch die Ansprache und Werbung ändern.


    Carcano

    Personen, die mit einer Waffe nicht umgehen können, denen sollte das Recht, eine Waffe besitzen zu können, abgesprochen werden. Zu einem Recht gehört auch eine Pflicht.

    Das kann man durchaus so sehen. Dann sollte man aber auch nicht in einem anderen Posting jammern "Eurer komischer Waffentechnikkurs? Für was braucht man das überhaupt?!", denn genau um den sicheren Umgang und die dazugehörigen technischen, praktischen und rechtlichen Grundkenntnisse geht es in der deutschen Waffensachkundeprüfung.

    Carcano

    QUOTE (Freebird1966 @ 03.04.2011 - 18:13) [Blockierte Grafik: http://forum.waffen-online.de/style_images/2/post_snapback.gif]
    "Update vom DSB Pokal:
    Gut 50% der LuPi Schützen hatten wie ich Jeans an, die anderen Trainingshose.
    Niemand hat was zu den Jeans-Schützen gesagt. Das war absolut ok.
    Übrigens
    war der Gerhand F. als Landessportleiter vor Ort (Haibach als
    austragender Verein liegt in Bayern - somit sein Zuständigkeitsbereich)
    Also scheint er auch da keine Probleme mit Jeans zu haben. Warum auch?
    Glaube nicht, dass bei der DM andere Regeln gelten."

    1.
    Die ISSF-Regelinterpretation (KEINE Änderung !!!) war ursprünglich
    intendiert für Siegerehrungen und TV-übertragbare Finals. Sie wurde dann
    gleich fälschlich ausgedehnt / bewusst missangewandt auf
    ISSF-Wettkämpfe generell.

    2. Das zweite Problem bei der ISSF lag
    in der fehlenden Zusändigkeit. In dem schließlich veröffentlichten
    Umfang überstieg die "neue Lesart" den noch zulässigen Rahmen einer
    normimmanenten Interpretation, und hätte als förmliche Regeländerung von
    den dafür zuständigen ISSF-Gremien verabschiedet werden müssen.

    3.
    Es gibt sicher auch im großen Zoo des DSB mit seinen 20 sehr
    unterschiedlichen Ländergehegen den einen oder anderen kuriosen
    Bewohner, der eine rigide "Sportkleidungspflicht" (und zwar PP -
    zwischen Papagei und Pinguin) einführen würde. Man hat das hier im WO-Forum
    - zu Recht oder Unrecht - z.B. Rudi Krenn nachgesagt. Die Mehrzahl der
    Funktionäre hat aber keine solchen Intentionen.

    Carcano

    Nun, Ludwig hat es völlig richtig und auch realistisch gesehen. Allerdings beurteilt er die Grünen holistisch, und nicht aus einer einzigen (und insoweit in der Tat begründetermaßen sehr negativen) Teilperspektive. Auch seine Reaktion darauf ist die richtige. Danke für diese Aktivitäten!

    Carcano

    War doch ganz gut, dass ich den Beitrag über den ISAS hier eingestellt habe.
    Mal Hand aufs Herz, wem war der ISAS bisher kein Begriff?

    Hier, ich. *Hand heb*
    Und ich habe mit Schießsport und Verbänden vermutlich beruflich wesentlich mehr und wesentlich öfter zu tun als Du. Und die etwas dreiste Bräsigkeit, mit der Du die Kenntnis einer obskuren Abbreviatur bei jedermann/frau voraussetzt(est), war schon bei deren erster Erwähnung ziemlich daneben. YMMV.

    Carcano

    Ganz knapp:

    1. Nach Gebrauchtwaffen suchen. Nicht alle Biathlonwaffen sind nur von Kaderschützen geführt und mit 50.000 + Schuss belastet worden.

    2. Die Zastava Mosquito liegt sicher *erheblich* unter 1000 €uro. Neu.

    3. Der Kniegelenkverschluß wurde oft in Maschinengewehren (Maxim) und sogar Maschinenkanonen benutzt. Das Problem im zivilen Bereich ist nicht die mangelnde Stabilität, sondern der erforderliche große Systemkasten oder die Auslenkung des Kniegelenks. Zudem ist er in Handrepetierern oder gar Einzelladern weniger sinnvoll als in Selbstladern.

    4. Gutes Altes taucht immer wieder auf: so jetzt gerade neu belebt der alte Werndl/Holub'sche Tabernakelverschluß im neuen Männel-KK-Gewehr. Tolle Idee, mit Ejektor.

    Carcano

    1. Ich mag russische Waffen. Auch und gerade Sportwaffen. Hohe Qualität zu immer noch günstigen Preisen, und fast unkaputtbar.

    2. Es wurde auf der IWA 2011 ein interessanter neuer KK-Geradezugrepetierer von Zastava vorgestellt, nämlich die "Mosquito". Seidenweicher, geschmeidiger Schlossgang. Kleine Photos hier als Link, größere angehängt:
    P1090368-300x199.jpg
    P1090369-300x199.jpg

    Gruß,
    Carcano

    Es ist sehr schön, dass dieses große (und im Sportbereich sehr seltene) Verbandsjubiläum auch die alte Tradition des "Deutschen Bundesschießens" nach Jahrzehnten Unterbrechung wieder aufnimmt - denn das letzte war in Hannover war 46 (!) Jahren. Dafür ein Dankeschön an die DSB-Organisatoren und an die Gothaer Schützen.

    Ich hätte mich gefreut, wenn dieses Bundesschießen auch zumindest zum Teil (oder als Begleitprogramm zum Haupt-Event) als DSB-Disziplin mit traditionellen Waffen durchgeführt würde, gerade als ein Zeichen lebendiger Tradition. Wäre ein toller Anlass dafür. Aber dafür ist der seit 1900 sehr kurz gewordene Gothaer alte Schießstand wohl nicht (mehr) zugelassen?

    Zweite Frage: wie wurde der Stand eigentlich in der DDR-Zeit genutzt? Durch eine örtliche GST-Sektion? Oder lag er ganz brach?

    Freundlichen Schützengruß,
    Carcano