1. Dankeschön, dass ihr euch die Mühe gemacht habt. Bestandserhebung ist wichtig; und ein Teil des notwendigen beiderseitigen Austausches. Der Fragebogen liest sich recht klar und jugendgerecht. Besonders lobend hervorzuheben ist, dass ihr (m.E.) auf Fragenlenkung, Suggestionen und den in vielen Verbänden sehr üblichen Stil (eigentlich eine ständige Versuchung) "wir fragen, damit wir eine ganz bestimmte Antwort bekommen" fast immer (mit einer hoffentlich versehentlichen / ungewollten Ausnahme) verzichtet habt.
2. Die Fragen hätten durchnumeriert werden müssen. Das braucht ihr nämlich spätestens, wenn ihr die Ergebnisse auswerten, die Antworten diskutieren, und euch auf bestimmte Fragestellungen beziehen wollt. Sonst wird es in der Auswertung ein ewiges Gerate und Mißverstehen ("welche meinst du? die mit den Eltern? nein, die darunter").
3. Wichtig sind die freien Stellen für eigene Kommentare. Ich hoffe, dass die entsprechend ernst genommen werden,
4. Einige Anregungen zu einigen Fragen. Verbesserungen für Neuauflage (oder für andere Jugendleitungen in anderen Verbänden):
(4) "Film / Fernsehen" fehlt.
(5) "Flinte" ist statistisch natürlich selten. Daher fehlt sie vielleicht. Ich würde auch noch "Airsoft" dazu nehmen,
(6) ist bewusst undifferenziert und grob gehalten, ohne Abstufungen. Warum? Und es sollte dort unbedingt noch Raum für Vorschläge der gewünschten Disziplinen gelassen werden.
(7) ist eine sehr gute Idee!
(8_) und (9) bringen nichts. Die Formulierung ist psychologisch mißlungen, weil bei einer solchen Trias-Option automatisch die meisten auf das "sowohl-als-auch" hingesteuert werden, nicht auf wahrheitsgemäße Einschätzung. Das ist erfahrungsgemäß einfach so, und zwar in jedem Fragebogen zu gleich welchem Thema.
(10) sollte vom subjektiven "du" auf das objektivierte "man" oder "ihr" umgestellt werden.
(11) ist zugegebenermaßen uferlos. Es fehlen dennoch Schwimmen, Reiten und Tanzen; viel verbreiteter in der Altersgruppe als "Rasenkraftsport".
(12) muß unbedingt differenzierter werden. Eine "ja-nein" Option ist bei dieser Fragestellung schlicht Unfug und drängt die Teilnehmer zu einer unwahrhaftig positiven und so verfälschten Antwort. Die angehängte Beschreibungsmöglichkeit gleicht dies nicht aus. Denn auch wenn ich mich (noch) halbwegs wohlfühle, kann es doch viele Dinge geben, die mir den Spaß nehmen, und in einem Jahr bin ich dann ausgetreten.
(15) und (16): hier finde ich die neutrale Formulierung "junge Leute" sehr gelungen und rundum überzeugend. Sie ist wirklich die beste, offenste und umfassendste.
Eine erhebliche und gravierende Schwäche hat der Fragebogen; immerhin nur 1 :-). Die allerdings ist frappant:
Der Gender-Aspekt wird *völlig* ausgeblendet. Das geht nicht. Gerade wo im Schießsport der Anteil an Mädchen und jungen Frauen gesteigert werden soll. Diese Scheuklappen müssen runter.
Besten Gruß,
Carcano