Beiträge von Carcano

    Unsere Kreismeisterschaft Luftgewehr und Luftpistole ist schon abgeschlossen, die in den Auflagedisziplinen folgt im Februar. Die bisherige Bilanz empfinde ich als erschreckend. Deutlich weniger als 10 % der Mitglieder des Kreisverbandes haben an der KM teilgenommen.

    10 % wäre eine erschreckend HOHE Quote, da hast Du völlig recht. :)

    Carcano

    Frust!
    Der anfängliche Durchgang Standardpistole ging noch so halbwegs (524 oder 526 Ringe, verhunzt durch die miese 150-Sekunden-Serie: die 20 Sek brachten 183, die 10 Sek immer noch 171),

    Aber Schnellfeuer war enttäuschend.
    Gut gestartet mit 183, dann 172 (kann passieren), aber dann nur 121 mit 3 (drei) Fehlern und vielen Fünfern und Sechsern in der 4-Sekunden-Serie. Zusammen 476. Und dabei hätte ich 30 Ringe mehr schießen wollen. Die 4-Sekunden-Serie bringe ich auf die letzte (linke) Scheibe immer ordentlich hin, aber die Fehler liegen dazwischen.

    Carcano

    1. SpoPi ist zwar Quatsch, aber bei einer Freien Pistole kann bei vorsichtiger Fingeranlage an den Stecher und der gerade dann ankommenden Welle einer .44 Magnum schon der Finger unwillkürlich minimal auf den Knall reagieren - und draußen ist der Schuss.

    2. DIngo hat recht. Wenn er KK schießt und neben ihm geht eine 9,3x64 mit Mündungsbremse los, dann weht schon ein gewisses Lüftchen.

    3. Wer sich konzentriert und - wie es ja sein sollte - seinen Schuß nicht endlos herumzielwackelt, sondern ihn zügig in seinem vorbestimmten Zeitfenster loswird, der kann jeweils nach einem GK-Schuss gut und präzise abkommen. Natürlich geht das nicht, wenn mehr als ein GKler schießt.

    4. Man kann mehrere Stände Abstand nebeneinander lassen. Doch, wirklich. :)

    5. Wenn ich auf den 100m-Stand komme und links neben mir übt jemand schon Freie Pistole, dann frage ich ganz höflich und warte dann ggf. einfach, bis derjenige fertig ist. Muss ich nicht, kann ich aber - und tue es daher. :D

    Carcano

    Noch eine Beobachtung zum Typus a):

    Zitat

    Heute muss nicht jeder Bürgerschütze mindestens 12 Morgen Land haben und auch nicht jeder Bürgerschütze hat ein Pferd zu Hause, so wie es früher in der Ackerbürgerstadt XY üblich war. Darum ist es in der heutigen Zeit auch nicht mehr selbstverständlich, dass jedes Mitglied der Bürgerschützengesellschaft reiten kann.
    Infolgedessen beschloss im Jahr 2006 die Generalversammlung der Bürgerschützengesellschaft nach langer Diskussion die Vorstandsarbeit und die berittenen Chargen zu trennen. Damit änderte sich die jahrhundertalte Tradition dass der Vorstand der Bürgerschützengesellschaft als berittene Generalität den Schützenfestumzug anführt.
    Bereits das Schützenfest 2007 hat gezeigt, dass hier eine gute Lösung gefunden wurde.

    Carcano

    Den Grund für Aufnahmegebühren hatte ich ja geschildert. Sie sind ein historisches Relikt. Wurden / werden trotz sozialer Änderungen beibehalten, weil der Schatzmeister ungern darauf verzichten möchte. Der an sich ja negativen und heute nicht mehr gewollten Abschreckungswirkung trägt man durch Ausnahmen für Jugendliche und Familienangehörige Rechnung. Sind übrigens auch bei Golfclubs generell üblich.

    herrliche und humorvolle Beschreibung der Realität!
    (...)
    kommt deine Beschreibung der Realität der deutschen Schützenwirklichkeit doch ziemlich nahe, wobei die Übergänge zwischen den Modellen in der Wirklichkeit natürlich oft fließend und nicht immer so plakativ ausgeprägt sind.

    Ja, so ist es. Das ist eben das Wesen einer "Typik" - weshalb diese Genrebezeichnung auch gleich in der Überschrift steht.
    :thumbup:
    Ähnliche Typiken gibt es ja vielfach, es ist ein beliebtes Genre. "15 Männertypen und wie man mit ihnen umgeht" -- "Die 5 Typen des deutschen Autofahrers", etc. pp.
    Wichtig ist dort immer, dass solcher Typus nicht krass überzeichnet wird, wie etwa in den Klavinius-Karikaturen, oder wie bei Deix (und früher Grosz), sondern dass er immer noch realitätsnah bleibt; nur halt etwas purer und prägnanter, als es die gemischte Realität oft ist, worauf Du ja ganz richtig abstellt. Leuchtend positive Typen dagegen wirken schwächer, flau und oft nicht überzeugend. Man sieht dieses Phänomen auch in den beiden oben in Anführungszeichen zitierten Beispielen.

    Ergänzend sei darauf hingewiesen, dass es auch innerhalb der obigen (sehr realitätsnahen, nicht konstruierten, sondern durchweg nur aus RL-Beobachtungen zusammengesetzten und gerade daher überzeugenden) Typik von Schützenvereinen einen kleinen inneren Bruch gibt. Fall a) beschreibt einen historischen Befund, also eine Geschichte oder ein Herkommen, während Typen b ), c) und d) Aktuelles widerspiegeln. Im alltägliches Vereinsleben kann ein Verein a) durchaus sportliche Züge von d) aufweisen oder pflegen, das steht aber genau dort auch schon drin. :)

    Carcano

    Ein sehr inhaltsreicher Thread mit viel Material zum Nachdenken und Vergleichen. Er verdient eine Fortführung.

    1. Ich verstehe den Vorschlag bzw. die Musterrechnung von Erzwo nicht als postuliertes "Allheilmittel" (ein Rezept als das beste für alle), und ich denke, dass er es auch überhaupt nicht so verstanden wissen will; dazu kann er sich aber selbst noch äußern, wenn er das zur Klarstellung für nötig hielte.
    Vielmehr sehe ich es so, dass er die denkbaren Vorzüge und Vorteile eines bestimmten Vereinsmodells und einer bestimmten eher hohen Mitgliedsbeitragsansetzung einmal werbend vorstellen will, um damit auch andere Vereine zumindest zum Nachdenken und Überlegen anzuregen, "ob nicht vielleicht doch"...

    2. Es gibt ganz verschiedene Ausgangslagen. Meist sind sie ursprünglich historisch geprägt und entstanden. Nicht selten existieren die historischen Lagen gar nicht mehr, werden aber noch fortgeschleppt und man kann oder will sich von den zunehmend drückenderen zund einschränkenden Fesseln und Ketten nicht befreien, weil es "doch schon immer so war..." -- aber heute nicht mehr so ist!

    a) Der Angesehene Nobelverein. In ihm waren vor über einem Jahrhundert mal die Honoratioren, Inhaber des Großen Bürgerrechts, Patrizier, Notablen, Wohlhäbigen versammelt. Bedingung war eine "angesehene soziale Stellung" (nach dem Maßstab von 1880 oder 1912 ! :P ), zum Beispiel Selbständigkeit, Akademikertum, Reserveoffiziersrang, Besitz mindestens zweier Häuser in der Stadt (doch wirklich) etc. pp. Solche Vereine haben bisweilen immer noch ein prachtvolles Vereinsheim, ach was, einen echten Palast (München, Wiesbaden; früher mal Gotha; tendenziell auch Heidelberg), leisten sich heute aber nicht selten eine von der ursprünglichen bürgertümlichen Selbstbespiegelung ziemlich unabhängige leistungssportlich orientierte Sportschützenkomponente. Das gibt es im Großen, aber auch im ganz Kleinen. Auf die niederen Zimmerstutzler (Häusler, wohl gar noch Arbeiterschützenvereine? soweit kommt's noch!) mit ihren Wirtshausnebenzimmerbahnen sah man als solcher respektabler Feuerschütze traditionell mit Selbstgefühl und einem gewissen Hochmut herab.
    Typisch für solche Vereine waren früher hohe formale Anforderungen, Bürgen oder Ballottage für die Aufnahme, ein hoher Aufnahmebeitrag, und durchaus gewichtige Jahres-Mitgliedsbeiträge, sowie die verpflichtenden oder als unabweisbare soziale Verpflichtung empfundenen Umlagen. Heute sind solche Aufnahmebeiträge oft immer noch als Residuum der alten Zeit vorhanden, selbst dort wo die inhaltlichen Anforderungen längst nicht mehr so exklusiv sind. Zunehmend wird diesen Vereinen aber bewusst, das inzwischen durchaus interessante Mitglieder davon abgeschreckt werden, auch Leistungsschützen und Jugendliche, die man gerne hätte.

    b) Der Sozialverein im Schützenrock. In etlichen Regionen Deutschland ist "der Schützenverein" eben gerade kein Schießsportverein, sondern versammelt die Mehrzahl der (männlichen) Einwohner. Er ist ein allgemeiner Nachbarschaftsverein (in Höxter z.B. entsprechen die 4 "Kompanien" den alten vier Stadtvierteln, in die die Stadt im Mittelalter gegliedert war). Wichtig sind Schützenrock, Feste, Ehrungsordnung, Umzüge, Schützenfest, Schützenkönigskrönung samt Königin, Ritter, Knabenkönig etc., Schützenball, pseudo-militärische Titel und Beförderungen nach Anciennität, die parallel zu den eigentlichen Vereinsämtern laufen, Schützenschnurordnung mit genau geregelten Farben und Zahl der Eicheln an der Schnur (kein Scherz).
    Etwaiges Schießen geschieht - abgesehen vom verpflichtenden Königsschuss - vierteljährlich, in den besonders aktiven Vereinen sogar als "Monatsabschießen" mit fünf Schuss KK 50 m stehend aufgelegt mit den Vereinsgewehren von 1964 auf maroden Zugbahnen. Daran nehmen dann 5 bis 10 Leute teil, und die mangelnde Beteiligung bei 800 Mitgliedern wird regelmäßig formal beklagt, ohne dass man eigentlich jemals ernsthaft etwas daran ändern wollte ("das ist doch kein Ballerverein hier!").

    c) Der Kommerzbunker. Er ist (zumindest in den alten Bundesländern) fast immer ein Indoorstand, in der Regel mehrdistanzfähig. Meist reicht er bis 25 Meter, selten einmal weiter (wie in Ulm: 300 m). Er ist aus Prinzip betoniert und häufig schummerig. Die Hauptsorge des Betreibers ist die Absauganlage mit ihren alle acht Monate wieder mal verschärften Umwelt- und Arbeitssicherheitsauflagen. Unter anderem auch darum ist das Schießen in ihm nicht billig. Hin und wieder gibt es Tote, nämlich wenn länger nicht gereinigt wurde.
    Einige IPSC-Vereine und BDMP-SLGs haben sich stundenweise in ihm eingemietet, Gäste bekommen bereitwillig Leihwaffen, gerne groß- und größtkalibrig; manchmal gibt es auch einen Betreiberverein mit Mitgliedern, wenn der Schießstättenbetreiber darin einen Steuersparvorteil sieht. Die Kunden tragen weder Schützenrock noch sonst historisches Outfit; Cargo-Hosen und 5-11-Chinaschrott dominieren das optische Bild. Manche Besucher versuchen in schwarz und mit däggtikkel Schnürstiefeln, "range bags" (nicht etwa Sporttaschen) und uniformer taschenreicher Oberbekleidung sehr währschaft und hardboiled auszusehen; wenn da nur nicht Wampe und Doppelkinn und breites Hessisch das männliche Erscheinungsbild gelegentlich etwas konterkarierten. Man liest Caliber, verwendet aus Prinzip nur englischsprachige Bezeichnungen für Waffenteile ("wat fürn Diameter hatt'n der Barrel da?") und bezeichnet sich als erfahrenen Wiederlader; deshalb erschnorrt man sich auch die Ladedaten durch Nachfrage bei einem Quickload-Besitzer. Über "die Weiber" ist man sich ebenfalls im Grundsatz gerne einig: große Ohren sind jedenfalls wichtig.
    Außenstehende munkeln gerne und mit einem Mischung aus Mißtrauen und verstohlenem, leicht lüsternem Neid, "da drinnen" gingen "die Rechten" ein und aus; oder die Luden der Stadt besorgten sich hier hier die Bedürfnisbescheinigungen für ihre Kurzwaffen; oder die örtlichen Hells Angels übten hier Schießen für ihre Bandenkriege mit den Bandidos; oder da gäbe es [zu] viele "Mitbürger mit ausländischem Namen" (du weißt schon...!).
    Zu einem kleinen Teil stimmt das sogar, weil Betreiber Heinz Piepenkötter gerne für die Stammkunden mit VIP-Card und club membership jede gewünschte Waffe über seine Waffenhandelslizenz besorgt (mit bescheidenen 30 bis 50 % Aufschlag) und so lange im Club lagert und bei Besuch dem neuen Eigentümer jeweils ausgibt - zum alleinigen Zweck des Schießens auf der Schießanlage -, "bis irgendwann die eigene WBK erteilt worden ist". Was natürlich dauern kann.
    Aber in aller Regel ist das Publikum sehr harmlos. Nur das zuzugeben wäre natürlich zu langweilig.

    d) Der Sportleistungsträger. Er hat häufig einen komischen oder fast irreführenden Namen. Aber hinter der "Schießsportabteilung des Eisenbahnersportvereins Weil am Rhein" verbirgt sich vielleicht einer der führenden deutschen Pistolenvereine überhaupt, mit Nationalkaderschützen und Olympiateilnehmern. Oft ist er in der halben oder gazen Provinz angesiedelt; manchmal ist er durch Metamorphose aus einen Dorfschützenverein herausgewachsen, dessen weiter vorhandener Gastraum Loriots Entzücken wäre (SV Eisental). Er hat fast durchweg moderne und modernste Schießanlagen (elektronische Scheiben sind eh' de rigeur, die 50 m Pritschen sind beheizt und werden über eine zentrale Schalttafel gesteuert, der eigene Umkleideraum reicht für eine kleinere Mehrzweckhalle), die Vereinswaffen sind vom Neuesten und Teuersten, und ohne bunte Ritterrüstung kommt mensch genauso wenig in die Luftgewehrhalle wie mit Straßenschuhen in eine Schulsporthalle. Besitzer von Knickläufen, Seitenspannern und CO2-Kartuschen werden höflich ignoriert; nach der dritten Frage erhalten sie vielleicht eine einsilbige Anwort. Beim Training herrscht entweder peinliche Totenstille (alle Luftdruckschützen tragen zusätzlich noch Kapselgehörschutz), oder es dröhnt laute Musik, weil das ja bundesligagemäß ist. Und die Teilnahme an dieser höchsten Liga ist selbstverständlich eine Frage der Ehre.
    Die Jugendabteilung ist groß; ihre Fluktuation auch, was aber nur an den flatterhaften und einfach zu wankelmütigen Jugendlichen liegt, denen trotz 370 Ringen noch die richtige Einstellung fehlt. Sportlicher Erfolg ist eine ernste Sache, verlangt Einsatz und Opfer, und zu viel Spaß ist verdächtig. Wer den Sport vernachlässigt (also zweimal hintereinander im Training fehlt) gegenüber Flausen wie Schule, Freund(in) [samt Sex], und Familienfeiern, darf ein ernstes Unterstützungsgespräch mit dem Trainer und dem Zweiten Vorstand führen. Pressearbeit wird ganz groß geschrieben, die Lokalzeitung ist voll von Berichten; der Verein ist der Stolz des Dorfes, und zu auswärtigen Ligakämpfen reisen die Unterstützer in gemieteten Kleinbussen mit. Und mit Vuvuzelas.

    Carcano

    Der Grund ist der, dass es sich bei der weiter gefassten Frage "niedriger oder hoher Mitgliedsbeitrag?" [was in einem anderen Thread ebenfalls schon früher einmal thematisiert worden war]


    Und zwar in diesem hier (2 Seiten):
    Beiträge der Vereine - Öffentlichkeitsarbeit - Meisterschützen

    Hier war eine interessante (fiktive) Musterrechnung aus dem Norden für einen Verein mit 150 Mitglieder und einem allenfalls mittelhohen, eher niedrigen Beitrag:
    index.php?page=Attachment&attachmentID=482&h=47b4daaecfb3616547d0a917a30fa91adfc54897

    Carcano

    Hallo Carcano,
    natürlich hast Du Recht mit dem Hauptvereinszweck, aber leider hat nicht jeder Verein ausreichende Einnahmequellen.


    Natürlich, das ist völlig richtig. Darauf hast Du - ganz zu Recht - schon in einem früheren Beitrag einmal hingewiesen. Und ich bitte um Entschuldigung, dass ich zu jenem Zeitpunkt noch nicht gleich darauf eingegangen war, sondern erst jetzt.

    Der Grund ist der, dass es sich bei der weiter gefassten Frage "niedriger oder hoher Mitgliedsbeitrag?" [was in einem anderen Thread ebenfalls schon früher einmal thematisiert worden war] und der verwandten Frage "Mittel der Einnahmenerzielung für Schießsportvereine" um einen zwar durchaus verwandten, aber doch viel allgemeiner gefassten Komplex als um die jetzige sehr konkrete Fragestellung handelt, die ja nicht etwa einen "teuren Sonderbereich", sonden die überall zu erwartende absolute Basis und den Mindestbestand des Schießsports - jedenfalls im DSB - betrifft.

    Carcano

    Wir sind Gott sei Dank finanziell ziemlich gut gestellt, dass wir keine Scheibengebühren brauchen.


    Das eine hat mit dem anderen nichts, aber auch wirklich nichts zu tun.
    Zusätzliche Einnahmequellen zu erschließen, wenn man aus (vereinspolitischen oder sozialen) Gründen den Mitgliedsbeitrag niedrig halten möchte, ist eine Sache. Es ist in der Tat nötig. Die meisten Vereine tun das bereits auf die eine oder andere Art. Sei es durch öffentliche Gelder und Zuschüsse, sei es durch Sponsoring von Privaten oder Unternehmen, sei es durch eine Umlage, sei es durch Bewirtungsbetrieb. Clarence hat bereits Beispiele genannt. Und es gibt auch noch weitere Optionen (zum Beispiel an Landesmeisterschaften kann man u.U. auch ganz gut verdienen, siehe Beispiele im RSB - das sind tausende Euro).

    Was hier verhandelt wird, ist aber eine ganz andere Sache, und tatsächlich in einem Sportschützenverein eine bodenlose Unverschämtheit, die auch genau als solche benannt gehört. Strafgebühren für Leute, die es wagen (wie dreist?!), genau das zu tun, was der Hauptvereinszweck ist! Na, solche schrägen Vögel müssen dann natürlich blechen.

    Ich hatte es ja schon einmal angeregt: wer diese verquere Mentalität hat, der möge bitte zuerst einmal Toilettengebühren und Waschbecken-Zehnerkarte für die Vereinsklos einführen. Und natürlich einen Aufwärm- und Heizungsunterhaltskostenzuschlag im Winter.

    Und im Schwimmverein gibt es also in Parallele ein "Beckengeld" je geschwommene Bahn, und einen Hallenbadzuschlag im Winter, ja? "Wer tickt denn hier nicht richtig?", würde jeder Schwimmer zu Recht fragen.

    Carcano

    P.S., nur so als Rückblick, eines von vielen Beispielen zur Finanzierung:
    "Im Herbst 1902 überlegt die Generalversammlung wie man einen neuen Scheibenstand bauen könne. Die Kosten für den Bau eines Scheibenstandes sollen durch Zeichnung der Mitglieder aufgebracht werden. Dazu können Anteilsscheine in Höhe von 10 Mark erworben werden. Der Verpächter soll den Scheibenstand bis zum 14.6.1903 fertig stellen. Tatsächlich konnte am 21.6.1903 das erste Schießen stattfinden."
    Schützenverein Höxter 1883 e.V. [v.1] - Chronik

    Zunächst ganz knapp und kommentarlos die offizielle Meldung des Rheinischen Schützenbundes:

    "Orte und Termine der LVM 2012 haben sich geändert
    Nach schriftlicher Absage des SV Ober-Ingelheim und nach reiflicher Überlegung innerhalb der Sportleitung und des Präsidiums, wurde im Präsidium letztlich einstimmig beschlossen, die LVM 2012 ebenfalls nicht in Bad Kreuznach durchzuführen.

    Der 1.Vorsitzende des SV Ober-Ingelheim teilte dem RSB mit Schreiben vom 15.12.2011 mit, dass der Vorstand des Vereins in seiner Vorstandssitzung am 14.12.2011 beschlossen hat, dass sie nicht mehr bereit sind für den RSB auf ihren Anlagen Landesmeisterschaften durchzuführen.
    Dem entgegen teilte der 1.Vorsitzende der SG Bad Kreuznach dem RSB mit, dass die LVM 2012 auf den Schießanlagen seines Vereins durchgeführten werden können.
    Insbesondere aufgrund der Absage des SV Ober-Ingelheim und nach reiflicher Überlegung innerhalb der Sportleitung und des Präsidiums des RSB wurde im Präsidium abschließend einstimmig beschlossen, die LVM 2012 ebenfalls nicht auf der Schießanlage der SG Bad Kreuznach durchzuführen.

    Der Landessportleiter (LSpL) hat daraufhin zusammen mit der Sachbearbeiterin der RSB-Geschäftsstelle einen neuen Terminplan für die LVM 2012 erarbeitet. Dieser sieht vor, dass die in Ober-Ingelheim und Bad Kreuznach vorgesehenen Disziplinen auf mehrere Schießanlagen innerhalb des Landesverbandes (Essen, Euskirchen, Frechen, Holthausen, Siegburg, Solingen-Ohligs) ausgetragen werden (siehe Internet / RSB-Journal Ausgabe 1-2/2012). Die sich teilweise daraus ergebenen, geringeren Standkapazitäten, werden aller Voraussicht nach vermutlich dazu führen, dass sich die Qualifikationsringzahlen zur LVM 2012 gegenüber denen der LVM 2011 zu ungunsten der Schützen/Schützinnen verändern werden. Weiterhin trägt diese Verlegung dazu bei, dass die bislang gewohnte zentralisierte Durchführung von mehreren Disziplinen an einem Wochenende nicht mehr gehalten werden kann und ein Teil der betroffenen Schützen/Schützinnen dadurch leider zusätzliche Fahrten in Kauf nehmen müssen."

    Und nun der Link zu den Kommentaren und der Diskussion:

    Forum des Rheinischen Schützenbundes • Thema anzeigen - Orte und Termine der LVM 2012 haben sich geändert

    Carcano

    Schneidern wir es erst einmal auf den Bereich "junger Leute" zu, denn das ist ja der engere Bereich dieses Threads.
    Der erste Schritt der Bewußtmachung ist es ja, sich allgemein die Geschlechterverteilung bzgl. Mitgliedern in den verschiedenen Altersgruppen im Schießsport zu vergewärtigen. Mitgliedschaftsstatistiken wurden hier ja schon häufiger gepostet und erstellt, z.B. auch von Wilhelm.
    Der zweite Schritt ist es, sich die geschlechtsspezifisch sehr unterschiedlichen tatsächlichen Teilnahmezahlen in den verschiedenen (den SchülerInnen, Jugendlichen und JuniorInnen offenen) Disziplinen zu vergegenwärtigen. (Und nach den Gründen hierfür zu forschen)
    Der dritte Schritt dann, die Altersbewegungen zu analysieren. Warum gibt es bei Juniorinnen einen noch viel extremeren EInbruch als bei Junioren? Was kann man dagegen tun?
    Eine vierte Überlegung zielt auf Leistungssport, Jugendförderung und Kadersystem. Auch hier ist eine geschlechterdifferenzierte Betrachtung nötig; zum Beispiel zum Thema drop-out oder Dabeibleiben.

    Carcano